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Vier Fragen an… Franz Alt, freier Journalist

Franz Alt ist mehrfach prämierter Autor und Journalist auf dem Bereich der Erneuerbaren Energien. Er studierte Politikwissenschaften, Geschichte, Philosophie und Theologie und moderierte über 20 Jahre lang das Politmagazin „Report“. Gleichzeitig ist Herr Alt Betreiber der Energie-Website www.sonnnseite.com, auf welcher er einen Überblick über zukunftsweisende Alternativen zur Energiegewinnung verschafft. Der Einsteiger in die „solare Weltrevolution“ hat sich die Zeit genommen, unsere „Vier Fragen an…“ zu beantworten.

„Energiewendepionier ist jetzt Dänemark. Dort wurden im letzten Dezember 50 Prozent des Stroms aus Windkraft gewonnen. Weltrekord!“ – Franz Alt

Milk the Sun: Lieber Herr Alt, nach der Bundestagswahl 2013, den zähen Koalitionsverhandlungen und der Regierungsbildung, wie bewerten Sie das Ergebnis im Gesamten? Wie sehen Ihre Erwartungen an die neue Bundesregierung und vor allem an den neuen Superminister Sigmar Gabriel aus?

Franz Alt: Die neue Bundesregierung versucht die Energiewende auszubremsen. Die Bürgerinnen und Bürger sind weiter als ihre Regierung. 90 Prozent des jetzt in Deutschland produzierten Ökostroms werden von Bürger- Energiegenossenschaften, von Bauern, Hausbesitzern, Mittelständlern, Handwerkern und Stadtwerken gewonnen. Ich hoffe, dass wenigstens die sieben Bundesländer, in denen die Grünen mitregieren, über den Bundesrat den schlimmsten Kahlschlag bei den Erneuerbaren noch verhindern. Die Probleme des Klimawandels sind so gravierend und werden so teuer, dass wir uns eine Verlangsamung der Energiewende auch ökonomisch gar nicht leisten können. Wir brauchen eher eine ultimative Beschleunigung. Zur Finanzierung könnte ein Zukunftsfonds beitragen so wie ihn Ilse Aigner und Klaus Töpfer vorgeschlagen haben.

Milk the Sun: Das EEG gilt als eine der wichtigsten Baustellen der Energiewende. Was würden Sie sich bei einer Reform des EEG wünschen, beziehungsweise welche Baustelle halten Sie für die Drängendste?

Franz Alt: Das Schlimmste ist, dass das bisher so erfolgreiche EEG totgeredet wird. Kürzungen mit einem Tempo wie bisher wären für Investoren verkraftbar und planbar, doch der jetzt angedachte Kahlschlag wird Zehntausende Arbeitsplätze kosten. Und das hat ausgerechnet der Wirtschaftsminister zu verantworten. Nur die Länder können den Kohleminister noch bremsen.

Solar- und Windstrom werden dank des EEG immer preiswerter. Deshalb schlage ich vor, den bisherigen Weg einer Kürzung der Einspeise-Vergütung mit Augenmaß weiterzugehen.

Milk the Sun: Die Kohlekraft ist in Deutschland so stark wie in den letzten 20 Jahren nicht mehr. Wie schätzen Sie perspektivisch die Chancen der Erneuerbaren Energien auf den Strommarkt in Konkurrenz zu den traditionellen und etablierten Energieformen ein?

Franz Alt: Seit dem Jahr 2000 haben die Erneuerbaren im Strombereich pro Jahr um etwa zwei Prozent zugelegt. Das war ein angemessenes Tempo, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen. Schon 2013 ging das Wachstum dann bereits auf 0.6 Prozent zurück und es wird weiter fallen, wenn die Bundesregierung das umsetzt, was jetzt beschlossen wurde. Nur die Länder und engagierte  Bürgerinnen und Bürger können erreichen, dass das bisherige Wachstum wieder zustande kommt. Es besteht die Gefahr, dass der Kohle-Erzengel Gabriel aus der Energiewende eine Kohlewende macht.

Milk the Sun: Die Branchen rund um die Erneuerbaren Energien sind schon seit langem zu einem ernstzunehmenden weltweiten Wirtschaftszweig angewachsen. Deutschland nahm in diesem Zusammenhang eine Vorreiterrolle ein, insbesondere auf dem Feld der Photovoltaik- und Solartechnologie aber auch bei der Windkraft. Steht zu befürchten, dass sich das in den kommenden vier Jahren ändert und man international von anderen Ländern nicht nur überholt, sondern abgehängt wird?

Franz Alt: China hat uns schon abgehängt. Dort wachsen die Erneuerbaren schneller als bei uns. Und Japan, Südkorea und Kalifornien erleben zurzeit einen Solarboom im Gegensatz zu Deutschland.  Energiewendepionier ist jetzt Dänemark. Dort wurden im letzten Dezember 50 Prozent des Stroms aus Windkraft gewonnen. Weltrekord!  In Spanien hat 2013 Windkraft die Atomenergie als wichtigste Stromquelle verdrängt. Anderswo entstehen durch die Ökoenergien neue Arbeitsplätze. In Deutschland werden sie gerade vernichtet  – und zwar ganz gezielt durch die Bundesregierung. Das müssen wir uns für die nächsten Wahlen gut merken.

Wir bedanken uns bei Herrn Alt für das Interview.

Im Rahmen der Fortsetzung der Interviewreihe „Vier Fragen an …“ stellt der milk the sun blog führenden Köpfen aus Wirtschaft, Politik und Medien vier Fragen zu den Erwartungen an die nationale und internationale Energiepolitik, die Energiewende und  die Reform des EEGs.

