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Über 610 Megawatt Zubau an Photovoltaik im Oktober

Solaranlage Oktober Megawatt

iStockphoto.com©Simon-Owler

Die Bundesnetzagentur hat Zahlen für den Zubau von Photovoltaik-Anlagen im Oktober veröffentlich. In Deutschland wurden in diesem Monat demnach Anlagen mit einer Gesamtleistung von über 610 Megawatt (MW) installiert.

Die genaue Summe der installierten Leistung beträgt 611,856 MWp, verteilt auf 19.150 Photovoltaik-Anlagen. Wenig überraschend befinden sich nur vier Anlagen darunter, die mehr als zehn MWp Leistung erreichen. Denn seit dem 1. Oktober werden Anlagen mit einer Leistung von über 10 MWp nach dem EEG nicht mehr gefördert. Die sechs größten Anlagen des Monats stehen allesamt in Neuhardenberg in Brandenburg.

Die in diesem Jahr bisher neu hinzugekommene Leistung beläuft sich damit auf insgesamt mehr als 6.838 MWp. Zuwachsstärkster Monat war der Juni mit über 1.790 MWp Nennleistung.

Die aktuellen Einspeisevergütungen nach dem EEG erstrecken sich von 0,1208 €/ kWh für Anlagen zwischen ein und zehn MWp bis hin zu 0,1745 €/ kWh für Solaranlagen bis zehn kWp. Für Januar ist eine weitere Senkung um 2,5 Prozent geplant. Bis Ende Januar hat die Bundesnetzagentur Zeit, die Degression für die Folgemonate bis April 2013 zu veröffentlichen.

Quelle: Bundesnetzagentur; Photovoltaik.eu

Zukunftsmärkte können der Solarindustrie neue Stabilität bringen

Studie neue Anlagen PV

Die Photovoltaik erobert neue Märkte - iStockphoto.com©Milacroft.jpg

Der Fachinformationsverlag IHS (Information Handling Services)  hat einen neuen Bericht veröffentlicht, der der Solarindustrie Stabilität durch neue Märkte vorhersagt. Demnach könnten im Jahr 2017 Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung bis zu zwölf Gigawatt (GW) entstehen. 2012 waren es nur 1,6 GW. Die Studie, die das Potential für Solaranlagen in 40 Ländern weltweit auswertet, geht von einem Zubau von Photovoltaik (PV) mit einem Gesamtleistungsvermögen von bis zu 30 GW in den nächsten vier Jahren aus. Dieser Aufschwung könnte der angeschlagenen Branche auch in den zentralen Märkten Europas weiterhelfen.

Bis zu 12,2 GW Wachstum 2017

Die IHS Solar Emerging Markets Study (IHS-Studie über Zukunftsmärkte der Solarbranche) ist die erste Studie, die eine ausführliche Analyse über das Wachstumspotential der Märkte der asiatisch-pazifischen Länder, des mittleren Ostens, Afrikas und der aufstrebenden Länder Europas offeriert. Laut Studie bieten viele dieser aufstrebenden Märkte trotz großer Risiken auch exzellente Wachstumschancen. Die beiden in der Studie veröffentlichten Szenarien gehen von einem Wachstum von etwa 2,1 GW bis 3,5 GW im Jahr 2013 und einem Wachstum von 2,9 GW bis zu 12,2 GW im Jahr 2017 aus.

Die ansprechendsten Märkte laut der Studie sind Südafrika, Thailand, Chile, Rumänien und Brasilien. Ermittelt wurden sie durch eine Vielzahl an Kriterien, darunter makroökonomische Faktoren, Projekt-Profitabilität, aktuelle politische Maßnahmen und Projektpipelines. Trotz angedeuteter Risiken schneiden auch die Länder Argentinien, Mexiko, Ecuador und die Türkei gut ab.

Trend: Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen senken

Trotz der Unterschiede des Marktes jeder einzelner Länder lassen sich folgende regionale Eigenschaften feststellen:

– In Afrika und dem mittleren Osten verhinderten niedrig, stark subventionierte Strompreise bisher den Aufschwung der Erneuerbaren Energien, doch die prognostizierte Steigerung des Strombedarfs von rund 26 Prozent sowie die massive Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen werden den Trend umkehren.

