Leitfaden: Direktinvestments in laufende Solaranlagen

Leitfaden: Direktinvestments in laufende Solaranlagen

Erfolgreich und sicher in Deutschland investieren

Die wichtigsten Hinweise für Privatinvestoren auf einen Blick.

Der Investitionsleitfaden - auch als PDF verfügbar

Dieser Leitfaden ist bereits die dritte Auflage unseres erfolgreichen Investitionsleitfadens „Direktinvestments in laufende Solaranlagen“. Der Leitfaden ist über unsere Webseite auch als kostenloser PDF-Download verfügbar.

Kapitel 1

Editorial

Sehr geehrte Solar-Interessierte,

danke für Ihr Interesse an unserem Kurzleitfaden „Direktinvestments in laufende Solaranlagen“. Der Leitfaden, der auch als PDF zum Download verfügbar ist, liegt mittlerweile in der bereits dritten Auflage vor. Wir haben die dritte Auflage um zahlreiche Informationen erweitert, die Ihnen beim Erwerb eine laufende Anlagen hilfreich sein werden – zum Beispiel die Entwicklung des EEG, der Erklärung, was einen Asset- von einem Share Deal unterscheidet sowie ein übersichtliches Dokumentenverzeichnis.

Solaranlagen bleiben eine sichere und stabile Wertanlage. Vielen ist jedoch nicht bekannt, dass man nicht immer selbst bauen muss, um Eigentümer einer Photovoltaikanlage zu werden. Eine große Anzahl bestehender Anlagen in Deutschland wird weiterverkauft, lange bevor die staatlich garantierte Einspeisevergütung ausläuft. Damit sind diese auch für Privatinvestoren, die nicht selbst bauen wollen, eine interessante Anlagemöglichkeit.

Der Zweitmarkt besteht aus Anlagen, deren Besitzer gebundenes Kapital wieder flüssig machen wollen – sei es, um Liquiditätsengpässe zu beheben oder ihr Portfolio umzuschichten.

Für Investoren bietet sich so die Gelegenheit, eine bestehen- de Solaranlage zu kaufen. Das hat Vorteile: Die tatsächlichen Erträge einer laufenden Solaranlage lassen sich anhand der Einspeise-Daten der zurückliegenden Monate und Jahre exakt feststellen, der Investor muss sich nicht auf bloße Prognosen zum Stromertrag verlassen. Darüber hinaus entfallen der Zeitaufwand sowie alle Risiken bei Genehmigung, Bau und Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage. Das Investment in eine bestehende Solaranlage genügt hohen Sicherheitsansprüchen bei voller Kontrolle über das Anlageobjekt. Hier winken attraktive Renditen.

Professionelle Kapitalanleger investieren ihr Geld seit langem im Zweitmarkt für Solaranlagen. Private Investoren standen jedoch bisher vor der Herausforderung, überhaupt eine passende Solaranlage zu finden und mit Verkäufern in Kontakt zu treten.

Der Online-Marktplatz von Milk the Sun schafft hier seit Jahren Abhilfe. Er unterstützt Anleger bei der Suche nach geeigneten Anlagen, bietet Anlagendetails sowie die Möglichkeit zum Vergleich von Standort und Technik. Der Vertragsabschluss wird direkt mit dem bisherigen Eigentümer umgesetzt.

Milk the Sun ist dabei der neutrale Vermarkter zwischen Käufer und Verkäufer. Um die Transaktion und den Anlagenbetrieb so einfach und erfolgreich wie möglich zu gestalten, bietet der Marktplatz zusätzlich Service-Dienstleistungen rund um die Photovoltaik an. Ziel des Unternehmens ist auch, dass potenzielle Käufer den Wert der laufenden Solaranlage und alle kommenden Betriebskosten zuverlässig einschätzen können.

Was Sie bei der Investition in eine laufende Solaranlage beachten sollten und welche Experten Sie dabei unterstützen, darüber informiert Sie dieser Leitfaden. Er liefert einen kompakten Überblick, erhebt dabei aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bitte informieren Sie sich vor dem Kauf einer Solaranlage zusätzlich bei Fachexperten wie technischen Sachverständigen, Rechtsanwälten und Steuerberatern.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit Ihrer Anlagestrategie!

Ihre Milk the Sun GmbH

Kapitel 2

Schritt für Schritt zum eigenen Solar-Direktinvestment

1

Anlageziele und Budgetrahmen festlegen

2

Erste Vorauswahl geeigneter Anlagen auf www.milkthesun.com

3

Nach Freischaltung durch Milk the Sun:

  • Kontaktaufnahme mit dem Eigentümer
  • Klärung von Fragen
  • Prüfung ergänzender Dokumente
  • Besichtigung der Anlage

4

Optional: Milk the Sun bietet Kontaktmöglichkeiten

zu unabhängigen Gutachtern, spezialisierten Steuerberaten und Anwälten sowie weiteren Dienstleistern

5

Eigenkapitalquote und Bankfinanzierung klären

Ziel: Finanzierungsbereitschaftserklärung

Milk the Sun unterstützt Sie bei der optimalen Finanzierung.

6

Technische, kaufmännische und steuerliche Prüfung der Anlage

  • Technische Prüfung durch einen Solarfachverständigen (technische Due Diligence)
  • Kaufmännische und steuerliche Prüfung durch einen Steuerberater (kaufmännische Due Diligence)

7

Vertragsverhandlung mit dem Eigentümer der PV-Anlage und der Bank

8

Erstellung oder Prüfung der Kaufvertrags-Unterlagen

9

Vertragsunterzeichnung direkt mit dem Verkäufer bei der PV-Anlage und Sicherheitenbestellung für Bank

Marktplatzgebühren für den Einkauf von Solarkraftwerken bei Milk the Sun fallen nur nach erfolgreichem Kaufabschluss an

Kapitel 3

Rentabilität von Solaranlagen – Investitionen im Vergleich

Mit einem im Vergleich zu anderen Geldanlagen günstigen Risiko-Rendite-Verhältnis können 3 bis 8 Prozent Rendite erwirtschaftet werden – das zeichnet die Investition in bestehende Solaranlagen aus.

