Wie weiter mit der Solarförderung?

Die deutsche Photovoltaik hat ihren Rekordzubau aus dem Jahr 2010 mit 7400 Megawattpeak (MWp) installierter Leistung, 2011 überschritten. Im Dezember letzten Jahres ging, bevor die Solarförderung zum 1. Januar 2012 um 15% gekürzt wurde, eine regelrechte Flut von Anmeldungen bei der Bundesnetzagentur ein. Allein im Dezember wurden demnach 3000 MWp installiert und für das gesamte Jahr wurde ein Zubau von 7500 MWp erreicht.

 

Nachdem sich Teile der Regierungsparteien bereits für Kürzungen der Einspeisevergütungen der Photovoltaik ausgesprochen haben, zeigt sich nun auch die Verbraucherzentrale Bundesverband besorgt. Glücklicherweise fordert diese keine Deckelung bei 500 Megawatt, wie zuletzt Unionsfraktionsvize Michael Fuchs, welche die deutsche Solarwirtschaft völlig hemmen würde. Laut Handelsblatt, warnt die Verbraucherzentrale aber vor explodierenden Kosten und fordert daher eine erhebliche Kappung der Solarförderung. Bei den derzeitigen Modulpreisen und dem anhaltenden Boom sei die momentane Förderung von 24,43 Cent je Kilowattstunde viel zu hoch. „15 Cent je Kilowattstunde für eine Dachanlage reichen vollkommen aus“, sagt Energieexperte Holger Krawinkel. Bei einer garantierten Zahlung über einen Zeitraum von 20 Jahren, müsse man die Kosten im Auge behalten, die letztlich über den Strompreis von den Verbrauchern gezahlt werden.

 

Um einen derartigen Ansturm, wie im Dezember zu verhindern, schlägt der Energieexperte vor, die Einspeisevergütung zum 1. April auf 15 Cent zu reduzieren und mit jedem Jahr um einen Cent zu kürzen, um ein Niveau von 10 Cent zu erreichen. „Dann sind die Kostenbelastungen deutlich geringer“, sagte Krawinkel. Außerdem gab er zu bedenken, dass man die Bürger wegen der hohen Kosten mit dem derzeitigen Fördermodell überfordere und somit die große Akzeptanz für die Solarenergie gefährde.

 

Andererseits bestätigte eine Studie des Meinungsforschungsinstituts forsa, dass die Bereitschaft in der Bevölkerung, mehr Geld für den Umbau des Energiesystems auszugeben, nach wie vor sehr hoch ist. Laut der Studie, welche vom Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) in Auftrag gegeben wurde, sind 61% der Befragten bereit, mehr für ihren Strom zu bezahlen, wenn sie dadurch den Ausbau der erneuerbaren Energien fördern. „Die Energiewende ist nicht zum Nulltarif zu haben und erfordert deshalb die Unterstützung aller gesellschaftlichen Kräfte. Ohne den Willen der Bevölkerung, den Umbau auch finanziell mitzutragen, wäre dieses wichtige Projekt zum Scheitern verurteilt“, erklärt VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck.