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Hat die Solarbranche Zukunft? Lohnt sich eine private PV Anlage? Antworten im Interview mit Felix Krause.

Felix Krause CEO Milk the SunIm Interview mit umwelthauptstadt.de bietet Felix Krause, CEO von Milk the Sun einen Blick hinter die Kulissen und gibt seine Einschätzung zur Zukunft der PV-Branche. Warum diese in seinen Augen sonnig aussieht, lesen Sie hier:

 

Milk the Sun hat bereits mehrere Preise gewonnen – wie entstand die Idee dazu und wie grenzen Sie sich ab gegenüber anderen Photovoltaik-Portalen  Zusammen mit Dirk Petschick hatten wir 2009 einen Projektentwickler und -manager für Photovoltaikanlagen in Deutschland und UK gegründet. Dabei stellten wir allerdings täglich fest, dass für den Kauf, Verkauf und Bau von Photovoltaik-Anlagen in Europa lange Maklerketten erforderlich sind, die mit hohen Transaktionskosten für die Marktteilnehmer verbunden sind. Genau wie die fehlende Transparenz gibt es in diesem Markt kaum online Vergleichsmöglichkeiten für Versicherungen, Maintenance Verträge noch rechtliche Due Diligences, so wie es heute in den meisten anderen Branchen längst üblich ist. An diesem Punkt setzt unsere Idee und unser Verständnis an und unterscheidet sich somit teilweise gravierend von anderen Ansätzen. Dafür wurde Milk the Sun bei verschiedenen Wettbewerben ausgezeichnet.

 

Die Solarbranche ist insbesondere durch die Subventionskürzungen stark unter Druck geraten. Lohnt sich das Verpachten von (privaten) Dachflächen eigentlich noch? Es ist ganz deutlich zu spüren, dass die PV-Branche ungeachtet der politischen Tendenzen ein starkes Wachstum verzeichnet. Denn Solaranlagen rentieren sich nach wie vor. Deutschland ist einer der aktivsten Standorte für Photovoltaik weltweit, das heißt gute Technik und zuverlässige Wartung sind vor Ort. Die Entstehungskosten für Solaranlagen sinken und drücken so die Anschaffungskosten. Daher lohnt sich die Verpachtung von Dachflächen trotz der Kürzungen noch immer und wird es auch in Zukunft auch weiterhin tun.

 

Können Sie eine ungefähre Zahl nennen, was ein privater Hausbesitzer mit einer durchschnittlichen Dachfläche im Jahr verdienen kann, wenn er diese verpachtet oder einen Teil der erzeugten Energie ins Netz einspeist? Das ist natürlich von der Lage, der tatsächlichen Größe des Daches und von seiner Ausrichtung abhängig. Aber nehmen wir einmal an, dass ein Einfamilienhaus im südlichen Deutschland gelegen eine Dachausrichtung nach Süden mit ungefähr 100 Quadratmetern Dachfläche hat. Die Anschaffungskosten für eine Anlage dieser Größe beliefen sich auf grob geschätzt 15.000 Euro exklusive Nebenkosten. Diese Anlage produziert 10.000 kWh pro Jahr. Bei einer Einspeisevergütung von aktuell 24,4 ct/kWh. (Stand Mai 2012) wäre die Anlage nach etwas mehr als sechs Jahren abbezahlt und würde, auf die Laufzeit von 20 Jahren gerechnet, Strom im Wert von 48.000 Euro produzieren. Es entsteht eine Rendite von 33.000 Euro. Auch unter der Voraussetzung, dass die Einspeisevergütung auf 18 ct/kWh reduziert wird, liegt die Rendite bei 19.000 Euro. Zusammengefasst – eine Anlage ist langfristig immer lohnend, mit Festpreisgarantie noch ein ganzes Stück mehr. Die Erwartung zukünftiger Strompreissteigerungen macht die Investition in eine PV-Anlage langfristig interessant. Zukünftig werden auch Direktvermarktungskonzepte attraktiver werden. Die Pacht für ein Dach liegt zwischen vier und acht Prozent des Gewinns der Anlage. Zu verpachten kann sich gerade bei großen Flächen lohnen. Für Besitzer von Einfamilienhäusern ist die Investition in eine eigene Anlage meistens lohnender als die Verpachtung.

