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Vier Fragen an … Doreen Brumme, Freie Journalistin

Doreen Brumme ist Politologin, freie Journalistin und Bloggerin. Sie studierte Politik, Journalistik, VWL und Arabische Soziologie an der Universität Hamburg. Neben ihrer Tätigkeit als freie Journalistin ist Doreen Brumme Chefredakteurin des kleinen Hamburger Verlages YaaCool und gründete das Verbraucherinformationsportal Beauty, Bio, Haustiere und Physio. Sie spricht sechs Sprachen, liest gerne englischsprachige Fantasy, ist Katzenbesitzerin und dreifache Mutter.

Doreen Brumme: "Ich glaube seit ich politisch denke, unsere Parteienpolitik geht am Gestalten einer lebensfähigen und lebenswerten Gesellschaft vorbei. Im Gegenteil: Das alltägliche Gezerre und Gezeter um die Energiewende, die wohlbemerkt keine Alternative zu fossiler Energiewirtschaft sondern die einzige Vernunftentscheidung ist, zeigt, wie schnell man hierzulande über Selbstbeschau, Selbstdarstellung und Auseinandersetzungen mit vermeintlichen Gegnern vergisst, was wirklich zählt."

Milk the Sun: Liebe Frau Brumme, die Liste derer, denen in den letzten Monaten und Jahren ein Ausbremsen der Energiewende vorgeworfen wurde, ist lang. Wie schätzen Sie die klimapolitischen Ergebnisse der letzten Legislaturperiode der schwarz-gelben Regierung ein, der nach Kanzlerin Merkel „erfolgreichsten Bundesregierung seit der Wiedervereinigung“?

Doreen Brumme: Ich weigere mich, die politischen Player nach Farbe und Parteiprogramm, nach Regierung und Opposition zu unterscheiden und ihr Tun und Lassen entsprechend gefärbt beziehungsweise getrennt voneinander zu beurteilen. Sie alle sind im Dienste der Wähler zum Regieren berufen, auch durch meine Wahlentscheidung. Und meine Stimme ist genau so viel Wert wie die eines jeden anderen Wählers.

Ich glaube seit ich politisch denke, unsere Parteienpolitik geht am Gestalten einer lebensfähigen und lebenswerten Gesellschaft vorbei. Im Gegenteil: Das alltägliche Gezerre und Gezeter um die Energiewende, die wohlbemerkt keine Alternative zu fossiler Energiewirtschaft sondern die einzige Vernunftentscheidung ist, zeigt, wie schnell man hierzulande über Selbstbeschau, Selbstdarstellung und Auseinandersetzungen mit vermeintlichen Gegnern vergisst, was wirklich zählt.

Insofern betrachte ich das, was in den vergangenen vier Jahren an Politik passierte, als das Ergebnis der Bemühungen aller am Entscheiden Beteiligten. Und das wiederum lässt mir nur zu wünschen übrig: Möge die Macht mit uns sein!

Mit uns, den Menschen, die die Volksvertreter mit einem Mandat beauftragen, Volkes Willen in die Tat umzusetzen. Mit uns, die zum Beispiel im Blog Ecoquent Positions die Energiewende erklären. Mit mir, die sie daheim selbst lebt und unseren Kindern vorlebt. Mit uns Verbrauchern, die die Kosten des Gezerres um Energiepolitik Tag für Tag zu tragen haben, während die Politik den Energieverbrauch großer Unternehmen großzügig subventioniert. Ganz nebenbei: Als Familie mit demnächst vier Kindern zähle ich uns übrigens auch zu den Großverbrauchern von Energie … die Nummer meines Subventionskontos lautet … (lacht).

Milk the Sun: Unabhängig davon welche Partei nach dem 22.September in den Bundestag einziehen wird und unabhängig von der dann herrschenden Koalition, kommen auf die neue Bundesregierung viele wichtige und prägende energiepolitischen Entscheidungen zu. Was erwarten Sie sich von der Bundesregierung nach den Wahlen?