– In den Zukunftsmärkten Europas werden die Erneuerbaren Energien von den niedrigen Strompreisen der Einzelhändler und ihrer Abhängigkeit von Kohle- und Nuklearenergie getrieben. Davon profitiert auch die Sonnenenergie. Die Türkei sieht in der PV zudem eine Möglichkeit, den enorm steigenden Strombedarf zu decken.

– Der steigende Strombedarf ist auch einer der Faktoren für ein gesteigertes Interesse in Erneuerbare in Asien. Die stetig steigenden Kosten der fossilen Energien haben dort den Wert der Erneuerbaren erhöht. Mittelfristig wird für die Photovoltaik vor allem Indien aufgrund hoher industrieller Strompreise und häufiger Engpässe im Mittelpunkt stehen.

– Die enorme Abhängigkeit von Öl und die damit verbundenen hohen kommerziellen und industriellen Strompreise verbunden mit einer erwarteten Steigerung des Strombedarfst um 26 Prozent haben die Aktivität der solaren Entwicklung in Lateinamerika angefacht.

Die Studie zog eine große Anzahl an geplanter, bestätigter und im Bau befindlicher PV-Anlagen in ihre Analyse mit ein. Anlagen mit einer Leistung von fast 20 GW wurden erfasst, wovon allein 14 GW auf Anlagen verteilt sind, die noch in der Vorbereitung stehen. Sie unterstreichen die Hoffnung auf ein potentiell starkes Wachstum des Marktes. Die größten Märkte mit bereits im Bau befindlichen Anlagen befinden sich mit über 3 GW  Leistung in Chile, gefolgt von Rumänien, Südafrika, Serbien und Israel.

Quelle: Solarplaza

Zusammenarbeit erfolgreich: Plauener Schulen erzeugen PV-Strom

Die Produktion von Solarstrom wird immer günstiger, und immer mehr Unternehmen und öffentliche Einrichtungen können davon profitieren. Eine von Milk the Sun vermittelte Zusammenarbeit trägt nun Früchte: Die Firmen Luz Solar und tnt Solar haben drei Plauener Schulen und eine Sporthalle mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet.  Auf den Gebäuden, die unter der Kommunalen Gebäude- und Anlagenverwaltung stehen,  wurde knapp drei Wochen gebaut. Die Projektrechte wurden über die Online-Plattform von Milk the Sun gehandelt.

Sporthalle Solar Unterricht MilktheSunDer erzeugte Strom geht zu 10 Prozent zu einem garantierten Festpreis über 20 Jahre an die Stadt Plauen, so kommt eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten zustande; die Anlagenbetreiber könnenRenditen erwarten, die über die aktuellen Vergütung sätze des EEG hinausgehen.

Die jeweiligen Erzeugerdaten, der Wirkungsgrad oder die Leistungswerte der Solaranlagen sollen so aufbereitet werden, dass sie sinnvoll im Unterricht der bebauten Schulen eingesetzt werden können.

Die Anlagen haben eine Leistung von jeweils ca. 25 kWp. Einmal mehr zeigt sich, dass auch die Investition in kleinere Photovoltaikprojekte sinnvoll und lohnenswert ist.

Weitere Projekte können Sie unter MilktheSun.com finden.

Plauen Anlage Unterricht

 

Photovoltaik-Großanlagen: US-Amerikanischer Markt knackt Ein-Gigawatt-Marke

In den Vereinigten Staaten stehen seit diesem Monat Photovoltaik-Großanlagen (10 MW oder mehr) mit einer Gesamtleistung von 1,045 MW. Damit nehmen sie in einer gesonderten Statistik für Großanlagen den zweiten Platz ein und verdrängen Spanien (1,042 MW) auf Platz drei. Spitzenreiter ist nach wie vor Deutschland (2,262MW).

