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Frauenhofer ISE: Solarparks stabilisieren Stromnetz

Forscher des Frauenhofer Instituts für Solare Energiesysteme haben in einer Feldstudie nachgewiesen, dass Solarparks stabilisierend auf das Stromnetz wirken. Hierfür wurde ein neues Messsystem entwickelt. Die Forscher werten die Ergebnisse ihrer Studie als Schritt in Richtung Versorgungssicherheit.

Strom aus Solarkraftwerken stabilisiert das Stromnetz zusätzlich. iStockphoto.com©Andy Gehrig

Forscher des Frauenhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg haben in einer Feldstudie nachgewiesen, dass Solarkraftwerke stabilisierend auf das Stromnetz wirken. Bisher gab es zu dieser Frage lediglich Simulationen aber noch keine handfesten Daten und Studien. Es wurde ein sogenannter Low Voltage Though Test (LVTT) durchgeführt. Dabei wird getestet, wie sich die Gesamtleistung der Anlage verhält, wenn die Netzspannung plötzlich zusammenbricht.

Zur Ermöglichung der Messung wurde ein Messsystem entwickelt und in einem speziellen Messcontainer installiert. Dieser wurde im April 2013 für mehrere Wochen in einer Solaranlage platziert. Nach Projektleiter Gregor Dotter sei die größte Herausforderung die synchrone Erfassung von Wechselrichterströmen gewesen. Gelöst wurde das Problem durch den kombinierten Einsatz von GPS, Richtfunkstrecke und Messrechner. Dies ermöglichte einen Vergleich der Ergebnisse aus der Simulations- und aus der Feldversuchsanordnung.

Nach Ansicht der Forscher des ISE hat das erfolgreiche Experiment zwei positive Folgen für die Photovoltaikindustrie. Zum einen leisten die gewonnen Erkenntnisse einen Beitrag zur Sicherheit bezüglich der Netzstabilität. Zum anderen hatte das Experiment den positiven Nebeneffekt, dass eine neue Messtechnik entwickelt wurde, die sowohl für größere Solarparks als auch für kleinere private Photovoltaikanlagen nützlich sein wird. So zumindest hoffen es die Forscher des ISE.

Quelle: photovoltaik.eu

Cem Özdemir im Interview: “Es geht nicht darum, die erneuerbaren Energien an den Markt anzupassen, sondern der Markt muss auf die erneuerbaren Energien ausgerichtet werden.”

Seit 2008 ist Cem Özdemir Bundesvorsitzender der Grünen. Der im schwäbischen Bad Urach geborene Politiker nimmt im Gespräch mit Milk the Sun Stellung zur gescheiterten Reform des Emissionshandels, zum Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland und zu den Zielen der Grünen für die Zukunft der deutschen Energiepolitik.

Der Vorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, auf einer Pressekonferenz am 4. Juni 2010 in Berlin. (Photo by Steffen Kugler/Getty Images)

Milk The Sun: Herr Özdemir, die Reform des Emissionshandels ist durch die EU verhindert worden. Welchen Einfluss hat das auf die deutsche wie auch europäische Klima- und Umweltpolitik?

Özdemir: Konservative und Liberale haben im Europäischen Parlament die dringend erforderliche Reparatur des europäischen Emissionshandels gestoppt. Nicht einmal den Minischritt eines Backloading, also einer kurzfristigen Verknappung von Emissionsberechtigungen, wollten die Parteifreunde der deutschen Regierungsfraktionen mitgehen. Damit bleibt das zentrale Instrument der EU-Klimapolitik auf absehbare Zeit ohne Wirkung. Der Preis für Verschmutzungsrechte ist auf rund 3 Euro je Tonne CO2 eingebrochen – das ist viel zu wenig, um Anreize für Investitionen in saubere Technologien zu setzen.

Die Folgen sehen wir schon jetzt: Die Braunkohle boomt, während hocheffiziente Gaskraftwerke stillstehen. Die deutschen CO2-Emissionen steigen wieder an. Auch die EEG-Umlage steigt, weil Wind- und Sonnenstrom mehr Unterstützung brauchen, um mit der künstlich verbilligten Kohle konkurrieren zu können. Dem Energie- und Klimafonds der Bundesregierung fehlen Milliarden, die für die Finanzierung der Energiewende und den internationalen Klimaschutz eingeplant waren.

