Wann lohnt sich Repowering? Was muss man beachten?

Wann lohnt sich Repowering? Was muss man beachten?

So wie jeder biologische Organismus altert und jede mechanische Konstruktion verschleißt, so verlieren auch PV-Anlagen je nach Größe und technischem Stand über die Zeit an Effizienz – sei es durch Degradation der Module oder zusätzliche Abnutzung der eingesetzten Komponenten. Auch falsch installierte bzw. beschädigte Komponenten können für einen Leistungsabfall sorgen. Durch Repowering kann ein hoher Grad an Produktivität wiederhergestellt werden – und damit eine stabile Wirtschaftlichkeit über die Restlaufzeit der Anlage.

 

Wann Module getauscht werden sollten

Die Restlaufzeit, der Einspeisetarif und der zu erzielende Mehrertrag sind entscheidende Faktoren bei der Beurteilung, ob sich Repowering lohnt. Insgesamt sollte die Amortisationszeit für die Repowering-Maßnahme nicht wesentlich länger sein als die Hälfte der Restlaufzeit. Speziell für Anlagenbetreiber, deren Anlagen in den Jahren 2007 bis 2011 ans Netz gegangen sind, kann Repowering somit besonders interessant sein.

Der Betreiber profitiert zudem vom technischen Fortschritt: Kristalline Module haben mit >15 % einen mehr als dreimal so hohen Wirkungsgrad im Vergleich zu älteren Dünnschichtmodulen und kosten heute nur noch ein Drittel dessen, was sie vor fünf bis sechs Jahren gekostet haben. Wichtig: Als Betreiber behalten Sie dabei die alte Einspeisevergütung.

 

Spezielle Repowering-Regelung für PV-Anlagen

Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gilt ein Solarmodul bereits als eigene Anlage. Theoretisch würde der Betreiber für den Strom, den ein neues Modul produziert – wie bei einer Neuanlage – die aktuelle Vergütung erhalten. Doch bei der Photovoltaik macht der Gesetzgeber eine Ausnahme: Unter bestimmten Voraussetzungen darf der Betreiber das Modul tauschen und erhält dafür die gleiche Vergütung wie für die Ursprungsanlage. Nach dem EEG 2017 ist die Umsetzung einer Repowering-Maßnahme ausschließlich erlaubt, wenn Solarmodule gestohlen wurden, beschädigt oder defekt sind.

Der Defekt der Module muss vom Anlagenbetreiber nachgewiesen werden. Wie umfangreich der Nachweis sein muss, sollte im Vorfeld mit dem Netzbetreiber geklärt werden, der über den geplanten Modultausch zu informieren ist. Es bestehen große Unterschiede unter den einzelnen Netzbetreibern, welche Unterlagen sie als Nachweis für den Defekt von Modulen einfordern. Daher ist es empfehlenswert, jedes Modul einzeln untersuchen zu lassen.

Aber Achtung: Tauschen Sie Module oder die komplette Anlage ohne den detaillierten Nachweis der oben benannten Voraussetzung/en und ohne Abstimmung mit Ihrem Energieversorger, so bekommen Sie die aktuelle Vergütung (z. Zt. nur noch ¼ des Vergütungswertes einer Anlage von 2009).

Grundsätzlich dürfen die Module nur am gleichen Standort wie die beschädigten installiert werden. Der Betreiber muss zudem darauf achten, dass die Gesamtleistung der neuen Anlage der vorherigen entspricht. Da effizientere Module in der Regel weniger Platz brauchen, bietet sich die Möglichkeit, die frei werdende Fläche für eine kleine, neue Eigenverbrauchsanlage zu nutzen.

 

ADLER Solar ist führender Full-Service-Dienstleister für die Solarbranche. Wir bieten ein umfangreiches Spektrum an technischen Lösungen und Dienstleistungen an, die ein hohes Performance-Niveau sowie den reibungslosen Betrieb einer Photovoltaik-Anlage während des gesamten Lebenszyklus gewährleisten. Als unabhängiger PV-Experte mit Sitz in Bremen, einem Standort in Waldkraiburg/München sowie Büro in London unterstützen wir Hersteller, Anlagenbetreiber, Installateure, Gutachter, Versicherungen und Banken mit unserem Know-how „Made in Germany“. Das Service-Portfolio umfasst After-Sales Services, Wechselrichter Services, Anlagenbau, Test & Reparatur, Repowering, Schadenmanagement, Engineering Consulting und EPC Management.

 

Simon

Journalist, PR- und Marketingmanager, Blogger bei Milk the Sun.

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