Photovoltaik-Anlage WikiSolar

Besonders durch die Förderung durch das EEG belegt Deutschland seit einiger Zeit unangefochten den Spitzenplatz dieser Statistik. Industrie-Experte Philip Wolfe hält aber einen Wechsel im nächsten Jahr für wahrscheinlich: „Deutschland verteidigte seinen Spitzenplatz durch den Zubau von Anlagen mit einer Gesamtleistung von über 500 MW seit Juni. Die letzten und kommenden Änderungen zur Einspeisevergütung werden zwangsweise zu einem Rückgang des Zubaus führen.“

Zudem fügte er an: „Mittlerweile verschiebt sich der Fokus auf Nord Amerika und auf wachsende Wirtschaften wie Indien, China und Südamerika. Die große Fülle an in der Entwicklung befindlichen Projekten in den USA lässt vermuten, dass sie Deutschland im Laufe des nächsten Jahres überholen werden.

Photovoltaik Arizona

Solaranlage in Agua Caliente, Arizona, USA ©WolfeWare

Quelle: wiki-solar.org

Energiewende im Pazifik: Tokelau-Inseln übernehmen Vorreiter-Rolle

Weiter, weißer Sandstrand, blauer Himmel, das tiefblaue Meer und eine große Portion Sonne. Das sind wohl die ersten Bilder, die denjenigen in den Kopf schießen, die an pazifische Inseln wie Tokelau denken. Doch dass die Tokelau-Inseln viel mehr zu bieten haben, als eine paradiesische Natur, beweisen sie mit der Fertigstellung ihrer dritten und letzten Photovoltaik-Anlage: Tokelau wird jetzt vollständig von Solarstrom versorgt.

Sonne Palme Energiewende

So vermeldet das neuseeländische Außenministerium, unter dessen Verwaltung Tokelau steht, dass das kleine Inselparadies (1.400 Einwohner) sich mit der installierten Leistung von insgesamt 1 Megawatt über Photovoltaik selbst versorgen kann.  150 Prozent des Strombedarfs werden durch die Kraftwerke und passenden Energiespeicher des neuseeländischen Unternehmens Powersmart Solar gedeckt.

Die drei Atolle, die bisher auf Dieselenergie angewiesen waren, können so ihre wirtschaftlichen und ökologischen Kosten senken. Murray McCully, Außenminister Neuseelands, betonte: „Das Projekt ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie kleine Nationen im Pazifik den Weg zur Entwicklung erneuerbarer Energien aufzeigen können. Die Kraftwerke wurden fristgerecht und im Rahmen des vorgesehenen Budgets fertig gestellt.”

Um das Projekt zu finanzieren, steuert Neuseeland 5,4 Millionen Euro an Krediten und Zuschüssen bei. Auch die Vereinten Nationen (UN) beteiligten sich an den4.032 PV-Modulen, 392 Wechselrichtern und 1.344 Batterien mit einem Förderzuschuss in Höhe von 315.000 Euro. Die Kosten der bisherigen Stromproduktion aus Diesel schätzt Powersmart Solar auf 780.00 Euro jährlich.

Auch der Inselstaat Tonga sowie die Cook-Inseln erhalten von Neuseeland Unterstützung für Photovoltaik-Anlagen. In Tonga soll ein Kraftwerk über ebenfalls 1 MW Nennleistung entstehen; der Strombedarf der Cook-Inseln soll in Zukunft auch durch die Produktion aus erneuerbaren Energien gedeckt werden.

Quellen: SolarServer; tokelau-info.de 

„OneGiga“: Serbien baut größten Solarpark der Welt

Eine Photovoltaik-Anlage, die über einen Gigawatt Strom aus 100 Zehn-Megawatt-Einheiten produzieren soll, will der Luxemburger Projektentwickler Securum Equity Partners & Associates in Serbien errichten. Serbiens Regierung hat das 1,75 Milliarden Euro teure Projekt nun freigegeben.

Der Bau im Süd-Osten des Landes, wo die Sonneneinstrahlung Serbiens am höchsten ist, soll zwischen April 2013 bis Ende des Jahres 2015 vonstattengehen. Der serbische Generalunternehmer MX Group South East Europe wird laut dem Luxemburger Projektentwickler eine Herstellungsfirma für die Bauteil-Fertigung gründen. Eigens für das Großprojekt, das den Namen „OneGiga“ trägt, sollen Produktionsstätten für Wechselrichter und Module in Serbien errichtet werden. Der aus der Solaranlage gewonnene Strom soll an Enerxia Energy verkauft werden.

