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Gastartikel: Was ist in Sachen Photovoltaik-Anlagen 2013 in anderen Ländern passiert? | Milk the Sun – Blog

Deutschland gehört in puncto Photovoltaik zu den weltweiten Vorreitern und konnte Ende 2013 PV-Module mit einer Nennleistung von 35,7 Gigawatt vorweisen. Das macht einen Anteil von 4,7 Prozent des Brutto-Stromverbrauchs des Landes aus. Die Stromerzeugung betrug vergangenes Jahr 29,7 Terawattstunden. Aber  auch andere Länder auf der ganzen Welt sind in diesem Bereich ambitioniert und bauen die vorhandene PV-Struktur immer weiter aus.

Photovoltaik-Markt der USA wuchs 2013 auf 4,2 Gigawatt. (c) Milk the Sun

USA – Rekordzuwachs in vierten Quartal 2013

Die USA zählen in puncto Photovoltaik zu den ambitioniertesten Ländern weltweit. Laut einem Bericht des Marktforschungsunternehmens NPD Solarbuzz wuchsen die Märkte vergangenes Jahr um 15 Prozent auf 4,2 Gigawatt Gesamtleistung, wobei allein im letzten Quartal ganze 1,4 Gigawatt hinzugekommen sind. Mit 3 Gigawatt machen die Freiflächenanlagen den größten Anteil der neu installierten Leistung aus, gefolgt von kleinen privaten Dachanlagen mit 700 Megawatt und großen Aufdachanlagen mit 500 Megawatt. Nach Angaben von Analysten werden in den USA jedes Quartal Photovoltaik-Anlagen mit einem Gigawatt Leistung neu zugebaut.

Schweiz – Zukunft des Solarstroms noch ungewiss

Obwohl in der Schweiz 2013 neue PV-Anlagen mit etwa 2,1 Quadratkilometern Fläche entstanden sind und sich der Anteil des Solarstroms des Schweizer Stromnetzes gegenüber 2012 fast verdoppelt hat und nun einen Prozent ausmacht, ist es ungewiss, ob der Markt in Zukunft wachsen oder stagnieren wird. Wie es weiter geht, klärt sich in den nächsten Wochen und hängt von unterschiedlichen politischen Entscheidungen ab. Da die „Stop an Go“ Politik des Landes große Verunsicherungen bei Großinvestoren und Privatanlegern schuf, destabilisierte sich der Markt und erfordert eine praktikable Lösung seitens des Bundesrats.

Der züricher Solarenergie-Fachverband Swissolar sagt bereits jetzt einen stagnierenden Markt für 2014 voraus, obwohl die Befragungen großer PV-Installationsunternehmen eine positive Bilanz zeigt. Demnach wurden in der Schweiz Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 300 Megawatt zugebaut, was eine Gesamtleistung von etwa 730 Megawatt ergibt und einen Verbrauch von 200.000 typischen Haushalten abdeckt.

Japan – schneller Wachstum durch attraktives Einspeisevergütungssystem

Nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie wurden in Japan vom Anfang April bis Ende Oktober 2013 PV-Anlagen mit 3,97 Gigawatt Nennleistung neu zugebaut, wobei 870 Megawatt an private Anlagen entfallen. Damit erreicht das Land eine Gesamtleistung von etwa 11,5 Gigawatt. Aufgrund des besonders großzügigen Vergütungssystems des Landes konnte die Photovoltaik-Branche seit Mitte 2012 stark wachsen.

Indien – ambitioniertes Vorhaben schrittweise umgesetzt

Auch in Indien tat sich einiges im Bereich der Solarenergie wie nun das indische Ministerium für neue und erneuerbare Energien verkündete. Mit dem großflächigen Zubau solarthermischer Kraftwerke und netzgekoppelter Photovoltaik-Anlagen konnte die bisherige Gesamt-Solarleistung innerhalb eines Jahres beinahe verdoppelt werden. Die installierte Leistung stieg 2013 um 1 Gigawatt auf insgesamt 2,18 Gigawatt. Mit diesem Zubau erfüllt sich die Anfang August 2013 getroffene Vorhersage des Mercom Capital LLC und die PV-Module machen inzwischen etwa 7,3 Prozent aller Anlagen für erneuerbare Energien in Indien aus.

Zusätzlich verfügt das Land nun über neue Inselanlagen mit 38 Megawatt, wobei sich die Gesamtleistung damit auf 144 Megawatt erhöht. Im Bereich der Solarkollektoren entstanden 2013 zusätzliche 1,3 Millionen Quadratmeter Kollektorfläche, sodass es nun insgesamt 7,47 Millionen Quadratmeter sind. Auch für die Zukunft hat sich das Land einiges vorgenommen und will im Rahmen der „National Solar Mission“ bis zum Jahr 2022 netzgekoppelte PV-Anlagen mit 20 Gigawatt und vom Netz unabhängige Solarstromanlagen mit zwei Gigawatt dem bestehenden Solarnetz hinzufügen.

China – Zubau von mindestens 12 Gigawatt Nennleistung

Mit mehr als 12 Gigawatt neuinstallierter Solarleistung hat China im Jahr 2013 etwa 50 Prozent mehr Photovoltaik-Zubau vorzuweisen als jedes andere Land innerhalb eines Jahres. Die Gründe für den raschen Marktwachstum liegen bei der Anpassung des Einspeisevergütungssystems, das zum Ende des Jahres in Kraft trat und die Fertigstellung vieler PV-Projekte begünstigte und beschleunigte.

