Erneuerbare Energien müssen schnell günstiger werden

Erneuerbare Energien müssen schnell günstiger werden

Das “Globale Apollo Programm” verfolgt ein großes Ziel: Erneuerbarer Strom aus Solaranlagen soll bis 2025 günstiger werden als Strom aus Kohlekraftwerken – und zwar in so vielen Ländern wir möglich. Teilnehmende Länder bekommen zu Beginn des Programms Forschungsgelder in Höhe von 150 Millionen Dollar. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Staaten 0,02 Prozent Ihres BIPs in die Forschung in Erneuerbare Energien investieren. Denn um die Welt zu retten, ist an Erneuerbaren Energien kein Vorbeikommen.

 

In den vergangenen Jahrzehnten hat die Technologie große Fortschritte gemacht. Erneuerbare Energiequellen –  insbesondere in sonnigen Gebieten – gewinnen immer größere Marktanteile. Vor allem in Regionen, in denen der Zugang zu fossilen Brennstoffen begrenzt ist, sind Erneuerbare Energien essenziell. Der Ausbau dieser Zukunftsenergien ist aber nicht nur geografischen Vorteilen zu verdanken. Staatliche Programme zur Förderung Erneuerbarer Energien haben in vielen Ländern der Welt den Anstoß zu dieser Revolution gegeben. Steuerliche Vorteile für Investoren in Photovoltaik und Einspeisevergütungen waren und sind in diesem Rahmen die wichtigsten Antriebe.

 

Die Rolle der Erneuerbaren Energien

Gegner der Erneuerbaren Energien postulieren allerdings noch immer, dass Subventionen in Wind- und Solartechnologien eine Verschwendung von Zeit und Geld seien. Bis zu einem bestimmten Punkt mag das auch stimmen: Regierungen haben zum Teil zu viel Ressourcen in die Entwicklung von Technologien der ersten Generation gesteckt, die am Ende technisch überholt waren und ineffizienter und teurer sind als der aktuelle Standard der Technik.

Auf der anderen Seite dürfen wir nicht vergessen, dass alle Formen von Energien mit hohen Kosten und Lastern verbunden sind. So zahlen Produzenten und Nutzer fossiler Energien nicht für die verursachten Umweltschäden. Einem Arbeitspapier des IWF zufolge belaufen sich die Kosten der fossilen Energieträger (einschließlich der Luftverschmutzung, Verkehr und globale Erwärmung) auf etwa 5.300 Milliarden Dollar. Die Ausgaben für Erneuerbare Energien liegen dagegen lediglich in einer Höhe von etwa 100 Milliarden Dollar pro Jahr. Darüber hinaus bleibt festzuhalten, dass die Förderung Erneuerbarer Energien mit den aktuellen technischen Entwicklungen immer weiter sinkt.

 

Größere Investitionen notwendig

Erneuerbare EnergienDer Effekt aus Incentivierungen und der immer günstiger werdenden Technologien hat sich ausgezahlt. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur trugen Erneuerbare Energien in 2013 rund 22 Prozent zur Stromerzeugung bei. Das ist ein Anstieg von 5 Prozent gegenüber 2012. China und Japan investierten stark in Erneuerbare Energien, wobei der Fokus von China am meisten auf der Windenergie lag. Dieser Trend befindet sich nun im Wandel. Immer mehr Photovoltaik-Anlagen werden aufgrund der einfacheren und vielfältigeren Montagemöglichkeiten und der immer günstiger werdenden Technologie installiert.

Damit durch Erneuerbare Energien aber endlich der Klimawandel gestoppt werden kann, bedarf es einer schnellen Handlung. Die Autoren des Apollo-Projekts zeigen auf, dass der aktuelle Kohlenstoffgehalt in der Atmosphäre einen höheren Anstieg der Temperaturen als maximal zwei Grad verschulden kann. Um die Gefahren für die Umwelt so weit wie möglich zu minimieren, müssen Erneuerbare Energien bis 2025 flächendeckend günstiger werden als fossile Energien. Dafür sind höhere Investitionen in die Forschung und Entwicklung zwingend notwendig. Die Staaten sind also gefragt, denn Unternehmen aus dem Erneuerbaren Energie-Bereich investieren lediglich zwei Prozent der Umsätze in die Forschung und Entwicklung. Die Pharma-Industrie investiert bspw. fünf Prozent der Umsätze in F&E, die Elektronikbranche sogar 15 Prozent.

Für eine erfolgreiche Entwicklung und einen flächendeckenden Ausbau Erneuerbarer Energien sind staatliche Investitionen also zwingend notwendig. Das Apollo-Programm ist dafür ein optimaler Anfang. Hoffen wir auf eine starke Beteiligung der weltweiten Staaten.

Quelle: The Economist explains “How renewable energy can become competitive”

Manuel Gonzalez Fernandez

Manuel Gonzalez Fernandez, 28, Journalist, PR-Manager und Blogredakteur bei Milk the Sun. >>I’d put my money on the sun and solar energy. What a source of power! I hope we don’t have to wait until oil and coal run out before we tackle that.<< - Thomas Edison