Solartrends in Deutschland: Welche Trends prägen den PV-Markt von morgen?

Solartrends in Deutschland: Welche Trends prägen den PV-Markt von morgen?

Welche Trends prägen den Solarmarkt von morgen? Wohin entwickeln sich die Gesetzgebung und die Vermarktungsmodelle in Deutschland? Erfahren Sie, welcher Zubau zu erwarten ist und ob sich ein Investment lohnt.

Ein Blick auf das Marktumfeld gewerblicher PV-Anlagen offenbart eine erstaunliche Entwicklung: In nur zwei Dekaden ist aus einer Technologie-Subvention und viel Engagement die billigste Stromquelle der Welt hervorgegangen.

Seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts hat die Photovoltaik immense Fortschritte erzielt und ist heute technisch ausgereift. So stieg die Leistung eines Standard-Solarmoduls pro Quadratmeter von 130 auf 220 Wp/m2. Zugleich sind die Kosten dramatisch gesunken: Ende der 90er Jahre kostete 1 kWp installierte Leistung umgerechnet 12.000 Euro – heute in günstigen Fällen 500 Euro. Der selbst produzierte Solarstrom ist inzwischen deutlich preiswerter als der vom Energieversorger gekaufte Strommix. Politische Diskussionen über Zubaudeckel gehören dem vergangenen Jahrzehnt an, denn heute werden Deutschlands Strompreise durch neue PV-Anlagen gesenkt.

Installiert werden kann eine PV-Anlage auf fast jedem Dach in Deutschland. Durch die Eigennutzung von Solarstrom sparen Sie Energiekosten und machen sich unabhängig von der Konjunktur und schwankenden Energiepreisen. Unternehmen können zudem durch eine Photovoltaikanlage ihre eigene Nachhaltigkeits-Performance verbessern und zur Erfüllung von ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance) beitragen.

Für Investoren bieten Photovoltaikanlagen eine stabile Wertanlage und eröffnen meist steuerliche Spielräume. Gut geplant und gemanagt können die Risiken, wie eventuelle Verluste oder gar ein Ausfall, weitgehend minimiert werden. Gerade weil sich bei der Solarenergie in Deutschland vielfältige Gestaltungsspielräume ergeben, die über die Solartechnik hinausgehen, ist sie auch als Direktinvestment attraktiv.

Wem kein Dach zur Verfügung steht, dem steht ein wachsender Markt an vielfältigen Beteiligungsmöglichkeiten offen. In dieser Vielfalt sind oft treffende Angebote vorhanden, die zur eigenen Situation und zum eigenen Risiko-Rendite-Profil passen.

Ausbaudruck durch Klimaschutzziele

Klimaschutz ist keine Handlungsempfehlung mehr, sondern gesetzlich verankert – sowohl national als auch international. Das verabschiedete Europäische Klimagesetz definiert das rechtsverbindliche Ziel: Treibhausgasneutralität in Europa bis 2050. Das nachgeschärfte Bundes-Klimaschutzgesetz sieht diese (voraussichtlich) bis 2045 vor. Für die einzelnen Energiesektoren – Energiewirtschaft, Gebäude, Mobilität, Industrie und weitere – wurden klare Minderungspfade definiert.

Zugleich ist das Gesetz die Basis für die nationalen CO2-Preise, die den europäischen Emissionshandel seit Beginn 2021 ergänzen. Zudem ist ein weiteres Nachschärfen der Maßnahmen zur Erreichung der heute in Deutschland geltenden CO2-Minderungspfade zu erwarten. Dazu dürfte auch der Europäische Green Deal motivieren. Mit ihm muss in der EU der Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 sinken. Bisher gilt ein Ziel von minus 40 Prozent.

Weil das Bundes-Klimaschutzgesetz alle Sektoren in die Pflicht nimmt, ihre Treibhausgasminderungen zu erbringen, ist erwartbar, dass klimafreundliche strombasierte Prozesse eine immer wichtigere Rolle spielen. Als erneuerbare und kosteneffiziente Energiequellen bieten sich Photovoltaik und Windkraft zur Deckung dieses steigenden Strombedarfs an. Sie werden auch die künftige Versorgung mit Raum- und Prozesswärme sowie die Energieflüsse in Produktionsstätten, aber auch die Transformation der Mobilität deutlich prägen.

Photovoltaik: Die billigste Stromquelle

Photovoltaik liefert und hat bisher alle Leistungsversprechen eingelöst. Sie ist heute günstig und gut fürs Klima, vorteilhaft für die Natur und passgenau skalierbar. Sie ist billiger als alle anderen erneuerbaren Energien. Heutzutage können fossile Kraftwerke nicht mehr ökonomisch gerechtfertigt werden. In der Kombination mit Speichermöglichkeiten, die vor Ort oder über den Energiemarkt genutzt werden können, wird auch das Leistungsversprechen einer zuverlässigen Stromversorgung eingelöst.

