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Verfall des Strompreises für Großabnehmer bis 2019

Die Strompreise für Großabnehmer sinken weiter. Das Internationale Wirtschaftsform Regenerative Energien (IWR) prognostiziert bis 2019 stabil-niedrige Strompreise von unter 4 Cent pro Kilowattstunde. Es sind keine Strompreislücken zu erwarten. Die AKW-Abschaltungen der Vergangenheit und der nächsten sechs Jahre können aus strompreislicher Sicht problemlos kompensiert werden.

Überraschenderweise wirkt sich die Abschaltung der AKW kaum auf den Strompreis aus. iStockphoto.com©Keith Binns

Trotz des Atomenergieausstiegs Deutschlands 2011 halten die sinkenden Strompreise für Großabnehmer weiter an. Wie das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) berichtet, sind kürzlich auch die letzten Strompreise zwischen 2014 und 2019 unter 4 Cent pro Kilowattstunde gesunken. Demnach seien am Markt keine Strompreislücken mehr zu erwarten.

Diese Entwicklung ist fast überraschend. Erwartet wurde, dass nach dem Abschalten der ersten Atomkraftwerke der Strompreis in die Höhe schössen. Doch selbst in Anbetracht des Aus für die nächsten drei AKW 2015 und 2017 sinken die Preise, mit denen der Strom für Großabnehmer an der Strombörse EEX gehandelt wird. Für 2015 wird ein Strompreis von 3,731 Cent pro Kilowattstunde prognostiziert. Bis 2019 ist ein Anstieg auf 3,965 Cent zu erwarten.

„Das sind historisch günstige Strompreise, wie sie zuletzt im Jahr 2005 und damit vor acht Jahren üblich waren“, so Norbert Allnoch, Direktor des IWR. Das heißt, dass sich weder die Verteuerungen der Kohlendioxidzertifikate noch die mögliche Verzögerung des Offshore-Ausbaus in Deutschland verteuernd auf den Strompreis auswirken. Allnoch führt aus, dass, selbst wenn bis 2020 lediglich 6.000 Megawatt Offshore-Windenergieleistung bis 2020 erreicht werden würde, jährlich rund 30 Milliarden Kilowatt grundlastfähigen Stroms geliefert werden könnte. Dies sei lediglich die zu erwartende Untergrenze und bedeutet, dass die Abschaltung der Atomkraftwerke bis 2019 kompensiert werden wird.

 

Quelle: pv-magazin, solarserver.de, IWR

 

Das Spiel der Bundesregierung mit EEG-Umlagen und Netzentgelte

Mehr Betriebe als jemals zuvor beantragen die Befreiung von der EEG-Umlage für 2014. Eine Studie der Grünen ergab zudem, dass viele Unternehmen die Netzentgelte im nächsten Jahr nicht zahlen werden. Die Kosten werden auf den Privatverbraucher und kleine Unternehmen umgelagert.

Auf den privaten Verbrauchen kommen im Jahr 2014 wohl bis zu 6 Milliarden Euro an zu stützenden Gesamtumlagen zu. iStockphoto.com©Mehmet Hilmi Barcin

2014 wird wohl für viele private Haushalte und kleinere Unternehmen aus strompreislicher Sicht ein eher kostspieliges Jahr. Insgesamt müssen voraussichtlich über 5 Milliarden Euro Umlagen kompensiert werden, die durch Ausnahmeregelungen für Unternehmen und Industriebetreiber anfallen.

Doch der Reihe nach: Am 01. Juli berichtete Spiegel Online, dass eine Studie durch das Form Ökologisch-Soziale Marktforschung im Auftrag der Grünen Bundestagsfraktion ergab, dass die Netzentgelte-Umlagen im kommenden Jahr voraussichtlich rund 1 bis 1,2 Milliarden Euro Kosten verursachen werden. Bereits für 2013 sind Kosten von 805 Millionen Euro durch die Umlage zu erwarten.

Eigentlich hätten die Privilegien für energieintensive Unternehmen im kommenden Jahr gekürzt werden sollen. So jedenfalls hatte es das Düsseldorfer Landesgericht entschieden, als es im März feststellte, dass die vollständige Befreiung von der Netzentgelte verfassungswidrig sei. Ein entsprechendes Gesetz zur Änderung der bisherigen Privilegienregelung erließ die Bundesregierung bereits im Mai. Unternehmen die in 7000 Stunden mehr als 10 Gigawatt Strom verbrauchen, sollen demnach nur 10 bis 20 Prozent der Netzentgelte zahlen. Ziel ist es die Wettbewerbsfähigkeit dieser Industriezweige im internationalen Vergleich zu schützen. Zu diesen Industriezweigen zählen zum Beispiel die Stahl- und Chemieindustrie. „Zusätzlich erhalten Abnehmer mit einer zeitlich begrenzten hohen Leistungsaufnahme“ große Rabatte auf die Netzentgelte, so berichtet die Studie des FÖS. Zu solchen Abnehmern gehören zum Beispiel auch Golfplätze.

