Die MtS-Wochenschau KW 41/42: Was war, was ist und was sein wird in Politik, Wirtschaft und der PV-Branche.

Die letzte Woche wurden vor allem von wissenschaftlichen Fragen dominiert. Die Entdecker des Higgs-Boson erhielten den Nobelpreis für Physik. Bereits am Montag machte die Meldung um einen Durchbruch auf dem Feld der Fusionsforschung die Runde. Dahingegen reißen die Probleme in dem havarierten AKW Fukushima nicht ab. Immerhin hat die japanische Regierung mittlerweile internationale Hilfe angefordert. Ein Schritt in die richtige Richtung. Auf politischer Ebene zeichnet sich dagegen immer deutlicher ab, dass es in Deutschland für die nächsten vier Jahre voraussichtlich eine große Koalition geben wird. Die Sondierungen mit den Grünen liefen zwar produktiv, aber Beobachter gehen davon aus, dass sich die mangelnde Experimentierfreudigkeit der Union dennoch durchsetzen wird. Derweil offenbart EU-Kommissar Günther Oettinger erneut seine offene Lobbyhörigkeit.

Meilenstein auf dem Weg zur nuklearen Fusion genommen

Fusion – Ein Feld auf dem seit Jahren geforscht wird. Bisher mit sehr überschaubaren Erfolgen. Das ultimative Ziel ist die selbstversorgende nukleare Fusion, das heißt, dass ein Fusionskraftwerk mehr Energie erzeugt, als es verbraucht. Ein bisher sehr fragwürdig und stark kritisiertes Unterfangen. Jetzt haben Wissenschaftler in einem US-Labor, laut Berichten der BBC, jedoch einen entscheidenden Durchbruch auf dem Gebiet der nuklearen Fusion gemach. Ein Meilenstein, der den Verfechtern dieser Technologie Hoffnung gibt. Weiterlesen: BBC News

Der Solarenergiezubau übersteigt zum ersten Mal jenen der Windenergie

Zum ersten Mal hat der erwartete Zubau an Solarenergie jenen der Windenergie überstiegen. Die Vorhersage für neue errichtete Windkraftanlagen 2013 liegt bei 35,5 GW. Jene für Photovoltaik liegen mit 36,7 GW erwartetem Zubau knapp darüber. Weiterlesen: International Solar

Energiewende: Braunkohle-Aus in Garzweiler?

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass der Energiekonzern RWE die Stilllegung des Braunkohletagebaus Garzweiler in Nordrhein-Westfalen aus Kostengründen zum Jahr 2018. Firmeninterne Szenarien sehen demnach auch eine Rentabilitätsprüfung der Kohleförderung vor. Schuld trage der Ausbau von Solar- und Windenergie, die zunehmend die traditionellen Kraftwerke verdrängen würden. Derweil schöpfen die Anwohner der Region Hoffnung, mit dem Stopp des Braunkohleabbaus  auch einer Zwangsumsiedlung zu entgehen. Weiterlesen: Milk the Sun Blog

Göring-Eckardt und Hofreiter zur neuen Doppelspitze der Bündnis‘90/Die Grünen-Fraktion gewählt

Am Dienstag wählten die Grünen in einer Kampfabstimmung Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter zur neuen Fraktionschef/in. Die ehemalige Spitzenkandidatin Göring-Eckardt setzt sich klar gegen die ebenfalls angetretene Wirtschaftsexpertin Kerstin Andreae durch. Die zweite Hälfte der traditionellen Doppelspitze der Grünen wird in einem zweiten Wahlgang gewählt. Dem Verkehrspolitiker Anton Hofreiter vom linken Flügel der Partei wurden von Anfang an gute Chancen eingeräumt. Er freue sich auf die Sondierungsgespräche mit der Union, gab Hofreiter in einer ersten Reaktion zu seiner Wahl bekannt. Weiterlesen: DIE ZEIT

Physik-Nobelpreis: Entdecker des Higgs Boson erhalten den Physik-Nobelpreis

Am Dienstag gab das Nobelpreiskomitee die diesjährigen Preisträger des Physik-Nobelpreises bekannt. Zwei der theoretischen Entdecker des Higgs-Boson, der belgische Physiker Francois Englert und der britische Physiker und Namensgeber Peter Higgs, sind die diesjährigen Preisträger. Die beiden Theoretiker schlussfolgerten zusammen mit dem 2011 verstorbenen Robert Brout auf der Grundlage ihrer theoretischen Berechnungen bereits vor 50 Jahren auf die Existenz des Higgs-Boson. Die tatsächliche Existenz des Partikels konnte allerdings erst im März 2013 einwandfrei bewiesen werden. Weiterlesen: NBC News

Schwere Zeiten für die erneuerbaren Energien in Spanien

Jahre desaströser Politik kombiniert mit einer ökonomischen Krise haben den Erneuerbaren Energien in Spanien schwer zugesetzt. Sie wird mittlerweile von vielen als eine ungewollte und teure Extravaganz betrachtet. Seit 2007 sank die Nachfrage nach Energie fast um 6 Prozent. Aufgrund der Bewegung der ökonomischen Aktivitäten hat sich der Output-Anteil der von den Erneuerbaren Energien verlangt wird, dennoch erhöht. Weiterlesen: The New York Times

