Die deutsche Solarwirtschaft schließt 2011 mit neuem Rekord ab

2011 war für die deutsche Solarwirtschaft eine Jahr mit vielen Höhen und Tiefen. Die Nachfrage war in den ersten beiden Quartalen zunächst verhalten, Diskussionen über die Ausgestaltung des neuen Erneuerbaren-Energien-Gesetzes sorgten für anhaltende Irritationen und Unsicherheiten und der stark umkämpfte Markt brachte einige Solarproduzenten, wie beispielsweise den insolventen Berliner Modulhersteller SOLON, an ihre Grenzen.

 

Trotz der Tiefen schließt die deutsche Solarwirtschaft das Jahr 2011 mit einem Höhepunkt ab, die Solarstromproduktion erreicht in diesem Jahr einen neuen Rekord. Das meldete der Bundesverband Solarwirtschaft in der letzten Dezemberwoche. Demnach haben die deutschen Solaranlagen in 2011 mehr als 18 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. Diese Menge entspricht, laut BSW, dem Strombedarf des Bundeslandes Thüringen oder mit dieser Menge könnten rechnerisch 5,1 Millionen Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgt werden. Im Verhältnis zum Vorjahr wurde die Sonnenstromproduktion um 60% erhöht.

 

Ein wesentlicher Grund für die große Nachfrage nach Photovoltaikanlagen sind die sinkenden Kosten für die Solartechnik. Durch den hart umkämpften Markt sind die Preise für Solaranlagen in den letzten Jahren deutlich gesunken. In gleichem Maße wurden aber auch die staatlichen Zuschüsse für jede Kilowattstunde Sonnenstrom reduziert. Durch die Kürzung der Einspeisetarife zum 01.01.2012 um 15%, erreicht die Förderung, laut BSW, 2012 bereits das Preisniveau von Verbraucher-Stromtarifen. Mit dieser Entwicklung befindet sich die Solarenergie auf dem besten Weg zur vollständigen Wettbewerbsfähigkeit mit anderen Energieträgern, wie etwa der Windenergie.

 

Mit der Mitteilung der Rekordproduktion der Solarenergie, sendete der BSW gleichzeitig einen Appell an die Politik. Nur durch politische Verlässlichkeit würden die Rahmenbedingungen für ein attraktives Investitionsklima erfüllt und nur so könne Deutschland in einem stark umkämpften Wachstumsmarkt weiter erfolgreich agieren, sagte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft.

 

Dieser Appell wurde zwar gehört, jedoch nicht verstanden, folgt man den Äußerungen von Teilen der Regierungsfraktionen gegenüber dem Handelsblatt. So wetterte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer, über eine aus dem Ruder laufende Entwicklung der Solarstromproduktion. Parteikollege und Unionsfraktionsvize, Michael Fuchs, setzte der Diskussion um die Begrenzung des Photovoltaik-Zubaus die Krone auf und forderte eine Deckelung von 500 Megawatt.

 

So bleibt abzuwarten wie sich das Jahr 2012 für die deutsche Photovoltaik entwickelt.

 

Keine Kommentare

Kommentar schreiben

Jetzt einen Kommentar schreiben!


Keine Info mehr verpassen!

Hat Ihnen unser Artikel gefallen? Dann melden Sie sich für unseren Newsletter an und verpassen Sie keine Info mehr.

Daten werden vertraulich behandelt.