Wenig Photovoltaik in Österreich: Bürger und Visionäre sind gefragt

Wenig Photovoltaik in Österreich: Bürger und Visionäre sind gefragt

Stockender Ausbau von Photovoltaik in Österreich: Der Weltklimavertrag steht – doch aktuell werden nur zwei Prozent des österreichischen Stroms aus Sonnenenergie gewonnen. Sinkende Preise haben noch keinen Solar-Boom ausgelöst – Visionäre arbeiten bereits erfolgreich an einem nachhaltigen Ausbau der Photovoltaik in Österreich.

 

Die Energiewende betrifft uns alle – und dafür ist Anfang November der Weltklimavertrag inkraft getreten. Er verpflichtet die Vertragsländer zum kompletten Abschied von Öl, Gas und Kohle… bis 2050.

 

Wenig PV-Zubau trotz sinkender Preise

Diesem Ziel hat sich auch Österreich angenommen. Aktuell werden allerdings gerade einmal zwei Prozent des österreichischen Stroms aus Sonnenenergie gewonnen. Ein Wert, den es in Zukunft stark auszubauen gilt. Die Energieplattform Photovoltaik attestiert dem Markt der Photovoltaik in Österreich dahingehend ein gutes Wachstumspotential und rechnet in den nächsten Jahren damit, dass ein Drittel des Energiebedarfs mit Solarstrom gedeckt wird.

Die Hauptgründe sind auch an dieser Stelle – wie in so vielen anderen Ländern auch – die stetig sinkenden Preise für Photovoltaik-Anlagen. „Vor einigen Jahren hat eine Photovoltaik-Anlage für einen typischen Einfamilienhaushalt mit vier bis fünf Kilowatt-peak Leistung noch 30.000 bis 40.000 Euro gekostet. Heute liegt man bei diesen Anlagen in der Größenordnung von 4.000 bis 5.000 Euro“, erklärt Hubert Fechner, Vorsitzender von Photovoltaik. Die Kostenersparnisse belaufen sich beim Anlagenbau also bereits auf 70 Prozent.

 

„Photovoltaik in Österreich nicht zur Nischentechnologie degradieren“

Einhergehend mit den sinkenden Preisen für Solaranlagen ist aber auch der Rückgang der staatlichen Förderungen. Dazu kommt die Skepsis, Solaranlagen würden sich an trüben Tagen zu wenig lohnen. Es gilt aufzupassen, dass diese beiden Gründe nicht zum Hindernis für die Photovoltaik in Österreich werden.

„An einem trüben Tag habe ich nur einen Anteil, der je nach Trübung des Himmels vielleicht 10 bis 20 Prozent eines maximalen Tages ausmacht. Natürlich habe ich im Sommer auch mehr Produktion über als im Winterhalbjahr, aber das sind alles keine Argumente, um die Photovoltaik zu einer Nischentechnologie zu degradieren“, bemerkt Fechner.

Der Photovoltaik-Sektor steht in Österreich erst am Anfang, doch auch hier haben Experten das Potential von Solaranlagen als zukünftige Stromquelle Nummer 1 erkannt. Vor allem Bürgerkraftwerke eignen sich in Österreich hervorragend als Einstiegsmodell. „Hier kann man natürlich auch große PV-Anlagen realisieren, die im Gemeinschaftsbesitz sind oder man sich in anderer Form finanziell beteiligt und dafür jährlich einen Ertrag in Form einer Kostenrefundierung bekommt“, so Fechner.

 

Österreich hat erfolgreiche Visionäre

Initiativen wie Dachgold/1001 Dach verfolgen bereits seit einigen Jahren erfolgreich das Ziel, den Photovoltaik-Ausbau auf den Dächern Österreichs voranzutreiben. Ihre Vision lautet: Unternehmen in Österreich sollen mit eigenen Solaranlagen günstigen Solarstrom erzeugen. Damit wäre nicht nur ein langfristiger Wettbewerbsvorteil gesichert, sondern auch etwas für eine gesunde Zukunft getan. Bis 2020 sollen auf diesem Weg 1001 Unternehmensdächer mit PV-Anlagen ausgestattet werden.

Fest steh am Ende eines: Die Photovoltaik in Österreich braucht eine Chance. Aufklärungsarbeit ist das Nonplusultra für eine erfolgreiche Energiewende. Mit wegweisenden Initiativen wie Dachgold/1001 Dach – und mit dem Willen der Bevölkerung, in Solaranlagen zu investieren – steht auch Österreich einer sonnigen Zukunft nichts im Weg.

 

Quelle: kaernten.orf.at

Titelbild: Krzysztof Slusarczyk/shutterstock

Manuel Gonzalez Fernandez

Manuel Gonzalez Fernandez, 28, Journalist, PR-Manager und Blogredakteur bei Milk the Sun. >>I’d put my money on the sun and solar energy. What a source of power! I hope we don’t have to wait until oil and coal run out before we tackle that.<< - Thomas Edison

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