Für den Niedergang des Emissionshandels trägt Bundeskanzlerin Merkel maßgebliche Verantwortung. Bundeswirtschaftsminister Rösler hat die Emissionshandels-Reform offen bekämpft.

Wir Grünen treten ein für die überfällige Anhebung des EU-Klimaziels auf mindestens 30 Prozent Emissionsminderung bis 2020. Wir wollen eine deutliche Verknappung der Verschmutzungsrechte, um das Überangebot an Zertifikaten dauerhaft aus dem Markt zu nehmen. Und wir wollen eine grundlegende Reform des Emissionshandels, die auch die Einschränkung der Zufuhr billiger und ökologisch fraglicher Zertifikate aus China und Indien einschließt.

Milk the Sun: Strompreisbremse, EEG 2.0, Netzausbau – die Energiepolitik in Deutschland steht am Scheidepunkt. Welche Hebel kann die Politik ansetzen, damit die Energiewende weiter geht und gelingt?

Özdemir: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist der Motor der Energiewende. Es bietet Investoren Sicherheit und hat hunderttausende Privathaushalte und Landwirte zu Stromerzeugern gemacht

Allerdings hat die schwarz-gelbe Bundesregierung während ihrer Regierungszeit ausufernde  Ausnahmen von der EEG- Umlage für industrielle Großunternehmen verteilt. Das belastet vor allem die BürgerInnen sowie klein- und mittelständische Unternehmen. Wir wollen das EEG von unnötigen Kosten befreien und die Lasten fair zwischen allen Stromverbrauchern aufteilen. Der Erfolg der Erneuerbaren Energien hat alle in seiner Geschwindigkeit überrascht. Das EEG muss an die veränderten Herausforderungen angepasst werden: Die Vergütungssätze und Boni müssen konsequent auf den Prüfstand, um überzogene Renditen zulasten der Stromverbraucherinnen und -verbraucher zu verhindern und für alle Beteiligen mehr Transparenz zu schaffen. Strom aus Biomasse, Wasserkraft oder Geothermie soll künftig bedarfsorientiert zum Ausgleich schwankender Wind- und Solarstromerzeugung produziert werden. Die Vergütung soll sich künftig daher aus zwei Bestandteilen zusammensetzen – einem Festpreis und einem variablen, am Marktpreis orientierten Anteil.

Wir müssen jedoch auch über die Gestaltung des gesamten Strommarktdesign nachdenken. Der bestehende Strommarkt ist für die Vergütung von Wind- und Sonnenstrom gänzlich ungeeignet und bietet schon heute keine hinreichenden Anreize zur Schaffung benötigter Erzeugungskapazitäten mehr. Gleichzeitig können aufgrund der sinkenden Auslastung selbst neue hochflexible und -effiziente Gaskraftwerke nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden, geschweige denn das es Anreize für neue Anlagen gibt.

Es geht daher nicht darum, die erneuerbaren Energien an den Markt anzupassen, sondern der Markt muss auf die erneuerbaren Energien ausgerichtet werden. Er muss durch andere Marktstrukturen ergänzt werden, die Beiträge zu Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Netzstabilität belohnen. Stromnetze, Kraftwerke und Stromnachfrage müssen an die volatile Stromeinspeisung angepasst, neue Speichertechnologien erforscht und eingesetzt werden.

Es gibt noch zwei zentrale Herausforderungen was die Rahmenbedingungen der Energiewende angehen: Zum einen macht der darniederliegende Emissionshandel es notwendig, dass wir mit einem nationalem Mindestpreis für CO2 vorangehen, der Anreize schafft alte Kohlekraftwerke stillzulegen und in Klimaschutz zu investieren. Zum anderen brauchen wir bei den Netzen einen koordinierten Ausbau und eine gesicherte Finanzierung. Mittelfristig brauchen wir deshalb eine Deutsche Netzgesellschaft in öffentlicher Hand, an der sich auch die Bevölkerung beteiligen kann.

Milk the Sun: Der Netzausbauplan, den Philip Rösler vor einigen Wochen präsentierte, wurde von vielen überschwänglich gelobt, von anderer Seite gab es massive Kritik, er sei überdimensioniert und unnötig teuer. Was sagen Sie dazu?