Rund 30 Investoren bekundeten laut Alessio Colussi, Geschäftsführer und Unternehmenssprecher von Securum Equity Partners & Associates bereits ihr Interesse. Sollte es mit allen Interessenten zu Unterschriften kommen, wäre die Finanzierung bereits gesichert. Da die Rahmenbedingungen der serbischen Regierung bisher noch auf sich warten lassen, gäbe es bisher aber noch keine Vertragsabschlüsse, so Colussi. Rund 500 Arbeitsplätze für den Bau und 120 für den Betrieb der Anlage werden Unternehmensangaben zufolge geschaffen.

Quelle: photovoltaik.eu

Photovoltaik in Afrika

Der afrikanische Kontinent besteht aus 54 Staaten, fasst 30.3 Millionen Quadratkilometer Fläche und hat über eine Milliarde Einwohner. Man spricht von Afrika als der Wiege der Menschheit. Und doch befinden sich heute große Teile des Landes in wirtschaftlicher, politischer, sozialer und ökologischer Rückständigkeit gefangen. Gemessen an den Maßstäben der westlichen Welt. Immer wieder in der öffentlichen Kritik: die Energiepolitik des Kontinents. Strom wird in Afrika nach wie vor überwiegend mit Dieselgeneratoren oder auf Kohlebasis erzeugt. Eine kostenintensive und natürlich ressourcenschädigende Art der Energiegewinnung. Dabei hätte das Land, geographisch und klimatisch betrachtet, optimale Voraussetzungen für Photovoltaik. Milk the Sun hat sich einen kurzen Überblick verschafft.

PV in Namibia
Namibia liegt an der südlichen Westküste Afrikas und grenzt an Südafrika, Botswana, Sambia und Angola. Das durchschnittliche Klima lässt sich vereinfacht als heiß und trocken beschreiben, obwohl die Wetterbedingungen innerhalb der einzelnen Landesteile stark variieren. In der Wüste Namib beispielsweise weht das ganze Jahr über ein warmer, beständiger Wind – optimal zur Energieerzeugung durch Windkraft. Für Photovoltaik sind Wüstenregionen wie die der Kalahari optimal geeignet. Dort hat sich 1996 SolTec niedergelassen, ein Solarbetreiber, der PV-Projekte in ganz Namibia realisiert. Der Fokus liegt hier vor allem auf solarbetriebenen Wasserpumpen und solarthermischer Wasseraufbereitung für die Bevölkerung des ländlichen Raums, die fernab vom öffentlichen Versorgungsnetz lebt. Viele kleinere PV-Firmen arbeiten in Kooperation mit europäischen Partnern, aber auch lokalen Förderern.

