Solaranlagen Management: wie schaffe ich das effizient?

Solaranlagen Management: wie schaffe ich das effizient?

Worauf kommt es beim Management einzelner Solaranlagen an und worauf bei Portfolios? Was sollte selbst gemanagt und was an externe Dienstleister vergeben werden? Erfahren Sie, wie Sie aus Ihrer Sicht als Betreiber gute Entscheidungen treffen.

Direktinvestitionen in Solaranlagen sind wie Immobilien: Man muss sich aktiv darum kümmern, damit sie eine gute Geldanlage sind. Orientierung dabei bieten eindeutige Ziele, eine klare Struktur sowie eine realistische Einschätzung der Sachlage und der eigenen Fähigkeiten.

Im Markt finden Sie unzählige Services und technische Lösungen zum Management von Solaranlagen. Doch woran erkennen Sie, welche Sie wirklich benötigen? Ein übermäßig aufwändiges Solaranlagen-Management kann schnell teuer werden.

Doch wenn sie selbst zu viel Zeit aufwenden müssen, kostet Sie dies ebenfalls viel. Das richtige Maß hängt bei Einzelanlagen oder Portfolios von unterschiedlichen Faktoren, wie beispielsweise Anlagengröße, Eigentümerstruktur, Lage der Anlage und Vergütungsformen, ab.

Management-Ansätze

Generelle Richtschnur beim Management von Solaranlagen ist ein ausgewogenes Kosten-Nutzen-Verhältnis, mit dem Sie entscheidungsrelevante Informationen generieren und diese zur Optimierung einsetzen. Um Ihre Ressourcen optimal einzusetzen zu können, sollten Sie die Prozesse zur Überwachung und Steuerung Ihres Investments optimieren.

Je nach Umfang Ihres Investments kommen folgende Management-Ansätze in Frage:

Alles mit kleinstmöglichem Aufwand selbst machen

Sie fokussieren sich technisch und kaufmännisch auf das absolut Notwendige. Bei kleineren Einzelanlagen besteht meist kein finanzieller Spielraum, mit dem zusätzliche Ausgaben refinanziert werden könnten.

Alles selbst machen, kostengünstige Entscheidungshilfen nutzen

Sie nutzen beispielsweise das beim Wechselrichter mitgelieferte Monitoring, bauen sich Excel-Tabellen oder nutzen kostenlose Anlagenverwaltungss-Tools.

Eine solche Begleitung Ihres Investments passt bei Einzelanlagen mit Optimierungspotenzial oder kleinen Portfolios, bei denen nur kleine finanzielle Spielräume für zusätzliche Ausgaben bestehen.

Die kleinen Investitionen dienen dem Werterhalt oder einer einer Ertragsoptimierung.

Selbst machen, selektiv fremd vergeben

Sie behalten die Kontrolle über die Steuerung. Dafür setzen Sie auf ein präzises technisches und kaufmännisches Benchmarking. In Überwachungsaufgaben investieren Sie nur dann, wenn Sie dafür eine sehr zielgenaue Entscheidungsunterstützung erhalten.

Durch das Know-how der Dienstleister werden die Benchmarks und daraus geschlussfolgerte Entscheidungen zusätzlich fachlich abgesichert. Die Kosten und Prozesse stehen in einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis zwischen eigener Zeit und Kosten, die zum Werterhalt, der Renditeoptimierung oder der Prozesseffektivität investiert worden sind.

Diese Strategie passt für große Einzelanlagen, für Portfolios oder Eigentümergemeinschaften

Outsourcing an externe Betriebsführer

Sie vergeben die kaufmännische und technische Betriebsführung an Dritte. Diese überwachen die technische Performance, behalten Benchmarks im Blick und dürfen innerhalb vertraglich definierter Spielräume Entscheidungen selbst treffen.

Eine externe Betriebsführung kommt insbesondere dann in Frage, wenn Ihnen das Fachwissen fehlt oder die zeitlichen Aufwände zu groß werden. Dies kann bei Großanlagen, Portfolios und komplexen Eigentümerstrukturen der Fall sein.

Neben der Größe spielt bei der Auswahl des richtigen Ansatzes der Reportingbedarf eine Rolle. Banken oder Investoren in komplexeren Eigentümerstrukturen erwarten regelmäßige Berichte über die Performance ihres Investments.

Wirtschaftlichkeit

Grundsätzlich ist es wichtig, dass Sie beim Solaranlagen-Management den Wert der eigenen Arbeitszeit – die Opportunitätskosten – in Ihre Abwägungen einbeziehen. Generell geht eine kurzfristige Kostenoptimierung meist zu Lasten der langfristigen Rentabilität.

Wenn Sie zu wenig – beispielsweise in Wartung oder eine benötigte Reinigung – investieren, kann Ihnen dies in Form von Ertragsminderungen oder Reparaturkosten auf die Füße fallen.

Die Wirtschaftlichkeit einer Teil- oder Vollvergabe an Dienstleister hängt stark von passgenauen Zielvereinbarungen und dem Preismodell der Anbieter ab. Dienstleister orientieren sich zumeist mehr daran, wonach sie vergütet werden, und weniger daran, was langfristig für den Betreiber sinnvoll ist.

Management-Praxis

Es gibt keine Blaupause oder eine einzig richtige Art des Managements, sondern es gibt Photovoltaik-Management, welches zu Ihrer eigenen Zielsetzung passt. Wenn Sie beispielsweise Steuern sparen, möglichst hohe Rendite erwirtschaften oder den Wert Ihres Vermögens erhalten wollen, sind jeweils andere Schwerpunkte erforderlich.

Da sich die Marktgegebenheiten und ebenso Ihre eigene Lebenssituation stetig wandeln, ist es gut, auch Ihre Ziele und Strategien kontinuierlich zu hinterfragen.

Beispielsweise könnte es sein, dass Sie neben Ihrem beruflichen Kerngeschäft zu Beginn auf das Know-how und die Zeitersparnis durch externe Dienstleister angewiesen sind.

Möglicherweise aber werden Sie immer vertrauter mit der Betreiberpraxis und entscheiden sich dafür, Ihren Arbeitsschwerpunkt zu verlagern.

Eckpunkte einer Management-Strategie

  • Ziel definieren: Was wollen Sie mit Ihrem Investment erreichen, und was ist dafür erforderlich?
  • Ressourcen bewerten: Welche zeitlichen, fachlichen und monetären Ressourcen stehen Ihnen zur Verfügung?
  • Abwägen: Wie setzen Sie Ihre Ressourcen am effektivsten ein? Haben Sie das Know-how? Rentiert sich ein Service? Haben Sie die Zeit bzw. wollen Sie die Zeit dafür aufwenden
  • Flexibilität bewahren: Sind die ausgewählten Lösungen an meine Portfolio-Entwicklung und meine Erwartungen anpassbar?

Dieser Artikel wurde in unserem Betreiberleitfaden veröffentlicht. Alle weiteren Artikel und Informationen zum Betrieb von gewerblichen PV-Anlagen finden Sie unter:
Milk the Sun – PV-Betreiberleitfaden.

Dirk Petschick

Mitgründer, Gesellschafter und Geschäftsführer von Milk the Sun, Dirk ist seit 2009 in der PV-Branche aktiv. Er lebt, arbeitet und schreibt für die Energiewende.