Özdemir: Rösler hat das Thema unverantwortlich lange schleifen lassen! Seit acht Jahren tragen Wirtschaftsminister von der Union und der FDP in der Bundesregierung die Verantwortung. Die katastrophale Bilanz beim Netzausbau: Von 2000 Kilometern sind gerade mal 268 verwirklicht. Mit dem Netzentwicklungsplan wurde endlich ein für den Netzausbau koordiniertes und transparentes Verfahren auf Bundesebene angestoßen.

Um die Akzeptanz der Bevölkerung nicht unnötig zu strapazieren, sollte sich der Ausbau der Stromnetze grundsätzlich am Notwendigen orientieren, und nicht an Maximallösungen. Die Übertragungsnetzbetreiber haben mit dem Netzentwicklungsplan aber eine genau solche Maximallösung vorgelegt! Außerdem sind die Bürgerbeteiligungsverfahren zu schnell und zu undurchsichtig durchgezogen worden.

Milk the Sun: Die Photovoltaik ist derzeit die größte regenerative Energiequelle in Deutschland. Der Zubau an Freiflächen-Anlagen nimmt zwar ab, doch  eine steigende Anzahl an Privatleuten erkennt den Nutzen ihrer eigenen Dachflächen für die Stromerzeugung durch Photovoltaik. Wie sieht die Zukunft der Photovoltaik im Programm der Grünen aus?

Özdemir: Die Energieversorgung in Deutschland soll vor allem auf Wind und Solar beruhen. Binnen einem guten Jahrzehnt hat sich der Solarstromanteil in Deutschland von rund 0,01 auf heute über 4 Prozent erhöht. Im letzten Jahrzehnt ist in Deutschland eine neue innovative Branche entstanden, in der heute rund 130 000 Menschen arbeiten und in der jährlich rund 10 Mrd. Euro investiert werden. Deutschland hat zudem auf der Grundlage der rot-grünen EEG-Förderung eine Technologieführerschaft im Solarmarkt erreicht.

Allerdings erlebt die deutsche Solarindustrie in den letzten Monaten handfeste Schwierigkeiten. Die weltweite Produktionskapazität von Solarmodulen liegt aktuell mit 60 Gigawatt deutlich über der Nachfrage von rund 27 GW. Die Lager sind gefüllt, die Preise sinken. Die Produktion wird vielerorts gedrosselt, die Forschung in vielen Unternehmen zurückgefahren oder gar gestoppt. Statt zu helfen, hat die Bundesregierung in dieser schwierigen Ausgangslage eine drastische Kürzung der Vergütung für Solarstrom und teilweise sogar eine Beendigung von Vergütungszahlungen für künftig erzeugten Solarstrom beschlossen.

Wir wollen Anreize für die stärkere Netzintegration erneuerbarer Energien schaffen und  im EEG einen Speicherbonus einzuführen. Außerdem werden wir eine Forschungsoffensive starten und das Forschungsprogramm „Innovationsallianz Photovoltaik“ deutlich aufstocken. Damit sollen die technologischen und wirtschaftlichen Potenziale im Bereich System- und Gebäudeintegration, Produkt- und Prozessinnovationen sowie Speichertechnologien besser erschlossen werden. Dies soll aus Mitteln der wirtschaftlich wie energiepolitisch völlig erfolglosen Forschungsunterstützung für die Kernfusion gegenfinanziert werden.

Wir Grünen haben dazu am 23. Mai im Bundestag einen Antrag  „Energiewende sichern – Solarwirtschaft stärken“ eingereicht.

Milk the Sun: Sind Strafzölle auf chinesische PV-Module gerechtfertigt?

Özdemir: Die EU-Kommission hat temporäre Strafzölle von durchschnittlich 46 Prozent auf chinesische PV-Module vorgeschlagen. Die Zölle sollen auf die chinesischen Produkte und Lieferanten individuell zugeschnitten sein, so dass auch höhere Zwangsabgaben möglich sind. Allerdings hat der größte Teil der europäischen Solarunternehmen, etwa 500 die sich in der Initiative AFASE organisieren, die Initiative von Anfang an strikt abgelehnt.

Auch wir halten diese Form des neuen Protektionismus für den verfehlten Ansatz. Statt Strafzöllen brauchen die europäischen Modulhersteller eine aktive Industriepolitik, die die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Solarbranche stärkt.