Am 05. Juli verabschiedete der Bundesrat das Gesetz zur Neuregelung der Netzentgelte. Die Studie des FÖS geht allerdings nicht davon aus, dass es eine große Entlastung der privaten Haushalte geben wird. Die FÖS begründet dies mit der hohen Zahl an Anträgen auf Rabatten, die in diesem Jahr eingegangen sind. Wenn die Höhe der Netzentgelte also im kommenden Jahr gleich bliebe, würden sich die Privilegien weiterhin auf 805 Millionen Euro summieren.

Es sei allerdings von einem Anstieg der Netzentgelte auszugehen, so die Studie. Grund dafür sind unter anderem die Investitionen in den Anschluss von Offshore Windparks an das Stromnetz und der Stand-by-Betrieb von eigentlich stillgelegten Kraftwerken. Das FÖS geht von einem Anstieg des Strompreises von 0,6 bis 1,2 Cent pro Kilowattstunde aus. Mit der Verteuerung der Netzentgelte wird auch das Volumen der Rabatte größer. FÖS errechnet das sich die Umlagen daher zwischen 80 und 160 Millionen Euro bewegen werden.

Hinzu kommen laut der Studie, die für die Verbraucher anfallenden Nachzahlungen für das Jahr 2012. Die Umlagen deckten damals nicht die Kosten. Der so entstandene Fehlbetrag soll 2014 wieder reingeholt werden. Hier geht die FÖS-Studie von 150 bis 200 Millionen Euro aus. Im Gegensatz zur Verteilung der Rabatte bei den EEG-Umlagen, sei das Verfahren bei der Netzentgelte äußerst intransparent, so das FÖS. Was zu dem zweiten großen Kostenpunkt 2014 führt: die EEG-Umlagen.

Die EEG-Umlagen dienen der Energiewende als Motor. Dabei wird den Anbietern von grünem Strom ein Abnahmepreis zugesichert. Die Differenz zwischen dem Fest- und dem Marktpreis zahlen alle Verbraucher per Umlage über ihre Stromrechnung. Wie die Süddeutsche Zeitung heute Morgen berichtete, werden so viele Unternehmen wie noch nie 2014 eine Entlastung von der EEG-Umlage beantragen. Die Zahl der Anträge sei derart hoch, so Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, dass sein Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) 50 neue Stellen schaffen müsse, um der Antragsflut Herr zu werden. Nach Angaben der Bundesregierung hätten bis zum Stichtag Anfang Juli 2367 Unternehmen einen Antrag auf die Befreiung von der EEG-Umlage erbeten. Das sind ganze 312 Unternehmen mehr als noch im letzten Jahr. Dies beträfe, so die Süddeutsche, auch 3458 Abnahmestellen, wie zum Beispiel Fabriken. 2013 waren das noch 3184. Die postalisch eingegangenen Anträge seien in diesen Zahlen noch gar nicht erfasst.

Wenn die Anträge der Unternehmen angenommen werden, stehen Vergünstigungen für 119 300 Gigawatt Strom zur Debatte. 2013 sind es bereits 107 000 Gigawatt. Damit würden die Unternehmen rund 5 Milliarden Euro Stromkosten sparen. Dieser Betrag müsste umgelagert werden auf all jene, die keine Befreiung von den EEG-Umlagen beantragen konnten oder durften. Das heißt neben einigen kleineren Unternehmen eben vor allem private Haushalte. Dabei hatte sich doch Bundesumweltminister Peter Altmeier (CDU) zum Ziel gesetzt, die Ausnahmen für Unternehmen zu beschränken, dafür aber private Haushalte zu entlasten. Die EEG-Umlagen sollten nicht steigen.

Ursprünglich waren die Ausnahmen von den Umlagen dafür gedacht, Unternehmen vor dem internationalen Konkurrenzdruck zu schützen. Kritiker führen an, dass jedoch vermehrt Unternehmen von den Ausnahmen profitierten, die gar nicht dem internationalen Konkurrenzdruck ausgesetzt sind, also zum Beispiel Straßenbahnbetriebe, Schlachthöfe oder Geflügelmäster. Hans-Josef Fell, energiepolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion, sieht die Verantwortung bei der schwarz-gelben Bundesregierung: „Sie hat bisher nichts dafür getan, dass diese ausufernden Privilegien für die Industrie zurückgefahrenen werden, sondern weitet sie sogar weiter aus.“

Doch die Regelung aus Deutschland, die hiesige Privilegierung von deutschen Unternehmen, stößt in Brüssel auf ein missfallendes Echo. Wirtschaftliche Konkurrenten und EU-Nachbarstaaten haben sich bereits über den unfairen Protektionismus bei der EU beschwert. Das Rabattsystem könnte also den Unternehmen in Deutschland noch teuer zu stehen kommen, sollte in Brüssel die Entscheidung getroffen werden, dass die geflossenen Gelder unrechtmäßig waren und erstattet werden müssen.

