EU: Ab 6. Juni wohl Strafzölle auf chinesische Solarmodule

Laut der Nachrichtenagentur Reuters wird der EU-Handelskommissar vorschlagen, den Import von Solarmodulen aus China mit Strafzöllen zu belegen. Der protektionistische Vorstoß könnte auch die chinesische Regierung in Peking verärgern.

 

Strafzölle für Europa? Die EU-Kommission wird bald eine Entscheidung treffen. iStockphoto.com©scibak

Der aktuelle Fall ist schon seit Beginn ein heikles Thema für Brüssel. Einerseits ist Europa darauf bedacht, seine eigenen Hersteller wie SolarWorld gegen Billig-Importe zu schützen, andererseits ist China als zweitgrößter Handelspartner der EU aber auch wichtig, um dem Staatenverbund aus der Rezession zu verhelfen.

Von Karel de Gucht erwartet man, dass er seinen Kollegen in der EU-Kommission am Mittwoch vorschlägt, dass Brüssel die Zölle erheben sollte um sich vor der Produktion der Chinesen zu schützen, die sich zwischen 2009 und 2011 vervierfacht hat und den derzeitigen weltweiten Bedarf übersteigt.

Mehr als 80 Prozent des europäischen Marktes werden, so Hersteller aus der EU, derzeit von Chinesischen Unternehmen kontrolliert. Vor einigen Jahren, und deshalb wohl sieht sich die Europäische Kommission zum Handeln gezwungen, war der chinesische Anteil nur knapp über Null. Laut IHS entfielen im letzten Jahr etwa 50 Prozent des  weltweiten Solarmarktes auf Europa mit einem Gesamtwert von 77 Mrd. $.

De Gucht geht von einem klaren Fall von Dumping auf dem EU-Markt aus. Es wird als sehr wahrscheinlich erachtet, dass sein Vorschlag bei seinen europäischen Kollegen angenommen wird, womit provisorische Zölle ab dem 6. Juni Gültigkeit hätten.

Experten und Diplomaten gehen von Zöllen in Höhe von ca. 30% aus, was den Export für China deutlich unattraktiver werden lassen würde. Derzeit sind chinesische Module im Schnitt etwa 45 Prozent günstiger als solche aus europäischer Produktion.

Von einem Kommentar zur aktuellen Situation sah die EU-Kommission ab

Quelle: Reuters