Die EU Kommission und die deutsche Bundesregierung haben es verpasst, mit der chinesischen Regierung, aber auch mit Indien, den USA u. a., unverzüglich und auf höchster Ebene Gespräche über die Schaffung fairer Wettbewerbsbedingungen, gegenseitig freier Marktzugänge und die Einhaltung der Regeln der World Trade Organisation aufzunehmen.

Milk the Sun: Bundesumweltminister möchte die Stromkosten gering halten und schlug dafür eine Strompreisbremse vor. Zudem erklärte er, dass die Energiewende bis zu einer Billion Euro kosten könne. Wie bewerten Sie das aktuelle Vorgehen des Ministers?

Özdemir: Die von Peter Altmaier sogenannte Strompreisbremse war keine, sondern eine reine Ausbaubremse für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Allein ihre Ankündigung hat in der Branche und bei den Unternehmen zu existentieller Verunsicherung geführt und  zehntausende Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet. Das Ende von Altmaiers ‘Ausbaubremse’ geht auch auf den Widerstand der rot-grünen Länder zurück. Sie hatten wiederholt auf die Gefahren von rückwirkenden Eingriffen in Bestandsanlagen und von umfangreichen Vergütungskürzungen hingewiesen.

Peter Altmaier gibt keine Antwort auf die drängenden Fragen nach einem künftigen Strommarkt, nach Kapazitätsmärkten. Offen bleibt auch die Frage, welche Betriebe künftig wieder die EEG-Umlage bezahlen sollen, damit nicht Pommes-Fabriken und die Massentierhaltung von Stromkunden subventioniert werden.

Die eine Billion Euro Kostenbehauptung von Altmeier war reine Panikmache um gegen das Erneuerbare Energien Gesetz zu mobilisieren.

Eine Studie des Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Auftrag von Greenpeace Energy und Bundesverband Erneuerbare Energie hat gezeigt: Der Bundesumweltminister hat sich mit seiner Billion Euro Kostenbehauptung verrechnet – und zwar nicht nur ein bisschen!

Milk the Sun: Welches realistische Ziel sehen Sie und sehen die Grünen für die Energiewende? Ist eine 100%-Versorgung möglich? Bis wann?

Özdemir: Derzeit liegt der Anteil der Erneuerbaren Energien bei 25%. Bereits 2030 wollen wir unseren Strom zu 100 Prozent erneuerbar produzieren. Im Gebäude- und Wärmebereich streben wir eine Umstellung möglichst bis 2040 an. Dazu wollen wir bis zum Jahr 2022, wenn spätestens die letzten Atomkraftwerke vom Netz gehen, mindestens die Hälfte der Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien decken.

 

Wir bedanken uns bei Herrn Özdemir für das Gespräch.

 

Was haben Betreiber von Photovoltaikanlagen mit dem EisMan zu tun? Lastgangmanagement im Bereich Solarstromerzeugung

Sauber, leise und eigentlich unspektakulär – so funktioniert die Erzeugung elektrischer Energie in Photovoltaikanlagen. Ist die Anlage fertig installiert und mit dem Netz verbunden, merkt man von der Stromerzeugung selbst nichts. Das ist einer der Vorteile von PV.

Sauber, leise und eigentlich unspektakulär - so funktioniert die Erzeugung elektrischer Energie in Photovoltaikanlagen. iStockphoto.com©Ulrich Knaupe

Allerdings kann ein Anlagenbetreiber mit bloßem Auge nicht erkennen, ob die Anlage auch tatsächlich gerade Strom in das Netz einspeist. Denn auch bei reibungslosem Betrieb kann es sein, dass der erzeugte Solarstrom nicht genutzt wird, wenn der Netzbetreiber die Anlage aus der Ferne drosselt. Das nennt sich Einspeisemanagement oder abgekürzt EisMan. Mit dem Einspeisemanagement soll die bestehende Netzinfrastruktur vor Überlastung geschützt werden, wenn bei hoher Sonneneinstrahlung oder auch starkem Wind viel Strom aus PV– und Windkraftanlagen zur Verfügung steht. Bis zur Anpassung der Netzinfrastruktur an die Erfordernisse der Energiewende sollen durch die Möglichkeit des punktuellen Abschaltens einzelner Anlagen die Versorgungssicherheit gewährleistet und Netzausfälle vermieden werden.