PV in Südafrika
Südafrikas Regierung verfolgt ehrgeizige Pläne, was den Ausbau erneuerbarer Energien angeht. Momentan ist Kohle der Hauptenergielieferant des Landes. Zur Kohlegewinnung werden, oft illegal, ganze Wälder abgeholzt. Dagegen ergreift man jetzt Maßnahmen. Mittels unabhängiger Energielieferanten, gemeint sind hier überwiegend Privathaushalte, sollen bis 2015 knapp 4 MW Strom über den staatlichen Energiekonzern Eskom in das Netz eingespeist werden. Das Department of Human Settlements (Ministerium für Wohn- und Siedlungswesen) hat ein Dekret erlassen, dass bei Gebäuden, die künftig gebaut oder saniert werden, min. 50% der Warmwassergewinnung über erneuerbare Energien laufen sollen (z.B. Solarthermie). An die einzelnen Haushalte heranzutreten, erweist sich mitunter allerdings als sehr schwierig. Der Gebrauch von Holzkohle zum Erhitzen von Wasser ist weit verbreitet und seit eh und je üblich. Doch Kohle wird immer teurer und der Rohstoff gleichzeitig knapper. Neuerungen, wie z.B. solarbetriebene Herdplatten, prallen auf die traditionellen Gewohnheiten der Bevölkerung. Es gilt noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten, gerade was die älteren Generationen innerhalb der Landbevölkerung betrifft. Einige südafrikanische Solarhersteller versuchen durch Rabattaktionen oder Kooperationen mit staatlichen Einrichtungen, Kunden zu werben. Aktive Aufklärungsarbeit über die Möglichkeiten der Kostenersparnis durch Umrüstung auf Photovoltaik und Informationsbroschüren zum Thema Stromsparen im Alltag sollen zudem für die Verknappung der Ressourcen sensibilisieren.
Ein weiteres staatliches Projekt ist der sog. Zwanzig-Jahre-Masterplan der Energieentwicklung, demzufolge bis 2030 ganze 8.400 MW Solarstrom ans Netz angeschlossen sein sollen. Umstritten, aber nicht unrealistisch angesichts des großen Potenzial des Landes. Südafrika verfügt über optimale klimatische Voraussetzungen für Photovoltaik. Die globale Sonneneinstrahlung liegt zwischen 1600 und 2900 kWh pro Quadratmeter. Zum Vergleich: in Deutschland beträgt die jährliche Globalstrahlung max. 1200 kWh pro Quadratmeter.

PV in Westafrika
Auch in anderen afrikanischen Ländern gibt es vergleichbare Entwicklungen im Bereich des Photovoltaikausbaus. Vor kurzem hat eine kanadische Firma eine Strombezugsvereinbarung über 25 Jahre (Power Purchase Agreement, PPA) mit der Electricity Company of Ghana Ltd. abgeschlossen. Den Solarstrom wird eine 50 MW-Solaranlage liefern, die in Ghana in den nächsten Monaten errichtet werden soll. Gerade Ghanas Wirtschaft verzeichnet seit einiger Zeit ein enormes Wachstum. Dies geht natürlich mit einem gesteigerten Energiebedarf einher. Der Stromverbrauch, so ein Entwickler des PV-Projekts, steige jährlich um 10 bis 15%. Photovoltaik ermöglicht auf ökologischer Basis eine stabile Stromversorgung, anstelle des unzuverlässigen und nicht ausreichenden bisherigen Energiemix aus staatlichem Strom und Generatorstrom.
In den Ländern Benin, Burkina Faso, Kamerun, Niger und Togo sind in absehbarer Zeit ebenfalls Photovoltaikanlagen geplant. Die Motive sind ähnlich. Wirtschaftliches Wachstum funktioniert nicht ohne eine stabile Stromversorgung.

PV im Norden
Anfang Juni meldeten die Medien, dass RWE, einer der größten Energiekonzerne Europas, von seiner bisher ablehnenden Haltung gegenüber erneuerbaren Energien und der Photovoltaik abgewichen ist, und in Südeuropa und Nordafrika in PV-Projekte investieren will. Grund ist natürlich Geld. Solarstrom lässt sich, gerade in sonnenintensiven Gegenden, äußerst billig und effektiv produzieren. Auch die Idee, die Sonnenenergie aus Afrikas nördlicher Wüstenregion zu nutzen ist nicht neu. Die Desertec Industrie Initiative GmbH (DII), bestehend aus europäischen bzw. überwiegend deutschen Unternehmen, will die Stromgewinnung anhand von Photovoltaik und Solarthermie mit der Energiegewinnung aus Windkraftwerken in Nordafrika kombinieren. Die Küstenregionen Marokkos und Tunesiens bieten optimale Bedingungen für Windkraft. Die Sonneneinstrahlung der dortigen Wüstenregionen ist mit der Globalstrahlung Südafrikas oder dem Westen Namibias vergleichbar. „Die Wüsten der Erde empfangen in sechs Stunden mehr Energie von der Sonne, als die Menschheit in einem ganzen Jahr verbraucht“, so ein Vertreter der Desertec Foundation. Ein lukratives Geschäft.