 

Wagen Sie einen generellen Ausblick für die Solarbranche? Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation und welche Möglichkeiten haben deutsche Firmen, um auch künftig in diesem Segment erfolgreich mitzumischen? Atomkraftwerke werden abgeschaltet und die Erneuerbaren Energien müssen die Lücken füllen. Die Solarbranche als lukratives Geschäftsfeld wird kontinuierlich weiter ausgebaut. Laut einer aktuellen Studie von der European Photovoltaic Industry Association wird unter günstigen politischen Bedingungen weltweit ein Wachstum von 500 Prozent bis 2020 in der PV-Branche prognostiziert. Etliche klimatisch optimale Standorte sind wenig oder gar nicht erschlossen und Photovoltaik ist neben Wind- und Wasserenergie ein technisch etabliertes Standbein grüner Energiegewinnung. Den Marktvorteil, den Deutschland und Italien als Vorreiter der Photovoltaik heute haben, gilt es zu festigen. Denn die Photovoltaikbranche ist ökologische und ökonomische Zukunft. Professionell Unternehmen werden sich in der Konsolidierungsphase durchsetzten und weiterhin erfolgreich sein. Dem müssen wir uns stellen und mit kreativen Lösungen neue Wege gehen.

 

Das vollständige Interview findet sich auf umwelthauptstadt.de

 

Intersolar 2012 – Eindrücke und Höhepunkte

Intersolarfakten: 871 Aussteller kommen in diesem Jahr aus Deutschland. Danach folgen China mit 388, Italien mit 78, Spanien mit 48 sowie Taiwan und Österreich mit jeweils 46 Unternehmen.Am 13.6.2012 um 09:00 Uhr öffneten sich erneut die Tore für die weltweit größte Fachmesse der Solarwirtschaft auf dem Gelände der Messe München. Intersolar Europe Eröffnung_OpeningInsgesamt 1.909 Aussteller aus 49 Ländern präsentieren bis zum 15. Juni ihre Produkte, Lösungen und Dienstleistungen in den Bereichen „Photovoltaik“ (PV), „Solarthermie“ und „PV Produktionstechnik“ auf der Intersolar Europe. Auf 170.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche in 15 Messehallen und auf dem Freigelände werden dazu in diesem Jahr rund 80.000 Besucher erwartet. Begleitend findet vom 11. bis zum 14. Juni 2012 die Intersolar Europe Conference mit rund 400 Referenten statt. Die Veranstalter rechnen mit rund 2.500 Teilnehmern auf der Konferenz und ihres Side-Events. Im Mittelpunkt von Konferenz und Messe stehen in diesem Jahr neben den neuesten Technologien vor allem die Zukunftsfragen der Branche, die in Veranstaltungen, Diskussionen und Sonderschauen auf internationaler Ebene beleuchtet und diskutiert werden. Dazu gehören unter anderem die Themen Stromspeicherung, Netzintegration und Heizen mit Solarstrom. Darüber hinaus steht die unterschiedliche Entwicklung der internationalen Märkte im Zentrum der Aufmerksamkeit. Auch hier setzen die Veranstalter auf den Dialog mit den Vertretern von Politik und Industrie aus den jeweiligen Ländern und schaffen Plattformen für den internationalen Austausch.

Neue Märkte für die Photovoltaik

Die Preise für Photovoltaik-Module und -Anlagen sind seit 2006 um mehr als 65 Prozent gesunken. Neben dem Kostendruck, der sich dadurch für die Industrie ergibt, eröffnen sich durch die gesunkenen Preise aber auch neue Märkte und Anwendungen für die Unternehmen. Daran knüpft Milk the Sun an und hat deshalb passend zu den Zukunftsfragen der Intersolar sein Dienstleistungsportal online gebracht. Die Zukunft der PV muss innovativ und transparent laufen. Zahlreiche nationale und internationale Aussteller präsentieren Produkte und Dienstleistungen von den aktuellsten Systemlösungen über Montagesysteme und Wechselrichter bis hin zur Überwachungstechnik und den neuesten Modulen. Mit diesen kommt Milk the Sun auf der Intersolar in Kontakt und versucht das bestmögliche Servicepaket für die User zu gestalten. Milk the Sun ist auf der Intersolar-Europe Messe in Halle B2 Stand 170D.

