Klimafreundliche Gewerbe – so geht´s mit Photovoltaikanlagen!

Klimafreundliche Gewerbe – so geht´s mit Photovoltaikanlagen!

Nachhaltigkeit ist für Unternehmen inzwischen mehr als nur ein Mittel zur Selbstdarstellung. Immer mehr Firmen werden sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst, viele Investor*innen verlangen mittlerweile nach nachhaltigen Gebäuden.

Doch wie kann man den steigenden Anforderungen gerecht werden? Was als große Aufgabe daherkommen mag, ist in der Praxis gar nicht so schwer umzusetzen. In diesem Beitrag zeigen wir, wie Unternehmer*innen die Klimafreundlichkeit ihrer Gebäude mit der Hilfe von Photovoltaikanlagen steigern können.

Der Schutz unseres Klimas ist das Thema des Jahrhunderts. Das hat sich mittlerweile auch bei Unternehmen herumgesprochen. Weder private Haushalte noch große Firmen kommen heute um ein selbstständiges, umweltpolitisches Engagement herum. Eine besonders effektive Maßnahme ist der Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der eigenen oder angemieteten Gewerbeimmobilie.

Klimafreundliches Gewerbe: Unkompliziert mit einem Dienstleister umsetzen

Wer darüber nachdenkt, sein Gewerbe mit einer Solaranlage aufzuwerten, stößt relativ bald auf einige Unklarheiten und Fragen. Wie finanziere ich die Anlage? Wer kümmert sich um den Betrieb und die Instandhaltung? Und rechnet sich das Projekt überhaupt finanziell?

Daher lohnt es sich, sich an einen Dienstleister zu wenden, der das Unterfangen für sie in die Hand nimmt und unkompliziert umsetzt. Dafür gibt es verschiedene Modelle. Das Beliebteste: Der Dienstleister investiert in die Anlage, plant und baut sie.

Die Gewerbebesitzer*innen pachten die Anlage anschließend und betreiben sie gemeinsam mithilfe des Dienstleisters. So wird an den richtigen Stellen unter die Arme gegriffen, ohne die Deutungshoheit über das eigene Dach zu verlieren.

ESG und CSR: Diese Vorteile bringt PV für Gewerbe mit sich

Die Nachhaltigkeit eines Unternehmens wird oft mit den sogenannten ESG-Kriterien gemessen. Hierbei steht das E für “Environment,” also die umweltpolitischen Aspekte eines Unternehmens: Welche Umweltverschmutzung verursacht ein Unternehmen, wie wird sich für die Umwelt engagiert?

Das S steht für “Social” und meint Aspekte wie den Arbeits- oder Gesundheitsschutz, die Diversität und das gesellschaftliche Engagement eines Unternehmens. Unter G für “Governance” wird eine nachhaltige Unternehmensführung verstanden.

Eine PV-Anlage kann eine wertvolle Schlüsselressource für die Erfüllung der ESG-Kriterien sein. Sie spielt sowohl dem Umwelt-, als auch dem Führungsfaktor in die Karten, da so nachgewiesen werden kann, dass das Management Wert auf nachhaltiges Wirtschaften legt.

Immobilienunternehmen, die den grünen Strom an ihre Mieter*innen verkaufen können, erfüllen somit außerdem den sozialen Aspekt. Gleichzeitig ist selbst produzierter Solarstrom langfristig immer günstiger als der aus dem Netz bezogene Strom. So können zugleich CO2 Emissionen und Stromkosten reduziert werden, während Unternehmen ihr Engagement für Nachhaltigkeit und Klimaschutz zeigen.

Nachhaltigkeit bedeutet auch in der Wirtschaft längst nicht mehr nur wirtschaftlich nachhaltig zu agieren – vielmehr geht es heute darum, dass sich Unternehmen tatsächlich ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung bewusst werden. Daher ist es erwähnenswert, dass Unternehmen mit einer Photovoltaikanlage – neben den ESG-Kriterien – auch ihren Corporate Carbon Footprint verbessern.

Zu diesem gehören nicht nur die direkten Treibhausgasemissionen, die am Unternehmenssitz oder den Standorten entstehen (bezeichnet als Scope 1). Auch indirekte Emissionen, wie die aus den Kraftwerken zur Stromerzeugung (Scope 2) oder die Emissionen, die in den vor- und nachgelagerten Prozessen,  also bei Lieferant*innen, im Transport oder im Handel (Scope 3) entstehen, gehören dazu.

Durch eine Solaranlage werden somit nicht nur die Stromkosten gesenkt, sondern auch der CO2-Abdruck durch die gesamte Lieferkette nachweislich verringert. Das ist auch aus unternehmerischer Sicht sinnvoll: Oft fordern Geschäftspartner*innen mittlerweile einen möglichst niedrigen Carbon Footprint ein.

