Anlagenklasse: Gewerbliche PV-Anlagen

Anlagenklasse: Gewerbliche PV-Anlagen

Welche Vor- und Nachteile hat ein Investment in gewerbliche PV-Anlagen? Für wen eignet es sich? Erfahren Sie, was Photovoltaik als Anlagenklasse interessant macht.

Auch bei Kapitalanlagen wird Nachhaltigkeit immer wichtiger. Dennoch sind gewerbliche PV-Anlage als Direkt-Investment noch relativ unbekannt, obwohl sie Immobilien-Investments ähneln: Beide sind gut handelbar und unabhängig von Schwankungen am Kapitalmarkt. In diesem Artikel erfahren Sie, aus welchen Gründen Investoren auf gewerbliche PV-Anlagen setzen.

Charakter der Anlagenklasse

Eine gewerbliche Photovoltaikanlage ist ein produktives Asset. Sie investieren in eine „Maschine“, die Energie herstellt und betreiben diese möglichst effizient, um viel Strom verkaufen zu können. Die Renditen sind gut kalkulierbar und Risiken können durch vorausschauendes Management minimiert werden.

Gewerbliche Photovoltaikanlagen sind jedoch kein generisches Finanzprodukt. Vielmehr muss jede PV-Anlage einzeln bewertet werden, da sie individuell geplant, errichtet und betrieben wird. Der Begriff „gewerbliche Photovoltaikanlagen” ist ungeschützt. Ihre typische Größe beginnt bei etwa 50 kWp und reicht bis in den zweistelligen Megawattbereich. Nicht gemeint sind Großkraftwerke und PV-Anlagen auf Eigenheimen.

Für wen eignet sich die Anlagenklasse?

Während private PV-Anlagen gerne angeschafft werden, um den eigenen Strombedarf möglichst autark, klimafreundlich und kostengünstig zu decken, sind bei gewerblichen Photovoltaikanlagen andere Motive ausschlaggebend:

Private und institutionelle Investoren: Sie schätzen die gute Planbarkeit der Investition und die Unabhängigkeit von Schwankungen am Kapitalmarkt. Die Renditen sind gut kalkulierbar. Zudem sind PV-Anlagen nachhaltig.

Gewerbliche Stromverbraucher: Unternehmen, die selbst viel Strom benötigen, senken ihre Stromkosten gerne durch den Betrieb eigener Photovoltaikanlagen und steigern zugleich ihre Nachhaltigkeits-Performance. Über geeignete Flächen verfügen sie oft selbst oder können sie akquirieren.

Energiegenossenschaften und Energieversorger: Energieversorger können in Europa kaum noch neue Großkraftwerke errichten. Deshalb setzen sie zunehmend auf gewerbliche Photovoltaikanlagen. Auch regionale Energiegenossenschaften tun dies, wobei sie den Strom teilweise als eigenen Stromtarif oder als Mieterstrom vermarkten.

Risiko-Ertrags-Profil

In welchem Verhältnis stehen die Risiken und die Renditen gewerblicher Photovoltaikanlagen?

Ertragsseitig: Die Einnahmen aus der Stromproduktion sind langfristig planbar. Generiert werden Erträge aus dem Stromverkauf, die oft staatlich garantiert werden. Bei Eigenstromnutzung können Sie die Opportunitätskosten des Strompreises als Ertrag ansetzen. Da sich weder die Lage, noch die Ausrichtung der PV-Anlage ändert, hängt der Output von der technischen Effizienz und der Haltbarkeit der Solartechnik ab.

Kostenseitig: Wie jede andere produzierende Maschine bringen auch Photovoltaikanlagen Unwägbarkeiten mit sich. Die Kosten für Planung, Anlagenbau und Betrieb sind meist gut kalkulierbar. Mit einer vollständigen Dokumentation ist dies auch bei Bestandsanlagen der Fall.

Risiken: Reparaturen können Ausfallzeiten und Kosten verursachen, weshalb eine sorgfältige Betriebsführung bedeutsam ist. Das selten eintretende unternehmerische Risiko des Totalverlusts wie durch Brand, Diebstahl oder durch Extremwetter besteht, jedoch können diese Fälle versichert werden.

Trends der Anlagenklasse

Die Investitionsklasse gewerblicher Photovoltaikanlagen wird für ein breiteres Investorenpublikum zunehmend interessanter, was sich anhand der folgenden Marktentwicklungen ableiten lässt:

Zweitmarkt wächst: Auf dem wachsenden Zweitmarkt für Bestandsanlagen können Photovoltaikprojekte ähnlich flexibel wie Immobilien gehandelt werden. Auf Milk the Sun haben wir im Laufe der letzten Jahre mehrere hundert laufende Anlagen vermittelt, insb. ältere Anlagen mit sehr attraktiven Vergütungen erfahren eine hohe Nachfrage.

Ausbau steigt: Der Ausbau-Trend erneuerbarer Energien setzt sich fort. Um die Klima- und Ausbauziele erreichen zu können, müssen die beachtlichen Solarpotenziale im gewerblichen Segment gehoben werden. Der Ausbau hängt von politischen Rahmenbedingungen und Marktregulationen ab. So können sich Vergütungsschemata ändern, wie aktuell in Richtung „Power-Purchase-Agreements” (PPA), sprich direkten Stromlieferverträgen. Da sich PPAs am echten Strombedarf orientieren, kann durch sie die Nachfrage im kommerziellen Bereich steigen.

 Effizienz steigt: Technische Fortschritte steigern die Effizienz der Photovoltaik und senken ihre Kosten. Die Modul- und Komponentenpreise sind in den letzten Jahren, auch getrieben durch Produktionsverlagerungen, massiv zurückgegangen, womit viele Projekte erst recht wirtschaftlich attraktiv wurden. Verstärkt wird dies durch die Digitalisierung, die zudem für mehr Transparenz und somit präziseres Controlling sorgt.

Service professioneller: Die Dienstleister entlang der Wertschöpfungskette werden immer professioneller und damit Planung und Anlagenbetrieb noch verlässlicher. Zunehmend können langfristige Erfahrungswerte herangezogen werden und es bilden sich immer mehr Spezialisierungen, wie neue Inspektionsmethoden oder Techniken zur Fehleranalyse, heraus. Über Outsourcing können Sie daher Ihre Ertragslage zusätzlich verbessern und den Betrieb vereinfachen.

Stärken der Anlagenklasse

✓     Renditen liegen im mittleren bis hohen einstelligen Bereich.
✓     Volatilität ist gegenüber Kapitalmarktanlagen geringer.
✓     Risiko-Rendite-Verhältnis ist gegenüber Kapitalmarktanlagen günstig.
✓     Eigenstrom kann kostengünstig und klimafreundlich produziert werden.
✓     Leistet realwirtschaftlichen Beitrag zur Energiewende.


Dieser Artikel wurde in unserem Investitionsleitfaden veröffentlicht. Alle weiteren Artikel und Informationen zu Direktinvestitionen in gewerbliche Photovoltaik-Anlagen finden Sie unter: Milk the Sun – PV-Investitionsleitfaden.