Sicherung Ihrer Solaranlage: 5 Expertentipps

Sicherung Ihrer Solaranlage: 5 Expertentipps

Wer eine eigene Solaranlage errichtet oder in eine solche investiert hat, der erwartet, dass diese über die Lebensdauer maximale Erträge erwirtschaftet. Ertragsausfälle durch falsche Planung, durch mangelhafte Installation, durch falsche Komponentenwahl oder fehlende bzw. unzureichende Wartung lassen sich nie wieder aufholen und verschlechtern somit die Rentabilität des Investments. Die Sicherung Ihrer Solaranlage hilft sowohl temporäre Ertragsausfälle als auch Ertragsausfälle durch eine Verkürzung der Lebensdauer des Solarinvestments zu verhindern. Wir haben fünf Tipps für die langfristige Sicherung Ihres PV-Investments zusammengetragen.

1. Sicherung vor Wettereinflüssen

Eine Solaranlage ist schon von Natur aus während ihrer gesamten Nutzungsdauer allen möglichen Witterungseinflüssen ausgesetzt. Hochwertige Komponenten, wie Module, Wechselrichter, Unterkonstruktionen und Kabel sind so konzipiert, dass sie ein Leben lang den extremen Witterungsbedingungen und jahreszeitlichen Schwankungen gewachsen sind. Somit sollte also schon bei der Planung und Installation der Solaranlage darauf geachtet werden, dass nur hochwertige und entsprechend zertifizierte Komponenten verbaut werden.

Gegen Schäden an Ihrer Solaranlage durch Blitzschlag schützt die Einbindung in ein professionelles Blitzschutzkonzept mit entsprechendem Überspannungsschutz. Dieses sollte nach vermuteten Blitzschlägen regelmäßig überprüft und bei Bedarf erneuert werden.

Vor Schäden durch Hagelschläge kann man eine Solaranlage nicht wirklich schützen. Der Einsatz hochwertiger Module, die aufgrund ihrer besonderen Beschaffenheit sehr widerstandsfähig sind, helfen, dass kaum Schäden entstehen können. Es empfiehlt sich jedoch regelmäßig Sicht- und Thermografie-Kontrollen durchzuführen, um schon kleinste Risse in den Modulflächen zu erkennen und diese zu beheben, bevor größere Schäden daraus entstehen.

Bei der Installation von Wechselrichtern ist darauf zu achten, dass diese möglichst nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind und auch vor Niederschlägen geschützt werden. Zudem sollten Wechselrichter so installiert werden, dass sie für Inspektionen, Wartung und Instandsetzungen gut und sicher zugänglich sind.

Bei der Wahl der Unterkonstruktionen, aber auch der Wahl von Kabeln und Steckverbindungen ist darauf zu achten, dass diese einer hohen UV-Belastung standhalten und entsprechend zertifiziert sind. Kabel und Steckverbindungen sollten möglichst nicht freiliegend installiert werden und vor Feuchtigkeit geschützt sein.

2. Sicherung vor Schäden durch Tiere

Besonders Solaranlagen auf Dächer bieten Tieren oft Rückzugsorte, um dort ihre Nester zu bauen und dabei ungewollt Schäden anzurichten. Eine regelmäßige, mindestens jährliche PV-Inspektion der Solaranlage kann dabei helfen, ungebetenen Gäste, wie zum Beispiel Mäuse, Marder oder Vögel zu enttarnen, die sich in den Verkabelungen der PV-Anlage oder unter den Modulen eingenistet haben und/oder diese beschädigen. Angenagte Kabel oder angelegte Nester unter den Solarmodulen sind schwer zu entdecken, ebenso wie die Schäden, die durch sie verursacht werden. Vogel, die ihre Nester unter Solarmodulen gebaut haben, sind oftmals auch die Ursache für eine starke Verdreckung der Module durch Vogelkot, die zu erheblichen Leistungsverlusten der Anlage und zur Schädigung der Module führen können. Zerbissene Kabel können nicht nur zu erheblichen Leistungsverlusten der Solaranlage führen, sondern von ihnen kann auch ein erhöhtes Brandrisiko ausgehen.