Der private Stromverbraucher hat indes wenig von all dem. Ihm bleiben die Kosten, die 2014 auf ihn zukommen und die irgendwie kompensiert werden wollen.

 

Quellen: dradio.de, FAZ-Online, Spiegel-Online, Süddeutsche-Online, Zeit-Online,

 

Neuer, anonymer Investor bei Nanosolar in Luckenwalde

Das Werk von Nanosolar im brandenburgischen Luckenwalde hat einen neuen Investor aus der Schweiz, dessen Identität bisher jedoch unbekannt bleibt. Die Produktion der Fabrik soll entsprechend angepasst werden. Der Mitarbeiterstab wird aufgestockt.

Das Nanosolarwerk in Luckenwalde hat einen neuen anonymen Investor aus der Schweiz. istockphoto.com©fotolinchen

Vor sechs Monaten standen die Zeichen für das Werk von Nanosolar im brandenburgischen  Luckenwalde denkbar schlecht. Der amerikanische Betreiber entließ einen Großteil der Belegschaft und die Prognosen sahen ebenso finster aus wie das Februarwetter vor den Fenstern. Nun ändert das Werk seine Produktion. Wie das Unternehmen bekannt gab, hat sich ein neuer Investor gefunden, dessen Identität allerdings vorerst geheim bleibt. Dementsprechend wird das Nanosolarwerk zukünftig seine Produktion an die Bedürfnisse des Schweizer Investors anpassen.

Die neuen Produktionslinien werden sich im Wesentlichen auf zwei Aspekte konzentrieren. Zum einen auf Module, gefertigt aus kristallinem Silizium, die vor allem für große, kommerzielle Anlagen gedacht sein werden. Zum anderen erfolgt eine Konzentration auf Photovoltaikprodukte für Wohngebäude. Erstere werden voraussichtlich vor allem vom Schweizer Investor beansprucht, der diese Module in seinen Solarkraftwerken verbauen wird. Letztere sind vor allem für Kunden mit hochwertigen Immobilien vorgesehen.

Die bisherigen Kunden von Nanosolar werden nach Unternehmensangaben auch weiterhin betreut. Die in den letzten Monaten von 80 auf 20 Mann reduzierte Belegschaft soll, den neuen Produktionsansprüchen entsprechend, wieder aufgestockt werden, so jedenfalls verspricht es die Unternehmensleitung.

Quellen: photovoltaik.eu, pv-tech.org

Meinung: Kann ein deutschlandweiter Blackout durch einen Netzausbau verhindert werden?

Seit dem Atommoratorium 2011 existiert das Szenario eines bundesweiten Blackouts, sollte sich einmal zur Gänze auf erneuerbare Energien verlassen werden. Die Energie ist zwar ausreichend, erreicht die nötigen Stellen aber nur unzureichend. Der Ausbau des Stromnetzes scheint in diesem Zusammenhang denkbar einleuchtend. Er wird allerdings noch zu halbherzig vorangetrieben. Stattdessen werden alte Kraftwerke subventioniert und sich mit “Dunkeldeutschland” einer überholten Begrifflichkeit bedient.

Die logische Konsequenz aus dem Ungleichgewicht an Stromverfügbarkeit in Nord und Süd, ist der Netzausbau. iStockphoto.com©delectus

Zwei Wochen nach dem Beschluss der Bundesregierung, den Ausstieg aus der Atomenergie bis 2022 abzuschließen, äußerte sich der damaligen RWE-Chef Jürgen Großmann im Juli 2011 vor einigen Aktionären zu dem Thema mit folgenden Worten: „Um einen bundesdeutschen Blackout zu vermeiden, kann es notwendig sein, einzelne Regionen in Süddeutschland, etwa in der Größe des Großraums Stuttgart, dunkel zu schalten.“

In diesem angedachten Szenario müssen ganze Regionen Deutschlands zeitweise auf Strom verzichten. Die Versorgungssicherheit ist in einem solchen Fall nicht mehr gewährleistet. Eine derartige Situation trat zum Beispiel am 25. und 26. März 2013 ein. In einer von der Bundesnetzagentur veröffentlichten Studie wird betont, dass auf zwei 360-KilovoltTrassen in Thüringen und Hessen das n1-Kriterium, also die Absicherung für den Ausfall einer Leitung, nicht mehr erfüllt werden konnte. Die Bundesnetzagentur verdeutlicht, dass „die Verbindung aus hoher Einspeisung aus Windkraft-und Photovoltaikanlagen von bis zu knapp 30 Gigawatt am 25. März 2013, vorwiegend im nördlichen Deutschland, und einer hohen Nichtverfügbarkeit konventioneller Kraftwerke im Süden“ für diesen Missstand verantwortlich war. In der Folge mussten Windkraftanlagen mit einer Einspeiseleistung von 1390 Megawatt gestoppt werden. Es gab schlichtweg zu viel Strom für zu wenige Leitungen.