Die gesetzliche Grundlage zur Ausrüstung von PV-Anlagen mit einer Einspeise- oder Lastgangmanagementfunktion besteht seit dem 1. Januar 2012 auch für Anlagen unter 100 kWp Leistung. Neu installierte Anlagen müssen die Vorgaben des Paragrafen 6 des Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG )bereits ab diesem Zeitpunkt erfüllen, für Bestandsanlagen von 30 bis 100 kWp, die zwischen dem 1.1.2009 und dem 1.1.2012 installiert worden sind, besteht eine Übergangsfrist bis Jahresende 2013. Bis dahin müssen auch diese Anlagen entsprechend nachgerüstet werden.

Der im EEG verankerte Einspeisevorrang für Strom aus erneuerbaren Energiequellen garantiert die Einspeisevergütung auch für den Fall, dass der Netzbetreiber den erzeugten Ökostrom nicht ins Netz aufnehmen kann – für den in der gedrosselten Anlage erzeugten Strom muss die gesetzlich vereinbarte Vergütung also dennoch vergütet werden. Der Energieversorger selbst ist nur dann verpflichtet, Abschaltungen oder Drosselungen zu melden, wenn er selbst Veränderungen oder Wartungen an seinem Netz vornimmt. Über Eingriffe zum Ziel der Netzentlastung werden die Betreiber von EEG-Anlagen nicht informiert.

Für Betreiber von PV-Anlagen kann eine Überwachung des Lastgangmanagements finanziell von großem Interesse sein Hierbei werden die Erträge im Anlagenmonitoring regelmäßig überwacht und die vom Energieversorger gezahlte Vergütung mit der errechneten Stromproduktionsmenge verglichen. Basis dafür sind die Anlagen- und die spezifischen meteorologischen Daten. Damit können Abschaltungszeiten der Anlage lückenlos nachgewiesen werden – eine wichtige Voraussetzung, um die Vergütungsausfälle gegenüber dem Energieversorger geltend zu machen.

Diese Eingriffe in den laufenden Betrieb von PV-Anlagen werden in den nächsten Jahren noch weiter zunehmen. Der Zubau von Wind- und Solarkraftwerken sowie das Ausbleiben neuer Netztrassen und Alternativtechniken führen schon heute punktuell zu Mehrfachabschaltungen bestehender Kraftwerke. Weitere Drosselungen auf lokaler Ebene liegen in den Mechanismen der angrenzenden europäischen Nachbarländer begründet, das „Abwandern“ deutschen Ökostroms in deren Transportnetze zu verhindern.

Um zu erfahren, ob ihre Anlage von Vergütungsausfällen betroffen sein kann und um weitere Fragen zum Lastgangsmanagement beantwortet zu kriegen, kontaktieren Sie uns unter info(at)milkthesun.com. Wir helfen Ihnen sehr gerne weiter.

Hochwasser in Deutschland: Jeder hilft mit seinen Mitteln

Seit Tagen hält das Hochwasser weite Teile Deutschlands in Atem. Die Zerstörungen sind weitreichend und erfordern die Solidarität aller. Unter den vielen Betroffenen sind auch Besitzer und Betreiber von Photovoltaikanlagen. Milk the Sun möchte ihnen mit seinem großen Netzwerk gezielte Hilfe anbieten.

Nach der Flut kommt das Aufräumen. Für die Betroffenen des Hochwassers bleibt ganz oft nichts anderes als die Rettung der persönlichsten Gegenstände, wenn überhaupt, und die Hoffnung, dass das Wasser ihnen nicht alles nehmen möge, was sie besitzen. Die Versicherungen decken vielleicht die Grundlagen, doch reichen wird es doch nie. Die Schätzungen der Versicherungsinstitute bezüglich der Schäden bewegen sich im vielfachen Millionenbereich. Alleine die Allianz geht davon aus, dass sie mit bis zu 350 Mio. € für die Flutschäden aufkommen wird. Die Würtembergische/Wüstenrot spricht derzeit von ungefähr 50 Mio. €. Doch für eine abschließende Betrachtung ist es noch viel zu früh.