Investition in Photovoltaik
Für kaum eine andere Investition lassen sich Einnahmen und Ausgaben langfristig so gut kalkulieren wie für eine Solaranlage. Ermöglicht wird dies durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Personen, die eine Solaranlage betreiben, erhalten für den ins Netz eingespeisten Solarstrom über 20 Jahre lang eine staatlich garantierte Vergütung vom Netzbetreiber. Wie hoch die Rendite ausfällt, ist von vielen Faktoren abhängig. Dazu gehören neben den An- schaffungskosten der Anlage und dem zu erwartenden Stromertrag auch die Finanzierung sowie steuerliche Aspekte

Der Kapitalmarkt bietet heute eine fast unüberschaubare Vielfalt an Anlagemöglichkeiten von der Aktie bis zur Immobilie. Die individuelle Auswahl einer neu zu tätigenden Anlage richtet sich nach der Risikostreuung im vorhandenen Portfolio und nach den Anlagezielen des Investors. Entscheidet man sich für ein renditestärkeres, in der Regel risikoreicheres Investment? Oder eine risikoärmere Geldanlage mit einer zumeist niedrigeren Rendite? Wie lange darf das Geld gebunden sein?

Sachanlagen wie Solarkraftwerke und Immobilien sind vergleichsweise konjunkturstabil. Sie sind in der Regel krisenresistenter als Anleihen oder Aktien. Seit der Finanzkrise 2008 gewichten Investoren Anlageformen mit stabilen Renditen deswegen stärker in ihren Portfolios. So berichtet unter anderem das Handelsblatt davon, dass große Investoren wie der Allianz-Konzern oder die Munich Re ihr Geld verstärkt in Solar- und Windkraftwerken anlegen, da sie angesichts der Dauertiefzinsen auf dem Kapitalmarkt eine gute Anlage-Alternative sind.

 

Gute Renditen erzielbar

Wurde eine Anlage zu marktüblichen Kosten errichtet und liefert für den Standort übliche Erträge, können die erzielbaren Renditen zwischen 3 und 8 Prozent liegen. Solaranlagen spielen ihre besondere Stärke dann aus, wenn volle Kontrolle über die Investition und ein – im Vergleich zu anderen Geldanlagen – günstiges Risiko-Rendite-Verhältnis gewünscht wird. Durch die gesetzlich geregelte Einspeisevergütung bieten Solaranlagen über eine Laufzeit von 20 Jahren in der Regel stabile und verlässliche Einnahmen. Die politische Diskussion über die Vergütung von zukünftig gebauten Solaranlagen trifft bestehende Anlagen dabei nicht. Auch hinsichtlich einer rückwirkenden Gesetzesänderung dürfte kein Grund zur Sorge bestehen. Hier gäbe es erhebliche Bedenken zur Verfassungskonformität. Gutachten des Bundesumweltministeriums kamen zu dem Ergebnis: Es gilt ein Vertrauensschutz bei künftigen Änderungen der Rechtslage des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG). Er betrifft die Vergütung und die Abnahme des Stroms aus erneuerbaren Energien.

 

Geringe Investitionsvolumina möglich

Eine Anlage im Alleinbesitz bringt große Transparenz bei den Einnahmen und umfassende Kontrolle über den Betrieb. Der Alleinbesitz macht – anders als bei einer bloßen Beteiligung – den Eigentümer aber auch zum Betreiber der Anlage. Er kann die Verantwortung für den Betrieb an einen spezialisierten Dienstleister übertragen, so wie der Eigentümer einer Wohnung eine Hausverwaltung beauftragt. Erwirbt ein Anleger einen Kommanditanteil oder beteiligt sich in anderer Form an einer Solaranlage, übernehmen Dritte für ihn den Betrieb und die Verwaltung. Das senkt den individuellen Aufwand, mindert aber auch die Transparenz und kann zusätzliche Verwaltungskosten verursachen.

Verglichen mit anderen Sachwerten wie etwa Windenergieanlagen oder Häusern liegt die Schwelle für den Kauf einer eigenen Solaranlage vergleichsweise niedrig – das bislang kleinste Investment in eine laufende Solaranlage auf MilktheSun.com lag bei rund 20.000 Euro. Auch Investoren mit einem verhältnismäßig geringen Anlagekapital können so Anlagen zu 100 Prozent selbst erwerben. Ein interessantes Modell ist auch das Aufsplitten großer Solarparks in viele Teilanlagen, die als separate Anlagen an verschiedene Investoren einzeln weiterverkauft werden.

Zeitlich ist der Investor beim Kauf einer laufenden Solaranlage nicht so fest gebunden wie bei einer Anlage in Immobilien. Solaranlagen können flexibel wirtschaftlich ge- und wieder verkauft werden.

 

Risiken beim Kauf einer laufenden Solaranlage

Eine bestehende Anlage kann und muss vor dem Kauf eingehend begutachtet werden. Das geschieht in der Regel durch einen Solarsachverständigen. Der Vorzug von Solaranlagen: Die Anlagen sind nach einem einfachen Schema gebaut, sodass sie sich gut und einfach kontrollieren lassen. Zwar können Fehler niemals ganz ausgeschlossen werden, doch lassen sich die meisten möglichen Fehler bei Auslegung und Montage sowie bei der Qualität von Modulen, Aufständerung oder dem Zustand der Wechselrichter vor dem Kauf erkennen und einpreisen. So wird das Risiko einer Fehlinvestition erheblich reduziert. Ein wesentlicher Vorteil liegt zudem in den bekannten Ertragsdaten: Eine laufende Solaranlage hat nachweisbare Stromerträge, die mit den prognostizierten Soll-Werten verglichen werden können. So lassen sich die Einnahmen zuverlässig abschätzen.

Photovoltaik-Verkaufswertrechner

Den angemessenen Verkaufspreis für eine Photovoltaikanlage ermittelt der kostenfreie Verkaufswertrechner unter www.rechner.solar. Basierend auf Faktoren wie der installierten Leistung und der bisherigen Finanzierung bestimmt der Rechner den abgezinsten Zeitwert der Solaranlage auf Basis einer marktüblichen Zielrendite. Zudem liefert der Rechner zusätzliche Preisindikationen bei alternativen Zielrenditen.

Kapitel 4

Solarenergie in Deutschland – Sicherheit in einem etablierten Markt

Solaranlagen rechnen sich dank der gesetzlich geregelten Einspeisevergütung, der gut kalkulierbaren Sonneneinstrahlung und einer millionenfach bewährten Technik.

Neben China und Japan produziert Deutschland weltweit am meisten Solarstrom. 2017 waren in Deutschland rund 1,6 Millionen Solaranlagen auf Dächern und Freiflächen installiert. Zusammen haben diese Anlagen eine Leistung von 41.000 Megawatt (MW), das entspricht mehr als 70 Kohlekraftwerken. Diese Vielzahl von Anlagen sowie Solartechnikern, erfahrenen Kaufleuten und Juristen auf diesem Markt, schafft auch für Ihre Investition Sicherheit.

