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Vier Fragen an … Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft | Milk the Sun – Blog

Carsten Körnig ist der Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Solarwirtschaft e.V.. Herr Körnig war der maßgeblich verantwortliche Begründer der bereits 1997 entstandenen Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. Der BSW Solar sieht sich als Treiber der Energiewende und operiert als Verband an den Schnittstellen zwischen Politik, Wirtschaft und Verbrauchern als Informant und Berater. Er vertritt die Interessen von über 800 Solarunternehmen aus der deutschen Solarbranche.

 

"Von den politischen Weichenstellungen der nächsten Monate hängt ab, ob Deutschland jetzt den Anschluss verliert." - Carsten Körnig

“Von den politischen Weichenstellungen der nächsten Monate hängt ab, ob Deutschland jetzt den Anschluss verliert.” – Carsten Körnig

Milk the Sun: Lieber Herr Körnig, nach der Bundestagswahl 2013, den zähen Koalitionsverhandlungen und der Regierungsbildung, wie bewerten Sie das Ergebnis im Gesamten? Wie sehen Ihre Erwartungen an die neue Bundesregierung und vor allem an den neuen Superminister Sigmar Gabriel aus?

Carsten Körnig: Wir stecken mitten in einer Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes. Der Kabinettsbeschluss dazu lässt leider wenig Gutes hoffen. Zwar erkennt die Bundesregierung an, dass die Photovoltaik neben der Windkraft zu einer der tragenden zwei Säulen der Energiewende zählen muss, gleichzeitig plant sie aber, z.B. mit einer geradezu absurden Öko-Abgabe auf die solare Eigenstromerzeugung, erneute Kürzungen durch die Hintertür.

Milk the Sun: Das EEG gilt als eine der wichtigsten Baustellen der Energiewende. Was würden Sie sich bei einer Reform des EEG wünschen, beziehungsweise welche Baustelle halten Sie für die Drängendste?

Carsten Körnig: Das EEG soll Investitionen in Erneuerbare Energien anreizen, es darf nicht als Bremsklotz der Energiewende missbraucht werden. Richtig ist es, die Kosten der Energiewende wieder auf breitere Schultern zu verteilen. Aber es ist ein Irrweg, gerade die Träger der Energiewende zweimal zur Kasse zu bitten: für die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage und dann erneut, wenn sie ihren eigenen Strom selbst nutzen wollen. Es ist hingegen an der Zeit und verursachergerecht, die Industrie mit ihren fossilen Kraftwerkparks zumindest anteilig an den Umbaukosten unseres Energiesystems zu beteiligen. Wir sind mit zahlreichen konkreten Vorschlägen auf die Politik zugegangen, wie das EEG zu reformieren wäre. (vgl. Positionspapier des BSW-Solar)

Milk the Sun: Die Kohlekraft ist in Deutschland so stark wie in den letzten 20 Jahren nicht mehr. Wie schätzen Sie perspektivisch die Chancen der Erneuerbaren Energien auf den Strommarkt in Konkurrenz zu den traditionellen und etablierten Energieformen ein?

Carsten Körnig: Das wird stark davon abhängen, wie die EEG-Novelle ausgeht und die angekündigte Reform des Energiemarkt-Designs aussehen wird. Die Gestehungskosten erneuerbarer Erzeugungsanlagen können heute schon vielfach mit neuen Kohle- und Gaskraftwerke mithalten. Darüber hinaus haben Erneuerbare Energien keine versteckten Kosten. Im Gegensatz dazu belasten fossile Energieträger die Gesellschaft mit hohen Folgekosten für Umweltschäden und Gesundheitsbelastungen, die im Strompreis unzureichend abgebildet sind. Solange der Emissionshandel am Boden liegt und die Politik nicht den Mut für einen wirklichen Strukturwandel im Energiemarkt hat, werden die wenigen großen Energieversorger aber weiter unsere Gesundheit und Umwelt belasten können und den Energiemarkt dominieren.

