Auch bei Neuanlagen sind Renditen “von fünf bis sechs Prozent möglich”

Auch bei Neuanlagen sind Renditen “von fünf bis sechs Prozent möglich”

Mit einem Investment in laufende Solaranlagen lassen sich attraktive Renditen erzielen. Doch auch der Neubau von Solaranlagen ist in diesem Jahr wieder äußerst interessant. Unter bestimmten Voraussetzungen sind Renditen von fünf bis sechs Prozent möglich, rechnet das Solar Cluster Baden-Württemberg vor. 

 

Ob zum Eigenverbrauch oder zur Einspeisung ins öffentliche Stromnetz: Solarstrom aus der eigenen Photovoltaikanlage rechnet sich finanziell. Gerade in diesem Jahr gestaltet sich der Neubau von Solaranlagen wieder besonders attraktiv. Die Renditeaussichten für Neuanlagen sind unter anderem deshalb besser geworden, weil die Investitionskosten in den letzten zwei Jahren um bis zu 10 Prozent gesunken sind, berichtet das Solar Cluster Baden-Württemberg. Vor allem vor dem Hintergrund der zum Jahresbeginn gestiegenen Strompreise lohnt sich der Eigenverbrauch von Solarstrom umso mehr. „Bei einer guten Planung und erhöhtem Eigenverbrauch sind Renditen von fünf bis sechs Prozent möglich – mehr als jede Festgeldanlage derzeit bringt, und das ökologisch“, erklärt Carsten Tschamber vom Solar Cluster.

 

Gesunkene Kosten für Neuanlagen, lohnender Eigenverbrauch

Ein großer Faktor, der den Neubau von Solaranlagen lukrativ werden lässt, ist der gesunkene Preis für die Errichtung von PV-Anlagen. Anfang 2006 kosteten schlüsselfertige Photovoltaik-Dachanlagen bis 10 Kilowatt Leistung (kWp) im Durchschnitt um die 5.000 Euro pro kWp. 2014 waren es nur noch 1.640 Euro/kWp. Aktuell sind es laut Zahlen des Solar Clusters Baden-Württemberg sogar nur noch 1.490 Euro/kWp. Flankiert werden die gesunkenen Kosten für Neuanlagen durch die erhöhte Profitabilität des Eigenverbrauchs. Der durchschnittlich um zwei Prozent gestiegene Strompreis macht es noch attraktiver, den Solarstrom selbst zu verbrauchen. Hinzu kommt: Im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. März 2016 bleibt die Förderung für neue Solaranlagen bis 10 Kilowatt installierter Leistung mit 12,31 Cent pro Kilowattstunde (kWh) konstant und unterliegt nicht der monatlichen Degression.

 

Attraktive Renditen dank Eigenverbrauch

Im Gegensatz zu älteren PV-Anlagen mit höheren Einspeisevergütungen ist der Treiber der Rendite nicht mehr die Einspeisung des erzeugten Strom ins öffentliche Netz, sondern ganz klar der Eigenverbrauch des Ökostroms. Der Grund: Strom aus einer neuen Photovoltaik-Anlage ist rund halb so teuer wie Strom vom Energieversorger. Der Haushaltsstrompreis liegt derzeit netto bei rund 25,5 Cent pro Kilowattstunde, die Kosten für den Solarstrom vom eigenen Dach sind inzwischen auf 11 bis 13 Cent pro kWh gesunken. Wer also den eigenen Solarstrom verbraucht und nicht verkauft, spart die Differenz von derzeit rund 13 Cent bei den Stromkosten – um so viel ist der Eigenverbrauch lukrativer.

Um mit der Solaranlage “Renditen von fünf bis sechs Prozent” zu erreichen, sollten die Besitzer laut Solar Cluster Baden-Württemberg daher den Eigenverbrauch möglichst erhöhen. Das bedeutet: Ihren Stromverbrauch im Haus auf den von der PV-Anlage gelieferten Strom abstimmen. Eine sorgfältige Dimensionierung und Planung der Anlage ist aus diesem Grund unabdingbar. Das Solar Cluster rät, sich dazu an spezialisierte Firmen aus der Region zu wenden.

 

Tipps und Tricks für Verbraucher

In der Regel ist der Eigenverbrauch ohne zusätzliche Maßnahmen auf 25 bis 30 Prozent begrenzt. Ein Mittel, um ihn zu erhöhen, ist die Verlagerung des Stromverbrauchs in die Mittagsstunden. Die Spülmaschine oder der Wäschetrockner werden dann zwischen 11 und 15 Uhr und nicht am Abend angestellt. Eine weitere Möglichkeit ist, die Module nicht nach Süden wie üblich, sondern nach Osten und Westen auszurichten. Ihr Ertrag reicht bis in die Abendstunden, wenn die Bewohner wieder im Haus sind. Der Eigenverbrauch kann in diesen Fällen auf 30 bis 40 Prozent steigen, erklärt das Solar Cluster Baden-Württemberg. Eine weitere Maximierung sei darüber hinaus mit Batterien möglich.

 

Titelbild: Laszlo66/shutterstock

Manuel Gonzalez Fernandez

Manuel Gonzalez Fernandez, 28, Journalist, PR-Manager und Blogredakteur bei Milk the Sun. >>I’d put my money on the sun and solar energy. What a source of power! I hope we don’t have to wait until oil and coal run out before we tackle that.<< - Thomas Edison

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