Solaranlagen lohnen sich Dank der gesetzlich geregelten Einspeisevergütung, der verlässlich kalkulierbaren Sonneneinstrahlung und der inzwischen bewährten Technik. Das haben auch viele Privatleute erkannt: Rund 55 Prozent aller installierten Photovoltaikanlagen wurden privat gebaut. In Deutschland gibt es deshalb im Vergleich zu anderen Ländern besonders viele kleine Anlagen mit einer Spitzenleistung von bis zu zehn Kilowattpeak (kWp). Daneben existieren viele Freiflächenanlagen, die oft zwischen 100 kWp und 10 MWp leisten.

Installierte Solaranlagen in Deutschland nach Größenklassen [Stand Juli 2017, Gesamt: 1.621.885)

  • 0-5 kWp (344.891)
  • 5-10 kWp (618.142)
  • 10-30 kWp (490.447)
  • 30-100 kWp (131.488)
  • 100-1000 kWp (33.265)
  • >1000 kWp (3.642)

Von kalkulierbaren und stabilen Einnahmen profitieren

Um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu beschleunigen, hat der Bundestag im Jahr 2000 das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beschlossen. Das EEG garantiert, dass Erneuerbare-Energien-Anlagen vom lokalen Netzbetreiber an das Netz angeschlossen werden und dass der erzeugte Strom vergütet, abgenommen und zu den Verbrauchern geleitet wird. Dieser Strom wird auf 20 Jahre zu einem gesetzlich definierten Preis vergütet. Bei einer Solaranlage hängt die Höhe der Vergütung von der Art der Anlage ab, von der Höhe ihrer Leistung und davon, wann sie ans Netz gegangen ist.

Der Einspeisetarif einer bestehenden Anlage ändert sich über ihre Betriebsdauer nicht. Um dem technischen Fortschritt Rechnung zu tragen, senkt der Gesetzgeber die Einspeisevergütung lediglich für neuanlagen planmäßig jedes Jahr weiter ab. Je früher eine Anlage in Betrieb genommen wurde, desto höher ist also ihr Vergütungssatz über die gesamte Betriebsdauer. So wird beispielsweise der Strom einer 40 kWp-Aufdachanlage, die 2009 angeschlossen wurde, für 20 Jahre mit 40,91 Cent pro Kilowattstunde (kWh) vergütet. Strom aus einer vergleichbaren Anlage mit einem Anschlussdatum im Jahr 2011 bekommt nur noch 27,33 ct/kWh. Außen vor bleibt hier, dass mit der Zeit auch die Gestehungskosten für Neuinstallationen gesunken sind, da die Preise für Module und Komponenten stark gefallen sind. Dadurch lassen sich auch für Anlagen jüngeren Datums häufig vergleichbare Renditen erzielen.

Die Vergütung hängt dabei an der Anlage. Sie wird auch dann weitergezahlt, wenn die Anlage den Besitzer wechselt. Das ermöglicht es, eine Solaranlage anzukaufen und weiterzuverkaufen.

 

Auf spezialisierte Partner setzen

Die Solarenergie in Deutschland ist seit vielen Jahren fest etabliert. Die installierten Anlagen haben in der Regel einen hohen Qualitätsstandard und die Investoren können auf Serviceunternehmen und Experten mit Erfahrungen und umfassendem Know-how zurückgreifen, um ihr Investment zu bewerten und zu erhalten. Dies fängt bei der Prüfung einer zu verkaufenden Anlage durch einen qualifizierten Gutachter an und hört bei der Instandhaltung und Wartung für einen einwandfreien Betrieb durch einen kundigen Handwerker auf. So ist garantiert, dass eine gut gewartete Anlage dauerhaft hohe Erträge liefert.

„Aktuelle Marktdaten

Aktuelle marktdaten bieten unter anderem der Bundesverband Solarwirtschaft e. v. (BSW-Solar) auf  www.solarwirtschaft.de und die European Photovoltaic Industry Association (EPIA) unter www.epia.org.“

Kapitel 5

Marktkommentar: Photovoltaik-Ausbau beflügelt den Zweitmarkt

Von Dirk Petschick, Geschäftsführer und Mitgründer von Milk the Sun

Vom stürmischen Zubau bis hin zum annähernden Erliegen des Neubaus von Photovoltaik-Anlagen – und wieder zurück? Diese Frage stellt sich aktuell die gesamte Solarbranche. Es gibt jedoch guten Grund zur Hoffnung: Immer weiter sinkende Systempreise, stabile Einspeisevergütung und neue Lösungen zur Stromvermarktung haben den Photovoltaik-Zubau zuletzt wieder deutlich ansteigen lassen.

Seit – und vor allem auch wegen – der Solarkrise 2012 haben Investoren zunehmend in laufende Solaranlagen investiert. Hier lockten und locken bis heute attraktive und planbare Renditen, während der Bau neuer PV-Anlagen zeitweise kaum noch wirtschaftlich schien.

Dieser Umstand hat sich geändert. Der Neubau von Solaranlagen erlebt nach einem jahrelangen Rückgang eine Renaissance. Durch gesunkene Systempreise für die Errichtung von PV-Anlagen, stabile Einspeisevergütungen und neue Vergütungsmodelle sowie einem historisch niedrigen Zinsniveau können mit neuen Solaranlagen wieder attraktive Renditen erwirtschaftet werden. Das Investment in Photovoltaik-Erstmarktprojekte – also Turnkey-Anlagen bzw. Projektrechte – schließt damit wieder zum Investment in Bestandsanlagen auf. nun stellt sich die Frage: Werden Zweitmarkt-Investments für Investoren unattraktiver oder kann das steigende Angebot neuer Solaranlagen den Zweitmarkt zu einem weiteren Wachstum verhelfen?

 

Der Neubau von PV-Anlagen sorgt für Entlastung

Der Neubau von PV-Anlagen bringt einen signifikanten Vorteil für den Photovoltaik-Zweitmarkt: Er liefert Entlastung durch mehr Angebot. Die in den letzten Jahren stetig gestiegene Nachfrage nach PV-Projekten durch fehlende Investitionsalternativen hat zu einem deutlichen Anstieg der Preise für Bestandsanlagen und damit sinkenden Renditen bei den Erwerbern geführt. Diese nachfrage kann durch die steigende Anzahl an Angeboten besser und diversifizierter bedient werden. Das bedeutet nicht nur ein besseres Matchmaking, sondern einen noch liquideren Markt durch mehr Angebot – und damit eine Stabilisierung der Renditen.

Das zunehmende Angebot an Neubauprojekten wird den Handel von Zweitmarktprojekten sogar weiter stimulieren, denn Betreiber von Bestandsanlagen können diese zu attraktiven Preisen weiterverkaufen und die Erlöse in neue Erstmarktprojekte reinvestieren, um gegebenenfalls steuerliche Effekte erneut nutzen zu können.

