USA Posts

Photovoltaik: In den USA wächst der Anteil der PV an der Energiegesamtleistung

Neue Zahlen zeigen, dass die Photovoltaik in den USA wächst. Ihr Zuwachs hat mittlerweile den Zuwachs jenen der Windenergie übertroffen. Es ist dennoch nicht davon auszugehen, dass die USA sich in nächster Zeit auf erneuerbare Energien umstellen werden.

Trotz Wachstum der Photovoltaik in den USA ist eine Abwendung von den traditionellen Energiequellen nicht in Sicht. iStockphoto.com©delectus

Barack Obama kündigte kürzlich an, dass sich die USA verstärkt darum kümmern würden eine grünere Energiepolitik zu entwickeln. Ziel sei es, den CO2 Ausstoß zu verringern und mehr für den Klimaschutz zu tun, also auch die Verringerung der Nutzung von fossilen Brennstoffen und der Ausbau der, in den USA als sauber geltenden, Atomenergie und der erneuerbaren Energien.

IWR berichtet heute, dass laut einer Studie der Regulierungsbehörde FERC die Photovoltaik in den USA auf dem Vormarsch sei. Demnach wurden die Kapazitäten der PV in den letzten sechs Monaten um 979 Megawatt ausgebaut, was fast elf Prozent des gesamten Zubaus entspricht. Im Verhältnis betrachtet ist dieser Zuwachs enorm. Die Solarleistung in den USA beträgt damit derzeit 5,53 Gigawatt. IWR betont, dass bei der Statistik der FERC jene privaten und gewerblichen Anlagen, die nicht an das Stromnetz angeschlossen sind, nicht in der Statistik erfasst würden. Die US-Consultingfirma Solarbuzz NPD spricht auf Grundlage dieser Kalkulation sogar von einer Solargesamtleistung von rund 10 Gigawatt.

Die vorliegenden Zahlen belegen, dass die Photovoltaik in den USA derzeit schneller wächst als die Windenergie. Dies beschränkt sich allerdings lediglich auf den Zuwachs. In der Frage der Leistung wiegt die Windenergien mit 60,11 Gigawatt noch immer fast sechs Mal zu viel wie die Leistung der Solarenergie. Dennoch hat sich der Zuwachs bei der Windenergie in der ersten Hälfte 2013 im Vergleich zum Vergleichszeitraum 2012 von 2.766 Megawatt auf 959 Megawatt abgeschwächt

Dennoch bleiben die USA wohl auf absehbarer Zeit ein Staat, der auf die bewährten fossilen Brennstoffe setzen wird. Derzeit liegt das Verhältnis zwischen den Energiequellen ganz klar nicht auf der Seite der Erneuerbaren Energien. Demnach fallen 42,53 Prozent der Gesamtleistung auf Gasenergie, 28,96 Prozent fallen auf Kohleenergie, 9,05 Prozent auf Nuklearenergie. Erst dann kommen die regenerativen Energien. Hier hat die Wasserkraft mit 8,52 Prozent Anteil an der Gesamtleistung die Nase vorn, gefolgt von Energiegewinnung aus Wind und Biomasse mit je 1,31 Prozent und schließlich die Photovoltaik und Geothermie mit einem verschwindend geringen Anteil von 0,33 Prozent an der Gesamtleistung. Von einer Energiewende kann also noch lange nicht die Rede sein.

 

Quelle: IWR

 

Wie es in Deutschland und Kalifornien um Speichertechnologien steht

Speichertechnologien haben sich in den letzten Jahren ebenso weiterentwickelt, wie der PV-Markt anwuchs und die Leistungszuzahlungen der Regierung abnahm. Es gibt viele brauchbare Technologien in Deutschland und viele große gewerbliche und industrielle Abnehmer in Kalifornien, einzig die kalifornischen Hausbesitzer müssen darin erst noch ihre Vorteile erkennen. Dieser Artikel ist auf Englisch verfügbar: How Storage Technologies are Faring in Germany versus California.

Solar Impulse landet auf dem JFK International, New York

Am Samstag erreichte das mit Solarenergie betriebene Flugzeug Solar Impulse seinen Zielflughafen, den John F. Kennedy International Airport  in New York. Zwei Monate war es unterwegs auf seiner Amerikatour. Als nächstes soll es 2015 eine Erdumrundung schaffen.