Intersolar AWARD

Intersolar AWARD 2012Der Intersolar Award wurde hat nun zum fünften Mal die Gewinner in den Kategorien „Photovoltaik“ und „Solarthermie“ sowie der Kategorie „PV Produktionstechnik“ gekürt. Der internationale Preis der Solarwirtschaft würdigt Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen aus allen Bereichen. Insgesamt waren damit 3.500 Solarunternehmen teilnahmeberechtigt.

Gewinner Photovoltaik

Die MBJ Services GmbH, Hamburg, hat das „Mobile PV Testcenter“ zur Prüfung der Leistungsfähigkeit von PV-Modulen entwickelt. Die Lösung kombiniert erstmals verschiedene Messmethoden für Solarmodule, wie die Aufnahme der Strom- und Spannungskennlinie, Elektrolumineszenz- und Infrarotaufnahmen. Überzeugt hatte die Jury die hohe Testgeschwindigkeit des Geräts und seine flexible Anwendbarkeit vor Ort: Das für den harten Feldeinsatz konzipierte Testcenter hat nur einen geringen Energiebedarf und kann bis zu 18 Solarmodule in der Stunde testen.

Die Firma SolarEdge Technologies GmbH, Grasbrunn, hat ihren Leistungsoptimierer für Solarmodule weiterentwickelt. Der „3rd Generation Power Optimizer“ maximiert den Energieertrag jedes einzelnen Moduls, indem er das Verhältnis von Spannung und Leistung auf das jeweils aktuelle Optimum regelt (MPPT/Maximum Power Point Tracking) und ist erstmals mit allen marktgängigen Wechselrichtern kompatibel. Dank der innovativen Technologie „IndOP“ benötigt der Leistungsoptimierer bei der Arbeit mit Wechselrichtern anderer Hersteller keine zusätzliche Schnittstelle mehr. Überzeugt hatten die Jury zudem der gesteigerte Wirkungsgrad des Optimierers und der geringe Leistungsverlust bei der Anwendung in älteren PV-Anlagen.

Die Firma Solon Corporation, Tucson/USA, ist ein international tätiger Hersteller von Solarmodulen, der sich auf schlüsselfertige Lösungen spezialisiert hat. Bei ihrem Flachdach-Montagesystem „SOLON SOLquick“ verwendet Solon rahmenlose Module. Das materialsparende Verfahren ermöglicht es, die Module gut geschützt zu transportieren und zu installieren. Die Halterung ist bereits ab Werk in das Solarmodul integriert. Die Module eignen sich für die Montage auf verschiedenen Dacharten — selbststabilisierend, mit Ballast oder mit Durchdringung der Dachhaut und erfordern keine Erdung, da kein Metall verwendet wird.

Quelle und Bildrechte: www.intersolar.de

Talesun, Desertec & RWE – Photovoltaikausbau im Süden

Seit letzter Woche vermelden die Medien, dass RWE von der bisher negativen Meinung zur Photovoltaik abgerückt ist und in Südeuropa und Nordafrika in Projekte investieren will. Auf Financial Times Deutschland ließ der scheidende RWE Innogy– Chef Fritz Vahrenholt verlauten „Solarstrom könne heute in Südeuropa zu Kosten von 10 bis 12 Cent je Kilowattstunde erzeugt werden, in Nordafrika noch billiger“. Die Idee Sonnenenergie in Afrikas nördlicher Wüstenregion zu nutzen ist nicht neu. Die Desertec Industrie Initiative GmbH (Dii), bestehend aus europäischen und überwiegend deutschen Unternehmen, will Stromgewinnung aus photovoltaischen und solarthermischen Anlagen mit Energiegewinnung aus Windkraftwerken in Nordafrika zusammenbringen. Die Küstenregionen in Marokko und Tunesien bieten rundum günstige Bedingungen für Windkraft und die Sonne in der Wüstenregion hat sehr viel mehr Kraft, als in nördlicheren Breitengraden. „Die Wüsten der Erde empfangen in sechs Stunden mehr Energie von der Sonne, als die Menschheit in einem ganzen Jahr verbraucht“, sagt Dr. Gerhard Knies, Vorsitzender des Kuratoriums der Desertec Foundation. Diese Annahme birgt Hoffnung, dass Ressourcenknappheit bei schlauer Nutzung der Sonnenenergie irgendwann der Vergangenheit angehört. Nur wie wird garantiert, dass die Energie fair verteilt wird?Quelle: Desertec Solarthermie in der Wüste Kuraymat Denn der Plan sieht im Grunde die Kompensation europäischer Knappheit mit afrikanischen Gütern vor. Da stellt sich der bittere Beigeschmack des Wirtschaftskolonialismus automatisch ein. Jedoch meint Desertec, und daran beteiligt auch RWE, die Standorte in Nordafrika partnerschaftlich zu involvieren und die Länder vor Ort zuerst vom gewonnenen Strom profitieren zu lassen. Laut Dr. Frank-Detlef Drake, Leiter Forschung & Entwicklung RWE AG sei es wichtig, „dass der Wüstenstrom zunächst möglichst ‚erzeugungsnah‘ genutzt wird, um Transportverluste und Kosten gering zu halten. Eine Punkt-zu-Punkt-Leitung direkt von der Sahara nach Deutschland zu legen wäre der falsche Weg und auch das falsche Signal.“ Das trifft den Punkt, aber konkrete Inhalte, die diesen Sachverhalt untermauern, finden sich nicht so leicht. Desertec besteht aus einundzwanzig Mitgliedern, davon ist nur  eines 1 marokkanisches Unternehmen und fast die Hälfte sind deutsche. Das verwässert die nach außen getragene Darstellung von Partnerschaft auf Augenhöhe. Es bleibt also abzuwarten, wie sich diese Kooperation ökonomisch und gesellschaftspolitisch entwickelt. Der Fächer internationaler Partner, die das Projekt in Europa und Afrika hat, kann den Weg zu einer fairen und ertragreichen Wirtschaftsbeziehung ebnen. In die Sonne Nordafrikas zu investieren ist in jedem Fall ein zukunftsweisender Schritt.