Milk the Sun: Abschließend hätten wir von Ihnen gerne eine Prognose für das Jahr 2014. Wie wird der Markt für EE am Ende des Jahres in Deutschland und der Welt aussehen? Wer werden die Gewinner und Verlierer sein?

Carsten Körnig: Die deutsche Photovoltaik-Nachfrage hat sich im letzten Jahr halbiert, auch als eine Folge der letzten EEG-Novelle vor knapp zwei Jahren. Von den politischen Weichenstellungen der nächsten Monate hängt ab, ob Deutschland – einst Ökostrom-Pionier – jetzt den Anschluss verliert. Experten rechnen mit einer Verdoppelung der weltweiten Nachfrage in den nächsten zwei bis drei Jahren. Deutschland darf deshalb gerade jetzt bei der Energiewende nicht die Puste ausgehen. Die Branche braucht einen stabilen und verlässlichen Heimatmarkt, um ihre Technologieführerschaft auch weltweit ausspielen zu können.

 

Wir bedanken uns bei Herrn Körnig für das Interview.

 

Im Rahmen der Fortsetzung der Interviewreihe „Vier Fragen an …“ stellt der Milk the Sun Blog führenden Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Medien vier Fragen zu den Erwartungen an die nationale und internationale Energiepolitik, die Energiewende und  die Reform des EEGs.

Weitere Interviews und Artikel auf dem Milk the Sun Blog mit Herrn Carsten Körnig:

Photovoltaik: Große Solarparks in Deutschland laut BSW gefährdet
Vier Fragen an … Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar)
Zusätzliche 50 Millionen Euro Förderung für Photovoltaik
Röttgen und Rösler zeigen Einigkeit über Solarförderung – Aber die Solarbranche geht auf die Barrikaden
Solarbranche protestiert gegen Kürzungspläne des Wirtschaftsministers
Die deutsche Solarwirtschaft schließt 2011 mit neuem Rekord ab
Die Erfolgsgeschichte der deutschen Photovoltaik

Vier Fragen an … Rosa Tarragó, Head of Structured Finance bei SOWITEC | Milk the Sun – Blog

Rosa Tarragó besetzte über die letzten Jahre hinweg verschiedene führende Positionen bei verschiedenen Groß- und Förderbanken. Sie kann auf fast 14 Jahre Berufserfahrung zurückblicken und arbeitete unter anderem auch für Projektentwickler und für die E.on AG. Frau Tarragó war bis 2013 Vice President der KfW IPEX-Bank. Seit Ende des Jahres 2013 ist Frau Tarragó als Head of Structured Finance beim größten Windkraftentwickler in Lateinamerika SOWITEC angestellt. Das von ihr gegründete Unternehmen Molins de vent Tarragó produziert Windräder zur Wasserförderung.

“From a developer point of view , it is needed to have a reform that brings stability of project cash-flows” – Rosa Tarragó

Milk the Sun: Lieber Frau Tarragó, das EEG gilt als eine der wichtigsten Baustellen der Energiewende in Deutschland. Was würden Sie sich bei einer Reform des EEG wünschen, beziehungsweise welche Baustelle halten Sie für die Drängendste?

Rosa Tarragó: The reform of the German EEG has eight ambitious objectives: (1) the settlement of a compulsory legal cap to increase the renewable energy quota, (2) to control the technology specific expansion of renewables, (3) to focus on cost-optimized technologies, (4) to limit excessive subventions and implement a fair support degression system, (5) to settle the regulatory framework to facilitate the free power market remuneration after 2017, (6) to contribute to keep the competitiveness of energy-intensive technologies through a fair cost distribution among all power consumers, (7) to be in line with European law and finally (8) to become more simple.

From a developer point of view and taking into account the reservation of private equity, institutional investors and lenders to invest in renewables in Germany, it is needed to have a reform that brings stability of project cash-flows, certainty on the regulatory environment and trust to the sovereign creditworthiness.