EU: Vereinfachung der Subventionen von AKW durch die EU ist vom Tisch

Die angekündigte Vereinfachung der Förderung von AKW durch Europäische Union wird nicht umgesetzt. Am Dienstagabend entschied sich das Kollegium der EU-Kommissare gegen den durch Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia vorgelegten Entwurf, mit der inoffiziellen Begründung, dass es sich um ein politisch zweischneidiges Thema handele. Auch die Leitlinien zur Förderung von Umwelt- und Energieprojekten wird erneut überarbeitet. Die Chancen stehen gut, dass das EEG nicht derart grundlegend geändert werden muss, wie Anfangs befürchtet. Weiterlesen: Milk the Sun Blog

Großbritannien: Energieminister Greg Barker kündigt 20 GW installierte Kapazität bis 2020 an

Greg Barker, Großbritanniens Energie- und Klimaminister kündigt bei einer Rede vor Besuchern der Solar Energy UK an, die installierte Solarenergiekapazität Großbritanniens bis 2020 auf 20 Gigawatt (GW) erhöhen zu wollen. Dies sei nur mit dem Vorantreiben der „on-site PV“ machbar. Barker forderte zudem eine Reduzierung der Subventionen für Solarenergie in GB. Weiterlesen: Milk the Sun Blog

Noch immer große Problem in Fukushima

Letzte Woche wurde von der NBC berichtet, dass verseuchtes Wasser vom verunglückten japanischen AKW Fukushima voraussichtlich bereits 2014 die Küste Amerikas erreichen könnte. Wie die ZEIT berichtet, verlangen immer mehr Fachleute, dass havarierte Kraftwerk unter internationale Aufsicht zu stellen, da sich das Besitzerunternehmen Tepco als unfähig erweist, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Weiterlesen: DIE ZEIT

Schwarz-Grün oder Schwarz-Rot

Am Montag treffen sich Union und SPD zu ihrer zweiten Sondierungsphase, das Treffen mit den Grünen folgt am Dienstag. Über Koalitionsverhandlungen wird dann wahrscheinlich am Mittwoch entschieden. Spiegel Online zitiert eine Quelle aus der Führungsspitze der Union: „Das Herz sagt Schwarz-Grün, der Verstand Schwarz-Rot.“ Eine große Koalition jedoch wird immer wahrscheinlicher. Einen Strich durch diese Rechnung könnte noch die SPD-Basis machen, wenn sie einer Koalition mit der Union nicht zustimmen sollte. Weiterlesen: Spiegel-Online

EU-Kommissar Oettinger schönt Subventionsberichte

Der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger hat, Berichten der SZ zufolge, den Subventionsbericht der EU geschönt. Oettinger steht der europäischen Generaldirektion Energie vor und unterhält eine offene Nähe zur traditionellen Energiewirtschaft. Der Kommissar hat Zahlen, die belegen, dass die Erneuerbaren Energien im Verhältnis zu den anderen Energiezweigen nicht unverhältnismäßig durch die EU subventioniert würden, aus dem Subventionsbericht der seiner Direktion gestrichen. Die Zahlen belegen, dass die traditionellen Energieträger Atomkraft, Kohle und Gaskraftwerke im Verhältnis zu den Erneuerbaren Energien sogar mehr Subventionsleistungen bekommen. Demnach bezuschussen die Regierungen die Energiebranche mit jährlich 130 Milliarden Euro, lediglich 30 Milliarden davon gehen an grüne Kraftwerke. Oettingers Sprecherin dementiert alles. Weiterlesen: Süddeutsche Zeitung

Sondierungsgespräche zwischen Union und Grünen

Bündnis’90/Die Grünen und die Union haben am Donnerstag Sondierungsgespräche geführt. In der nächsten Woche sollen weitere Gespräche folgen. Die Gespräche sollen konstruktiv und sachlich verlaufen seien und sowohl die Union als auch die Grünen profizieren davon. Auch 2013 stehen die Zeichen für eine schwarz-grüne Koalition auf Bundesebene nicht vorbehaltlos gut. Die Chancen und Überschneidungen der beiden Parteien sind allerdings lange nicht mehr so groß wie einst. – Ein Meinungsartikel. Weiterlesen: Milk the Sun Blog

Japan sucht im Ausland Rat für das weitere Verfahren mit der AKW-Ruine Fukushima

Japan bittet endlich, zweieinhalb Jahren nach der Katastrophe in Fukushima, die internationale Gemeinschaft um Hilfe. Das Betreiberunternehmen von Fukushima, Tepco, hatte bisher kaum Informationen nach außen dringen lassen – zeigte sich dafür aber umso unfähiger die Leckage des havarierten AKW in den Griff zu bekommen. Ministerpräsident Shinzo Abe sagte nun kürzlich auf einer Tagung in Kyoto vor zahlreichen internationalen Forschern und Wissenschaftlern: „Wir brauchen Ihre Weisheit und Expertenwissen.“ Weiterlesen: heise.de