Versicherung für PV-Anlagenbesitzer

Für viele Betreiber von PV-Anlagen, die vom Hochwasser betroffen sind, kann zumindest in einem Punkt Entwarnung gegeben werden. Solaranlagen sind im Allgemeinen im Rahmen einer Solarversicherung gegen Hochwasser versichert. Wenn man sie als Betreiber abgeschlossen hat, tritt beim Ausfall der Solaranlage eine Betriebsunterbrechungsversicherung in Kraft. Sie orientiert sich dabei an der Anlagenleistung und an der Jahreszeit. Die Solarversicherung ist im Wesentlichen eine Erweiterung der Allgemeinen Bedingungen zu Elektronikversicherung. Es handelt sich um eine Spezialisierung dieser Versicherung speziell für Solaranlagen. Durch diese sogenannte Allgefahrenversicherung ist alles abgesichert, was nicht durch die ABE abgedeckt wurde.

Solidarität betrifft jeden

Wenn es dann ans Aufräumen geht, ist es an Politik und Versicherungen unkompliziert und schnell zu helfen. Derzeit geht es aber vor allem darum Solidarität zu zeigen. Wenn man vor Ort helfen kann, ist es eine Sache der Selbstverständlichkeit, dass ein jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten mit anpackt. Für jene die nicht vor Ort sein können, gilt es andere Wege der Unterstützung zu finden.

Milk the Sun will in diesem Zusammenhang seine Solidarität und Anteilnahme ausdrücken und bietet für Betroffene der Hochwasserkatastrophe eine kostenlose Anlaufstelle zur Vermittlung von Photovoltaikdienstleistern. Wir können den Kontakt zwischen Gutachtern und Betroffenen herstellen und auch Dienstleister vermitteln, die entsprechende Schäden an der PV-Anlage beheben oder sie professionell reinigen können. Aufgrund des großen Netzwerks ist es uns möglich in den entsprechenden Regionen gezielt Hilfe anzubieten.

Nach der Flut

Doch ganz Gleich was nach der Flut geschieht, sowohl der emotionale, als auch der wirtschaftliche Schaden wird enorm sein. Langfristig sind neue Lösung und eine weitsichtige Planung gefragt, um die Gefahren, die von Hochwassern ausgehen, zukünftig zu vermindern. Gesagt wurde das schon 2002, getan wurde seitdem wenig. Man kann nur hoffen, dass sich die „Hochwasserdemenz“ in Bevölkerung, Politik und Wirtschaft dieses Mal in Grenzen hält und den Worten Taten folgen.

 

Quellen: manager magazin online, solarversicherung.org, wüstenrot/württembergische, zeit online

 

IHS: Photovoltaikzubau in Europa 2013 um sechs GW kleiner als im Vorjahr

Das Marktforschungsinstitut IHS schätzt, dass der PV-Zubau in Europa 2013 knappe sechs Gigawatt kleiner ausfallen wird als noch im Vorjahr. Nach Meinung der Analysten gehen 1,3 Gigawatt zu Schulden der  Antidumpingzölle verloren.

Der PV-Zubau in Europa liegt 2013 laut IHS vorraussichtlich nur noch bei 11,6 GW. iStockphoto.com©Simon-Owler

Laut dem pv-magazine erklärte das Marktforschungsinstitut IHS kürzlich, dass der Photovoltaikzubau in Europa 2013 knapp sechs Gigawatt kleiner ausfallen wird als noch 2012. Demnach hätten die europäischen Dumpingschutzzölle auf chinesische PV-Module 1,3 Gigawatt zu verantworten. 2012 lag der Zubau in Europa noch bei 17,7 Gigawatt. 2013 sind jedoch nur noch 11,6 Gigawatt zu erwarten. Betroffen hiervon sind laut IHS besonders die Länder Deutschland und Italien.

Zwar handele es sich derzeit noch um einen verringerten Zoll  in Höhe von 11,8 Prozent, doch sei ein Nachlassen der Nachfrage trotz allem zu erwarten. Der derzeitige Anstieg der Importe chinesischer PV-Module sei mit dem zu erwartenden Anstieg der Zölle ab August zu erklären.

Global geht der IHS jedoch von einem starken Anstieg des Solarzubaus um 11 Prozent auf 35 Gigawatt aus. Insbesondere ist auf dem asiatischen Markt von einem wachsenden Zubau, um bis zu 15 Gigawatt zu rechnen. Zum ersten Mal sei allerdings kein europäisches Land unter den ersten drei Zubauländern. Demnach erwartet IHS das China und Japan den größten Zubau erleben werden, gefolgt von den USA.