Fazit und Ausblick
Wir von Milk the Sun kommen also zu dem Schluss, dass Photovoltaik zur Energiegewinnung in Afrika hervorragend geeignet ist. Die Voraussetzungen dafür sind so optimal, dass weltweit Interesse an derartigen Projekten besteht. Dies wirft natürlich die Frage auf, wie finanzkräftige Investoren aus Europa oder den westlichen Industrieländern mit der Energie umgehen, die sie auf fremdem Boden kostengünstig erwirtschaften. Fremde Investoren hoffen, mit der Nutzung erneuerbarer Energiequellen die Ressourcenknappheit im eigenen Land zu umgehen. Mit Großprojekte in Afrika könnte man die europäische Knappheit quasi mit afrikanischen Gütern kompensieren. Mancherorts werden deshalb böse Erinnerungen aus der Kolonialzeit wach. DII und RWE entkräfteten solche Vorwürfe bereits im Vorfeld, indem sie ankündigten, dass der gewonnene Strom auch den Menschen vor Ort zugutekommen wird. „Eine Punkt-zu-Punkt-Leitung direkt von der Sahara nach Deutschland zu legen, wäre der falsche Weg und auch das falsche Signal“, so der RWE. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Kooperation der Kontinente ökonomisch und gesellschaftspolitisch weiter entwickelt. Die Investition in Photovoltaik ist auf jeden Fall ein richtiger Schritt und könnte den Weg zu einer fairen und für alle Seiten lukrativen Wirtschaftsbeziehung ebnen. Und die Lage Afrikas allgemein verbessern.

Quellen: RWE, Sun & Wind Energy 5/2012, S. 30-37; S. 180-183, Sun & Wind Energy 6/2012,S. 38-40, Photovoltaik 6/2012 S. 72-75, Desertec Foundation ,  Financial Times Deutschland , SolTec

 

Cleverer Einsatz von Photovoltaik im kommunalen Raum – Plauen setzt auf Solarstrom

Milk the Sun hat erfolgreich die Projektrechte zum Bau von Photovoltaikanlagen auf den Dachflächen von drei Schulgebäuden sowie einer Sporthalle der Kommunalen Gebäude- und Anlagenverwaltung der Stadt Plauen vermittelt.

Plauen, die größte Stadt des Vogtlandes, ist ein idealer Standort für Solaranlagen. Aufgrund des kontinentalen Klimas und der angrenzenden Mittelgebirge verzeichnet man dort sehr viele Sonnenstunden bei gleichzeitig wenig Wind und geringen Niederschlagswerten. Nachdem die Projektrechte nun erfolgreich über unseren Online-Marktplatz für Photovoltaik vermittelt wurden, steht dem Bau der Solaranlagen nichts mehr im Weg. Anstatt einer Dachpacht wurde mit der Stadt Plauen der Bezug des erzeugten Solarstroms zu einem garantierten Festpreis über 20 Jahre vereinbart.

Um den laufenden Schulbetrieb nicht zu stören, beginnt die Installation der PV-Anlagen in den kommenden Herbstferien. Die jeweiligen Erzeugerdaten, der Wirkungsgrad oder die Leistungswerte der Solaranlagen sollen anschließend so aufbereitet werden, dass sie sinnvoll im Unterricht eingesetzt werden können. Die Integration von Photovoltaik in Unterrichtsfächer schärft von Anfang an das Bewusstsein für die Vorteile der Nutzung erneuerbarer Energiequellen. Mit den geplanten Solaranlagen auf den eigenen Schuldächern hat man bald nicht nur Anschauungsmaterial vor Ort, sondern auch die Möglichkeit, experimentell z.B. den konkreten Monats- oder Jahresmittelwert „seiner“ Anlage zu ermitteln.

Eine Win-win-Situation für alle Beteiligen. Die Stadt Plauen hat sich mit der Strompreisgarantie Kostensicherheit über einen langen Zeitraum hinweg gesichert, die Anlagenbetreiber dürfen Renditen erwarten, die über die aktuellen Vergütungssätze des EEG hinausgehen. Die Investition auch in kleinere Photovoltaikprojekte lohnt sich. Ähnliche Projekte finden Sie unter MilktheSun.com.

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