Milk the Sun: Die Branchen rund um die Erneuerbaren Energien sind schon seit langem zu einem ernstzunehmenden weltweiten Wirtschaftszweig angewachsen. Deutschland nahm in diesem Zusammenhang eine Vorreiterrolle ein, insbesondere auf dem Feld der Photovoltaik- und Solartechnologie aber auch bei der Windkraft. Steht zu befürchten, dass sich das in den kommenden vier Jahren ändert und man international von anderen Ländern nicht nur überholt, sondern abgehängt wird?

Rosa Tarragó: It is true, that there has been a strong sector consolidation mostly affecting German industry. Last three years focused on photovoltaic. About ten years ago the same happened to the wind energy sector. Although in both sectors (photovoltaic and wind) new market players have quickly positioned in a leading position, Germany is characterized by a long term patient sustainable oriented industry, high quality standards and ability to quickly adapt. But this industry philosophy alone cannot provide the continuous leading position within a globalization environment with many market competition biases. Conservative sectors like the German finance sector (both private equity and debt) have to be provided soon with a clear regulatory framework (among others, the definition of Solvency II and Basel III). This will facilitate the appetite, availability and trust of financiers to be present in new renewable energy markets. To avoid risks, financiers will focus on home-market medium-size industry, because this is the ones financiers know the best, is geographically close and can be accompanied easily. As soon as the support of the financial sector is available, German industry will recover the leading position.

Milk the Sun: Derzeit werden am Drei-Länder-Eck zwischen Dänemark, Schweden und Deutschland zwei riesige Offshore-Windparks gebaut, die durch den neuen Interkonnektor verbunden sein sollen. Die sogenannte „Kriegers Flak Combined Grid Solution“ soll als ein Pilotprojekt für zukünftige Windkraft-Offshore-Stromnetze dienen. Wie schätzen Sie diese Art von Projekten ein? Können sie einem solchen Führungsanspruch gerecht werden?

Rosa Tarragó: From a technical point of view, a very important milestone. From a political point of view and considering the challenges to gain consensus in any multilateral transaction, a high success. It is on the hands of the stakeholders to be able to implement synergies and repeat such reference projects.

Milk the Sun: Eine Studie der Deutschen Bank belegte erst kürzlich, dass die PV-Leistung bis 2015 weltweit enorm steigen solle und mit Anlagen von rund 56 Gigawatt Gesamtleistung zu rechnen sei. Der Zuwachs von PV soll weltweit extrem zunehmen. Der Zuwachs von PV soll weltweit extrem steigen. Wie realistisch schätzen Sie diese Prognose ein? Steht wirklich ein zweiter Goldrausch für die Photovoltaik bevor und wenn, wie wird Deutschland davon profitieren können?

Rosa Tarragó: To believe in a goal (here: 56 GW until 2015) helps to reach it.

 

Wir bedanken uns bei Frau Tarragó für das Interview.

 

Im Rahmen der Fortsetzung der Interviewreihe „Vier Fragen an …“ stellt der Milk the Sun Blog führenden Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Medien vier Fragen zu den Erwartungen an die nationale und internationale Energiepolitik, die Energiewende und  die Reform des EEGs.

Weitere Interviews und Artikel auf dem Milk the Sun Blog von und mit Rosa Tarragó:

Vier Fragen an … Rosa Tarragó, Senior Analyst Prime Capital

Vier Fragen an … Andreas Kühl, Energieblogger & Betreiber von energynet | Milk the Sun – Blog

Andreas Kühl ist diplomierter Bauphysiker und einer der führenden deutschen Energieblogger. Seine Themenschwerpunkte sind weit gefächert. Sie reichen von den Fragen rund um die Energiewende bis zu den Problemen und Diskussionen nach den Möglichkeiten einer zukunftsfähigen Energieversorgung. Bereits seit 2000 betreibt Andreas Kühl die Website energynet.de, die seit 2006 als Blog besteht.

