Der Milk the Sun Marktkommentar 2022 – Gewerbliche PV-Anlagen und die klimapolitischen Ziele der neuen Bundesregierung

Der Milk the Sun Marktkommentar 2022 – Gewerbliche PV-Anlagen und die klimapolitischen Ziele der neuen Bundesregierung

Die neue Bundesregierung hat, vor dem Hintergrund der eigenen energie- und klimapolitischen Ziele, sowohl die Prognosen für den zukünftigen Strombedarf erhöht, wie konsequenterweise auch die Ausbaupfade auf dem Weg dorthin nachgeschärft. Zur Erfüllung des Strombedarfs sollen bis 2030 PV-Kapazitäten im Umfang von 200 GW neu errichtet werden, wovon gemäß des Ampel-Koalitionsvertrags 80 Prozent aus Erneuerbaren Energien stammen sollen. Dies entspricht einem geplanten jährlichen Zubau von 15 GW PV-Kapazität in Deutschland.

Im Zeitraum 2013-2018 wurden in Deutschland im jährlichen Durchschnitt etwas unter 2 GW/Jahr an neuer PV-Kapazität errichtet – seit dem Jahr 2019 ist diese Zahl auf ca. 5 GW gestiegen. Mit Blick auf die angepassten Zubaupfade der neuen Regierung, die eine Verdreifachung der aktuellen jährlichen Zubaumenge vorsehen, stellt sich deshalb die Frage, wie diese geplanten Zubauraten realisiert werden können.

Als führender Marktplatz für den Kauf und Verkauf gewerblicher PV-Projekte nehmen wir den frischen Wind aus der Politik zum Anlass, um einen genaueren Blick auf die derzeitige Marktentwicklung im Bereich gewerblicher PV-Anlagen zu werfen – und deren möglicher Rolle für das Erreichen der neuen Klimaziele.

Vorhandene PV-Potenziale besser nutzen

In den vergangenen Jahrzehnten sind die Kosten für PV-Projekte massiv gefallen, seit dem Jahr 2010 beträgt der Preisrückgang für PV-Module laut dem Fraunhofer-Institut ganze 90 Prozent. Diese Feststellung bleibt auch unter Berücksichtigung der zuletzt wieder steigenden Kosten für Hardware richtig und wichtig. Investitionen in gewerbliche PV-Anlagen stellen heute ein lohnendes und attraktives Investment dar, mit dem sich ökonomische und ökologische Rationalität in besonders geeigneter Weise miteinander verbinden lassen.

Damit die Ausbauziele der neuen Ampel-Koalition erfüllt werden können, ist der Blick aus unserer Sicht vor allem auf einen Faktor zu lenken: die Größe der neu zu errichtenden PV-Anlagen. Laut dem Fraunhofer-Institut ISE waren bis Ende 2020 deutschlandweit PV-Module mit einer Nennleistung von 54 Gigawatt installiert, verteilt auf geschätzte 2 Millionen PV-Anlagen. Obwohl weniger als 1 Prozent dieser Anlagen größer als 500 kWp waren, lieferte das Anlagensegment gewerblicher PV-Projekte damit knapp ein Drittel des produzierten Solarstroms. Dieser Vergleich macht deutlich, dass das eigentliche Power-House der solaren Energiewende in den gewerblichen PV-Anlagen liegt.

Share of PV-Systems

Quelle: Fraunhofer ISE, 2021

Der stärkere Fokus auf gewerbliche PV-Anlagen ist deshalb als ein essenzieller strategischer Beitrag anzusehen, um das bestehende Potenzial der PV-Energie zum Erreichen der Klimaziele effizienter zu nutzen – zumal dann, wenn man den Fachkräftemangel als zusätzlichen Faktor in die Betrachtung einbezieht. Indem mehr der knappen Personalressourcen auf den Bau möglichst großer, gewerblicher PV-Projekte aufgebracht werden, könnte die jährliche Zielmarke von 15 Gigawatt wesentlich einfacher erreicht werden. Denn der Aufwand für Planung und Errichtung eines Kilowatt Peak Leistung ist bei gewerblichen PV-Anlagen um ein Vielfaches geringer, als dies bei kleinen Hausdach-Anlagen im Bereich von Familienhäusern der Fall ist.

