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Neue EEG-Vergütungssätze im Überblick

Reichstagsgebäude mit KuppelDer Kompromiss über die EEG-Novelle, der am 27. Juni vom Vermittlungsausschuss getroffen und spätestens am 6. Juli in Kraft tritt, enthält wenige, jedoch interessante Änderungen im Vergleich zu den bereits beschlossenen Vergütungssätzen. Eine Besonderheit ist durch das unerwartete Hinzufügen einer neuen Vergütungskategorie für Anlagen mit einer Anschlussleistung zwischen 10 und 40 Kilowatt (KW) entstanden. Der Vergütungssatz liegt in dieser Kategorie um zwei Cent höher als für Anlagen ab 40 Kilowatt. Mittelgroße Anlagen erhalten damit höhere Zuschüsse als vom Bundestag ursprünglich festgelegt.

Neue EEG Vergütungssätze für Dach- und Freiflächenanlagen ab 1. April 2012

Dieses Anlagensegment macht etwa ein Viertel des Marktes aus. Die Betreiber solcher Anlagen erhalten 18,5 Cent pro Kilowattstunde für 90 Prozent des erzeugten Stroms. Experten rechnen für dieses Jahr mit einem ähnlich hohen Anteil. Diese Entscheidung bietet viele Interpretationsmöglichkeiten. Zum einen drückt es ein Marktanreizprogramm für Investition und Forschung in die Speichertechnologie aus, bevor ein weiterer Zubau gefördert wird und langfristig könne man diese Entscheidung auch als Abwendung von Photovoltaikanlagen als Renditeobjekt hin zu Photovoltaik als Systemlösungen zur eigenen Energieversorgung interpretieren.

Gleich bleibt, dass die Neuerungen rückwirkend zum 1. April gelten. Zudem ist nur noch eine bestimmte Strommenge pro Jahr vergütungsfähig. Selbst verbrauchter Strom wird nicht mehr vergütet. Die Sätze selbst verringern sich ab sofort monatlich. Bis Ende Juni bzw. September 2012 gilt jedoch noch eine Übergangsfrist für die alte Einspeisevergütung. Nur geringfügige Änderungen sieht der Kompromiss bei Solarparks vor: Für die Zusammenfassung mehrerer Freiflächenanlagen zu einer Gesamtanlage gilt künftig ein Umkreis von 2 km statt bisher 4 km. Die Begrenzung auf 10 MW für Freiflächenanlagen bleibt dagegen erhalten. Die Vergütungssätze vom 01.01.2012 (siehe unten) gelten noch für Dachanlagen, deren Netzanschlussbegehren (gemäß § 5 EEG) vor dem 24. Februar 2012 gestellt wurden und die bis zum 30. Juni 2012 in Betrieb genommen werden. Ebenso für Freiflächenanlagen deren Beschluss über die Aufstellung oder Änderung eines Bebauungsplanes vor dem 1.März getroffen wurde und die bis 30. Juni fertiggestellt wird. Für Freiflächenanlagen auf Konversionsflächen gilt dies abweichend bis 30. September (hier gilt dann bei Inbetriebnahme nach dem 30.6.2012 und vor dem 1.10.2012 abweichend ein Vergütungssatz von 15,95 ct/kWh).

Neue EEG Vergütungssätze für Anlagen an oder auf Gebäuden (Dach, Fassade) und Freiflächen

Für das kommende Jahr können auf Basis der Daten der aktuellen Novelle folgende Einspeisetarife erwartet werden:

Neue EEG Vergütungssätze für Dach- und Freiflächen ab 1.1.2013

Quelle: BSW – Bundesverband Solarwirtschaft e.V.