 

sapa-energie_Karte Europas Sonnenstunden in kWh pro Quadratmeter

Photovoltaikprojekte in Europa lohnen sich in gleicherweise. Die Grafik zeigt, dass auch südeuropäische Länder sehr sonnenreich sind. Rom hat mit 1687 Sonnenstunden jährlich, die zweithöchste Sonnendichte Europas und hat seit Jahren einen aktiven PV-Markt. RWE richtet nun auch den Blick auf Südeuropa als lukrativen Standort für Photovoltaikinvestitionen, aber fast schon zu spät, muss man da fast sagen. Zwei, die schon lange wissen was der Süden bietet, sind Talesun und Calabria Solar. Am 22. Mai 2012 gaben die Unternehmen bekannt, dass ihr 38 Hektar umfassendes PV-Großprojekt in San Floro, Kalabrien mit 23,8 Megawatt erfolgreich ans Netz ging. Die Region Kalabrien wartet mit hervorragenden Zahlen für solare Energiegewinnung auf. Die Globalstrahlung liegt in dieser Gegend bei etwa 1.800 Kilowattstunden pro Quadratmeter jährlich. Die Anlage von Talesun/Calabria Solar arbeitet bei einem Wirkungsgrad von etwa 80 Prozent. Schon lang überzeugt von Italiens solarer Wirtschaftlichkeit ist Joachim Simonis, Geschäftsführer der Talesun Solar-Deutschland GmbH „Italien ist von strategischer Bedeutung für die Photovoltaikbranche, sowohl aus Sicht von Investoren als auch von Produzenten. Talesun zählt weltweit zur Spitze in dieser Industrie.“ Sein Vorzeigeprojekt in Kalabrien ist gleichzeitig die Basis für neue, gewinnbringende Pläne – die Vergrößerung seines Teams in Italien. Europaweite und internationale Kooperationen in der Photovoltaikbranche zu leben und täglich auszubauen ist also für manche schon keine Idee mehr, sondern tägliches Handwerk, das sich bezahlt macht. Es ist eine sonnige Aussicht den Energieriesen RWE als Partner der Photovoltaik in Zukunft ebenso aktiv in Erscheinung treten zu sehen.