Byorn Jochims

 


Über den Autor

Byron Jochims gibt auf seiner Website hilfreiche Tipps für Interessenten einer Photovoltaik-Anlage. Neben Themen wie Finanzierung, Versicherung oder Recycling einer Anlage gibt es auch einen Photovoltaik Rechner zur ersten groben Einschätzung der möglichen Leistung einer Anlage und der anschließenden Möglichkeit kostenlos und unverbindlich Angebote von Regionalen Fachhändlern anzufordern.

Neue EEG-Vergütungssätze im Überblick

Reichstagsgebäude mit KuppelDer Kompromiss über die EEG-Novelle, der am 27. Juni vom Vermittlungsausschuss getroffen und spätestens am 6. Juli in Kraft tritt, enthält wenige, jedoch interessante Änderungen im Vergleich zu den bereits beschlossenen Vergütungssätzen. Eine Besonderheit ist durch das unerwartete Hinzufügen einer neuen Vergütungskategorie für Anlagen mit einer Anschlussleistung zwischen 10 und 40 Kilowatt (KW) entstanden. Der Vergütungssatz liegt in dieser Kategorie um zwei Cent höher als für Anlagen ab 40 Kilowatt. Mittelgroße Anlagen erhalten damit höhere Zuschüsse als vom Bundestag ursprünglich festgelegt.

Neue EEG Vergütungssätze für Dach- und Freiflächenanlagen ab 1. April 2012

Dieses Anlagensegment macht etwa ein Viertel des Marktes aus. Die Betreiber solcher Anlagen erhalten 18,5 Cent pro Kilowattstunde für 90 Prozent des erzeugten Stroms. Experten rechnen für dieses Jahr mit einem ähnlich hohen Anteil. Diese Entscheidung bietet viele Interpretationsmöglichkeiten. Zum einen drückt es ein Marktanreizprogramm für Investition und Forschung in die Speichertechnologie aus, bevor ein weiterer Zubau gefördert wird und langfristig könne man diese Entscheidung auch als Abwendung von Photovoltaikanlagen als Renditeobjekt hin zu Photovoltaik als Systemlösungen zur eigenen Energieversorgung interpretieren.

Gleich bleibt, dass die Neuerungen rückwirkend zum 1. April gelten. Zudem ist nur noch eine bestimmte Strommenge pro Jahr vergütungsfähig. Selbst verbrauchter Strom wird nicht mehr vergütet. Die Sätze selbst verringern sich ab sofort monatlich. Bis Ende Juni bzw. September 2012 gilt jedoch noch eine Übergangsfrist für die alte Einspeisevergütung. Nur geringfügige Änderungen sieht der Kompromiss bei Solarparks vor: Für die Zusammenfassung mehrerer Freiflächenanlagen zu einer Gesamtanlage gilt künftig ein Umkreis von 2 km statt bisher 4 km. Die Begrenzung auf 10 MW für Freiflächenanlagen bleibt dagegen erhalten. Die Vergütungssätze vom 01.01.2012 (siehe unten) gelten noch für Dachanlagen, deren Netzanschlussbegehren (gemäß § 5 EEG) vor dem 24. Februar 2012 gestellt wurden und die bis zum 30. Juni 2012 in Betrieb genommen werden. Ebenso für Freiflächenanlagen deren Beschluss über die Aufstellung oder Änderung eines Bebauungsplanes vor dem 1.März getroffen wurde und die bis 30. Juni fertiggestellt wird. Für Freiflächenanlagen auf Konversionsflächen gilt dies abweichend bis 30. September (hier gilt dann bei Inbetriebnahme nach dem 30.6.2012 und vor dem 1.10.2012 abweichend ein Vergütungssatz von 15,95 ct/kWh).

Neue EEG Vergütungssätze für Anlagen an oder auf Gebäuden (Dach, Fassade) und Freiflächen

Für das kommende Jahr können auf Basis der Daten der aktuellen Novelle folgende Einspeisetarife erwartet werden:

Neue EEG Vergütungssätze für Dach- und Freiflächen ab 1.1.2013

Quelle: BSW – Bundesverband Solarwirtschaft e.V.

Aufatmen! Solarkürzungen doch gekippt

Foto Reichstagskuppel - Bundesrat stoppt geplante EEG-NovelleErst das Nein der Länder am 11.5. bei der Abstimmung über die EEG-Novelle und dann die katastrophalen Wahlergebnisse am Sonntag in NRW – Norbert Röttgen bringt der Solarindustrie Deutschlands unfreiwillig die Sonne wieder zurück. Die geplanten Kürzungen bleiben der Solarwirtschaft vorerst erspart. Ein Brancheninsider kommentiert die Situation seit diesem Wochenende so: „Bis zu den Neuverhandlungen im Vermittlungsausschuss wird die Industrie wieder einen Aufschwung erleben. Die 7 GW Grenze wird bestimmt geknackt, denn seit Freitag ist Photovoltaik in Deutschland wieder ein profitables Geschäft.“ Trotzdem bleiben die hohen Abgaben der Endverbraucher weiter Thema. Die boomende Wirtschaft mit Sonnenenergie wird mit 7 Mrd. Euro jährlich aus den Umlagen der Stromverbraucher bezahlt. Eine schlaue Lösung muss her, um die Probleme in der deutschen Wachstumsbranche Solar, mit über 200 produzierenden Unternehmen, die rund 110.900 Arbeitsplätze geschaffen haben, freiwirtschaftlich umzugestalten. Im Moment sind Zwei Drittel im Bundesrat gegen die geplanten Einsparungen – damit ist die Politik sich darüber einig, dass Veränderungen nicht mit drastischen Kürzungen beginnen können, der Rest bleibt abzuwarten. Milk The Sun startet Dank dieser Topnachricht voller Energie in die Woche!