Betreiber-Tools: Monitoring oder Asset Management?

Betreiber-Tools: Monitoring oder Asset Management?

Um die Performance Ihres Photovoltaikprojektes im Auge zu behalten, haben Sie diverse Möglichkeiten: von digitalem Monitoring Ihrer Photovoltaikanlage über “digitale Zwillinge” bis hin zu kaufmännisch orientiertem Asset Management. Finden Sie heraus, welche zu Ihnen passt.

Wer sich über Software für den Betrieb einer Photovoltaikanlage und die betriebswirtschaftliche Steuerung des Investments informiert, trifft auf vielfältige Angebote und unscharf definierte Begriffe, wie Monitoring, Asset Management oder Anlagenverwaltung.

Gerade beim ersten Photovoltaikinvestment sorgt dies für Verunsicherung. Was davon ist für den richtigen Betrieb und für den Besitzer notwendig, um die Performance seines Investments im Auge zu behalten?

Welche Software am besten zu Ihnen passt, hängt von Ihren Erwartungen, der Anzahl der Anlagen und davon ab, was Sie selbst in der Hand haben und was Sie delegieren wollen. Natürlich sollten auch wirtschaftliche Aspekte, wie Preis-Leistung eine Rolle spielen.

Letztlich entscheidet die Optimierung der Wirtschaftlichkeit darüber, ob es gelingt, das volle Renditepotenzial Ihres Photovoltaikinvestments auszuschöpfen.

Monitoring übermittelt Informationen zur technischen Performance

Das Monitoring einer Photovoltaikanlage bietet Einblicke in die technische Anlagen-Performance. Sie können Stromerträge und Verbräuche überblicken und sehen, welcher Eigenstromanteil selbst vor Ort verbraucht wird. Oftmals bietet der Wechselrichterhersteller solch ein Monitoring kostenlos an.

Gute Monitoring-Systeme helfen den technisch Verantwortlichen bei der Identifizierung spezifischer technischer Probleme, wenn es beispielsweise an einem einzelnen Modul oder an einem ganzen String zu Ertragseinbußen kommt. Man vermeidet, dass sich kleinere Probleme zu größeren Ausfällen auswachsen.

Kosten für unnötige Anreisen von Solarteuren können möglicherweise eingespart werden. Ein etwaiges Ticket-System sendet Fehlerhinweise und erleichtert die Zeiterfassung zur Behebung dergleichen. Und „digitale Zwillinge” von Solaranlagen simulieren eine künftige technische und kaufmännische Performance.

In Abwägungsprozessen bieten derartige Prognosen eine verbesserte Entscheidungsgrundlage.

Asset Management verschafft technischen und kaufmännischen Überblick

Asset Management ist eine komplette digitale Anlagenverwaltung, die sowohl technische als auch kaufmännische Informationen bereitstellt. Sie können mit ihr im Idealfall die betriebswirtschaftliche Performance samt relevanten Kennzahlen überblicken, welche für die Rendite Ihres Photovoltaikinvestments ausschlaggebend sind.

Kostenintensivere Softwares bieten ebenfalls Metriken über integrierte Schnittstellen zum technischen Betrieb.

Teilweise stellen Asset Management-Systeme Workflows für die Lösung von häufigen Betreiberaufgaben bereit.

Ebenfalls kann es konkrete Anwendungen für Abrechnungen, Terminüberwachungen und ein gebündeltes Dokumenten-Management geben, mit dem Sie die Informationen für die gesamte Lebenszeit Ihrer Anlage im Blick behalten.

Je nach Anwendungsfall kann es nötig sein, dass die Asset-Management Software in der Lage ist, mehrere Photovoltaikanlagen zu verwalten, wenn man ein ganzes Solarportfolio aufbauen und überblicken will.

Welche Anlagenverwaltung ist nun die geeignete für Sie?

Die Entscheidung zwischen den zahlreichen Möglichkeiten fällt häufig nicht leicht, denn durch die Digitalisierung gibt es immer wieder neue Formen der Nutzbarmachung von Daten. Letzten Endes ist es eine reine Investitionsentscheidung, die sich auf die Rendite und den Wert Ihres Investments auswirkt.

 Um eine passgenaue Lösung für sich zu finden, sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Welche Funktionen benötige ich für fundierte Entscheidungen – reines Reporting, Analyse- bzw. Auswertungstools oder sogar Simulationen und Prognosen? Möchte ich dafür lieber einzelne Speziallösungen kombinieren oder eine “All-in-One”-Anwendung?
  • Möchte ich selbst nur kontrollieren und die Analyse an Dritte delegieren, oder möchte ich selbst agieren?
  • Wie tief möchte ich mich mit den Feinheiten der technischen, kaufmännischen und administrativen Aspekte beschäftigen?
  • Möchte ich administrative Funktionen haben, welche die Abwicklung wesentlicher administrativer Vorgänge vereinfachen?
  • Wie intuitiv ist die jeweilige Anwendung auch für Nicht-Spezialisten?
  • Wie einfach können Anlagen in das System eingebunden und weitere Anlagen aufgenommen werden?
  • Möchte ich eine einzelne Anlage verwalten oder ein ganzes Portfolio aufbauen?
  • Wie wirtschaftlich ist die Wahl? Steigert eine kostenpflichtige oder sogar kostenintensive Lösung tatsächlich die Rendite oder den Anlagenwert?

Sie sollten sich nicht von Anfang an auf eine kostenlose Anwendung – wie zum Beispiel die Monitoringportale von Wechselrichterherstellern – festlegen, wenn dieser wesentliche Funktionen fehlen. Schauen Sie sich besser unterschiedliche Lösungen genau an. Behalten Sie dabei im Hinterkopf, dass Sie womöglich externe Dienstleister für eine technische und/oder kaufmännische Betriebsführung beauftragen wollen. Hierbei ist es gut, vorher zu wissen, mit welcher Software Ihre „Dienstleistungskandidaten” arbeiten.

Eine Kombination aus Monitoring und Asset Management kann sinnvoll sein und ein unabhängiges Managen des eigenen Investments ermöglichen. Milk the Sun bietet Anlagenbesitzern eine kostenlose digitale Anlagenverwaltung:

Solar Asset Management Software

 


Dieser Artikel wurde in unserem Betreiberleitfaden veröffentlicht. Alle weiteren Artikel und Informationen zum Betrieb von gewerblichen PV-Anlagen finden Sie unter: Milk the Sun – PV-Betreiberleitfaden.

Dirk Petschick

Mitgründer, Gesellschafter und Geschäftsführer von Milk the Sun, Dirk ist seit 2009 in der PV-Branche aktiv. Er lebt, arbeitet und schreibt für die Energiewende.