Gehrlicher Solar Insolvenz: Insolvenzverwalter sucht die Schuld bei EU-Importzöllen

Die Importzölle auf chinesische Photovoltaikmodule werden für die Gehrlicher Solar Insolvenz verantwortlich gemacht. Die Tochterfirma Gehrlicher Solar America Corporation ist derweil von der Insolvenz des Mutterkonzerns nicht betroffen. Der Betrieb der Gehrlicher Solar wird in jedem Fall noch bis September weiterlaufen.

Der zuständige Insolvenzverwalter such die Schuld für die Insolvenz bei den erhobenen Zöllen auf chinesische PV-Module .iStockphoto.com©BanksPhotos

Am vergangenen Freitag meldete die Gehrlicher Solar AG Insolvenz an. Wie jetzt der Insolvenzverwalter Oliver Schartl bekannt werden läßt, sei der Hauptgrund für die Insolvenz in den hohen Strafzöllen auf chinesische Photovoltaikmodule zu suchen. Diese hätten dazu geführt, dass das Unternehmen die Kreditbedingungen der Banken nicht mehr erfüllen konnte. Das Bankenkonsortium seinerseits zeigte sich dazu geneigt, die erst vor 3 Monaten durch Gehrlicher Solar beantragten Kredite in Höhe von 85 Millionen Euro zu kündigen.

In Anbetracht dessen das derzeit eine Entspannung im Handelsstreit zwischen China und Europa zu erwarten war, ist ein solches Verhalten der Banken fragwürdig. Derzeit liegen allerdings weder von Seiten der Gehrlicher Solar noch von Seiten der Banken zu diesem Punkt Statements vor.

Unterdessen läuft der Betrieb in einem der bedeutensten Photovoltaik- und Solarprojektiere Deutschlands (2010 betrug der Jahresumsatz von Gehrlicher Solar rund 350 Millionen Euro) in jedem Fall noch bis September 2013 weiter. Betroffen von der Insolvenz sind in Deutschland 145 Mitarbeiter. Die Tochterfirmen dagegen werden nicht in Mitleidenschaft gezogen. Beispielsweise strebt Gehrlicher Solar America Corporation für das Jahr 2013 einen Jahresumsatz von 130-150 Mio. US-Dollar an. Und auch die Gehrlicher Solar Management GmbH, mit ihren rund 25 Solarstrom-Publikumsfonds bleibt von der Insolvenz verschont.

Was auch immer die Gründe für die Insolvenz Gehrlichers gewesen sein mögen, es handelt sich in jedem Fall um einen symptomatischen Zufall. Es offenbart eine kränkelnde und schwächelnde Photovoltaikbranche in Deutschland, wenn am gleichen Tag zwei der wichtigsten Akteure ihren Bankrott anmelden.

 

Quelle: pv-magazine