Die Wiederbelebung des Photovoltaik-Zubaus wird den Zweitmarkt also keineswegs kannibalisieren. Ganz im Gegenteil

erwarten wir durch die zusätzlichen Angebote von Erstmarktprojekten einen zukünftig noch stärkeren und liquideren Zweitmarkt.

 

Erstmarkt-Projekte beflügeln den Online-Handel

Dass der Trend, Solaranlagen online zu handeln, keineswegs stagniert, sondern weiter dynamisch zunimmt, lässt sich sehr gut anhand der Entwicklung der Transaktionen auf unserem Online-Marktplatz www.milkthesun.com erkennen.

nachdem sich das Handelsvolumen auf unserem Marktplatz in 2015 gegenüber dem Vorjahr mit einem Transaktionsvolumen von fast 100 Millionen Euro verdoppelt hatte, stieg das Handelsvolumen im Jahr 2016 nochmals deutlich auf rund 250 Millionen Euro. Bemerkenswert ist dabei, dass 2016 nicht nur die Transaktionen im Zweitmarkt gestiegen sind, sondern der Erstmarkt überproportional zulegen konnte.

Waren 2015 nur 21 Prozent der gehandelten Projekte Erstmarkt-Projekte, hat sich dieser Wert 2016 auf 47 Prozent mehr als verdoppelt. Für das laufende Jahr 2017 erwarten wir bei einem weiter steigenden Transaktionsvolumen einen ähnlichen prozentualen Anteil an Neubauprojekten gemessen am Gesamthandelsvolumen.

Der Handel mit Erst- und Zweitmarktprojekten ist nicht nur weitergewachsen, er wurde nochmals deutlich schneller. Die Umschlagsgeschwindigkeit der über unseren Online-Marktplatz angebotenen Projekte – das heißt von der Veröffentlichung bis zum Verkauf – beträgt im Schnitt nur noch drei Monate. Bereits 18 Prozent aller Anlagen wurden im vergangenen Jahr innerhalb eines Monats verkauft, womit sich die Effizienz gegenüber dem Vorjahr nochmals verdoppelt hat.

 

Zunehmender Neubau von PV-Anlagen + größeres Angebot an Bestandsanlagen = weiteres Wachstum des Onlinehandels

Wir blicken optimistisch in die Zukunft: Zusammen mit einer weiteren Zunahme von Angeboten von Bestandsanlagen und der deutlichen Zunahme der Angebote an sogenannten Abbauanlagen rechnen wir mit einer erneuten Verdopplung der Transaktionen in Deutschland.

Kapitel 6

Auf dem Weg zur eigenen Solaranlage

Investoren können auf jahrelange Erfahrungen und Know-how praxiserprobter Partner und Dienstleister zurückgreifen.  Das sichert ihr Investment.

Wie bei Immobilien auch, können Investoren vor dem Kauf einer Solaranlage eine sogenannte Due Diligence durch unabhängige Fachleute wie Ingenieur- oder Gutachterbüros in Auftrag geben. Dabei handelt es sich um eine mit „gebotener Sorgfalt“ durchgeführte Prüfung. Hier werden die Stärken und Schwächen der Anlage sowie die entsprechenden Risiken analysiert. Auf dieser Basis wird der tatsächliche Wert der Anlage ermittelt. Käufer und Verkäufer legen gemeinsam fest, wann und in welchem Umfang die Anlage geprüft wird, und ob eine Gebühr bezahlt wird, falls der Kauf nicht zustande kommt.

Bei einer Solaranlage wird jeweils eine technische und eine kaufmännische Due Diligence durchgeführt. Im Rahmen der technischen Due Diligence werden sämtliche technischen Dokumentationen und Verträge – auch auf ihre Vollständigkeit hin – überprüft. Dazu gehören unter anderem der Einspeisevertrag, vorhandene Gutachten zu Ertrag und Langlebigkeit der eingesetzten Solarmodule und die bisherigen Einspeiseergebnisse der Anlage. Darüber hinaus werden die tatsächliche Qualität der Module und Komponenten sowie die Auslegung und die Installation kontrolliert. Da Gewährleistungsansprüche – im Gegensatz zu Garantien – beim Kauf einer bestehenden Anlage in der Regel verfallen, ist es für den Investor besonders wichtig, dass bestehende Mängel und Risiken vorab ausfindig gemacht werden. Ihre Reparatur kann beim Kauf eingepreist werden.

Die kaufmännische Due Diligence zeigt auf, welche Verpflichtungen und Verbindlichkeiten wie Wartungsverträge oder Versicherungen mitgekauft werden (müssen) und welche Garantien und Haftungsansprüche und -pflichten bestehen. Sie wird in der Regel von einem spezialisierten Steuerberater durchgeführt. Zur genauen Ausgestaltung des Kaufvertrags sollte außerdem ein auf erneuerbare Energien spezialisierter Anwalt hinzugezogen werden.

Kosten des laufenden Betriebs

Neben den Anschaffungskosten fallen im laufenden Betrieb einer Solaranlage weitere Kosten an, auf deren Basis ihre Wirtschaftlichkeit realistisch kalkuliert werden kann. Für eine grobe Schätzung gehen Experten von Betriebskosten in Höhe von 1 bis 2 Prozent der Investitionskosten pro Jahr aus. Zu den Betriebskosten gehören:

Überwachung und Instandhaltung

Um den dauerhaften, einwandfreien Betrieb der Solaranlage gewährleisten zu können, empfiehlt es sich, diese regelmäßig überwachen und warten zu lassen. Je nach Anspruch des Investors oder der finanzierenden Bank werden unterschiedliche Lösungen am Markt angeboten – von der eigenen Überwachung durch den Investor mittels Softwarelösung und der Fehlerbehebung in Eigenregie bis hin zu Vollwartungsverträgen, die als Rundum-Sorglos-Paket angeboten werden und regelmäßiges Monitoring, Inspektionen und Fehlerbeseitigungen/Reparaturen beinhalten. Ein Vergleich der vielschichtigen Angebote auf dem Markt ist unbedingt anzuraten.

Reinigung

Verschmutzungen der Solaranlage verringern die Erträge. Deshalb ist es ratsam, die Anlage regelmäßig reinigen zu lassen. Im Normalfall reicht das alle zwei Jahre, es sei denn, die Anlage steht in der Nähe von Landwirtschafts- oder Industriebetrieben und wird daher stärker verschmutzt.

Reinigungsstudie

Die Frage, wie wirksam eine PV-Reinigung ist, wurde lange Zeit kontrovers diskutiert. Milk the Sun hat mit seiner eigens durchgeführten Reinigungsstudie nachgewiesen, dass sich eine Reinigung definitiv lohnen kann. Dachanlagen sind in der Regel Schmutz stärker ausgesetzt als Freiflächenanlagen.