 

Quellen: http://www.rwe.com/web/cms/de/704348/rwe/presse-news/specials/desertec/; http://www.dii-eumena.com/fileadmin/Daten/Newsletter/Newsletter_February_2012.pdf;www.talesun.com; http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:erneuerbare-energie-rwe-schwenkt-auf-solarstrom-um/70040279.html

 

Ausblick nach Süden

Sonne scheint auf Module an rotem Himmel, SonnenuntergangAuf der Intersolar Europe Messe 2012 wird die Zukunft der Photovoltaikbranche besprochen. Konkret ist damit der Blick auf das PV-Business an Standorten in Nordafrika gemeint. Photovoltaik in Tunesien und Marokko stehen am 14. Juni auf der Veranstaltung des Vereins Solarvalley Mitteldeutschland ganz im Mittelpunkt. Ziel europäischer PV-Industrie ist es mit Ländern über die Grenzen Europas hinaus in Verhandlung zu treten. Sonnenintensive und leistungsstarke Länder wie Tunesien, Marokko und auch weitere afrikanische Länder sind ganz klar potentielle Partner der Zukunft. Auf insgesamt 11 Vorträgen, die politische, gesellschaftliche und technische Aspekte des PV-Handels mit Marokko und Tunesien darstellen, wird das internationale Netzwerk wissenschaftlicher Zusammenarbeit ausgebaut. Zukunftsweisender Interessenaustausch gibt der deutschen PV-Industrie neue Impulse. Die Zusammenarbeit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Solarverbänden und Agenturen zum Zweck der Präsentation des Status quo für Solar in Nordafrika ist zukunftsweisend. Schon dieser erste Schritt baut internationale Barrieren ab, indem nötige Anpassungsprozesse verdeutlicht werden. Es dürfte spannend werden sich die neusten Entwicklungen des marokkanischen Energiemarktes anzusehen und mögliche Ideen für PV-Projekte in Tunesien zu diskutieren. Die Moroccan Agency for Solar Energy und die National Agency for Energy Conservation aus Tunesien liefern vor Ort Informationen aus erster Hand. Weitere Vorträge dieser Art finden im Rahmen der Intersolar Europe Messe statt. 80.000 Besuchende werden erwartet, die die 20.000 Messestände besuchen. An einem Stand präsentiert sich Milk the Sun mit innovativen Ideen für die Zukunft.

Quellen: www.innovations-report.de/html/berichte/veranstaltungen/erfolgsaussichten_deutscher_photovoltaik_195962.html, www.eesa-sachsen.de/intersolar/programme.pdf

Milk the Sun im Fernsehen & Umwelthauptstadtpartner

Heute früh wurde Philipp Seherr-Thoss, Geschäftsführer von Milk the Sun, von TV Berlin interviewt. Das Ergebnis – eine angeregte Diskussion mit Fokus auf die Themen Photovoltaik als Geschäftsmodell und als Motiv der Nachhaltigkeit. Milk the Sun findet den Beitrag sehr gelungen und freut sich der Berliner Öffentlichkeit und vielleicht auch zukünftigen PV Händlern über den heimischen Fernseher näher gekommen zu sein. Wer es verpasst hat, kann sich das Interview von heute früh hier noch einmal ansehen – Milk the Sun – der Onlinemarkt für Photovoltaik – hautnah! Noch näher gehts nur auf der Intersolar Messe in München vom 13. bis 15. Juni 2012 am Stand B2.170D.

 

Auch die Website Umwelthauptstadt.de hat Milk the Sun exklusiv präsentiert. Als Neuzugang bei den nachhaltigen Unternehmen spricht Milk the Sun über Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility. Umwelthauptstadt.de widmet sich  der Nachhaltigkeit und Umwelt spielerisch, „weils mehr Spaß macht“. Damit kann sich Milk the Sun gut identifizieren. Auch uns macht es Spaß die Zukunft der Energiegewinnung nachhaltig anzugehen und vielen neuen Solarprojekten mit Milk the Sun den schnellen und unkomplizierten Weg an den Start zu ermöglichen.

 