 

“Wir brauchen für ein weiteres Wachstum der erneuerbaren Energien.” – Andreas Kühl

Milk the Sun: Lieber Herr Kühl, das EEG gilt als eine der wichtigsten Baustellen der Energiewende. Was würden Sie sich bei einer Reform des EEG wünschen, beziehungsweise welche Baustelle halten Sie für die Drängendste?

Andreas Kühl: Natürlich möchten alle niedrigere Strompreise haben, das ist völlig verständlich. Daher muss eine Reform des EEGs zunächst einmal untersuchen, wo die Ursachen liegen für den Anstieg der EEG-Umlage. Die größten Brocken müssen dann jeweils diskutiert werden, ob sie aus dem Weg geräumt werden können oder nicht. Es gilt dabei auch zu beachten, welche Maßnahme hält das Wachstum der Erneuerbaren Energien weiter aufrecht. Die EEG-Umlage muss zudem endlich die realen Förderkosten der erneuerbaren Energien darstellen, was derzeit nicht der Fall ist.

Ob die jetzt beschlossenen Änderungen am EEG zu einer Senkung der Umlage beitragen, muss sich erst noch zeigen, wenn sie so umgesetzt werden wie geplant.

Wir brauchen für ein weiteres Wachstum der erneuerbaren Energien, zudem Möglichkeiten neue Märkte zu schaffen, wie zum Beispiel die Direktvermarktung von Ökostrom, jenseits der Strombörse. Das könnte der Eigenverbrauch für Solarstrom im Mehrfamilienhaus sein, genossenschaftliche Organisationen oder die Direktvermarktung des Ökostrom-Anbieters sein. Eine Umlage auf den Eigenverbrauch ist da nur kontraproduktiv.

Milk the Sun: Die Branchen rund um die Erneuerbaren Energien sind schon seit langem zu einem ernstzunehmenden weltweiten Wirtschaftszweig angewachsen. Deutschland nahm in diesem Zusammenhang eine Vorreiterrolle ein, insbesondere auf dem Feld der Photovoltaik- und Solartechnologie aber auch bei der Windkraft. Steht zu befürchten, dass sich das in den kommenden vier Jahren ändert und man international von anderen Ländern nicht nur überholt, sondern abgehängt wird?

Andreas Kühl: Das Wachstum in anderen Ländern, vor allem in großen Flächenstaaten, wie USA, China und Indien, aber auch in Japan, wird mit Sicherheit weiter zunehmen. Deutschland ist teilweise schon überholt worden. Man hat in diesen Ländern aber meistens große Anlagen und noch nicht einen so großen Anteil an kleinen, dezentralen Anlagen wie in Deutschland.

Milk the Sun: Derzeit werden am Drei-Länder-Eck zwischen Dänemark, Schweden und Deutschland zwei riesige Offshore-Windparks gebaut, die durch den neuen Interkonnektor verbunden sein sollen. Die sogenannte „Kriegers Flak Combined Grid Solution“ soll als ein Pilotprojekt für zukünftige Windkraft-Offshore-Stromnetze dienen. Wie schätzen Sie diese Art von Projekten ein? Können sie einem solchen Führungsanspruch gerecht werden?

Andreas Kühl: Zum genannten Projekt kann ich nichts sagen, da weiß ich zu wenig darüber. In die Offshore-Windenergie wird eine große Hoffnung gesetzt. Vor allem die Anbindung an das Stromnetz ist eine große Herausforderung, die gemeistert und finanziert werden muss. Es wird sich dadurch vielleicht zeigen, ob Offshore-Windenergie in großem Maße zur Energiewende beitragen kann, oder ob sie vielleicht noch zu einem Kostentreiber wird.

Milk the Sun: Eine Studie der Deutschen Bank belegte erst kürzlich, dass die PV-Leistung bis 2015 weltweit enorm steigen solle und mit Anlagen von rund 56 Gigawatt Gesamtleistung zu rechnen sei. Der Zuwachs von PV soll weltweit extrem zunehmen. Der Zuwachs von PV soll weltweit extrem steigen. Wie realistisch schätzen Sie diese Prognose ein? Steht wirklich ein zweiter Goldrausch für die Photovoltaik bevor und wenn, wie wird Deutschland davon profitieren können?