Derlei Beispiele und die Angst vor dem totalen Stromausfall veranlasste die schwarz-gelbe Bundesregierung dazu, einen hochdiskutablen Eingriff vorzunehmen – es war nicht der erste, man denke an den Energie Soli von Herrn Altmeier. Demnach dürfen Systemrelevante aber unrentable Kraftwerke nicht mehr stillgelegt  werden, sondern müssen gegen Entschädigung in Betrieb bleiben. Die dadurch entstehenden Kosten für die Stand-by-Kraftwerke werden anschließend auf das Netzgeld beim Strompreis aufgerechnet.

Das ewige Gespenst eines deutschlandweiten Blackouts geht weiterhin um. In diesem Zusammenhang kam von journalistischen Stellen in den letzten Tagen der Begriff „Dunkeldeutschland“ ins Spiel. Dieser ist ein Relikt aus der Wendezeit, diente als Schmähung bestimmter Gebiete in den neuen Bundesländern und ist in diesem Zusammenhang gänzlich unangebracht.

Es spricht natürlich einiges gegen die aktuelle Richtung der schwarz-gelben Energiepolitik. Zum einen liegt der international anerkannte SAID (der System Average Interruption Duration Index) mit 15,31 Minuten im Jahr 2011, unter dem von der Bundesnetzagentur errechneten Mittelwert von 17,44 min für die Zeit von 2006-2010. Das heißt 2011 gab es nicht mehr Stromausfälle als zuvor.

Zum anderen ist es in der aktuellen Entwicklung hin zu erneuerbaren, nachhaltigen Energien wie Windkraft oder Photovoltaik nicht ratsam unnötig zögerlich vorzugehen. Es existiert genug erzeugte Energie, lediglich das Netz reicht nicht aus, um diese entsprechend zum Verbraucher, vom windigen Norden in den Energiebedürftigen Süden zu leiten.

Die Lösung, der Ausbau der Leitung und des Stromnetzes, wird nicht ohne einen finanziellen Aufwand verwirklicht werden können. Allerdings wäre dieser auch nicht höher, als die derzeitigen Eingriffskosten von rund 100 Millionen Euro pro Jahr, dafür aber nachhaltiger.

Quelle: heise.de

Gehrlicher Solar Insolvenz: Insolvenzverwalter sucht die Schuld bei EU-Importzöllen

Die Importzölle auf chinesische Photovoltaikmodule werden für die Gehrlicher Solar Insolvenz verantwortlich gemacht. Die Tochterfirma Gehrlicher Solar America Corporation ist derweil von der Insolvenz des Mutterkonzerns nicht betroffen. Der Betrieb der Gehrlicher Solar wird in jedem Fall noch bis September weiterlaufen.

Der zuständige Insolvenzverwalter such die Schuld für die Insolvenz bei den erhobenen Zöllen auf chinesische PV-Module .iStockphoto.com©BanksPhotos

Am vergangenen Freitag meldete die Gehrlicher Solar AG Insolvenz an. Wie jetzt der Insolvenzverwalter Oliver Schartl bekannt werden läßt, sei der Hauptgrund für die Insolvenz in den hohen Strafzöllen auf chinesische Photovoltaikmodule zu suchen. Diese hätten dazu geführt, dass das Unternehmen die Kreditbedingungen der Banken nicht mehr erfüllen konnte. Das Bankenkonsortium seinerseits zeigte sich dazu geneigt, die erst vor 3 Monaten durch Gehrlicher Solar beantragten Kredite in Höhe von 85 Millionen Euro zu kündigen.

In Anbetracht dessen das derzeit eine Entspannung im Handelsstreit zwischen China und Europa zu erwarten war, ist ein solches Verhalten der Banken fragwürdig. Derzeit liegen allerdings weder von Seiten der Gehrlicher Solar noch von Seiten der Banken zu diesem Punkt Statements vor.

Unterdessen läuft der Betrieb in einem der bedeutensten Photovoltaik- und Solarprojektiere Deutschlands (2010 betrug der Jahresumsatz von Gehrlicher Solar rund 350 Millionen Euro) in jedem Fall noch bis September 2013 weiter. Betroffen von der Insolvenz sind in Deutschland 145 Mitarbeiter. Die Tochterfirmen dagegen werden nicht in Mitleidenschaft gezogen. Beispielsweise strebt Gehrlicher Solar America Corporation für das Jahr 2013 einen Jahresumsatz von 130-150 Mio. US-Dollar an. Und auch die Gehrlicher Solar Management GmbH, mit ihren rund 25 Solarstrom-Publikumsfonds bleibt von der Insolvenz verschont.

Was auch immer die Gründe für die Insolvenz Gehrlichers gewesen sein mögen, es handelt sich in jedem Fall um einen symptomatischen Zufall. Es offenbart eine kränkelnde und schwächelnde Photovoltaikbranche in Deutschland, wenn am gleichen Tag zwei der wichtigsten Akteure ihren Bankrott anmelden.