Erst melken, dann speichern – die Batterie ist Photovoltaik-Zukunft

„Speicher spielen eine entscheidende Rolle beim Umbau der Stromversorgung“, meint Batterieexperte Matthias Vetter vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hervor im Interview mit Intersolar. Batterien stellen einen wichtigen Faktor in der Energiegewinnung mit Sonne dar. Sie regulieren die Einspeisung, also die Netzstabiltät und sie speichern übermäßig produzierte Energie zumindest kurz- und mittelfristig. Die Forschung und Investition in Batterietechnologie ist für die Photovoltaikindustrie verlockend. Heutige politische Rückschläge für die Branche, wie jüngst die geplanten Kürzungen der Solarförderung, nicht zuletzt aufgrund einer sogenannten Überschwemmung des Marktes mit sauberem Strom, könnten durch langfristige Speichermöglichkeiten etwas abgefedert werden. Derzeit wird in der Branche viel in die optimale Speichertechnologie und Lebenserhaltungsdauer von Batterien investiert. Hybridvarianten und leistungsfähige Lithiumbatterien, wie sie auch in Elektro-Fahrzeugen verwendet werden, stehen im Fokus um Solarstrom effizienter einsetzen zu können. Die Idee über Batteriesysteme allein die übermäßig produzierte Menge an Solarstrom zu halten ist jedoch nicht realistisch, meint Matthias Vetter. Denn Deutschland wird bei einer Einspeisung von 30% beispielsweise, „nicht umhinkommen, auch saisonale Speicher auf Basis von Wasserstoff einzusetzen und das Strom- und Gasnetz bidirektional zu koppeln.“ Speichersysteme für die Energiewende sind viel diskutiert. Auch auf der Intersolar Europe Conference am 11. Juni 2012 in München stellen Experten bei der Electricity Storage-Vortragsreihe die verschiedenen Batterietechniken und ihre jeweiligen Anwendungsgebiete vor. Eine anschließende Podiumsdiskussion soll die Frage dazu klären, welcher Speicher sich für welchen Einsatz am besten eignet.

Milk The Sun ist mittendrin in der Neugestaltung der Photovoltaikbranche – deshalb auch auf der Intersolar Messe vom 13.-15. Juni 2012. Besuchen Sie uns an Stand B2.170D.

 

Die neue Einspeisevergütung – Herausforderung und Chance

Die letzte Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist erst vor zwei Monaten in Kraft getreten. Trotzdem plant die Bundesregierung erneut Änderungen an dem Gesetz, die vor allem die Förderungen der Solarenergie betreffen. Für den Ausbau der Photovoltaik in Deutschland waren die umfangreichen staatlichen Förderungen zweifelsohne von großer Bedeutung. Die Bundesrepublik konnte ihre Vorreiterrolle auf dem Solarmarkt behaupten und sich als einer der führenden Standorte für Produktion, Forschung und installierter Photovoltaik-Leistung etablieren. Bislang wurde in Deutschland eine Leistung von knapp 25 Gigawattpeak (GWp) installiert, allein im letzten Jahr kamen 7,5 GWp hinzu[1]. Durch die Kürzungen muss die Solarbranche in Zukunft zwar einige Einschnitte hinnehmen, allerdings werden diese durch den technologischen Fortschritt abgefedert und bieten sogar die Chance, die bislang starren Strukturen des Solarmarktes aufzuweichen.

 

Investitionen in den deutschen Solarmarkt lohnen sich:

                • Die Produktion von Solarstrom bleibt auch mit den neuen Einspeisevergütungen attraktiv und rentabel
                • Durch den technologischen Fortschritt wird bald Netzparität erreicht und Förderungen werden komplett überflüssig
                • Neue Vermarktungsstrukturen machen den Solarmarkt liquider und transparenter

1.      Eckdaten der neuen Fördertarife

 

Der aktuelle Gesetzesentwurf der Bundesregierung sieht folgende wesentliche Änderungen vor[2]:

                • Eine einmalige und deutliche Absenkung der Tarife, um diese an die gesunkenen Marktpreise von Photovoltaikmodulen anzupassen. Die Änderung tritt für Dachanlagen voraussichtlich zum 1. April 2012 in Kraft, für Freiflächenanlagen zum 1. Juli.
                • Bisher wurde Solarstrom zu 100 % vergütet. Jetzt können sich Besitzer kleinerer Anlagen mit einer Leistung von bis zu 10 Kilowattpeak (kWp) 85 % ihres Stroms vergüten lassen, alle anderen Anlagenbesitzer 90 %.
                • Bisher wurden die Tarife alle sechs Monate reduziert. Künftig werden die Tarife monatlich 0,15 Cent gekürzt.
                • Der Photovoltaik-Zubau soll dadurch auf 2500 – 3500 Megawattpeak (MWp) pro Jahr reduziert werden.

