70 % Preisabfall bei Photovoltaikanlagen ist die Antwort globaler Überproduktion

Nach den aktuellen Veröffentlichungen von IMS Research ist der Preis für Photovoltaik Wafers im ersten Quartal 2012 um mehr als 70%, im Vergleich zum Vorjahr, gesunken. Der drastische Preisabfall, der auf eine globale Überproduktion zurückzuführen ist, hatte einen erheblichen Wandel in der Kostenstrukturierung und in den Verkaufsstrategien führender Anbietender von Photovoltaikanlagen zur Folge. Preise in einem Rekordtief von bis zu 0,70$/W, veranlassen Versorger ihre hauseigenen Produktionskosten zu senken und kaufen Wafers vermehrt von Drittanbietenden. Neuste Ergebnisse einer IMS Research Studie zeigen, dass die Preise im ersten Quartal 2012 bis auf $0,30/W gesunken sind, wohingegen der durchschnittliche Preis pro Watt im selben Zeitraum des vergangenen Jahres bei etwas über einem Dollar lag. Dieser rapide Preisrückgang ist der Überproduktion und dem harten Wettbewerb in der Photovoltaikindustrie geschuldet. Die Industrie ist geprägt vom enormen Wachstum der Fördermöglichkeiten einerseits und den Folgen der Fehleinschätzungen von zu hoch gegriffenen Prognosen der Nachfrage von 2011 andererseits. Auch die Durchschnittspreise von Polysilikon, Zellen und Modulen sind im Jahr 2011 gesunken, jedoch nicht so drastisch wie die Preise für Wafer; der Durchschnittspreis im ersten Quartal sank mit 48%, 57% und 44% Jahr für Jahr.

Die IMS Studie zeigt, dass die Produktionszahlen von Wafer um 50% gestiegen waren, um am Ende des Jahres 2011 die 50 GW Marke zu erreichen. Im Vergleich dazu wird das globale Wachstum der Nachfrage jedoch auf nur 35% auf 26,9 GW geschätzt. Die Photovoltaikmodule produzierende Industrie begegnet diesem dramatischen Wandel mit neuen Produktionsstrategien. „Intensiver Preisdruck und Wettbewerb innerhalb der gesamten PV Industrie drängt Anbietende mehr denn je dazu sich auf die Kostenminimierung als Gewinnstrategie einzusetzen“ sagt der leitende Forscher von IMS Research, „insbesondere große chinesische PV Anbietende verfolgten das Ziel einer 100%igen vertikalen Integration in 2010 und 2011 und expandierten dabei ihren hauseigene Wafer-Produktionskapazität.“ Wegen des krasse Preisverfalls von Wafer, gerade im Verhältnis zum Polysilikon im letzten Jahr, schmälern Anbietende die Wafer-Produktionsmengen und kaufen stattdessen im Ausland. IMS Research prognostiziert weitere Preisrückgänge für Aluminium und Silikonwafer für das Jahr 2012. Bis zum Ende des Jahres 2012 wird ein Preisrückgang von 25 % im Vergleich zum letzten Quartal 2011 erwartet. Der Preisverfall für Silikon in derselben Zeit wird noch höher, auf bis zu 33%, geschätzt.