Trotz eines Flügelschadens schaffe das Solarflugzeug Solar Impulse die letzte Etappe seiner Überquerung Nordamerikas. iStockphoto.com©delectus

Als am Samstag das Flugzeug Solar Impulse auf dem Rollfeld des New Yorker Flughafen John F. Kennedy International aufsetzte, ging eine zweimonatige Reise quer durch die USA zu Ende. Das mit Solarenergie betriebene Flugzeug der Piloten Betrand Piccard und André Borschberg hatte die Strecke zwischen San Francisco und Washington D.C. in vier Etappen zurückgelegt. In der Luftfahrtgeschichte sei dies ein Durchbruch, so die Piloten, denn noch nie zuvor hatte es ein Solarflugzeug geschafft die USA von der Westküste zur Ostküste zu überfliegen und dabei auch während der Nacht durch Solarenergie angetrieben zu werden. Es war nicht nötig zwischenzulanden.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit der Solar Impulse betrug auf der letzten Etappe zwischen Washington DC und New York etwa 15 Knoten (rund 27 km/h). Damit lag die Geschwindigkeit unter der sonstigen Durchschnittsgeschwindigkeit auf den zurückliegenden Etappen, bei denen das Solarflugzeug eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 28,8 Knoten (etwa 52 km/h) erreichte. Dennoch erreichte das Flugzeug sein Ziel drei Stunden früher als geplant. Statt der angedachten 21 Stunden, benötigte es nur knappe 18 Stunden für die rund 495 Kilometer lange Strecke.

Auf der Reise sahen sich die Piloten nach eigenen Angaben immer wieder verschiedenen Herausforderungen konfrontiert. Zuletzt machte dem Experiment ein Riss in der Unterseite der Bespannung des linken Flügels zu schaffen. Und so ist das von Piccard und Borschberg Erreichte sicherlich bemerkenswert. Ob es sich tatsächlich um den Beginn eines neuen Kapitels in der Luftfahrt handelt, bleibt abzuwarten.

In den nächsten zwei Jahren sollen die Vorbereitungen für eine Umrundung der Erde mit der Solar Impulse getroffen werden. Starten soll das Solarflugzeug dann 2015. Bis dahin müssen noch verschiedene Vorbereitungen getroffen werden und die Lehrstunden bei der Überquerung des Nordamerikanischen Kontinents von West nach Ost sind dabei sicherlich unersetzlich.

 

Quellen: zeit-online, tagespiegel-online, photovoltaik.eu, U.S.Department of Energy

 

Die Autorallye der Zukunft: Der Grands Prix der Solarautos

Autorennen haben eine lange Tradition. Das erste Solarauto wurde 1958 gebaut, das erste Rennen zwischen mit Solarenergie betriebenen Automobilen fand 1985 statt. In Texas findet dieser Tage der Formula Sun Grand Prix auf dem Circuit of the Americas statt. Wo normalerweise Formel 1 Teams um viel Geld und Ruhm konkurrieren, treten für drei Tage futuristisch anmutende Solarautos gegeneinander an. Ansonsten ist auf der Rennstrecke vieles gleich.

Seit 1985 finden regeläßig Rallyes statt, die von Solarautos bestritten werden. iStockphoto.com©Fernando Alonso Herrero

1958 erfand der jüdische Emigrant Eric Lidow in den USA das erste durch Solarenergie betriebene Auto. Lidow, ein Diplomant der Uni Berlin und ein Fachmann auf dem Gebiet der Photovoltaik, baute eine Photovoltaikplatte mit 10 640 Solarzellen und 200W Leistung auf einen Baker 1912, ein altes Elektroauto.

Es bleibt zu spekulieren, ob sich Lidow damals vorstellen konnte, dass irgendwann einmal mit Solarenergie betriebene Autos Rennen fahren würden. 1985 war es dann endlich so weit, die erste Rallye. Seitdem erfreut sich der Sport mit den Solarautos einer stabilen Beliebtheit. So findet seit 1990 beispielsweise die „American Solar Challenge“ statt, eine Rallye quer durch die Bundesstaaten der USA und Kanadas.

Ein anders Beispiel ist der der Formula Sun Grand Prix, der derzeit seinen Austragungsort in Texas findet. Auf der dortigen offiziellen Formel1-Strecke, dem „Circuit of the Americas“ treten die Fahrer gegeneinander an. Es sind hauptsächlich Studententeams aus Themenverwandten Fachrichtungen die teilnehmen. Gastgeber ist die University of Texas at Austin Solar Vehicle Team (UTSTV). Die Ansprüche an Team und Vehikel sind nur marginal geringer als bei einem Formel1-Rennen. Auch beim Formula Sun Grand Prix kommt es auf fahrerisches Können, Technik und Schnelligkeit auf und neben der Strecke an.