Andreas Kühl: Mit jedem technischen Fortschritt  bei den Komponenten der Photovoltaik und bei den Produktionsprozessen wird die Photovoltaik immer günstiger. Heute schon ist Photovoltaik in vielen Anwendungsfällen günstiger als Netzstrom. Alleine dadurch kann ich mir einen weltweiten Boom der Photovoltaik sehr gut vorstellen.

Deutschland kann daran nur partizipieren, wenn es hier weiterhin innovative Unternehmen gibt, die an der Technologie arbeiten und sie weiter entwickeln. Wenn es aber hier keinen Markt mehr gibt, werden diese Unternehmen sich hier nicht mehr halten können.

 

Wir bedanken uns bei Andreas Kühl für das Interview.

 

Im Rahmen der Fortsetzung der Interviewreihe „Vier Fragen an …“ stellt der Milk the Sun Blog führenden Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Medien vier Fragen zu den Erwartungen an die nationale und internationale Energiepolitik, die Energiewende und  die Reform des EEGs.

Weitere Interviews und Artikel auf dem Milk the Sun Blog von und mit Andreas Kühl:

Meinung: Wir brauchen eine ganzheitliche Energiewende und kein Stückwerk
Vier Frage an … Andreas Kühl, Betreiber von energynet
Frühlingsgefühle – Stimmungsbild der Energiewendeblogger
Gastbeitrag: Energieeffizienz spielt eine tragende Rolle in der Energiewende

Meinung: Kohle, Knete und die Klimakonferenz

In Warschau findet derzeit die UN-Klimakonferenz statt. Wissenschaftler, Umweltverbände und Klimaschützer drängen einheitlich auf neue weltweit gültige Klimaschutzabkommen. Die Situation ist drängend. Sollte es nicht gelingen die Treibhausgasemission zu verringern, droht der Welt in wenigen Jahrzehnten ein Klimakollaps. Warum also, stoßen die Warnungen der Experten noch immer auf derart taube Ohren?

Meinung: Solarmythen oder Die Disziplinlosigkeit und der drohende Stromausfall

Der Winter steht wieder einmal vor der Tür und wieder einmal drohen die Stromkonzerne mit Horrorszenarien. Das Gespenst des deutschlandweiten Blackouts wird beschworen und durch die Kanäle der Medienlandschaft getrieben. Am Ende ist das Schreckgespenst jedoch lediglich ein alters mottenzerfressenes Bettlaken, vor dem niemand Angst haben muss.

Energiewende: Braunkohle-Aus in Garzweiler?

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass der Energiekonzern RWE die Stilllegung des Braunkohletagebaus Garzweiler in Nordrhein-Westfalen aus Kostengründen zum Jahr 2018. Firmeninterne Szenarien sehen demnach auch eine Rentabilitätsprüfung der Kohleförderung vor. Schuld trage der Ausbau von Solar- und Windenergie, die zunehmend die traditionellen Kraftwerke verdrängen würden. Derweil schöpfen die Anwohner der Region Hoffnung, mit dem Stopp des Braunkohleabbaus  auch einer Zwangsumsiedlung zu entgehen.

Photovoltaik Niederlande: Verhandlungen über 2 Millionen neue Solaranlagen in den Niederlanden bis 2023

Bei Verhandlungen in den Niederlanden über eine neue Energiepolitik geht es um neue Photovoltaikanlagen, die bis 2023 in fast 2 Millionen Haushalten sauberen Strom erzeugen könnten. Nach Vorstellungen des Sociaal-Economische Raad soll die Versorgung der Niederlande durch Erneuerbare Energien bis 2050 bei 100 Prozent liegen.