Doreen Brumme: Meinen Kindern lebe ich vor, dass sie von der Welt, vom Leben, von ihren Eltern, Geschwistern und Freunden. Lehrern und Trainern stets das Höchste, das Beste, das Größte erwarten dürfen, denn ohne diese Einstellung verwehrte ich ihnen das Träumen. Und Träume sind Motivator für Entwicklung. Allerdings fange ich die Kinder auch stets auf, wenn ihre Erwartungen hier und da nicht in Erfüllung gehen und sie lernen müssen, wie bitter Enttäuschung schmeckt. Während bei den Kleinen die Welt nach einem heftigen Regen meist schnell wieder von der Sonne erhellt und erwärmt wird, müssen wir Erwachsenen unsere Erwartungen an der teils bitteren aber eben erfahrenen Realität messen – oftmals schrauben wir sie schon von vornherein zurück, schade drum! Ganz zu schweigen davon, dass wir unsere Enttäuschungen Großteils in Eigenregie zu verarbeiten haben.  Bezogen auf Ihre Frage heißt das: Egal, welch‘ bunte Mannschaft nach der Wahl am Hebel der Entscheidung sitzt, ich erwarte die Energiewende! Konsequent geplant, konsequent durchgeführt. Nicht mehr und nicht weniger. Das ist mein Traum – und den lasse ich mir nicht nehmen.

Ich erwarte Taten, die entsprechenden Worten folgen. Ich erwarte Glaubwürdigkeit und Authentizität, ich erwarte Offenheit und Vertrauen in mich, den energieverbrauchenden Wähler. Meinen Vertrauensvorschuss bin ich bereit zu liefern, das ist mein Wahlgeschenk am 22. September. Ich erwarte Probleme und Rückschläge bei der Verwirklichung der Energiewende, denn das ist menschlich. Dafür würde ich gerne Verständnis aufbringen, wenn man mich denn auch verstehen ließe, warum Entscheidungen gefällt wurden. Ich habe längst gewendet. Nun erwarte ich, dass die Volksvertreter nicht nur Bremsen – ein ganz natürlicher erster Schritt, um die Wende von fossiler Energiewirtschaft hin zu erneuerbarer zu vollführen – sondern auch bereit sind, auf Kohle, Atom , Erdöl und Erdgas zu verzichten, zu wenden und mit Wind im Rücken, Biomasse im Tank und der Sonne im Kollektor in Richtung Zukunft zu fahren.

Milk the Sun: Derzeit herrscht eine große Verunsicherung innerhalb der Bevölkerung, wenn es um das Thema Erneuerbare Energien und die damit zusammenhängende Energiewende geht. Der einzelne erstickt in einem Schwall an Pro-und-Anti-Propaganda, was letztendlich lediglich Verunsicherung und Verwirrung zur Folge hat. Es gibt nur wenige Stimmen die zur Ordnung rufen und die Diskussion auf eine sachliche und logische Ebene zurückführen wollen. Wie ist ihr Vorschlag für ein konstruktiveres Vorgehen in diesen Fragen?

Doreen Brumme: Der Rückzug auf parteipolitische, wirtschaftliche, kulturelle oder religiöse Standpunkte und das Argumentieren daher suggeriert dem Wähler, sprich: dem Energieverbraucher, es gäbe viele Wege zum Ziel oder gar verschiedene Ziele. Dem ist nicht so. Erneuerbare Energie in allen ihren bekannten und unbekannten Formen (die Forscher haben hier noch viel zu tun!) ist die Zukunft. Die eine.

Eine Zukunft, die wir schon sehen können. Damit wir sie auch erleben, müssen wir uns von althergebrachten Querelen befreien, über parteiliche, wirtschaftliche, kulturelle und religiöse Schemata hinweg. Die öko-korrekte Zukunft ist die einzige, die unser Planet hat. Das Streben danach sollte uns einen, nicht trennen. Nachhaltigkeit ist nicht eins der Standbeine der Gesellschaft, sondern die Basis, auf die wir bauen müssen. Wir brauchen Politik, Wirtschaft, Kultur und Religion, die darauf fußen. Kein oberflächliches Greenwashing. Deshalb mein Vorschlag: Lassen wir fossile Entscheidungsstrukturen hinter uns und wenden wir uns zielstrebig geeint der öko-korrekten Zukunft zu. Wenn alle mit anpacken, haben auch alle etwas davon.

