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Photovoltaik in den USA: Kalifornien

Staat: KalifornienSolarenergie Erneuerbare
Fläche: 423.970 km²
Einwohner: 37,2 Mio
Anteil Erneuerbarer am Stromverbrauch: 20,6%
Installierte Photovoltaik: 1.406 MW

Im Südwesten der USA liegt der mit über 37,2 Mio. Einwohnern bevölkerungsreichste Staat des Landes: Kalifornien. Hauptstadt Kaliforniens ist Sacramento. Die größte Stadt Kaliforniens ist mit Abstand Los Angeles mit rund 3,8 Mio. Einwohnern. Zu den bekanntesten Städten Kaliforniens zählt zudem San Francisco.

Photovoltaik

Massiver Zubau an Großprojekten erwartet

Größter Photovoltaik-Markt der Vereinigten Staaten

Kalifornien ist die achtgrößte Wirtschaft der Erde. Viele Institute und Universitäten in den USA haben Forschungsschwerpunkte auf Themen der Erneuerbaren Energien gelegt. Derzeit sind dort 1.406 MW Photovoltaik-Leistung installiert. In Planung und Bau sind allerdings bereits Anlagen mit einer Gesamtleistung von über 15 GW. Dabei werden in Kalifornien vor allem massig Großprojekte mit 1 MWp oder mehr gebaut.

Innerhalb der USA ist Kalifornien der größte Markt für Photovoltaik. Neben der größten installierten Leistung an PV gibt es in Kalifornien zahlreiche Werke und Fertigungsstätten für hotovoltaik-Module und Systeme.

Richtlinien für Stromversorger für Erneuerbare Energien

Kalifornien hat seinen Stromversorgern Richtlinien für den Anteil Erneuerbarer Energien auferlegt. Bis 2020 müssen die Stromkonzerne 33 Prozent ihres Stroms aus regenerativen Energiequellen produzieren. Dafür sind zwei zu erreichende Zwischenstufen festgelegt: 20 Prozent müssen bereits 2013 erreicht sein, 2016 25 Prozent. Diese Richtlinie nennt sich Renewable Portfolio Standard (RPS).

Allerdings können sich Stromversorger teilweise noch durch sogenannte Tradable Renewable Energy Credits (TRECs) bei Stromkraftwerken Erneuerbarer Energie einkaufen, die nicht dem jeweiligen Unternehmen gehören. Deren Anteil darf jedoch bis 2013 nicht 25 Prozent und bis 2017 nicht 10 Prozent des gesamten Anteils des RPS-Bedarfs übersteigen.

Photovoltaik

Golden Gate Bridge in San Francisco, Kalifornien. Fotograf: Niewiroski Jr.

Einspeisevergütungen und Fördergelder

Die Feed-in-Tarifs (FiTs) in Kalifornien, festgelegt von der California Public Utilities Comission (CPUC), erlauben es Privatbesitzern von Kraftwerken Erneuerbarer Energien von einer Größe bis zu 3 Megawatt (MW), in Verträge mit Laufzeiten von 10, 15 und 20 Jahren einzusteigen. Der produzierte Strom wird dann auf Basis eines marktangepassten Preises, Re-Mat (Renewable Market Adjustment Tariff), verkauft. Der Startpreis nach CPUC liegt bei 89,23$ (68,2234€) pro Megatwattstunde (MWh).

Stromerzeuger in öffentlicher Hand, die mehr als 75.000 Kunde haben, müssen zudem bis spätestens 1. Juli 2013 Einspeisevergütungsprogramme innerhalb festgelegter Richtlinien umsetzen. Die Vergütungen sind bis zu einer kumulativen Kapazität von 750 MW (für Kraftwerke sowohl in privater als auch in öffentlicher Hand) verfügbar. Bioenergien steht eine eigene Kapazität von 250 MW nur aus privater Hand zur Verfügung.

Für Industrie-Design, Herstellung, Produktion und Fertigung sauberer Energien gewährt der Staat Kalifornien eine Steuerbefreiung auf Ausgaben für Vertrieb sowie Anlagenbetrieb.

Weiter Programme und Kampagnen

Die Go Solar California! Campaign unterstützt sonnenbetriebene Kraftwerke aller Art durch verschiedene Rabatte und Zuschüsse mit einem Budget von 3,3 Milliarden $ (2,52 Mrd. €). Zudem werden von verschiedenen Programmen und Institutionen Finanzierungsmöglichkeiten speziell für Erneuerbare Energie-Projekte Angeboten.