Die im Bereich der Photovoltaiktechnik aufstrebenden Länder werden das diesjährige Wegbrechen des europäischen Marktes nicht kompensieren können. Da jedoch davon ausgegangen werden kann, dass die Schutzzölle nur eine vorrübergehende Erscheinung sein werden, sind Prognosen in diesem Bereich bis zu einem gewissen Punkt unzuverlässig. Bei den im Bereich der Photovoltaiktechnik aufstrebenden Ländern kann bis 2014 von neun Gigawatt Zubau ausgegangen werden. Bis 2017 ist in diesen Ländern sogar mit einem Zubau von bis 17 Gigawatt zu rechnen.

 

Quellen: pv-magazine, solarserver.de

 

TÜV hält vom Hochwasser betroffene PV-Anlagenbesitzer zur Vorsicht an

Photovoltaikanlagen können im Falle eines Hochwassers eine Gefahr für Leib und Leben werden. Der TÜV Rheinland hat wichtige Hinweise gegeben, wie mit Solaranlagen während und nach einer Flut umzugehen ist. Besonders betroffen sind Anlagen, die nicht oberhalb des Hochwasserpegels abschaltbar sind.

Eine vom Hochwasser betroffene Anlage sollte nur durch einen Experten wieder in Betrieb genommen werden. iStockphoto.com©Pedro Castellano

Angesichts der aktuellen Hochwasserkatastrophe in weiten Teilen Deutschlands hat der TÜV Rheinland wichtige Hinweise zum Umgang mit PV-Anlagen im Flutfall bekannt gegeben. Willi Vaaßen, Solarexperte beim TÜV Rheinland, warnt davor überflutete Räumlichkeiten zu betreten, solange die Installationen der Solaranlage noch unter Spannung stehen könnten. Die Gefahren für Leib und Leben sind vielseitig und hoch.

Es wäre mit Stromschlägen oder einer Knallgasexplosion zu rechnen, wenn der Anschluss an das Stromnetz sowie der Wechselrichter sich in Räumen befinden, die unter Wasser stehen. So lange Licht auf die Solaranlage fällt, stehen die Gleichspannungsleitungen und die Anschlusspunkte zwischen den Modulen und dem Wechselrichter unter Spannung. Unabhängig davon, ob das Wechselstromnetz vom Energieversorger abgeschaltet wurde. Vaaßen nimmt hiervon jene Anlagen aus, die über einen separaten Schalter verfügen, der sich in der Nähe des Solargenerators und nicht im überfluteten Bereich befindet.

Um Knallgasexplosionen zu vermeiden rät Vaaßen davon ab offenes Feuer im Keller zu entzünden, wenn sich dort der Wechselrichter befindet. Zuvor müsse gelüftet werden, da sich ansonsten, gerade wenn der Raum längere Zeit unter Wasser stand, zwischen den Plus- und Minuspolen des Wechselrichters Ströme durch das Wasser fließen. Dies ist unabhängig von der Sonneneinstrahlung. Der Strom kann elektrolytisches Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufspalten. Das daraus resultierende Risiko einer Explosion, sollte offenes Feuer hinzugefügt werden, ist hoch.

Um die Lebensgefahr zu vermindern, sind Fachleute zu Rate zu ziehen. Ist beispielsweise eine Abschaltung aufgrund des Hochwassers nicht mehr möglich, sollte die Solaranlage durch einen Elektriker in der Nähe des Generators abgeklemmt werden. Im Rahmen der Aufräumarbeiten sollte der Elektriker die Anlage prüfen und eine Einschätzung der Gefahren geben. Sollte es nötig sein, kann ein Elektriker die Anlage fachmännisch abschalten, bis sie zur Gänze kontrolliert und eventuelle Schäden repariert sind.

 

Quelle: photovoltaik.eu

 

Berliner PV-Unternehmen liefert Module nach Chile

In der chilenischen Atacama-Wüste entsteht ein Drei-Megawatt-Solarpark, der größte des Landes. Das Berliner PV-Unternehmen Inventux liefert die benötigten PV-Module nach Südamerika. Weiter Projekte in Übersee sind für die Zukunft in Planung.