Milk the Sun: Stéphane Hessel bezeichnete den Kampf für eine nachhaltige und feste Umweltpolitik als eine der Hauptaufgaben der Menschen im 21. Jahrhundert. Die Erkenntnisse der Wissenschaft und die Veränderungen des Klimas geben ihm Recht. Dennoch passiert verhältnismäßig wenig, obwohl es letztendlich um die Existenz der menschlichen Spezis geht. Wie ist ihr Standpunkt dazu, dass sich angesichts eines derart dringenden Themas noch immer in politischen und wirtschaftlichen Grabenkämpfen ergeben wird?

Doreen Brumme: Es ist traurig, zu sehen, wie viel Engagement, Emotionen und ganz klar: Kosten (teilweise finanziert vom Steuerzahler) Tag für Tag dafür verschwendet werden, Gräben auszuheben, zu befestigen, zu bemannen (selbstverständlich mit Mann und Frau) und zu verteidigen – um in Ihrem Bild zu bleiben. Aus der eigenen Vergangenheit und der unmittelbaren Gegenwart anderer Völker wissen wir leider, was nach einem Krieg bleibt: von Gräben zerfurchtes Land, von Gräben zerfurchte Seelen. Und auch das muss sich der Grabenkämpfer von mir fragen lassen: Was siehst Du eigentlich, wenn Du in Deinem Graben hockst und auf den Angriff Deines Gegners wartest? Wenn überhaupt, dann nur ein Stück des Himmels, nur einen Teil des Ganzen – oder?

Wer sich eingräbt, steckt fest, ich würde sogar sagen: mit dem Kopf im Sand … Er hat sich selbst eine Grube gegraben und ist auch noch freiwillig hineingesprungen. Das tut weh! Er verwehrt sich Bewegungsfreiheit und Entscheidungsfähigkeit.

Die Energiewende erfordert Bewegung. Sie ist eine Entscheidung jedes Einzelnen.

Und bitte: Es ist keine Schande, gestrige Entscheidungen als gestrig zu bewerten und neue Erkenntnisse in neue Entscheidungen einzubeziehen. Das ist ein Must-do unserer Zeit! Wer das nicht will, ist von gestern … und nicht von heute und morgen. Schon gar nicht ist er erneuerbar!

 

Wir bedanken uns bei Frau Brumme für das Interview.

 


Im Rahmen der Interviewreihe “Vier Fragen an …” stellt der Milk the Sun Blog bis zur Bundestagswahl am 22.September 30 Tage lang führenden Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Medien vier Fragen zu den Erwartungen an die Energiepolitik Deutschlands der zurückliegenden und kommenden Jahre. Bisher interviewten wir Sebastian Bolay (DIHK), Heiko Schwarzburger (Photovoltaik), Corinna Lang (CleanEnergy Project), Patrick Jüttemann (klein-windkraftanlagen.com), Christian Leers (PV-Experte), Robert Schwarz (BTO Management Consulting), Lothar Lochmaier (Freier Journalist), Michael Richter (Sonneninvest AG), Kilian Rüfer (SUSTAINMENT), Udo Schuldt (Blogger), Thorsten Zoerner (Solution Architect), Prof. Dr. Eicke Weber (Fraunhofer ISE), Falko Bozicevic (GoingPublic Magazin), Carsten Körnig (Solarwirtschaft e.V.), Denis-Mariel Kühn (EGBB)

 

Vier Fragen an … Denis-Mariel Kühn, Aufsichtsratsvorsitzender der Energiegenossenschaft Berlin-Brandenburg eG (EGBB)

Denis-Mariel Kühn ist der Aufsichtsratsvorsitzende der Energiegenossenschaft Berlin-Brandenburg eG (EGBB). Der diplomierte Kaufmann studierte an der Technischen Universität Dortmund. Er kann auf langjährige Erfahrungen im Bereich der Erneuerbaren Energien zurück blicken. Derzeit arbeitet er als Geschäftsführer bei der Green Energy World GmbH. Die EGBB hat das Ziel, eine dezentrale und bürgereigene Energieversorgung zu fördern. Die Energiegenossenschaft entstand aus einer Initiative der Berliner Unternehmensgruppe Corporate Energies Ende des Jahres 2012.