Viele Städte, Kommunen und Regionen in Kalifornien bieten zudem zahlreiche weitere Vergünstigungen, Hilfen und Vergütungen für Erneuerbare Energien an.

 

Reihe Photovoltaik in den USA:

1. Photovoltaik in den Vereinigten Staaten (USA) – Ein Überblick
2. Kalifornien
3. New Jersey

Quellen: DSIRE, Treehugger, Acore.org

Photovoltaik in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) – Einführung

Während die USA bei der Windenergie der zweitgrößte Markt weltweit ist, hinkt sie trotz gerade in den südlichen Staaten hervorragender natürlicher Voraussetzungen bei der Photovoltaik noch hinterher.  Noch. Wirft man einen Blick auf bereits im Bau oder zumindest in der Entwicklungsphase befindliche Projekte, so dürfte sich das binnen kürzester Zeit ändern: Addiert man die Leistung der geplanten Kraftwerke, kommt man zu dem Ergebnis, dass sich die USA bereits im Laufe des nächsten Jahres an die Spitze der Länder mit der höchsten installierten Gesamtleistung setzen und Deutschland überholen wird.

Photovoltaik Erneuerbare

iStockphoto.com©Pgiam.jpg

Problem Gesetzgebung

Die USA, drittgrößtes Land der Erde, besteht aus 50 Staaten. Jeder dieser Staaten hat eine eigene, von anderen Staaten unabhängige Gesetzgebung für die Erneuerbaren Energien und die Photovoltaik. Wer in den USA also Interesse am Bau, Kauf oder an der Investition in eine Photovoltaik-Anlage hat, muss sich vorher über die Unterschiede bzw. die Gegebenheiten der in Frage kommenden Staaten informieren. Und selbst damit wäre noch nicht alles getan: Selbst einzelne Kommunen und Städte sind berechtigt, Einspeisevergütungen anzubieten. So wurden 2008 in der Stadt Gainesville/ Florida die ersten FiTs (Feed-In Tarifs/ Einspeisevergütungen) für Photovoltaikstrom gezahlt.

Auch was die Ziele für den Ausbau der Erneuerbaren angeht, folgen die Staaten ihren eigenen Vorstellungen und Richtlinien und nicht etwa landesweiten Vorgaben aus der Regierung des Weißen Hauses in Washington. Die Staaten Kalifornien und Colorado haben sich einen Erneuerbaren-Anteil von 33 Prozent bis zum Jahre 2020 als Ziel gesetzt, Iowa setzt verstärkt auf Windkraft und produziert bereits knapp 20 Prozent seines Stromes durch Windenergie.

Konzentration bisher auf einzelne Staaten

Obwohl die Sonneneinstrahlung in den USA fast überall über 1200 kWh/m² übersteigt, konzentriert sich der Photovoltaik-Zubau auch aufgrund genannter Unterschiede der FiTs auf einige wenige Staaten. Größter Markt ist der Staat Kalifornien, gefolgt von Arizona und New Jersey. Die Einstrahlung in den südlichen Staaten Kalifornien, Arizona, New Mexico und Texas erreicht teilweise mehr als 1950 kWh/m².

Solarenergie Ölförderung Verinigte Staaten Erneuerbare

Fotograf: Arne Hückelheim

Landesweiter Ausblick

Ein landesweiter Ausblich für die Vereinigten Staaten von Amerika muss sich vor allem auf die Einstellung von Politik und Wirtschaft zum Thema Energiewende und Photovoltaik richten. Dabei setzen viele Unterstützer der Erneuerbaren ihre Hoffnung in den Wiedergewählten Präsidenten Barack Obama, der bereits in seiner ersten Amtsperiode versuchte, die Abhängigkeit der USA von fossilen Brennstoffen zu senken. Ihm gegenüber steht aber eine starke Opposition der Republikaner, die bekannt dafür ist, harte Klientelpolitik für die Lobby der fossilen Energie zu betreiben.

Neue Ölbohrtechniken und neue Methoden zur Erdgasförderung (z.B. Fracking) lassen die USA zu einem immer größeren Energieexporteur anwachsen, was die Position der Erneuerbaren Energien massiv schwächt. Schon bald könnte die USA zum größten Ölproduzenten weltweit aufsteigen. Eine Energiewende in der Form wie sie momentan in Deutschland stattfindet erscheint daher nicht realistisch. Dennoch werden die USA um die Vorteile der Erneuerbaren Energien nicht herumkommen, auch weil die Bewegungen für alternative Energien an Einfluss gewinnen. Es ist damit zu rechnen, dass die USA in Zukunft auch eine führende Position in der Stromproduktion aus Photovoltaik-Systemen einnehmen wird.