Wechselrichter

Um den in einer Solaranlage produzierten Gleichstrom als Wechselstrom ins Netz einspeisen zu können, besitzt jede Solaranlage mindestens einen Wechselrichter. Wechselrichter sind in der Regel nicht so langlebig wie die Solarmodule und müssen daher nach rund zehn Jahren ausgetauscht werden. Die zu erwartenden Kosten hängen dabei stark vom Typ des verwendeten Wechselrichters ab.

Die optimale PV-Versicherung finden

Eine gute PV-Versicherung zeichnet eine optimale Abdeckung von Schäden an der Anlage und Ertragsausfällen bei gleichzeitig bezahlbarer und fairer Prämie aus. Die Prämie selbst hängt dabei vom Risiko des jeweiligen Systems ab.

Als Faustregel gilt für größere Anlagen dennoch: Idealer Versicherungsschutz ist bereits ab einer Netto-Jahresprämie von 1€ pro kWp möglich. Gerade Alt-Verträge (etwa bei Übernahme) sollten aufgrund geänderter Rahmenbedigungen nicht ungeprüft bleiben.

Versicherungen

Es ist ratsam, eine Photovoltaik-Anlage vor Ertragsausfällen und Forderungen Dritter abzusichern. Äußere Schäden wie etwa Wettereinflüsse oder Vandalismus und daraus folgende Ertragsausfälle werden durch eine PV-Versicherung abgedeckt. Für eine 40-kWp-Anlage kostet sie etwa 75 Euro pro Jahr. Eine Haftpflichtversicherung versichert gegen Schäden, die durch die Anlage an Dritten entstehen können. Sie kann separat erworben oder in der PV-Versicherung inkludiert werden. Als Kombination fallen bei 40 kWp etwa 95 Euro im Jahr an.

Messstelle/Messdienstleistungen

Für den Netzanschluss, den Zähler und die Messdienstleistung fallen ebenfalls jährlich wiederkehrende Kosten an, die an den Netzbetreiber zu bezahlen sind. Diese variieren je nach Netzbetreiber und liegen bei einer 40-kWp-Anlage ungefähr zwischen 30 und 100 Euro.

Pachtkosten

Wenn die Freifläche oder das Dach, auf der die Solaranlage installiert wurde, nicht dem Anlagenbesitzer gehören, werden neben den Betriebskosten in der Regel auch Pachtzahlungen fällig. Verpächter und Pächter können sich hier auf verschiedene Modelle einigen. So kann die Pacht abhängig von der installierten Anlagenleistung, den verbauten Quadratmetern oder dem Jahresertrag der Anlage gezahlt oder als einmalige Vorabzahlung geleistet werden.

Steuerliche Abschreibung einer Solaranlage

Durch den Kauf einer Solaranlage können unter Umständen Steuervorteile wie bei anderen Investitionen in Sachen und Betriebe erschlossen werden. Es lohnt sich deshalb, die konkrete Investition durch einen geeigneten Steuerberater prüfen zu lassen.

Wer den Strom einer Photovoltaikanlage in das öffentliche Netz einspeist und dafür eine Vergütung erhält, gilt als Gewerbetreibender. Das Gewerbe muss zwar nicht immer angemeldet werden, aber der Solaranlagenbetreiber ist umsatzsteuerpflichtig. Einen Überblick über die steuerlichen Auswirkungen des Kaufs einer Solaranlage bietet die Broschüre „Hilfe zu Photovoltaikanlagen“ des Bayerischen Landesamts für Steuern: http://tinyurl.com/pv-steuer

Qualifizierte Dienstleister

Eigentümer und Betreiber können sich beim Kauf- oder Verkauf einer Solaranlage und bei ihrem Betrieb unterstützen lassen. Bei Milk the Sun finden Sie eine große Auswahl qualifizierter Dienstleister rund um die Photovoltaik – egal, ob Sie die Rendite Ihrer Anlage maximieren möchten, Ihr Projekt einer gründlichen Prüfung unterziehen wollen oder Unterstützung beim Verkauf Ihrer Anlage benötigen.

Finanzierung

Banken sind in der Regel gern bereit, Solarprojekte mit ihrer erprobten Technik, der gesetzlich geregelten Einspeisevergütung und den daraus resultierenden, gut planbaren Zahlungsströmen zu finanzieren. Bei der Wahl der richtigen Bank ist zu beachten, dass einige Banken dem Regionalprinzip unterliegen und daher nur Projekte aus der Region finanzieren dürfen.

Grundsätzlich werden Solarprojekte auf zwei Arten finanziert. Der gebräuchlichste Weg ist die Projektfinanzierung (Cashflow-basierte non-Recourse-Finanzierung), bei der die Rückzahlung der aufgenommenen Finanzierungsmittel allein aus den zukünftig zu erwirtschaftenden Erträgen (Cash flow) erfolgt. Bei der Projektfinanzierung von Solaranlagen vergibt die Bank ihre Darlehen auf Basis der freien liquiden Mittel, der vollständigen Besicherung der Photovoltaikanlage und ihrer Erlöse. Die Höhe des Fremdfinanzierungsanteils bemisst sich hauptsächlich am

Liquiditätsüberschuss der Photovoltaikanlage, der zur Darlehenstilgung verwendet werden kann. Üblicherweise wird mit einer Fremdkapitalquote von 70 bis 85 Prozent gerechnet. Alternativ kann die Hausbank die Photovoltaik-Finanzierung auf die persönliche Bonität und das Einbringen besonderer Sicherheiten abstellen.

Um die jeweilige Solaranlage bewerten und die Finanzierung kalkulieren zu können, benötigt die Bank im Vorfeld verschiedene Informationen. Dazu gehören eine Projektbeschreibung mit den wesentlichen technischen Komponenten sowie eine Auflistung aller laufenden Kosten der Anlage wie Betriebskosten und Versicherungen. Auch ein Ertragsgutachten muss eingereicht werden. Für größere Anlagen, die bankseitig mit mehr als einer Million Euro finanziert werden, gelten häufig schärfere Bedingungen. In beiden Fällen erfolgt die Finanzierung in der Regel in Form eines Tilgungs- oder Annuitätendarlehens. Als Sicherheiten werden zumeist die Einspeiseerlöse und die Übereignung der Anlage herangezogen.

Bei der Wahl der finanzierenden Bank sollte die Gestaltung der Konditionen ein wichtiges Kriterium sein. neben der Darlehenslaufzeit, den Zinssätzen sowie Zinsbindungen sollten auch solche Punkte wie Sondertilgungsrechte und die Berechnung von Vorfälligkeitsentschädigungen bei der vorzeitigen Rückzahlung der Darlehen Gegenstand der Verhandlungen sein. Dies spielt dann eine Rolle, wenn die Anlage während der Laufzeit veräußert werden soll und keine Möglichkeit besteht, die Darlehen auf den künftigen Erwerber zu übertragen.