In Deutschland ist in wenigen Jahren eine deutliche Beschleunigung des Ausbautempos zu erwarten, bis in den zweistelligen Gigawattbereich pro Jahr, was wiederum mit einem Anstieg des Speicherausbaus einhergeht. Die geringen Gestehungskosten des Solarstroms treiben diese Entwicklung voran. Verstärkt wird die Verdrängung fossiler Energieträger durch CO2-Preise, die womöglich noch einmal angehoben werden. Solarstrom erhöht zudem den Wert von Flexibilitäten und reizt in anderen Energiesektoren einen Ausbau klimafreundlicher Schnittstellen an – sowohl im Gesamtsystem, als auch bei individuellen Lösungen vor Ort.

Wer zur Beschleunigung des Ausbaus beitragen und von ihm profitieren will, bewegt sich auf einem technischen Wachstumsmarkt. Als Asset-Klasse bietet Photovoltaik somit ein ausgewogenes Rendite-Risiko-Profil und spielt eine Schlüsselrolle in der uns bevorstehenden umfassenden Transformation des Energiesektors.

 Trends der Stromvermarktung

Einspeisevergütungen oder Prämien in der Direktvermarktung sind nicht mehr die einzigen Optionen, um Erlöse mit Photovoltaikanlagen zu erzielen. Denn eigener Solarstrom ist kostengünstiger und kann deshalb Kosten für den Strombezug reduzieren. Der Ersatz anderer Energieträger durch PV-Strom wird ebenfalls zur bedeutenden Größe. Dies gilt insbesondere mit der langfristigen Perspektive von PV-Investments, die einen Zeithorizont von 20 bis 30 Jahren umfassen können.

Sich von sinkenden Einspeisevergütungen abschrecken zu lassen, greift dabei zu kurz. Denn die Technologie-, Komponenten- und Systemkosten von PV-Anlagen sinken noch immer. Zugleich wird sich die Marktanbindung aller Anlagen verbessern – mit und ohne Eigenverbrauchsanteil.

Aktuell steigt die Wertigkeit von vermarktetem PV-Strom, was auch eine Folge der ansteigenden CO2-Preise ist. Auch wenn noch Verbesserungsbedarf beim Marktzugang von PV-Anlagen besteht, können auf gut konstruierten Energiemärkten in der Direktvermarktung durchaus höhere Erlöse erzielt werden, als dies mit den heutigen EEG-Vergütungen der Fall ist. Das gilt insbesondere, wenn die gesamte Zeitspanne des Betriebs einer Photovoltaikanlage betrachtet wird.

In diesem Jahrzehnt wird der Übergang zum gleichwohl wirtschaftlichen als auch förderfreien Betrieb bei Neuanlagen erfolgen. Dies ist bei großen PV-Freiflächenanlagen bereits heute der Fall. Mit dem Verzicht auf die Förderung erweitern sich in der Regel die Möglichkeiten der Stromvermarktung.

Die Bedeutung neuer Vermarktungskonzepte steigt, auch wenn manche Vermarktungskanäle heute noch nicht nutzbar oder noch vergleichsweise unwirtschaftlich sind. Das EEG bietet daher nach wie vor mit der garantierten Abnahme und Vergütung eine wichtige Basis für solide Investitionen, indem es dabei auch weiterhin eine absichernde Funktion übernimmt.

Welche Art einer Investition in Photovoltaikanlagen individuell mit den eigenen Erwartungen und Präferenzen am besten zusammenpasst, angefangen von Direktinvestments in eine Neuanlage, über Beteiligungen bis hin zum Kauf von Anlagen am Zweitmarkt, bedarf immer einer eingehenden Analyse. Ein gut geplantes, gut geprüftes und gut umgesetztes Investment in eine gewerbliche PV-Anlage ist aus Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsgründen geboten, und für die Investoren selbst lukrativ.

Solarenergie in Deutschland: Lohnt es sich?

Die Renditen von Photovoltaikanlagen liegen in Deutschland zurzeit etwa im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich. Sie lassen sich über 20 bis 30 Jahre erzielen. Zudem können Solarinvestments in fast jeder Größe getätigt werden.


Dieser Beitrag wurde erstellt mit freundlicher Unterstützung von Bernhard Strohmayer, Leiter Erneuerbare Energien des Bundesverband Neue Energiewirtschaft e.V. (bne).

Dieser Artikel wurde in unserem Investitionsleitfaden veröffentlicht. Alle weiteren Artikel und Informationen zu Direktinvestitionen in gewerbliche Photovoltaik-Anlagen finden Sie unter: Milk the Sun – PV-Investitionsleitfaden.