 

Quelle: pv-magazine

 

Der Milk the Sun blog ist Energieblogger

Der Blog des Onlinemarktes Milk the Sun ist seit dieser Woche Teil des journalistischen Netzwerks energieblogger.net. Ziel der Bloggervereinigung ist unabhängig, objektiv und aktuell über erneuerbare Energien und die Energiewende zu informieren.

Der MtS-blog ist nun Teil von energieblogger.net.

Seit dieser Woche ist der Milk the Sun-Blog Teil von energieblogger.net. Über dieses journalistische Netzwerk sind seit mehreren Jahren 19 Blogger und Blogs organisiert, die sich vor allem mit Fragen rund um das Thema erneuerbare Energien und Energiewende auseinandersetzen. Die Blogger sehen sich als unabhängige, engagierte Experten vieler verschiedener Fachgebiete und haben sich das Ziel gesetzt, unter einem gemeinsamen Label Fakten, Argumente und Beispiele zusammenzutragen, auszutauschen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Wir wollen beweisen, dass der eingeschlagene Weg der Richtige ist und in Dialog mit Interessierten, Zweiflern und Mitstreiter treten“, heißt es von Seiten der Energieblogger.

Wir vom Milk the Sun-Blog sind stolz Teil des energieblogger-Netzwerks zu sein und es zukünftig mit unseren Beiträgen unterstützen zu können.

 

Meinung: Das Bundesbedarfsplangesetz und die kleinen Schritte Richtung Desertec-EUMENA

Bereits am 07.Juni verabschiedete der Bundesrat das sogenannte Bundesbedarfsplangesetz und macht damit den Weg für das Voranschreiten der Energiewende frei. Geplant sind Ausgaben von bis zu 10 Milliarden €, die in den Ausbau eines Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Netzes fließen sollen. Deutschland macht damit einen kleinen Schritt in Richtung eines Supergrids, dass, wenn es tatsächlich einmal zustande kommen sollte, Europa, Nordafrika und den Nahen Osten mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgen könnte.

Der geplante ausbau der HGÜ-Leitungen wird in Norddeutschland produzierte Windenergie nach Süddeutschland leiten. iStockphoto.com©franckreporter

 

Diskussionen über die Rentabilität und den praktischen Nutzen von einem Stromnetz das auf erneuerbaren Energien – vor allem Wind und Solarenergie – basiert, sind en Vogue, doch oft genug frustrierend. Am Ende steht viel zu oft die Ankündigung, dass es dochnoch eine ganze Weile dauern wird, bis erneuerbare Energien die Stromversorgung von Land XY komplett übernehmen können. Bis dahin, so die oft von Politik und Fernsehrundenexperten wiedergekäute und propagierte Auffassung, müsse man eben in den sauren Apfel beißen, der dann Kohle- oder Atomenergie heißt.

Eine solche Auffassung ist insbesondere für jene Leute frustrierend, die sich mit dem Themenkomplex wissenschaftlich befassen. Denn es existieren Alternativen zum Weiterlaufen der AKW oder dem Ausweichen auf die Kohlekraftwerke.

Eine Möglichkeit stellt die Transmission dar. Konkret heißt das, dass große Stromleitungen gelegt werden müssten, die Strom von Regionen, die mit genügend erneuerbaren Energiequellen ausgestattet sind, in jene Regionen überführen, in denen sie benötigt wird. Dieses Übertragungsverfahren nennt sich Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) und ist kein neues Konzept, sondern basiert auf einem alten Verfahren. Die ersten Versuche mit der HGÜ wurden bereits 1892 durchgeführt, damals zwischen Miesbach und München. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts sind eine ganze Menge Verbesserungen erfolgt. Der Vorteil bleibt, dass HGÜ-Leitungen große Mengen Gleichstroms in die entsprechenden Regionen transportieren könnten, wo die nötige Umwandlung in Gleichstrom vorgenommen werden müsste.

Gerade dem Süden Deutschlands macht derzeit die Umstellung auf die erneuerbaren Energien zu schaffen. Gerade im Süden befinden sich die Mehrzahl der noch aktiven AKW. Das heißt, während sich der Norden Deutschlands mit der Zeit auf die Umstellung auf erneuerbare Energie vorbereiten konnte – der Bau der Windparks in Norddeutschland begann schon vor Jahren – und endlich seine beiden stärksten Karten auszuspielen kann (viel Platz und viel Wind), kommt die Energiewende dem Süden Deutschlands eher ungelegen. Man hatte sich in diesen Regionen auf die langjährige Beständigkeit der Atomkraft verlassen können. Um einem Energienotstand in den Industrie- und Bevölkerungsstarken Regionen Deutschlands entgegen zu wirken, ist der Ausbau des HGÜ-Netzes unabdinglich.