Der Weg zur passenden Finanzierung

Ein geeignetes Kreditinstitut für die Finanzierung der Photovoltaik-Anlage zu finden ist nicht immer einfach. Sprechen Sie mit uns. WIr helfen Ihnen bei der Suche nach einem passenden Angebot.

Kapitel 7

Dokumentencheckliste: Welche Dokumente sind nötig?

Beim Kauf einer Solaranlage sind zahlreiche Faktoren zu beachten. Gute Vorbereitung erleichtert Ihnen den gesamten Prozess. Wir haben eine Liste der wichtigsten Dokumente bereitgestellt, die Sie zur Hand haben und zu Beginn des Kaufprozesses prüfen sollten. Diese Aufzählung beinhaltet beispielhaft diejenigen Dokumente, die erfahrungsgemäß bei den meisten Investitionsvorhaben vorliegen.

Allerdings ist jedes Projekt unterschiedlich, so dass im Einzelfall auch weniger oder sogar zusätzliche Dokumente erforderlich sind.

Aussagekräftige Fotodokumentation der Anlage


Exposé / Business Plan über Ziele und Rentabilität


Grundstücksdokumentation: Grundbuchauszug, Übersichtspläne, Bewilligungsurkunden, Gebäude-Dokumentation, statische Gutachten


Baurecht / Bebauung: Baugenehmigungen, erteilte Freistellungen, ggf. BImSchGGenehmigung


Nutzungs- und Grundstückskaufverträge: Nutzungs- und Pachtverträge inkl. Nachträge, Kaufverträge


Netz und Einspeisung: Einspeisezusage des Netzbetreibers, Plan der Kabeltrasse, Netzanschlussbestätigung und Vertrag, Zuschlagsunterlagen Ausschreibung


Gesellschaftsrecht: Handelsregisterauszüge, Gesellschaftsvertrag, Gewerbeanmeldung


Photovoltaikanlage: Baubeschreibung, Datenblätter und Garantien für Bauteile (Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion), ggf. Anlagenzertifikate, Ertragsgutachten


Errichtung: GU-Vertag und Endabnahme


Betrieb: Service-, Wartungs-, Instandhaltungs- und Betriebsführungsverträge, technische Berichte, Abrechnungen des Netzbetreibers (oder Direktvermarkters), ggf. Dokumentation zur Direktvermarktung, Diebstahlschutz


Versicherungen: Sach-/Ertragsausfall, Haftpflichtversicherung, Garantieverlängerungen


Finanzierung: Darlehens-/ Finanzierungsverträge, Sicherheiten, Gesellschafterdarlehen, Rückstellungen und Rückbaubürgschaften


Finanzen / Steuern: Steuernummer, USt. Idnr., Jahresabschlüsse, Steuererklärungen, Steuerbescheide

Der Solarganizer

Zu jeder Anlage auf Milk the Sun gibt es die Möglichkeit, Dokumente übersichtlich und sicher im sogenannten Solarganizer abzulegen, um die Dokumentation der Anlage zu erleichtern und den Verkaufsprozess so übersichtlicher zu gestalten.

Kapitel 8

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz: Eine Entwicklungsübersicht

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fördert den Strom aus PV-Anlagen über einen Zeitraum von zwanzig Jahren. Die Höhe der Förderung – die von der Art der Anlage, der Leistung und dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme abhängt – sowie die Einhaltung der Anforderungen des EEG spielen daher für Ihr Investment eine zentrale Rolle. Die EEG-Förderung besteht entweder aus einer Einspeisevergütung oder einer sogenannten Marktprämie, die bei der Direktvermarktung zusätzlich zum Verkaufserlös gezahlt wird.

Das EEG hat seit seiner ursprünglichen Version im Jahr 1990 zahlreiche Reformen durchlaufen. Wichtige Änderungen bei den einzelnen Novellen des EEG haben wir für Sie zusammengestellt.

Veränderung rechtlicher Rahmenbedingungen

  • Einführung einer Abnahme- und Vergütungsverpflichtung der Netzbetreiber für Strom aus PV-Anlagen

Höhe der Förderung

  • 90% des Durchschnittserlöses für Strom pro kWh (Wert aus den zwei Jahren von Errichtung der Anlage)

Veränderung rechtlicher Rahmenbedingungen

  • Einführung fester gesetzlicher Vergütungssätze für Strom aus PV-Anlagen
  • Einführung des vorrangigen Netzanschlusses und des Einspeisevorrangs

Höhe der Förderung

  • Anlagen mit Inbetriebnahme bis 2001: mindestens 50,6 Cent je kWh bei jährlich 5 % Degression

Veränderung rechtlicher Rahmenbedingungen

  • Einführung von Anforderungen an die Standorte von Freiflächenanlagen

Höhe der Förderung

  • Anlagen mit Inbetriebnahme 2004: zwischen 45,7 und 62,4 Cent je kWh (je nach Anlagenart) bei jährlich 5 % Degression

Veränderung rechtlicher Rahmenbedingungen

  • Einführung von Meldepflichten gegenüber der Bundesnetzagentur
  • Einführung technischer Vorgaben für Anlagen über 100 kW
  • Einführung von Regelungen zum Einspeisemanagement durch Netzbetreiber und
  • Entschädigungen für Anlagenbetreiber
  • Einführung erster Regelungen zur Direktvermarktung; (reduzierte) Förderung von
  • Eigenverbrauch und Direktlieferung vor Ort

Höhe der Förderung

  • Anlagen mit Inbetriebnahme 2009: zwischen 31,94 und 43,01 Cent je kWh (je nach Anlagenart)
  • Erhöhung der Degression auf jährlich 8 bis 10 % und Einführung des sog. „atmenden Deckels“: Bei hohen Ausbauzahlen und damit höheren Vergütungskosten wird die Vergütung pro kWh schneller abgesenkt.