Der Platz auf den Solarautos ist knapp bemessen. Es ist lediglich Platz für Solarmodule von 1 200 – 1 300 Watt Leistung, von denen letztlich lediglich 800 Watt genutzt werden können. Damit können die Autos Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h erreichen. Eine aufladbare Batterie ermöglicht eine Beschleunigung und zeigt sich insbesondere in den bewölkten Stunden als hilfreich. Die Batterie darf während des Rennens lediglich durch die PV-Module aufgeladen werden. Die Autos selber besitzen drei Räder und sind aerodynamisch geschnitten. Allerdings hat nur eine Person in ihnen Platz. Ihr geringes Gewicht erreichen sie nicht zuletzt durch ein kleveres Management bei der Verwendung von Kabeln und Baumaterialien.

Das Interesse für Solarautomobile reißt nicht ab. Erst kürzlich, im Jahr 2011, vollendete das Vehikel SolarWorld GT, gebaut von Bonner Studenten, seine Reise um die Welt. Es ist das erste durch Solarenergie betriebene Auto, das die 29 000 km erfolgreich zurücklegte. Das mit 823 Watt betriebene Automobil schaffte die Strecke in 414 Tagen.

 

Quelle: clean energy project, emopraxis

Globale Erwärmung: Wird Obama doch noch zum Klimaschützer?

US-Präsident Barack Obama kündigte in einer Rede am Dienstag Schritte zur Reduzierung der von den USA ausgehenden Umweltbelastungen an. Der CO2-Ausstoß soll reduziert und die Globale Erwärmung abgeschwächt werden. Für seine geplanten Gesetze ist der Präsident nicht auf das Wohlwollen der Republikaner angewiesen.

Auf einer Rede an der Georgetown University kündigte Obama Schritte zur Eindämmung der globalen Erwärmung an iStockphoto.com©studyoritim

Bereits vor seiner Rede am Dienstag in der Georgetown Universität vor den Toren Washington DCs musste US-Präsident Barack Obama klar gewesen sein, dass die Republikaner und die Industrie seine Pläne kritisieren und im günstigsten Fall boykottieren werden. Damit würde sich wiederholen, was Obamas bisherige Amtszeit ebenso begleitet wie der ewige Kampf gegen den Terror und die damit Verbundenen Einschränkungen gegenüber der Bevölkerung. Alles wäre beim alten gewesen.

Doch an diesem heißen Junitag, auf diesem historischen Boden; Lincoln hatte bereits hier gestanden, kündigte Obama an, dass er nun endlich die globale Erwärmung eindämmen wollen würde. Die Forderung den Worten endlich Taten folgen zu lassen, war dann auch der zentrale Punkt in Obamas  Rede, die gespickt war von Symbolik, nicht nur bedingt durch ihren Ort, sondern vor allem auch durch Obamas Bezüge auf Kennedy – Hatte sein Besuch in Berlin ein derart großen Eindruck auf den Präsidenten gemacht?

Der CO2-Ausstoß solle reduziert werden, insbesondere jener von Kohlekraftwerken. Immerhin produzieren diese momentan rund 40% der von den USA ausgestoßenen Treibhausgase. Obama fordert von seiner Umweltbehörde EPA die Etablierung neuer Standards, deren Einführung der Präsident aber wohl nicht mehr als Amtsinhaber erleben wird. Schließlich hat er nur noch knappe drei Jahre und die Ausarbeitung solcher neuer Standards kostet Zeit, Zeit die Obama eigentlich nicht hat.

Der Präsident will scheinbar nachholen, was er in den letzten fünf Jahren nicht geschafft hat. Stattdessen wurde seine Agenda dominiert von Themen wie der Wirtschaftskrise, einer von vielen zu Unrecht gehassten Gesundheitsreform und dem Anti-Terror-Kampf, in dem ständig die Gefahr besteht die Fundamente der eigenen Rechtsstaatlichkeit zu zersetzen, von den us-internen Widerständen der ewig Gestrigen einmal abgesehen. Doch seit Januar dieses Jahres hat Obama den Umweltschutz wieder auf dem Programm.