Deutschland ist, genau wie alle anderen Länder Europas und letztlich der Welt auf die Transmission angewiesen. Mit ihr ist die Etablierung eines Supergrids möglich. Am Beispiel Deutschlands heißt das, dass der in Norddeutschland im Überfluss produzierte Strom aus Windenergie in den Süden transferiert werden kann. Das Anfang Juni im Bundesrat verabschiedete Bundesbedarfsplangesetz regelt eben diesen Sachverhalt. Der Bund wird sich an dem Projekt mit bis zu 10 Milliarden € beteiligen. Geplant sind drei HGÜ-Korridore (A,C und D), die, in Nord-Süd-Achse verlaufend, den, auf den Off-Shore-Windparks der Nordsee gewonnenen, Strom nach Süddeutschland transportieren sollen.

Diese HGÜ-Trassen gelten als Grundlage für das zukünftige Supergrid, das letztlich Teil des Desertec-EUMENA-Projektes sein wird. Mit Desertec sollen die verschiedenen erneuerbaren Energiequellen miteinander verbunden werden.  So wird ein Europa und Nordafrika umfassendes Stromnetz geschaffen, das sich aus Windkraft, Geothermie, Biomasse, Wasserkraft und Solarenergie speisen wird.

Was bei Desertec-EUMENA schon fast größenwahnsinnig wirken mag, bekommt, mit der Übertragung auf Nordamerika oder Asien, oder gar die ganze Welt, einen tatsächlich futuristischen Touch. Der Plan des HGÜ-Leitungsausbaus in Deutschland kann als ein kleiner Schritt in diese Richtung gewertet werden.

 

Quellen: grist, iEEE Spectrum, netzentwicklungsplan.de,

Rainer Brohm im Interview: “Die momentan viel diskutierten Mengenmodelle sind am Ende im Vergleich zum EEG Planwirtschaft pur.”

Rainer Brohm ist Leiter des Bereiches „Politik und Internationales“ beim Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar). Derzeit arbeitet er unter anderem verstärkt am Thema „Entwicklung politischer Rahmenbedingungen für neue Geschäftsmodelle der Photovoltaik (EEG 2.0)“. Milk the Sun sprach mit ihm über Herausforderungen und Ansprüche in Bezug auf ein neues Einspeisevergütungsgesetz.

Rainer Brohm arbeitet als Leiter des BSW-Solar am Thema „Entwicklung politischer Rahmenbedingungen für neue Geschäftsmodelle der Photovoltaik (EEG 2.0)“

Milk the Sun: Sehr geehrter Herr Brohm, derzeit muss das aktuelle Erneuerbare-Energien-Gesetz Kritik von fast allen Seiten einstecken. Zu Recht?

Brohm: Das EEG ist ein bewährtes Instrument, sonst wäre es weltweit nicht ein so großer Exportschlager geworden. Immer mehr Länder kopieren die „Blaupause“ aus Deutschland, weil sie wissen, dass sie mit einem Einspeisetarifsystem ein äußerst kosteneffizientes Förderinstrument nutzen können. Bislang hat noch kein Gegenmodell, seien es Ausschreibungsmodelle, Quotensysteme oder Grünstromzertifikate in der praktischen Umsetzung den Beweis antreten können, effektiver hinsichtlich der Wirkung auf den Erneuerbaren-Ausbau oder kosteneffizienter als ein EEG mit Einspeisetarif zu sein. Die politische Debatte in Deutschland hat sich derzeit leider ein Stück weit von diesen Fakten losgelöst. Es wird fast krampfhaft nach einer „marktwirtschaftlichen“ Lösung gesucht. Die Erneuerbaren sollen also „endlich“ in den Markt integriert werden. Das verkennt natürlich vollkommen, dass wir erst einmal diesen Markt, der gar nicht für große Anteile Wind- und Solarenergie geschaffen wurde, grundsätzlich reformieren müssen. Wir müssen also ein passendes Energiemarktdesign für die Erneuerbaren finden statt sie in ein nicht zukunftsfähiges Marktkorsett hineinzuzwängen.

Und ganz nebenbei, die momentan viel diskutierten Mengenmodelle – also der Ansatz z.B. über Ausschreibungen regional und spartenspezifisch festgelegte Ausbaumengen vorzugeben – sind am Ende im Vergleich zum EEG Planwirtschaft pur. In dieser Debatte drängt sich der Eindruck auf, dass hier ein Weg gefunden werden soll, den Ausbau auszubremsen und zu deckeln und nicht ihn zu befördern. Angesichts der klima- und energiepolitischen Notwendigkeiten und der eigentlichen Ziele der Energiewende erscheint das absurd.