Entwicklung der Einspeisevergütungen seit 2010:

 

Inbetriebnahme 30 kWp 100 kWp bis 1 MWp über 1 MWp Freiflächen
01.01.2010 39,14 37,23 35,23 29,37 28,43
01.07.2010 34,05 32,39 35,23 25,55 25,02
01.10.2010 33,03 31,42 29,73 24,79 24,26
01.01.2011 28,74 27,33 25,86 21,56 21,11
01.01.2012 24,43 23,26 21,98 18,33 17,94
Neu: bis 10 kWp bis 100 kWp entfällt bis 1 MWp bis 10 MWp bis 10 MWp
ab 01.03.2012 19,50 16,50 13,50 13,50
Kürzung um 20,2 % 29,0 % 24,9 % 26,4 % 24,7 %
ab 01.05.2012 monatliche Degression 0,15
ab 01.01.2013 18,15 15,15 12,15 12,15
ab 01.01.2014 16,35 13,35 10,35 10,35
ab 01.01.2015 14,55 11,55 8,55 8,55
ab 01.01.2015 12,75 9,75 6,75 6,75

(Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit; www.EEG-2011.de)

2.      Solarstrom bleibt rentabel

Die neuen Einspeisevergütungen stellen Projektentwickler und Unternehmen der Solarbranche sicherlich vor neue Herausforderungen. Trotz der Kürzungen ist die Produktion von Solarstrom aber weiterhin rentabel.

Entwicklungsausblick für die verschiedenen Anlagetypen:

Kleinere Dachanlagen bis zu 10 kWp:

                • Die Kürzungen fallen für diese Anlagen wenig drastisch aus. Die für den 1. Juli geplante Kürzung um 15 % wird lediglich um 5  % erhöht und ein paar Monate vorgezogen.

                • Je nachdem mit welchen Modulen gebaut wird, ergeben sich für diese Analgen immer noch Renditen von 5 – 8 %[3]. Die Investition in eine Solaranlage ist dadurch immer noch attraktiver als die Investition in eine ähnlich sichere und langfristige Kapitalanlage.

                • Nach Berechnungen der Welt Online wird Strom aus Dachanlagen ab dem 1. Januar 2014 um 4 %, ab dem 1. Januar 2015 sogar um 22 % höher vergütet, als es nach dem bisherigen Fördersystem der Fall gewesen wäre. Diese Berechnung beruht allerdings auf der Annahme, dass der Zubau konstant bei rund 7,5 Gigawattpeak pro Jahr bleibt[4].

                • Private Dachanlagen werden durch die 85 %-Regel zum Eigenverbrauch angehalten. Bei einem derzeitigen Strompreis von 24 Cent pro Kilowattstunde zahlt sich der Eigenverbrauch aus und steigert die Rendite der Anlage. Langfristig wird die Produktion von Sonnenstrom immer preiswerter, während die Stromkosten steigen.

                • Ein wesentlicher Rückgang der Nachfrage ist in diesem Marktsegment nicht zu erwarten.

Bei größeren Dach- und Freiflächenanlagen:

                • Die Kürzungen betragen bei diesen Anlagen rund 25 % der bisherigen Fördertarife. Hinzu kommt, dass der produzierte Strom nur noch zu 90 % vergütet wird. Die restliche Strommenge muss direkt an der Strombörse vermarktet werden.

                • Nach der Absenkung der Tarife können große Freiflächenanlagen immer noch mit Renditen von bis zu 6 % rechnen, prognostiziert Patrick Hummel von der UBS. Dadurch findet eine Marktanpassung des bisher stark überförderten Segments statt[5].

                • Sogenannte Konversionsflächen – das sind brachliegende Militär-, Industrie- oder Deponieflächen – werden durch die neue Vergütung für eine Übergangsphase unattraktiver. Durch sinkende Modulkosten wird aber dieses Marktsegment wieder für Investoren attraktiv.

Sowohl mit kleineren Anlagen als auch mit größeren Anlagen lassen sich trotz der reduzierten Einspeisetarife noch immer Gewinne erzielen. Die Nachfrage nach Solaranlagen wird daher nicht wesentlich einbrechen – zumal Investitionen in eine PV-Anlage häufig umweltpolitisch motiviert sind.

3.      Preisentwicklung und Netzparität

Durch den technischen Fortschritt und den verstärkten internationalen Wettbewerb sind die Preise für Solarmodule in den letzten Jahren stetig gesunken. Polykristalline Module aus deutscher Produktion sind derzeit für durchschnittlich 1,07 Euro pro Wattpeak erhältlich. Der Preisunterschied zum Dezember vergangenen Jahres liegt bei 4,5 %. Polykristalline Module aus China kosten derzeit noch 0,79 Euro pro Wattpeak und sind im Vergleich zum Dezember um 2,5 % gesunken[6]. Neben den gesunkenen Preisen steigt die Energieeffizienz der Module.