So macht sich der Solarstrom im CSR-Bericht bemerkbar

Für die Nachhaltigkeit von Unternehmen wird auch der Begriff “Corporate Social Responsibility”, kurz CSR verwendet. Darunter fallen freiwillige soziale und ökologische Standards und Aktivitäten die ein Unternehmen im Rahmen seiner Geschäftstätigkeiten und in seinen Beziehungen zu relevanten Interessengruppen, wie Mitarbeiter*innen oder Anteilseigner*innen aufzeigen kann. Dies wird in entsprechenden Nachhaltigkeitsberichten oder CSR-Reports festgehalten.

Seit 2017 sind alle Unternehmen, die an der Börse gelistet sind, sowie mittelgroße und große Kapitalgesellschaften, die festgelegte Grenzen überschreiten, gesetzlich dazu verpflichtet, einen nichtfinanziellen Lagebericht zu veröffentlichen.

Damit soll sich die Transparenz von Unternehmen in ökologischen und sozialen Fragen erhöhen. Außerdem steigt so der Anreiz für Unternehmen, sich mit diesen Themen auseinander zu setzen.

Der CSR-Bericht ist dabei inzwischen weit mehr als nur ein Marketing-Instrument. Er hat sich von einem Indikator für Klimafreundlichkeit zu einem Instrument der Überprüfung nachaltigen Wirtschaftens entwickelt. Und diese wird zunehmend von Kund*innen und Investor*innen eingefordert.

Unternehmerischer Klimaschutz bringt auch finanzielle Vorteile mit sich

In der Praxis hat der CSR-Report auch finanziell eine besondere Bedeutung. Denn die darin aufgeführten CO2-Emissionen können sich in Zukunft auch auf den wirtschaftlichen Umsatz von Unternehmen auswirken: Ab Januar 2021 startet die CO2-Bepreisung für Verkehr und Wärme mit 25 Euro pro Tonne CO2.

Je geringer die Emissionen eines Unternehmens, desto geringer die Belastungen durch den CO2-Preis. Daher ist es für Unternehmen unausweichlich, sich mit der Thematik zu beschäftigen. Auch die Preise von Rohstoffen können jederzeit steigen.

Da ihre Gewinnung häufig mit großem Aufwand und Folgen für die Umwelt verbunden ist, ist es wichtig verantwortungsvoll mit ihnen umzugehen und sie effizient einzusetzen. Unternehmen, die heute vorangehen und ökologische Verantwortung übernehmen, können also auch wirtschaftlich profitieren.

Doch die Zusammenstellung der CO2-Emissionen für den CSR-Bericht bringt weitere Vorteile mit sich: Im Prozess erhalten Unternehmen selbst Klarheit in ihren eigenen Emissionen. So können sie feststellen, wo ihre größten Emittenten und somit die größten Hebel zur künftigen Reduzierung liegen. Daraus können sie wiederum eigene Maßnahmen ableiten und umsetzen.

Green Lease: Ausrichtung des Mietvertrags auf Nachhaltigkeit

Eine Projektgruppe von deutschen Immobilienexpert*innen hat einen Standard mit 50 Regelungsempfehlungen für grüne und nachhaltige Mietverträge, sogenannte “Green Leases” entwickelt. Dabei wird sowohl die Zertifizierung des Gebäudes, als auch eine nachhaltige Nutzung und Bewirtschaftung betrachtet.

Von einem solchen, auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Mietvertrag, haben beide Seiten nur Vorteile. Vermieter*innen gewinnen an Prestige und erweitern ihr Portfolio um ein nachhaltiges Inserat, während Mieter*innen auch im urbanen Raum die Möglichkeit haben, aktiv am Klimaschutz zu partizipieren.

Zudem können vertragliche Regelungen helfen die Kosten zu reduzieren und die Attraktivität der Immobilie steigern.

Solarer Strom vom eigenen Dach: Die ideale Lösung für Gewerbeimmobilien

Der wohl sichtbarste Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen von Gewerbeimmobilien bleibt die Installation einer Photovoltaikanlage. Mit Solarstrom vom eigenen Dach schafft man es so effektiv wie mit kaum einer anderen Methode, die eigenen Emissionen zu senken.

Und diese Reduktion betrifft nicht nur das Unternehmen selbst, sondern auch die Kund*innen – beispielsweise bei der Lieferung von Produkten zur Weiterverarbeitung. Der Beitrag zur Reduzierung der eigenen Emissionen kann sich damit auch positiv auf die Geschäftsbeziehungen auswirken.

Gleichzeitig setzt die Photovoltaikanlage auf dem Dach ein echtes Statement. So zeigen Unternehmen heute ihr Engagement für Klimaschutz nach außen! Die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen, externen Anbieter sorgt dabei für eine schnelle und unkomplizierte Umsetzung.


Der Autor

Andreas Kühl ist ein erfahrener Energieblogger mit hohem Interesse an einer Energiewende mit innovativen Technologien und Geschäftsmodellen. Er schreibt seit März 2019 regelmäßig für das Mieterstrom-Magazin von SOLARIMO und ist auch Experte für Gebäudeenergie bei SOLARIMO mit dem fachlichen Hintergrund als Dipl.-Ing. (FH) Bauphysik.