Kritikwürdig ist das EEG aber durchaus an einigen Stellen: Die Lastenteilung bei den EEG-Kosten muss wieder auf eine faire Basis gestellt werden. D.h. konkret, die inzwischen ausgeuferte Umlage-Befreiung für die Industrie wieder auf ein sachgerechtes und gesundes Maß zurück zu fahren. Darüber hinaus müssen der EEG-Berechnungs- und der Ausgleichsmechanismus angepasst werden. Momentan profitieren einige Wenige vom Merit-Order-Effekt der Wind- und Solarstromeinspeisung, beim Privatkunden kommt von diesen Vorteilen der Erneuerbaren hingegen nichts an. Diese Profite müssen im Markt ausgeglichen und angemessen eingepreist werden. Außerdem würden sich viele Vorteile ergeben, wenn der EEG-Strom wieder stärker von den dezentralen Stromvertrieben und Grünstromvermarktern direkt in den Markt integriert würden – hier könnte man dann tatsächlich von Marktintegration sprechen – und nicht mehr nur ausschließlich über die Börse abverkauft würde, was allenfalls eine Handelsintegration aber keine echte Marktintegration darstellt.

Und selbstverständlich muss man immer auch über die Effizienz und Angemessenheit der Einspeisetarife sprechen. Das gehört zur Grundidee des EEG. Für die Photovoltaik muss man hier allerdings feststellen, dass die Schraube schon über die Schmerzgrenze hinaus gedreht wurde. Wir sehen ja am Markt die Probleme insbesondere bei den mittleren und großen Anlagen, die teilweise noch über den Eigenverbrauch die hohen monatlichen Degressionen kompensieren können, aber insbesondere dort wo kein ausreichender Eigenverbrauch möglich ist, in große Schwierigkeiten kommen.

Milk the Sun: Einer der zentralen Punkte, warum das bisherige EEG so erfolgreich den Bau von Erneuerbaren Energien antrieb, ist der Einspeisevorrang. Muss er erhalten bleiben?

Brohm: In jedem Fall! Der Einspeisevorrang ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass wir in dieser sensiblen Übergangsphase vom EEG-Einspeisetarif in eine zunehmende Unabhängigkeit vom EEG-Tarif nicht ins Trudeln kommen oder gar einen Fadenriss riskieren. Solange der Eigenverbrauch und neue Geschäftsmodelle für die Photovoltaik noch nicht alleine tragen und die Refinanzierbarkeit von Anlageninvestitionen ausreichend gesichert ist, müssen wir am Einspeisevorrang und der garantierten Einspeisevergütung festhalten.

Milk the Sun: Neue Geschäftsmodelle der Photovoltaik – an welche Geschäftsmodelle dachten Sie bei der Auswahl dieses Themas?

Brohm: Hier geht es zunächst um verschiedene Modelle des erweiterten Eigenverbrauchs und der Direktvermarktung, vor allem also die Versorgung Dritter mit Solarstrom in mehr oder weniger großer räumlicher Nähe. Solche Nahstrom- oder lokalen Direktvermarktungskonzepte wollen wir fördern bzw. die Rahmenbedingungen hierfür schaffen. Das beginnt schon mit der Solarstromversorgung von Mietern in Mehrfamilienhäusern und im Geschosswohnungsbau. Hier besteht Bedarf für rechtliche Klarstellungen und Anpassungen, damit sich standardisierte Geschäftsmodelle entwickeln können. Das betrifft weiterhin Stromliefermodelle im privaten und gewerblichen Bereich und hier dann nicht nur Dachanlagen sondern auch den Freiflächenbereich. Hier gibt es Probleme beim Übergang von der bisher im EEG vorgesehenen Versorgung Dritter im Rahmen des sogenannten „solaren Grünstromprivilegs“ hin zur Belieferung von Verbrauchern über das öffentliche Netz. Hier sind solche Konzepte mit zahlreichen Hürden in Form von Energieversorgerpflichten sowie entsprechenden Steuern und Abgaben konfrontiert, die letztlich die Rentabilität durch direkte oder administrative Kosten belasten. Der BSW-Solar bietet übrigens ganz aktuell einen Leitfaden zur Stromlieferung mit einem Musterstromliefervertrag und weiteren Hilfestellungen an, er kann über eine BSW-Internetseite bezogen werden.

Zweitens geht es beim Thema neue Geschäftsmodelle auch darum, die konkreten Vorteile und Systemdienstleistungen, die PV-Anlagen ggf. auch in Kombination mit Batteriespeichern bereit stellen können, in vermarktbare Produkte zu übersetzen. So können PV-Anlagen mit der Intelligenz der Wechselrichter und moderner Steuerungselektronik heute u.a. Regelenergie und technische Systemdienstleistungen wie aktive Blindleistungsbereitstellung, Spannungshaltung etc. anbieten. Das sind wertvolle Leistungen, die im Netz einen großen Nutzen haben. Die bestehenden Märkte z.B. im Falle der Regelenergie, sind aber bisher gar nicht zugänglich für die Photovoltaik. Andere Märkte, wie die für Systemdienstleistungen bestehen noch gar nicht. Der BSW-Solar koordiniert übrigens gerade ein EU-weites Projekt zur Identifizierung solcher technischer Lösungen zur verbesserten Systemintegration der Photovoltaik – PV GRID. Hier zeigt sich, dass viele Netzbetreiber sehr interessiert sind, solche Funktionen und Systemdienstleistungen zu nutzen.