Die Grafik des Bundesverbandes Solarwirtschaft zeigt, dass die Preise für Solarmodule in den letzten 5 Jahren insgesamt um mehr als 50 % gefallen sind:

Durch diese Preisentwicklung wird zum Jahreswechsel 2012/2013 die Netzparität für Solarstrom erreicht. Das bedeutet, dass die Produktionskosten von Solarstrom nicht mehr teurer sind, als der Kauf des Stroms vom Stromversorger. Ab diesem Moment ist die Produktion von Solarstrom an sich rentabel und nicht mehr auf staatliche Förderungen angewiesen. Die folgende Grafik zeigt die Systempreisentwicklung im Vergleich zur Tarifhöhe in den letzten Jahren. Zwar wird hier noch von der Förderkürzung zum 1. Juli um 15 % ausgegangen, deutlich wird aber, dass die Systemkosten zum Ende des letzten Quartals 2011 deutlich unter der EEG-Vergütung lagen. Eine Anpassung der Tarife an diese Preise fördert also nur das selbstgesteckte Ziel der Branche bald die Netzparität zu erreichen.

Kosten und Förderung von Solarstrom seit 2008 halbiert: (Quelle: BSW-Solar; http://www.solarwirtschaft.de/fileadmin/media/pdf/bsw_solar_fakten_pv.pdf)

4.      Chancen für den Erst- und Zweitmarkt

Für den Erstmarkt ergeben sich aus der Kürzung der Förderung vor allem folgende Konsequenzen: Bisher zeichnet sich der Erstmarkt – der Handel von Projektrechten – durch lange Maklerketten aus. Um Flächenbesitzer, Projektentwickler und Investoren zusammen zu bringen, waren bislang viele Vermittler notwendig. Die neuen Tarife ermöglichen aber nicht mehr die Gewinnmargen, um den Handel von Projektrechten für so viele Vermittler lukrativ zu machen. Genau hier setzt Milk the Sun an. Lange Vermittlerketten werden durch die Plattform umgangen. Flächenbesitzer, Projektentwickler und Investoren können sich direkt miteinander vernetzen. Einerseits werden so Maklergebühren gespart, was die Rendite insgesamt wieder erhöht, andererseits gewinnt der Markt so deutlich mehr Transparenz. Auch Pachtmodelle lohnen sich so immer noch, auch wenn in Zukunft mit Sicherheit Leasing- oder Bürgersolarkonzept an Attraktivität gewinnen werden.

Der Zweitmarkt wird noch attraktiver: Der Kauf von bereits laufenden Solaranlagen als Kapitalanlage wird immer attraktiver und unproblematischer. Nicht nur sind die tatsächlichen Erträge der Anlage bekannt – was sie als Investition noch sicherer macht – sondern man erhält für den eingespeisten Strom auch die bisher gültige Einspeisevergütung. Erwirbt man beispielsweise eine Anlage mit einer Leistung von 80 kWp, die am 01.07.2010 ans Netz ging, erhält man auf den ins Netz eingespeisten Solarstrom, die zu dem damaligen Zeitpunkt geltenden, fast doppelt so hohen Vergütungen.

[1] Bundesverband Solarwirtschaft: Statistische Zahlen der deutschen Solarstrombranche, Januar 2012, http://www.solarwirtschaft.de/fileadmin/media/pdf/bsw_solar_fakten_pv.pdf

[2] Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie: EU-Effizienzrichtlinie und Erneuerbare-Energien-Gesetz, 23.02.2012, http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/ergebnispapier__eu-effizienzrichtlinie.pdf

[3] Schultz, Stefan: So lohnt sich die Solaranlage auch künftig, Spiegel Online, 29.02.2012, http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,817172,00.html

[4] Wetzel, Daniel: Solarkürzung wirkt nur auf kurze Zeit, Welt Online, 29.02.2012, http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article13894344/Solarkuerzung-wirkt-nur-auf-kurze-Sicht.html

[5] Schultz, Stefan: So lohnt sich die Solaranlage auch künftig, Spiegel Online, 29.02.2012, http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,817172,00.html

[6] Vgl. PVX Spotmarkt Preisindex Solarmodule, http://www.solarserver.de/service-tools/photovoltaik-preisindex.html

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