In der Atacama Wüste im Norden Chiles entsteht derzeit ein PV-Solarpark mit 3 MW Leistung, der größte der Region. Das Berliner Photovoltaik Unternehmen Inventux liefert siliziumbasierte Dünn-PV-Module. Entwickelt, geplant und durchgeführt wurde das Projekt mit den chilenischen EPC-Partnern. Inventux-Module lieferten in jahrelanger Pilotprojekten und verschiedenen positiven Erfahrungswerten die besten Ergebnisse, so das Unternehmen.

Inventux liefert PV-Module in die Atacama Wüste. iStockphoto.com©Jenna Wagner

Inventux‘ Geschäftsführer Christian Plesser hebt dabei besonders das Temperaturverhalten seiner Module hervor. Zudem führe “der einfache und doch innovative Modulaufbau ohne störenden Aluminiumrahmen führen zu sehr guten und verlässlichen Ergebnissen“, so Plesser.

Für die kommenden Jahre und Monate sind weitere Projekte in Chile und anderen Ländern Mittel- und Südamerikas geplant. Inventux wurde im August 2012 von einer südamerikanischen Investorengruppe übernommen, nachdem das Unternehmen im Mai 2012 Insolvenz anmelden musste.

Quelle: pv-magazine

Forscher des Frauenhofer ISE erhalten für ihr Projekt Innovationspreis

Dr. Oliver Stalter, Florian Reiner, Michael Eberlin und Sebastian Franz vom Frauenhofer Institut für Solare Energiesysteme, sowie Frank Seybold vom Wechselrichterhersteller KACO erhalten den SEMIKON Innovationspreis für die Entwicklung eines Projekts, das Dörfern und Gemeinden in Schwellen- und Entwicklungsländern eine kostengünstige und leistungsstarke Versorgung mit Solarenergie ermöglicht.

Von dem Projekt des FISE könnten Gemeinden aus Schwellen- und Entwicklungsländern profitieren iStockphoto.com©Pgiam

Jährlich wird im Rahmen der Leistungselektronik-Messe PCIM Europe in Nürnberg in Kooperation mit dem European Center for Power Electronics der SEMIKRON-Innovationspreis vergeben. Dieses Jahr ging die Auszeichnung an ein Team aus Mitgliedern des Frauenhofer ISE und des Wechselrichterhersteller KACO. Die 19-köpfige Jury zeichnet das Projekt um Dr. Oliver Stalter, Florian Reiners, Michael Eberlin und Sebastian Franz (FISE) und Frank Seybold (KACO) mit dem auf 10000€ dotierten Innovationspreis aus. „1,6 Milliarden Menschen auf der Welt haben keinen Zugang zu Elektrizität“, so Projektleiter Dr. Stalter. Nach Ansicht der Jury leiste das Projekt einen entscheidenen Beitrag zur Abhilfe dieses Problems.

Die von dem Team um Dr. Stalter entwickelte Leistungselektronik ermöglicht die Versorgung von netzfernen Dörfern und Gemeinden in Entwicklungs- und Schwellenländern mit Strom aus Solaranlagen. Durch die Kostensenkung von PV-Modulen steigt die Attraktivität von PV-Modulen, die in der Folge auch vermehrt für Dörfer, Gemeinden, Krankenhäuser und auch kleinere Industriegebiete interessant werden. Projektleiter Dr. Stalter sagte: „Da die meisten dieser Länder im Sonnengürtel der Erde liegen, ist die Solarstrom-Versorgung eine einfache Lösung, die durch die Kostensenkungen bei den Photovoltaik-Modulen noch attraktiver geworden ist.“

Die bisherigen Solaranlagen, deren Leistung zumeist um die 100 Watt lag, waren sowohl zu teuer, als auch zu kompliziert, als auch zu leistungsschwach. Durch die Verwendung von neuester Technik konnten gerade in diesen Bereichen entscheidende Fortschritte erzielt werden. Die positiven Folgen sind schlussendlich geringere Ströme und geringere Verluste. Das wiederum, führt unweigerlich zu reduzierter Bauteilgröße, reduziertem Kühlbedarf und Materialeinsatz und verringert die Kosten drastisch um bis zu 60 Prozent. Das ist gerade für Entwicklungsländer wünschenswert. Hinzu kommt die Verwendung einfacher Technik, die dennoch höchst flexibel ist.

Quellen: solarserver.com