Veränderung rechtlicher Rahmenbedingungen

  • Konkretisierung der zulässigen Flächen für Freiflächenanlagen, der Förderung von
  • Eigenverbrauch und Direktlieferung vor Ort
  • Einstellung der Förderung auf Ackerflächen
  • Deutliche Absenkung der Fördersätze
  • Änderungen im Degressionsmechanismus

Höhe der Förderung

Veränderung rechtlicher Rahmenbedingungen

  • erneute Absenkung der Vergütungssätze; Ausweitung des „atmenden Deckels“

Höhe der Förderung

Veränderung rechtlicher Rahmenbedingungen

  • Ausweitung der technischen Vorgaben an Anlagen
  • Einführung der sog. gleitenden Marktprämie zur Förderung der Direktvermarktung
  • Konkretisierung der Sanktionen bei Verletzungen von Meldepflichten und technischen Vorgaben

Höhe der Förderung

Veränderung rechtlicher Rahmenbedingungen

  • Neugestaltung der Vergütungsklassen (bis 10 kW, bis 40 kW, bis 1000 kW und bis 10.000 kW)
  • Konkretisierung von Anforderungen an die Inbetriebnahme von Anlagen (feste und vollständige Installation erforderlich)
  • Begrenzung der Förderung von PV-Anlagen in Deutschland auf 52 GW Einführung des sogenannten Marktintegrationsmodells (Pflicht zu Direktvermarktung oder Direktverbrauch des Stroms bei Anlagen zwischen 10 und 1.000 kW)

Höhe der Förderung

Veränderung rechtlicher Rahmenbedingungen

  • Sukzessive Einführung der verpflichtenden Direktvermarktung für Anlagen über 100 kW ab 2016
  • Einführung eines allgemeinen Anlagenregisters
  • Einführung der EEG-Umlage auf die Eigenversorgung für Anlagen ab 10 kW
  • Streichung des Marktintegrationsmodells
  • Einführung weiterer Meldepflichten

Höhe der Förderung

  • Anlagen mit Inbetriebnahme nach Inkrafttreten: zwischen 9,23 und 13,15 Cent je kWh (je nach Anlagenart)
  • Degression nach den Bestimmungen des „atmenden Deckels“
  • Ermittlung der Förderhöhe bei Freiflächenanlagen ab 100 kW durch Ausschreibungen
  • Detaillierte Übersicht auf der Seite der Bundesnetzagentur

Höhe der Förderungen

Veränderung rechtlicher Rahmenbedingungen

  • Einführung einer Förderung bei der Direktlieferung vor Ort in Wohngebäuden und Nebenanlagen ohne Nutzung des Netzes der öffentlichen Versorgung

Höhe der Förderung

  • Mieterstromzuschlag zwischen 2,11 und 3,7 Cent je kWh (je nach Anlagegröße)

Kapitel 9

Der Unterschied zwischen Asset- und Share-Deal

Beitrag von Rechtsanwalt Dr. Florian Valentin, von Bredow Valentin Herz, Parnterschaft von Rechtsanwälten mbB

Beim Kauf einer Solaranlage unterscheidet man zwischen Asset- und Share-Deal. Bei einem Asset Deal erwirbt der Käufer die Vermögenswerte, also die Bestandteile der Anlage. Er muss sicherstellen, dass er in alle für den Anlagenbetrieb wichtigen Verträge eintreten bzw. diese übernehmen kann. Eine Haftung für Altverbindlichkeiten des Verkäufers sollte dabei ausgeschlossen werden. Beim Asset Deal ist es für den Käufer besonders wichtig, dass alle zu erwerbenden Vermögenswerte einzeln aufgeführt und eindeutig definiert werden.

Beim Share Deal dagegen erwirbt der Käufer hingegen (alle) Anteile an der Betreibergesellschaft. Er übernimmt damit auch alle in der Gesellschaft bestehenden Verbindlichkeiten und Risiken. Beim Erwerb einer PV-Anlage von einer natürlichen Person kommt ein Share Deal dementsprechend nicht in Betracht.

Vielfach wird der Verkäufer vorgeben, ob er einen Asset Deal oder einen Share Deal durchführen möchte. Ob aus Sicht des Käufers im Einzelfall ein Share Deal oder ein Asset Deal vorzuziehen ist, kann zum einen von steuerlichen Aspekten abhängig sein. Ein Vorteil des Share Deals kann in einer einfacheren Vertragsgestaltung und damit geringeren Transaktionskosten liegen. Bei Gesellschaften, die bereits eine längere Historie haben, ist allerdings Vorsicht geboten. Hier muss beim Share Deal im

Detail geprüft werden, welche Risiken in der Gesellschaft liegen, da diese automatisch miterworben werden.

Sowohl beim Asset Deal als auch beim Share Deal kommt der Due Diligence des Käufers eine wesentliche Bedeutung zu. nur bei einer sorgfältigen Prüfung aller für die Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage wichtigen Dokumente kann sichergestellt werden, dass der Kauf am Ende nicht zu einem Flop wird oder in langwierigen rechtlichen Auseinandersetzungen mit dem Errichter, dem Verkäufer oder dem Stromnetzbetreiber endet.

neben der technischen und der wirtschaftlichen Due Diligence kommt dabei der rechtlichen Due Diligence eine besondere Bedeutung zu. Da die Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage von der gesetzlichen Förderung abhängt, muss sorgfältig geprüft werden, ob der Anspruch auf die Förderung in voller Höhe besteht. Fehler in der Vergangenheit, z. B. bei der Dokumentation der Inbetriebnahme oder der Meldung gegenüber der Bundesnetzagentur, können dramatische Auswirkungen auf die Förderung und damit auf die Investition insgesamt haben.

Jedenfalls ab einer bestimmten Anlagengröße bzw. einem bestimmten Transaktionsvolumen sollten dabei fachkundige Berater hinzugezogen werden, die dann auch die Haftung für ihre Prüfergebnisse übernehmen.

Kapitel 10

Wichtige Normen und Regelwerke für Betreiber von PV-Anlagen

Betreiber von PV-Anlagen mit Gewinnerzielungsabsicht sind gefordert ein Gewerbe anzumelden und das Unternehmen bei der Berufsgenossenschaft anzumelden. Somit unterliegen sie auch den Vorschriften der Berufsgenossenschaften, insbesondere der Unfallverhütungsvorschriften. PV-Anlagen, die an das allgemeine Versorgungsnetz angeschlossen sind, unterliegen durch Umwelteinflüsse und besondere Betriebsbedingungen der Alterung und Abnutzung. Um Fehler und Störungen zu vermeiden, bzw. zu beseitigen und damit die Wirtschaftlichkeit, aber insbesondere auch die Anlagensicherheit (Schutz von Personen und Substanzen) zu gewährleisten, sind Anlagen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik von Fachkräften zu installieren und regelmäßig zu prüfen. Wichtig ist, auf eine vollständige Dokumentation zu achten. Insbesondere bei der Übernahme des Errichters muss dieser bestätigen und dokumentieren, dass die errichtete Anlage den Bestimmungen der Unfallverhütungsvorschriften entspricht.