Spezielle Drahtgitter oder ähnliche Produkte können dabei helfen, Nagetiere und Vögel von den Schwachstellen Ihrer Photovoltaikanlage fern zu halten.

3. Sicherung vor Vandalismus und Diebstahl

Immer wieder kommt es vor, dass Solaranlagen Ziel von Vandalismus und Diebstahl werden. Je leichter eine Solaranlage zugänglich ist, zum Beispiel durch niedrige Dächer, und je abgelegener diese sich befindet, zum Beispiel auf abgelegenen Freiflächen- oder Dachanlagen, je höher ist das Risiko, dass sie durch bloßen Vandalismus oder Diebstahl mit Vandalismus beschädigt oder gar ganz zerstört wird.

Bei der Planung von Solaranlagen auf Dachanlagen sollte darauf geachtet werden, dass die Erreichbarkeit der Solaranlage der jeweiligen öffentlichen Zugänglichkeit des Gebäudes angepasst ist. Auch bei der Planung von Freiflächensolaranlagen ist die einzusetzende Sicherungstechnik den jeweiligen Gegebenheiten anzupassen. So sollten die Zäune mit einem Übersteigschutz ausgestattet sein und zwischen Zaun und Solarmodul sollte genügt Abstand geplant werden. Ob Kamerasysteme, Bewegungsmelder, Alarmsicherungen an den Modulen oder eine Kombination der Systeme zum Einsatz kommen, richtet sich oft nach den Vorgaben der Versicherungen.

4. Sicherung durch die Wahl der richtigen Dienstleister

Ob bei der Planung, der Wahl der einzusetzenden Komponenten, der Errichtung, der Bauabnahme und der laufenden Inspektion und Wartung der Solaranlage sollte immer auf Qualität gesetzt werden. Etablierte, zertifizierte, professionelle Dienstleister sichern durch deren Erfahrungen den Wert Ihres Solarinvestments und sorgen dafür, dass die Solaranlage die Erträge erwirtschaftet, die Sie erwartet haben, und dass von der Solaranlage keine Gefahren für Sie selbst und Dritte ausgehen.

Kosten, die durch den Einsatz von qualitativ nicht optimalen Dienstleistern und/oder Komponenten gespart werden, können über den Lebenszyklus einer Solaranlagen zu erheblichen Ertragseinbußen durch Schäden und Minderperformance führen, die die Kostenersparnis oftmals bei weitem übersteigen. Zudem können von solchen Solaranlagen Gefahren für Leib und Leben Dritter ausgehen, die zu existenziellen Folgeschäden führen können.

Bei der Wahl der richtigen Dienstleister sollten Sie auf deren fachlichen Eignung, ggf. notwendige Zertifizierungen, Empfehlungen und deren aussagekräftige Referenzen achten.

5. Sicherung durch die Wahl der richtigen Versicherung

Bei der Sicherung Ihrer Solaranlage sollten Sie nichts dem Zufall überlassen. Auch bei bester Planung, optimaler Bauausführung und regelmäßiger Inspektion und Wartung können Ereignisse eintreten, die den Betrieb Ihrer Solaranlage einschränken oder gänzlich verhindern. Um durch solche Ereignisse nicht die Wirtschaftlichkeit Ihres Investments zu gefährden, ist es unerlässlich sich gegen Sachschäden (Ersatz von Reparatur- oder Wiederbeschaffungskosten) und Ertragsausfälle (Ersatz von Einkommensverlusten) professionell zu versichern. Hier ist es sinnvoll die unterschiedlichsten Angebote der Versicherungen zu vergleichen und regelmäßig zu benchmarken. Unterschiede bestehen nicht nur in der Höhe der Versicherungsprämie, sondern im Leistungsumfang, den Selbstbehalten und den Obliegenheiten.

Quelle: Übersetzung unseres englischen Originalartikels

Titelbild: franco lucato/shutterstock

Dirk Petschick

Mitgründer, Gesellschafter und Geschäftsführer von Milk the Sun, Dirk ist seit 2009 in der PV-Branche aktiv. Er lebt, arbeitet und schreibt für die Energiewende.