Gastbeitrag: Energieeffizienz spielt eine tragende Rolle in der Energiewende

In den zwölf Thesen zur Energiewende der Agora Energiewende heißt es im zwölften Punkt, eine eingesparte kWh ist die günstigste. Machen wir uns das bewusst oder betrachten wir in der Diskussion zur Energiewende doch nur die anderen elf Thesen?

Energieeffizienz ist ein globales Thema

Dabei ist Energieeffizienz weltweit ein wichtiges Thema in der Energiewirtschaft. Die Internationale Energieagentur IEA schätzt, dass im Rahmen der bereits geplanten politischen Maßnahmen zwei Drittel des globalen Energieeffizienzpotenzials nicht ausgeschöpft werden. Durch die Realisierung dieser Effizienzpotenziale könnte die internationale Staatengemeinschaft jedoch fünf Jahre mehr Zeit gewinnen, um den Umfang der vertretbaren CO2-Emissionen so zu begrenzen, dass das 2°C-Ziel erreichbar bleibt (siehe auch diesen Beitrag). Demnach sollte Energieeffizienz zu den wichtigsten Energiequellen der Zukunft gehören.

Grün bedeutet auch effizient. iStockphoto.com©Mehmet Hilmi Barcin

Auch der Weltenergierat sieht in der Steigerung der Energieeffizienz einen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zum Schutz vor Preissprüngen. Das Potential sieht auch dieser Verband noch lange nicht ausgeschöpft.

Diese Einschätzungen gelten weltweit, in jedem Land der Erde gibt es noch große Potentiale zur Verbesserung der Energieeffizienz. In der europäischen Union könnte der Primärenergiebedarf bis 2050 mit Energieeffizienz-Maßnahmen gar um zwei Drittel gesenkt werden. Das wäre ein entscheidender Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen in der Europäischen Union wie geplant bis 2050 um 80 Prozent.

Die Energiewende in den USA beruht auf billigem Erdgas durch die umstrittene Fracking-Technologie, Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Auch wenn Fracking äußerst schädliche Nebenwirkungen auf das Grundwasser haben kann, die reine Klimabilanz könnte sogar besser ausfallen als in Deutschland mit dem Wachstum an der Nutzung von Strom aus Kohlekraftwerken.

Zurück zu Europa, hier gibt es noch die Aufgabe zwei wichtige Richtlinien in nationale Anforderungen umzusetzen. Das wäre die Energieeffizienz-Richtlinie mit wichtigen Anforderungen an Energoieversorger, Beschaffung und öffentliche Gebäude . Und dann haben wir die EU-Gebäuderichtlinie, die den Niedrigstenergie-Standard im Neubau ab 2020 vorschreibt . Anfang Februar 2013 hat die Bundesregierung ihren Entwurf für die neue Energieeinsparvordnung (EnEV) vorgelegt, die in 2014 und 2016 um jeweils 12,5 Prozent höhere Anforderungen haben wird. Das große Einsparpotential haben wir aber vor allem im Gebäudebestand, wo Mieter und Eigenheimbesitzer mit immer höheren Heizkosten zu kämpfen haben durch die steigenden Öl- und Gaspreise. Die Chance auf eine steuerliche Abschreibung von energetischen Sanierungen haben Bundesrat und Bundestag durch die Blockade im Vermittlungsausschuss vertan. Als Ausgleich hat die Bundesregierung immerhin zusätzliche Mittel bereitgestellt für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm.

Wir können noch viel mehr für Energieeffizienz tun

Als Verbraucher haben wir nicht nur die Heizkosten zu bewältigen, die Strompreisdebatte kennen wir ja alle aus den täglichen Medien. Aber wer sich über die Stromkosten beschwert, hat nicht  nur die Möglichkeit den Anbieter zu wechseln. Wir sollten diese Debatte zum Anlass nehmen mal unseren eigenen Stromverbrauch auf den Prüfstand zu stellen. Welchen Einfluss haben unsere Gewohnheiten auf den Stromverbrauch? Können wir nicht mit einfachen Mitteln den Stromverbrauch senken, die uns etwas Mühe aber kein Geld kosten? Dann können wir mal nachsehen welche Haushaltsgeräte recht alt sind und viel Stromverbrauchen, neue hocheffiziente Geräte können sehr viel Strom einsparen. In der Beleuchtung muss man heute nicht mehr unbedingt auf quecksilberhaltige Energiesparlampen zurückgreifen, LED-Leuchtmittel können heute die gute alte Glühbirne ohne weiteres ersetzen.

Auch Industrie, Gewerbe und Handel haben noch immense Einsparpotential5e, die wirtschaftlich genutzt werden können. Clevere Unternehmer, die heute aktiv werden und ihre Potentiale nutzen, haben deutliche Vorteile auf dem Markt. Billige Energie gibt es nur noch durch gesteigerte Effizienz, abgesehen von der eigenen Stromerzeugung.

 

Über den Autor

Andreas Kühl ist verantwortlich für das Online-Magazin energynet.de, Online-Magazin für Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. Der leidenschaftliche Blogger leistet mit seinem Beitrag einen wertvollen Beitrag zur Energiewende durch regelmäßige Informationen zu aktuellen Themen, durch fundierte Kommentare und Meinungen sowie aktuellen Berichten von Veranstaltungen, Messen und Kongressen.

Weitere Quellen: Worldenergy.org, Energynet.de

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