Liste wichtiger Normen und Regelwerke

  • DIN EN 62446 (VDE 0126-23): Netzgekoppelte Photovoltaiksysteme: Mindestanforderung an Systemdokumentation, Inbetriebnahmeprüfung und wiederkehrende Prüfungen.
  • DIN VDE 0100-712 (VDE 0100 712): 2006-06: Elektrische Anlagen von Gebäuden, Teil 7-712: Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art
  • DIN VDE 0100-600: Errichten von Niederspannungsanlagen, Teil 6: Prüfungen
  • DIN VDE 0105-100 (VDE 0105-100):2009-10: Betrieb von elektrischen Anlagen, Teil 100: Allgemeine Festlegungen.
  • BGV A3 Unfallverhütungsvorschriften: Elektrische Anlagen und Betriebsmittel
  • Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)
  • Technische Regeln für Betriebssicherheit TRBS 1201: Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlangen (Dezember 2006).
  • DIN EN 61082-1:2007-03; VDE 0040-1:2007-03: Dokumente der Elektrotechnik Teil 1: Regeln.
  • DIN VDE 0100-510: Errichten von Niederspannungsanlagen, Teil 5-51: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel, allgemeine Bestimmungen.

Kapitel 11

Direktvermarktung von Solarstrom

Was ist Direktvermarktung

Im Rahmen der Direktvermarktung wird der Solarstrom nicht an den Netzbetreiber abgegeben, sondern an einen Dritten verkauft. Dabei unterscheidet man die verpflichtende und die freiwillige Direktvermarktung:

  • Die verpflichtende Direktvermarktung gilt für Anlagen mit mehr als 500 kW Leistung, die ab dem 1. August 2014 in Betrieb gegangen sind.
  • Seit dem 1.1.2016 müssen neue Anlagen bereits ab 100 kW in die Direktvermarktung.
  • Für alle anderen Anlagen ist die Teilnahme an der Direktvermarktung freiwillig.

Die meisten Solaranlagenbetreiber beauftragen spezialisierte Dienstleister mit dem Verkauf ihres Stroms – die Direktvermarkter. So vermeiden sie zusätzlichen administrativen Aufwand und schließen Risiken aus, die mit dem Handel verbunden sind.

Übrigens: Wer eine laufende Solaranlage erwirbt, die sich in der freiwilligen Direktvermarktung befindet, kann problemlos wieder zur Vergütung nach EEG wechseln.

So funktioniert Direktvermarktung

Die Direktvermarktung funktioniert in Deutschland nach dem Marktprämienmodell:

  • Die Einspeisevergütung für den erzeugten Solarstrom fällt weg.
  • Der beauftragte Direktvermarkter kauft dem Betreiber den Strom ab und zahlt ihm einen vertraglich vereinbarten Preis – in der Regel den „Marktwert“ des Stroms. Dieser entspricht dem durchschnittlichen Börsen-Stundenpreis für Solarstrom des Vormonats.
  • Der Verteilnetzbetreiber zahlt ergänzend die „gleitende Marktprämie“. Sie gleicht die Differenz zwischen dem Marktwert und der weggefallenen EEG-Vergütung aus, so dass der Betreiber durch die Direktvermarktung keine Einbußen hat.
  • Die „Managementprämie“ in Höhe von 0,4 Cent pro kWh erhält der Anlagenbetreiber bei der freiwilligen Direktvermarktung zusätzlich zu Marktprämie und Marktwert (sie entsprechen gemeinsam dem EEG-niveau). Die Managementprämie macht den Zusatzerlös aus. Bei der verpflichtenden Direktvermarktung ist die Managementprämie bereits eingepreist und somit kein Zusatzerlös.

Ebenso wie der Anspruch auf die EEG-Vergütung besteht der Anspruch auf die Marktprämie (und damit auch auf die Managementprämie) für 20 Jahre. Bei der Vielzahl von Anlagen, die nicht an den Ausschreibungen teilnehmen müssen, kommt noch das Jahr der Inbetriebnahme hinzu.

Kosten der Direktvermarktung

Für Betreiber mit Anlagen in der Direktvermarktung entstehen im Wesentlichen zwei Arten zusätzlicher Kosten:

Einerseits vergütet der Betreiber seinen Direktvermarkter für die Handelsaktivitäten und das Prognoserisiko. In der Regel wird dafür ein Teil der Zusatzeinnahmen aus der Managementprämie einbehalten. Andererseits gibt das EEG vor, dass alle Anlagen, die sich in der Direktvermarktung befinden, fernsteuerbar sein müssen. Um die Fernsteuerbarkeit zu ermöglichen, werden die Anlagen mit einer zusätzlichen Fernsteuerungstechnik ausgestattet. Die Kosten für diese Technik trägt der Anlagenbetreiber ebenso wie die laufenden Kosten für die Datenübertragung (z.B. für einen Mobilfunkanschluss).

Welche zusätzlichen Risiken gibt es?

Wenn der Betreiber einen Direktvermarkter beauftragt, übernimmt dieser alle mit dem Handel verbundenen Risiken. Auch das Ausfallrisiko (die Einnahmen eines Monats könnten verloren gehen, wenn der Direktvermarkter den Strom zwar verkauft aber dann vor der Auszahlung insolvent wird) wird in der Regel durch Bürgschaften abgesichert. Dennoch ist es ratsam, sich davon zu überzeugen, dass der Direktvermarkter hochwertige Wetter- und Ertragsprognosen erstellen kann und finanziell möglichst gut aufgestellt ist.

Wann lohnt sich die freiwillige Direktvermarktung

Für einen Betreiber ist entscheidend, ob die Mehrerlöse durch die freiwillige Direktvermarktung höher sind als die Mehrkosten. Der Errichter oder Käufer einer neuen Anlage, die zur Direktvermarktung verpflichtet ist, hat dagegen keine Wahl.

Die Mehrerlöse ergeben sich aus der Managementprämie (aktuell 0,4 Cent pro kWh).

Die Mehrkosten umfassen

  • die Vergütung des Direktvermarkters,
  • die (auf die Lebensdauer der Anlage umgelegten) Kosten für die Fernsteuertechnik sowie
  • die Telekommunikationskosten.

Der Aufwand für die Installation der Fernsteuertechnik und die Kosten der Internetverbindung sind bei kleineren Anlagen ebenso hoch wie bei größeren Installationen. Deswegen ist eine bestimmte Anlagenleistung notwendig, damit sich die freiwillige Direktvermarktung lohnt. Eine pauschale Größengrenze gibt es aber nicht.

Impressum

Herausgeber:
Milk the Sun GmbH
Hafenweg 26a
48155 Münster

www.milkthesun.com

V.i.S.d.P.: Milk the Sun GmbH

Der Leitfaden ist auch als PDF-Download erhältlich.
Konzept, Redaktion, Layout und Satz: Sunbeam GmbH.

Simon

Journalist, PR- und Marketingmanager, Blogger bei Milk the Sun.

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