Obamas Glück ist, dass er dieses Mal seine Entscheidungen gänzlich ohne das alles blockierende Parlament treffen kann. Er benötigt nicht die Zustimmung des Kongress. Der sie ihm schon aus Prinzip verweigert hätte. Schließlich ist die offizielle Parteilinie der Republikaner, Obama mit allen Mitteln zu blockieren. Konkret würde die Anti-Obama-Fraktion dieses Mal gegen folgende Punkte hemmen:

– Die Begrenzung der Emission von Kohlekraftwerken
– Die geplante Versorgung von 6 Mio. Haushalten mit Wind- und Solarenergie bis 2020 durch die Steigerung von grüner Energie auf regierungseigenem Land
– Die Förderung der in den USA als sauber geltenden Atomkraft (nach 30 Jahren wird in den USA aktuell das erste neue AKW gebaut)
– Die Kopplung der Entscheidung über den Bau der Keystone Riesenpipeline von Kanada nach Mexico an den damit verbundenen, zu erwartenden Anstieg des Ausstoßes von Treibhausgasen
– Die erstmalige Einführung von Standards für den Benzinverbrauch von Lkw, sowie die Einschränkung der Energieverschwendung von Haushalten, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen zum Beispiel durch Isolierungen und energiesparende Lichtquellen
– Neue Vereinbarung zum Klimaschutz mit den internationalen Partnern der USA, insbesondere nach dem gescheiterten Klimagipfel in Kopenhagen

Präsident Obama will wieder Klimaschützer sein. Das ist für den Rest der Welt wünschenswert. Doch es bleibt abzuwarten, ob ihm dieses Mal nicht wieder etwas dazwischen gerät. Es gäbe derzeit genug, was ihn straucheln lassen könnte.

Quelle: spiegel-online

Kurs und Mission des Solarenergie Flugzeugs

Zusammenfassung: Das durch Solarenergie betriebene Flugzeug, Solar Impulse, befindet sich auf seinem zweiten Zwischenstopp während seines Fluges quer über Amerika. Es hat sowohl die Aufmerksamkeit als auch die Befürwortung durch das US Department of Energy erlangt. Dessen CEO Borschberg will ein Bewusstsein für erneuerbare Energien für die mit ihnen kreierten Innovationen, die unsere Lebensweise verändern können, schaffen. Dieser Artikel ist auf Englisch hier verfügbar.

 

US-Army-Stützpunkt Fort Bliss bekommt Solarunterstützung

Fort Bliss in Texas ist der zweitgrößte Stützpunkt der US-Armee und der zweitgrößte Auslandsstandpunkt der deutschen Luftwaffe. Das amerikanische Verteidigungsministerium stattet die Basis jetzt mit dem größten Erneuerbare-Energien-Projekt aus, das es je auf den Weg gebracht hat: Eine 20 MW – Photovoltaik-Anlage soll sich die Sonne, die dort bisher vornehmlich den Soldaten auf den Nacken scheint, zu Nutze machen. Das 120-Millionen-Dollar-Projekt, das in Kooperation mit El Paso Solar entsteht, wird neben anderen Gebieten auch das Hauptquartier von Fort Bliss mit Strom versorgen.

Carbon Footprint: Der US-Army-Stützpunkt Fort Bliss legt wert auf die eigene CO2-Bilanz. iStockphoto.com©studyoritim

“Das ist die größte Solaranlage, die das Verteidigungsministerium bisher bauen ließ. Wir sind sehr, sehr stolz darauf,“ betont Major General Dana J.H. Pittard, Kommandant von Fort Bliss, einer Pressmitteilung. „Es ist spannend, dass wir das amerikanische Militär in Sachen Erneuerbare Energien anführen und dazu beitragen, die CO2-Bilanz zu verbessern.“

Der 20-MW-Solarpark soll 2015 fertig gestellt sein und sich somit zwei bereits laufenden Anlagen an der Basis anschließen.

Doch nicht nur über Solarstrom macht Fort Bliss in Sachen Umweltschutz auf sich aufmerksam. 14.700 Bäume pflanzten Soldaten auf dem Gebiet dort, und ein stützpunkteigenes Recyclingprogramm brachte im vergangenen Jahr über eine Million Dollar an Einnahmen. Pittard hofft, dass das Fort eines Tages seinen kompletten Stromverbrauch selbst produzieren kann.

Quelle: News.discovery.com

Amerikanische Energieversorger sagen ihren eigenen Untergang voraus

Ein Energieversorger selbst  überraschte vor kurzem mit einer Vorhersage: Die Solarenergie könnte ein entscheidendes Problem für die Industrie die Energieversorger darstellen. Das Edison Electric Institute (EEI), eine Vereinigung amerikanischer Energieversorgungs-Unternehmen in Aktionärshand, veröffentlichte im Januar einen Bericht, der von den Medien nur wenig beachtet wurde. Der Bericht sagt vorher, dass mit der steigenden Anzahl an Verbrauchern, die auf dezentrale Energiesysteme, vor allem Photovoltaik, setzen, die amerikanische Industrie der Energieversorger untergehen könnte.  Auch in Deutschland verlieren die großen Energieversorger mittlerweile an Einfluss, die amerikanischen Energieversorger sehen dadurch bereits ihre Felle davonschwimmen.