Die niederländische Regierung berät über die Zukunft der Erneuerbaren Energien in ihrem Land. iStockphoto.com©Jenna Wagner

Die Niederlande verhandeln eine neue Energiepolitik. Nach dem „Nationaal Energieakkoor“ könnten bis 2023 bei nahezu zwei Millionen Haushalten Photovoltaikanlagen installiert sein. Die Verhandlungen werden von dem Sociaal-Economische Raad (SER), dem Sozial-Ökonomischen Rat der Niederlage vorangetrieben. Der SER berät die niederländische Regierung in Fragen der Ökonomie- und Sozialpolitik. Er drängt darauf, dass die Stromversorgung der Niederlande durch Erneuerbare Energien bis 2050 bei nahezu 100 Prozent liegt.

Eine Sprecherin des Gremiums gab bekannt, dass die Ausrüstung von zwei Millionen Haushalten mit Photovoltaikanlagen Teil des derzeit durch Regierung, Umweltgremien und Handelsvereinigungen diskutierten Gesetzes sei. Momentan ist das kurzfristige Ziel der niederländischen Regierung bis 2020 14 Prozent der Energieproduktion des Landes durch Erneuerbare Energie abzudecken. Die SER drängt auf 16 Prozent bis 2023.

Unterstütz wird die SER in ihren Forderungen nach mehr Solarenergie in den Niederlanden zum Beispiel durch Handelsvereinigung wie Holland Solar, eine niederländische Solarenergie-Handelsorganisation, die sich durch die Umstellung auf Erneuerbare Energien bis zu 15.000 neue Jobs auf dem Erneuerbaren-Energien-Sektor verspricht.

 

Quelle: pv-tech

 

Verfall des Strompreises für Großabnehmer bis 2019

Die Strompreise für Großabnehmer sinken weiter. Das Internationale Wirtschaftsform Regenerative Energien (IWR) prognostiziert bis 2019 stabil-niedrige Strompreise von unter 4 Cent pro Kilowattstunde. Es sind keine Strompreislücken zu erwarten. Die AKW-Abschaltungen der Vergangenheit und der nächsten sechs Jahre können aus strompreislicher Sicht problemlos kompensiert werden.

Überraschenderweise wirkt sich die Abschaltung der AKW kaum auf den Strompreis aus. iStockphoto.com©Keith Binns

Trotz des Atomenergieausstiegs Deutschlands 2011 halten die sinkenden Strompreise für Großabnehmer weiter an. Wie das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) berichtet, sind kürzlich auch die letzten Strompreise zwischen 2014 und 2019 unter 4 Cent pro Kilowattstunde gesunken. Demnach seien am Markt keine Strompreislücken mehr zu erwarten.

Diese Entwicklung ist fast überraschend. Erwartet wurde, dass nach dem Abschalten der ersten Atomkraftwerke der Strompreis in die Höhe schössen. Doch selbst in Anbetracht des Aus für die nächsten drei AKW 2015 und 2017 sinken die Preise, mit denen der Strom für Großabnehmer an der Strombörse EEX gehandelt wird. Für 2015 wird ein Strompreis von 3,731 Cent pro Kilowattstunde prognostiziert. Bis 2019 ist ein Anstieg auf 3,965 Cent zu erwarten.

„Das sind historisch günstige Strompreise, wie sie zuletzt im Jahr 2005 und damit vor acht Jahren üblich waren“, so Norbert Allnoch, Direktor des IWR. Das heißt, dass sich weder die Verteuerungen der Kohlendioxidzertifikate noch die mögliche Verzögerung des Offshore-Ausbaus in Deutschland verteuernd auf den Strompreis auswirken. Allnoch führt aus, dass, selbst wenn bis 2020 lediglich 6.000 Megawatt Offshore-Windenergieleistung bis 2020 erreicht werden würde, jährlich rund 30 Milliarden Kilowatt grundlastfähigen Stroms geliefert werden könnte. Dies sei lediglich die zu erwartende Untergrenze und bedeutet, dass die Abschaltung der Atomkraftwerke bis 2019 kompensiert werden wird.

 

Quelle: pv-magazin, solarserver.de, IWR