Milk the Sun wird in den kommenden Wochen einzelne Staaten der USA unter die Lupe nehmen und Informationen zu Erneuerbaren Energien und Photovoltaik in diesen Staaten veröffentlichen.

 

Reihe Photovoltaik in den USA:

1. Photovoltaik in den Vereinigten Staaten (USA) – Ein Überblick
2. Kalifornien
3. New Jersey

 

Quellen: Solarserver.de, renewable-energy-concepts.com

Protektionismus in den USA mit Antidumping-Zoll

PV-Anlagen auf einem IndustriedachFür China ist es ein herber Schlag, was sich das US-Handelsministerium jetzt überlegt hat. Sonderzölle zwischen 31% und 250% sollen chinesische Hersteller daran hindern billig nachgeahmte Solarprodukte in den US-Markt einzuführen. Viele Produzenten am chinesischen PV-Markt sind entrüstet über diese Entscheidung. Oft werden Module in den USA aus chinesischen Teilen gebaut, die Nachfrage ist groß. Laut Handelsministerium konnte China den Solarzellenexport in den vergangenen Jahren verdoppeln und kommt jetzt auf ein Volumen von 3,1 Milliarden Dollar. Chinesische Solaranbieter haben einen Weltmarktanteil von über 60 Prozent. Jetzt drohen Umsatzeinbußen und die Behauptung wird laut, dass die Zölle nicht gerechtfertigt seien. Die gesamte Zukunft der Solarindustrie baue auf Wettbewerb und Innovation auf und brauche keine Restriktionen dieser Art, so Suntech-Finanzchef Andrew Beebe. Das regelt der US-amerikanische Wirtschaftsraum ab sofort anders. Um den Markt nicht gänzlich chinesischen Billig-Solarprodukten zu überlassen, hält die USA ab sofort ein Schutzschild über seinen Solarmarkt. Auf Module, die bis zu drei Monaten rückwirkend produziert wurden, wird der Zoll erhoben. An der Börse lässt sich der Effekt schon ablesen. Die Aktien der amerikanischen Solarhersteller Solarworld und Firstsolar sind teilweise bis zu 18% gestiegen. Obwohl berechtigte Gründe für Kritik an dieser Zollerhebung anzuführen sind, ist China am wenigsten in der Position sie auszusprechen. Wegen wirtschaftlicher und politischer Verschlossenheit steht es selbst häufig in der Kritik. Dennoch – es wird sich insbesondere für die chinesischen Hersteller die Lage aufgrund der von den USA beschlossenen Anti-Dumping-Zölle zunächst verschärfen. IHS iSuppli, ein Marktforschungsunternehmen prognostiziert einen Rückgang asiatischer Modulverkäufe in die USA um 45 % in diesem Jahr. Chinesische Unternehmen sind daher ganz besonders darauf angewiesen diese Absatzverluste durch Verkäufe an anderen Märkten auszugleichen.

Dr.-Ing. E. h. Frank Asbeck präsentiert den Aktionären den Geschäftsverlauf der SolarWorld AG. Aus Sicht deutscher Modulhersteller wird die Meldung positiv aufgefasst. „Illegale chinesische Handelspraktiken zerstören den Solarmarkt und gefährden zahlreiche Arbeitsplätze“ sagt Frank Asbeck, Chef der deutschen Solarworld AG. Für ihn sei das Urteil aus den USA ein „Signal an Europa, wo vergleichbare Maßnahmen greifen müssen“. Asbeck hofft, dass auch die EU-Kommission bald aktiv wird. Ob die deutsche Solarwirtschaft davon profitiert ist fragwürdig. Wolfgang Hummel vom Zentrum für Solarmarktforschung in Berlin argumentiert anders. Die Gefahr Gegenmaßnahmen von China heraufzubeschwören wegen einer kurzfristigen Aktion seien nicht außer Acht zu lassen. Er sieht den Grund für die Nachfrage in den USA nicht zuletzt im stetigen Preisverfall. Anti-Dumping-Zölle sind wieder ein künstlicher Eingriff in den Markt zulasten der Konsumenten. Positive Effekte für die deutsche Solarbranche seien nicht zu erwarten – vor allem, weil es kaum noch Zellen- und Modulhersteller in Deutschland gibt und die große Mehrheit chinesische oder taiwanesische Zellen verbaut.

Quellen: dpa/Reuters

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