Hintergrund: Die amerikanischen Versorgungsunternehmen

Die Industrie der Energieversorger ist ein altes System, das seit seiner Errichtung weitestgehend unverändert geblieben ist. Es gibt zwei Hauptarten von Versorgern:

1.Regulierte Unternehmen mit Monopolstellung, die Elektrizität über Stromkraftwerke erzeugen und sie dann Verbrauchern über Starkstromleitungen in ihrem Einzugsgebiet zur Verfügung stellen und verkaufen

2.Liberalisierte Versorger, die über ein Stromnetz, an das Verbraucher angeschlossen sind, verfügen. Es ist jedoch nicht verbunden mit den Kraftwerken. Die Versorger müssen Energie auf dem Markt erwerben und sie ihren Verbrauchern anbieten

Sinkende Gewinne für Energieversorger durch die Photovoltaik. iStockphoto.com©Richard Schmidt-Zuper

Ein Versorger muss seine Situation und seine Pläne einer öffentlichen Kommission präsentieren und beziffern, wie viel Elektrizität sie bezogen auf den Bedarf produzieren müssen und zu welchen Preisen sie ihren Strom weiter verkaufen wollen. Akzeptiert die Kommission die Preise, garantieren sie den Verbrauchern auch eine vernünftige Rendite und die Instandhaltung des Stromnetzes.

Das amerikanische Geschäftsmodel der Elektrizitätsversorger ist relativ alt und war bisher beinahe konkurrenzlos. Es ist auf einen hohen Strombedarf und das erwirtschaften von Profit ausgelegt. Mit wachsendem Elektrizitätsbedarf steigen auch die Investitionen und führen so zu höherem Profit für die Anteilseigner der Versorger.

De facto verdienen Versorger mehr, je höher der Energiebedarf ist. Das könnte dazu führen, dass  sie sich gegen Energieeffizienz und jegliche Arten von intelligentem Energiemanagement wehren. Die profitablen Mechanismen der Energieversorger werden durch die Stärke der Solarenergie gerade nahe der Peak-Zeiten beeinflusst. Photovoltaik auf privaten und kommerziellen Dächern sind nicht im Besitz der Energieversorger; der erzeugte Strom trägt so nicht zur Profitgewinnung der Versorger bei. Im Gegenteil: Jeglicher durch dezentrale Stromsysteme produzierte Strom lässt den Bedarf an Strom vom Versorger sinken. Zu Peak-Zeiten ist Strom am teuersten und Versorger konnten bisher gerade zu diesen Zeiten den höchsten Gewinn erwirtschaften. Die Solarenergie reduziert genau diese Gewinne.

Der Solar-Teufelskreis

Normalerweise werden die Kosten zur Instandhaltung des Netzes über die Konsumenten bezahlt. Die Gruppe dieser Konsumenten wird mit steigender Anzahl an Verbrauchern, die ihren Strom selbst produzieren, immer kleiner. Dadurch steigen die Raten für diese Gruppe und schaden der Bonität der Versorger. Die steigende Rate wiederum veranlasst weitere Verbraucher, auf dezentrale Energiesysteme wie Photovoltaik-Anlagen umzusteigen. Das EEI sagt eine Erhöhung der Raten um bis zu 20 Prozent für Konsumenten ohne Solarenergie voraus. Dieser Teufelskreis könnte die Funktionsweise der Energieversorger in den USA nachhaltig verändern. Die Solarenergie beeinträchtigt direkt die Profit-Mechanismen der Versorger. Trotzdem scheinen Anleger diesem Problem bislang wenig Aufmerksamkeit zu schenken.

Die unvermeidbaren Änderungen dieses regelrecht veralteten Geschäftsmodelles wurden auch mit den Erfahrungen einiger Unternehmen wie Kodak oder US Post verglichen. Solche Unternehmen sind jedoch ständigen Marktveränderungen ausgesetzt, wohingegen Energieversorger bislang von einem unberührten markt profitierten. Der Bericht des EEI befasst sich mit Möglichkeiten, diese Probleme zu vermeiden, vor allem durch das Überarbeiten der aktuellen Tarifsysteme und das Einstellungen auf „zerstörerische Einflüsse“ wie Photovoltaik. Die Frage sei jedoch erlaubt, ob Verbraucher solche Arten der Veränderungen wirklich akzeptieren, oder ob nicht bald der Untergang der veralteten Mechanismen der Energieversorger bevorsteht.

 

Keine Info mehr verpassen!

Hat Ihnen unser Artikel gefallen? Dann melden Sie sich für unseren Newsletter an und verpassen Sie keine Info mehr.

Daten werden vertraulich behandelt.