Einer der zentralen limitierenden Faktoren für den Erfolg gewerblicher Anlagen liegt heute in dem Fehlen geeigneter Flächen. Die Nachfrage für den Bau gewerblicher Solarprojekte jedoch besteht allemal. Die von der Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr 2021 veröffentlichen Ausschreibungsmengen im Bereich der Freiflächenanlagen wurde ca. zu 100 Prozent, und im Bereich der Dachanlagen ca. zu 30 Prozent überzeichnet. Diese hohe Bereitschaft zu Investitionen in gewerbliche PV-Projekte lässt sich demnach auch in unserem Geschäftsalltag erkennen – und zwar über alle Projektarten, von dem Projektrecht über Turnkey- und Bestandsanlagen, bis hin zum ebenfalls immer populärer werdenden Typ der Abbauanlagen: Qualifizierte Projekte, die auf unserem Marktplatz zum Verkauf angeboten werden, sind oft bereits nach kurzer Zeit bereits wieder reserviert. Dabei profitieren Käufer und Verkäufer von unserer Erfahrung beim Matchen passender Partner, einem großen Netzwerk, sowie umfangreicher Beratung zum Beispiel mit Blick auf einen marktgerechten Preis einer Anlage. Teilweise dauert es so nur wenige Wochen, bis Projekte einen Käufer finden. Investoren sind darüber hinaus immer häufiger bereit, für den Zugriff auf ausgewählte Projekte höhere Provisionen zu zahlen, wenn sich dadurch die „Treffgenauigkeit“ bei der Vermittlung weiter erhöht.

Im Jahr 2021 haben so über 100 Projekte mit unserer Hilfe einen neuen Inhaber gefunden, und auch im neuen Jahr setzt sich dieser Trend fort. Wir konnten dabei bereits vor der globalen Umstellung auf eine Corona-Wirtschaft beobachten, dass angesichts der anziehenden Nachfrage auch die Preise der Projekte anzog. Aktuellere Zahlen liegen uns hier noch nicht vor, wir beobachten allerdings weiterhin, dass sich der Trend zu steigenden Preisen fortgesetzt.

Angesichts des bekannten Mangels an Flächen will die neue Regierung genau an diesem Punkt ansetzen: neben der deutlichen Erhöhung der Ausschreibungsvolumina stehen hier derzeit eine Anhebung der Einspeisevergütungen, Solardachpflichten zumindest für gewerbliche Neubauten, Steuererleichterungen sowie eine Vereinfachung der Planung von Bauvorhaben auf der Agenda. Mit Blick auf die geplanten Weichenstellungen der neuen Regierung kann damit gerechnet werden, dass das Angebot an geeigneten Flächen für gewerbliche PV-Anlagen steigen wird. Ob dies schnell genug umgesetzt wird, und die zusätzlichen Flächen ausreichend werden, um das Ziel von 15 GW Zubau pro Jahr zu erreichen, wird sich zeigen müssen.

Graphik: Entwicklung der jährlichen Durchschnittspreise je Anlagetyp

Quelle: Milk the Sun Marktpreisstudie; *für das Jahr 2017 lagen zu den Projektrechten keine ausreichenden Datensätze für eine valide Aussage vor


Gewerbliche PV-Anlagen als Investitionsobjekt – und der Beitrag von Milk the Sun für das Gelingen der Energiewende

Die hohe Flexibilität sowohl hinsichtlich Größe und Projektstatus von PV-Investments führen dazu, dass Direktinvestments in PV-Projekte ähnlich flexibel handelbar sind wie Immobilien – PV-Investments sind dabei aber durch die Erzeugung grüner Energie produktiver! Gerade auch wegen diesen Eigenschaften können gewerbliche PV-Anlagen ihre Rolle als „Powerhouse“ der Energiewende besonders gut erfüllen.

Mit unserem digitalen Marktplatz sorgen wir bei Milk the Sun seit dem Jahr 2012 dafür, dass der Handel mit gewerblichen PV-Anlagen für immer mehr Menschen einfacher und somit machbarer wird. Investiert werden kann dort in geplante Anlagen in Form von Projektrechten, in neue schlüsselfertige Anlagen, in bereits laufende Bestandsanlagen und in Abbauanlagen, die an einem neuen Standort mit erneuerter Technik wieder aufgebaut werden. Dennoch stehen PV-Anlagen in der gewerblichen Größenordnung im Vergleich zu kleinen Privatanlagen erst am Anfang der öffentlichen Wahrnehmung. Profitieren kann bislang erst ein kleiner, auf die Photovoltaik-Nische spezialisierter Investorenkreis.

Deshalb sehen wir, neben der Flächenthematik, insbesondere mit Blick auf die Schaffung eines verständlichen und einfachen Zugangs für interessierte Investoren einen Nachholbedarf, um einen erfolgreichen Beitrag der gewerblichen PV-Anlagen zur Energiewende auch zukünftig sicherzustellen.

Um hier anzusetzen, stellen wir in regelmäßigen Abständen aktuelle Informationen über die Chancen, Risiken, und Aufgaben zur Verfügung, die mit einem Investment in gewerbliche PV-Anlagen einhergehen. Weitere Informationen zu den Themen Investieren und Betreiben von gewerblichen PV-Anlagen finden Sie beispielsweise auf unserer Webseite oder auch in unserem Blog.

Weitere Informationen sowie eine Übersicht der aktuell auf dem Online-Marktplatz von Milk the Sun verfügbaren PV-Projekte finden Sie unter www.milkthesun.com


Christian Schäfer, Business Development Manager bei Milk the Sun

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