Und drittens geht es auch um die Anpassung oder Weiterentwicklung der bestehenden Marktmechanismen im EEG. Die vieldiskutierte Marktprämie wird auch von PV-Anlagenbetreibern immer stärker genutzt – rund 3,5 GW PV-Leistung partizipieren hier bereits. Das Modell hat aber viele Schwächen und scheint nicht geeignet für die „Marktintegration“ der Photovoltaik. Auch hier stehen wir im Dialog mit den Direktvermarktern und versuchen bessere Konzepte zu finden.

Insgesamt haben wir uns das Ziel gesetzt, Vorschläge für die Beförderung von neuen Geschäftsmodellen für die Photovoltaik und die Erneuerbaren insgesamt rechtzeitig für die nächste Novelle des EEG und weiterer energiepolitischer Rahmenbedingungen in der nächsten Legislaturperiode vorzulegen.

Milk the Sun: Von Seiten der Unterstützer der Erneuerbaren Energien ist immer wieder zu hören, dass die Förderungen der Erneuerbaren stetig angegriffen werden, während nicht über spezielle Umlagen gezahlten Subventionen für konventionelle Energieträger kaum Beachtung geschenkt wird. Besteht das Problem tatsächlich? Wie lässt sich diesem Problem gegenübertreten?

Brohm: Natürlich wird sehr gerne mit dem mahnenden Finger auf die „teure Subvention“ EEG und weiteren Förderungen für die Erneuerbaren gezeigt. Dabei wird  einerseits der Nutzen der Erneuerbaren ausgeblendet – schon ist der Nutzen der Erneuerbaren größer als die Kosten der Förderung, würde man einfach mal die gesamten gesellschaftlichen Kosten von Kohle, Gas und Atom in die Rechnung einbeziehen. Vernachlässigt wird dabei auch die Frage, was die Alternativen denn sein sollen? Weiter machen wie bisher – mit weiter horrend steigenden Energiekosten? Weiter auf die Verbrennung fossiler Energieträger setzen und die Klimaziele vollends abschreiben?  Letztlich steht hinter dieser Kostendebatte doch auch ein Verteilungskampf in der Energiewirtschaft. Diejenigen dich noch nicht oder erst jetzt merken, dass den Erneuerbaren die Zukunft gehört und noch keinen Weg gefunden haben, an dieser Entwicklung teilzuhaben und auch zu profitieren, wollen den Ausbau bremsen. Es gibt auch noch immer einige, die glauben das Rad wieder zurück drehen zu können. So wird dann immer wieder die Kostenangst geschürt, bis hin zum Bundesumweltminister, der Billionenbeträge in den Raum stellt und damit dem Bürger die Lust nimmt, sich weiter wie bisher beim Thema Energiewende zu engagieren. Ich bin sicher, dass dies nicht gelingen wird – dafür ist Energiewende schon zu fest auch als Bürgerbewegung verankert – aber es ist schon sehr verstörend. Grundsätzlich streitet niemand ab, dass der Umstieg auf Erneuerbare Energien so kosteneffizient und sozial verträglich wie möglich gestaltet werden muss und auch der Industriestandort Deutschland weiter im internationalen Wettbewerb bestehen muss. Aber die hohen Ansprüche werden eben gerne nur bei den Erneuerbaren gestellt und oft auch mal der Teufel an die Wand gemalt wo man eigentlich besser sachlich über gute Lösungen diskutieren sollte.

Milk the Sun: Welche Punkte umfasst ihre aktuelle Arbeit noch? Welche Probleme stellen sich Ihnen, was erfordert sehr spezielle Lösungen?

Brohm: Wichtig ist es, die Solarenergie mit ihren spezifischen Eigenschaften und Vorteilen – vor allem die Dezentralität und Verbrauchsnähe und damit verbunden viele Möglichkeiten einen Netz- und Systemnutzen zu liefern – noch stärker im Gesamtkontext der Energieversorgung zu diskutieren. Es gilt aufzuzeigen, dass wir zusammen mit der Windenergie den eigentlichen Kern und das „Leitsystem“ für die Energieversorgung der Zukunft stellen werden. Aktuelle Studien wie die 100%-Studie des Fraunhofer-ISE in Freiburg zeigen doch, dass die Photovoltaik zukünftig einen gewaltigen Beitrag auch über den Strombereich hinaus leisten wird. In diesem Modell, dass ich immer wieder gerne zitiere, leistet die Photovoltaik in den verschiedenen Szenarien einen Leistungsbeitrag von 180 bis 240 GW für Strom, Wärme und Mobilität in Deutschland. Und die positive Grundbotschaft ist: Das System wird nicht teurer sein, als das heutige. Für den Weg dorthin und auch für die damit verbundenen gesellschaftlichen Anschubkosten müssen wir eben heute Mut aufbringen und das große Engagement der vielen Tausend Bürgerinnen und Bürger nutzen und weiter unterstützen.

 

Wir danken Herr Brohm für das Gespräch.