Denis-Mariel Kühn: "Die große Verunsicherung innerhalb der Bevölkerung wird vor allem durch Politiker geschürt, die im Wahlkampf um Stimmen kämpfen und durch die Medien, welche zum Teil in recht populistischer Manier das Thema Erneuerbare Energien aufgreifen. "

Milk the Sun: Lieber Herr Kühn, die Liste derer, denen in den letzten Monaten und Jahren ein Ausbremsen der Energiewende vorgeworfen wurde, ist lang. Wie schätzen Sie die klimapolitischen Ergebnisse der letzten Legislaturperiode der schwarz-gelben Regierung ein, der nach Kanzlerin Merkel „erfolgreichsten Bundesregierung seit der Wiedervereinigung“?

Denis Kühn: Insgesamt können wir in Deutschland mit Stolz auf eine sehr positive Entwicklung der Erneuerbaren Energien in Deutschland  schauen, welche immer noch beispielhaft ist weltweit. Ein Erfolgsfaktor war und ist sicherlich das EEG und eine weitestgehende Stabilität der langfristigen wirtschaftspolitischen Faktoren in diesem Zusammenhang. Was die schwarz-gelbe Regierung betrifft, gibt es einiges an negativen und fragwürdigen Ereignissen in dieser Zeit, welche das Interesse dieser Koalition an der Energiewende in Frage stellen. Letztlich war es genau diese Regierung, die Ende 2010 entgegen des vertraglichen Atomkonsens zum festgelegten Atomausstieg eine Laufzeitverlängerung in Abstimmung mit den Atomenergiekonzernen beschloss und diese Verlängerung nur auf Druck der Öffentlichkeit nach dem Atom-Unglück von Fukushima zurücknahm.

Die aktuelle Diskussion um die EEG-Umlage und steigende Strompreise ist auch auf die schwarz-gelbe Koalition zurückzuführen. Sie war es, die auf Wunsch der Energiewirtschaft in 2010 den Verkauf des EEG-Stroms über die Börse einführte.  Nun stehen wir vor der Situation, dass wir in einem Umverteilungsdilemma stehen. Großabnehmer von Strom und die Industrie zahlen immer weniger für ihren Strom, werden EEG-Umlage befreit, während die steigenden Umlagekosten aufgrund fallender Strombörsepreise durch den privaten Endkunden zu zahlen sind. Anfang dieses Jahres – im Wahljahr – hat die Regierungskoalition wieder massiv versucht gegen die Energiewende zu mobilisieren und das EEG durch Beschlüsse auszuhebeln, was später an den Bundesländern scheiterte. Insbesondere die öffentliche Art und Weise der Auseinandersetzung mit dem Thema durch die Regierung  war nachhaltig nicht positiv für die Erneuerbaren Energien. Hier muss sich der Umweltminister auch selber die Frage stellen, welche Interessen er in seinem Amt mit seinen Handlungen vertritt und tatsächlich zu vertreten hätte. Aktuell vertritt die FDP sogar den Standpunkt einer Aussetzung des EEG. Insgesamt fällt mein Fazit daher sehr durchwachsen aus.

Milk the Sun: Unabhängig davon welche Partei nach dem 22.September in den Bundestag einziehen wird und unabhängig von der dann herrschenden Koalition, kommen auf die neue Bundesregierung viele wichtige und prägende energiepolitischen Entscheidungen zu. Was erwarten Sie sich von der Bundesregierung nach den Wahlen?

Denis Kühn: Ganz wichtig wird sein, dass die Bundesregierung keinen „Schnellschuß“ landet. Das Thema EEG Umlage und steigende Stromkosten für Private Haushalte müssen angegangen werden. Insbesondere, um das insgesamt noch positive öffentliche Meinungsbild zur Energiewende nicht weiter zu belasten. Ich denke aber, dass die Lösung in diesem Zusammenhang primär in der konzeptionellen Korrektur der EEG-Umlage und deren Umverteiligungsmechanismus liegt und weniger im Grundsatz des EEG. Das EEG ist der Grundpfeiler zur Erreichung der angestrebten Energiewende hin zu einer sauberen Energieversorgung.

Milk the Sun: Derzeit herrscht eine große Verunsicherung innerhalb der Bevölkerung, wenn es um das Thema Erneuerbare Energien und die damit zusammenhängende Energiewende geht. Der einzelne erstickt in einem Schwall an Pro-und-Anti-Propaganda, was letztendlich lediglich Verunsicherung und Verwirrung zur Folge hat. Es gibt nur wenige Stimmen die zur Ordnung rufen und die Diskussion auf eine sachliche und logische Ebene zurückführen wollen. Wie ist ihr Vorschlag für ein konstruktiveres Vorgehen in diesen Fragen?

Denis Kühn: Wie schon gesagt, wird es Korrekturen geben müssen. Darin sind sich meines Erachtens alle Akteure einig.  Die große Verunsicherung innerhalb der Bevölkerung, von der Sie sprechen, wird vor allem durch Politiker geschürt, die im Wahlkampf um Stimmen kämpfen und durch die Medien, welche zum Teil in recht populistischer Manier das Thema Erneuerbare Energien aufgreifen. Insgesamt würde auch ich mir eine sachlichere, objektive und nicht einseitige Betrachtung in der Strompreisdebatte wünschen. Zu selten wird auf die tatsächlichen Kosten und Subventionen der Atom- und fossilen Energieträger eingegangen. Auf der anderen Seite gibt es aber einen sehr positiven Trend, dass sich Bürger immer stärker privat in die Erneuerbare Energien-Thematik einbringen, sei es durch die Errichtung eigener kleiner Energieanlagen oder das aktive Engagement in Energiegenossenschaften.

Milk the Sun: Stéphane Hessel bezeichnete den Kampf für eine nachhaltige und feste Umweltpolitik als eine der Hauptaufgaben der Menschen im 21. Jahrhundert. Die Erkenntnisse der Wissenschaft und die Veränderungen des Klimas geben ihm Recht. Dennoch passiert verhältnismäßig wenig, obwohl es letztendlich um die Existenz der menschlichen Spezis geht. Wie ist ihr Standpunkt dazu, dass sich angesichts eines derart dringenden Themas noch immer in politischen und wirtschaftlichen Grabenkämpfen ergeben wird?

Denis Kühn: Die Kräfte, welche gegen eine nachhaltige und feste Umweltpolitik mit einem grünen Energiekonzept agieren, entspringen in der Regel bestehenden Machverhältnissen. Die großen Energieversorger haben bis zum stetigen Ausbau der Erneuerbaren Energien, den Markt ohne Wettbewerb beherrscht. Ihre Position und die Nutzung ihrer fossilen und atomaren (enorm renditestarken) Energieanlagen versuchen sie mit aller Macht zu verteidigen. Auch Konzerne aus der Industrie haben häufig ein eher schwach ausgeprägtes Umweltbewusstsein. Diese Unternehmen zeichnet alle aus, dass sie finanziell sehr stark und einflussreich sind. Ihre Lobbyarbeit in Berlin wirkt hier sehr bewusst auf Politiker und Entscheidungsträger – so mein Empfinden. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir in möglich vielen Bereichen unserer Gesellschaft – wie der Energieversorgung – dezentrale Strukturen schaffen. Und wenn möglichst viele Bürger unmittelbar einbezogen sind, dann dürften wir es schaffen, dass zukünftig weg von den Grabenkämpfen hin zur Erreichung der geplanten Umweltziele erfolgreich gearbeitet wird.

 

Wir bedanken uns bei Herrn Kühn für das Interview.

 


 Im Rahmen der Interviewreihe “Vier Fragen an …” stellt der Milk the Sun Blog bis zur Bundestagswahl am 22.September 30 Tage lang führenden Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Medien vier Fragen zu den Erwartungen an die Energiepolitik Deutschlands der zurückliegenden und kommenden Jahre. Bisher interviewten wir Sebastian Bolay (DIHK), Heiko Schwarzburger (Photovoltaik), Corinna Lang (CleanEnergy Project), Patrick Jüttemann (klein-windkraftanlagen.com), Christian Leers (PV-Experte), Robert Schwarz (BTO Management Consulting), Lothar Lochmaier (Freier Journalist), Michael Richter (Sonneninvest AG), Kilian Rüfer (SUSTAINMENT), Udo Schuldt (Blogger), Thorsten Zoerner (Solution Architect), Prof. Dr. Eicke Weber (Fraunhofer ISE), Falko Bozicevic (GoingPublic Magazin), Carsten Körnig (Solarwirtschaft e.V.)