Weitere Interviews auf dem Milk the Sun Blog mit Herrn Franz Alt:

Atomstrom ist ein Verbrechen an der Schöpfung

Vier Fragen an… Franz Alt, Journalist

Milk the Sun nimmt am 15. Renewable Energy Finance Forum – Europe in London teil

Vom 18. bis 19. September 2013 findet im Jumeirah Carlton Hotel in London das 15. Renewable Energy Finance Forum – Europe statt. Verschiedene hochrangige europäische Vertreter aus der Politik, Wirtschaft und Industrie werden anwesend sein und sich über die verschiedenen finanziellen und ökonomischen Aspekte der Photovoltaik- und Solarbranche austauschen.www.reff-europe.com

Milk the Sun wird vom 18. bis 19. September an dem 15. REFF-Europe in London teilnehmen.

Milk the Sun wird am 15. Renewable Energy Finance Forum – Europe nächste Woche in London teilnehmen Das REFF – Europe ist eines der renommiertesten und bekanntesten Events im Bereich Photovoltaikindustrie und Solartechnologie, auf dem regelmäßig neue konstruktive Verbindungen zwischen wichtigen Vertretern der PV-Industrie aus Großbritannien und Europa geknüpft und gefördert werden.

Das REFF Europe strebt danach, die Finanz-Community der Erneuerbaren-Energie-Branche des gesamten europäischen Kontinents zusammen zu bringen, um einzuschätzen wie neue finanzielle Quellen erschlossen werden können, wie neue technologische Durchbrüche die Ökonomie von Erneuerbare-Energie-Projekten verändern und um zu beurteilen wie Regierungspolitik den zukünftigen Weg für den dynamischen Sektor prägt.

 Viele verschiedene Experten aus der europäischen Politik und Industrie werden anwesend sein, zum Beispiel:

*  The Right Honourable Michael Fallon MP – Minister of State for Business and Energy, UK

*  Hans van Steen – Head of Unit, Directorate-General for Energy, European Commission

*  Graham Weale – Chief Economist, RWE AG

*  Shaun Kingsbury – Chief Executive Officer, UK Green Investment Bank Plc

*  Cheryl Fisher – Director – Energy Department, Projects Directorate, European Investment    Bank

*  Eddie O’Connor – Founder and CEO, Mainstream Renewable Power

Das Team von Milk the Sun wird sowohl den englischen als auch den deutschen Milk the Sun Blog mit Beiträgen zum Forum versorgen, in denen unter anderem darauf eingegangen werden wird, wie das Forum hilft, die Solartechnik und -industrie Europas zu formen und warum solche Events der Schlüssel für den Aufbau einer robusten Solarindustrie sind.

 

PV-Zubau im April: 367 Megawatt

Laut aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur, so vermeldet das Fachmagazin pv magazine, betrug der Zubau installierter Photovoltaik-Anlagen im Monat April 367 Megawatt.

iStockphoto.com©Stephan Zabel

13.414 neue Photovoltaik-Anlagen wurden bei der Behörde gemeldet, nur 55 davon mit einer Nennlast von 1000 KW oder mehr.Im gesamten Jahr wurden somit bislang 1.114 Megawatt in Deutschland installiert, wodurch sich die gesamte Photovoltaik-Leistung auf 33,53 Gigawatt erhöhte. Bei 52 GW installierter Leistung soll den Plänen der Bundesregierung folgend die Solarförderung eingestellt werden.

Quelle: pv magazine

Sebastopol, Kalifornien: Solarmodule auf Neubauten zukünftig Pflicht

Der Solarmarkt in den US tut sich schwer, richtig in die Gänge zu kommen. Dennoch finden sich immer wieder positive Meldungen in den Zeitungen und Medien der Vereinigten Staaten. Dass die Energiewende auf regionaler Ebene durchstarten kann, zeigt die Stadt Sebastopol in der kalifornischen Region Sonoma County. Die Stadt in der für ihren Weinanbau bekannten Region  ist die zweite Stadt Kaliforniens, die ihren Bürgern vorschreibt, dass neue Häuser zwangsweise mit Solarmodulen zur Stromproduktion versehen werden müssen.

In Sebastopol bald verpflichtend: Solaranlagen auf Neubauten. © iStockphoto.com

Das 8000 Einwohner große Sebastopol gilt als liberale Hochburg. Der dortige Stadtrat entschied bei einer Abstimmung am Dienstag, dass zukünftig sowohl Wohngebäude als auch kommerzielle Gebäude ihre Dachflächen für Solaranlagen zu nutzen haben. Die Systeme müssen zwei Watt pro Quadratmeter der Baufläche oder 75 Prozent der jährlichen elektrischen Last des Gebäudes produzieren.

Bei Gebäuden, bei denen eine Solaranlage nicht praktikabel erscheint (so z.B. auf verschatteten Bauflächen), können neue Gebäude entweder auf alternative Nachhaltige Möglichkeiten ausweichen, oder sich über eine Gebühr freikaufen.

Vor zwei Monaten erst hatte sich auch die als konservativ geltende Stadt Lancaster ein ähnliches Programm verabschiedet. Dass sich zwei Städte, die sowohl klimatisch als auch demografisch gesehen, auf diesen gemeinsamen Weg einigen können, zeigt, welche Attraktivität der Solarenergie mittlerweile. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die dritte Stadt folgt.

Quelle: grist.org

Bundesverband Energiespeicher BVES gegründet

Der wachsende Bedarf an Energiespeichern durch die Energiewende hat zur Gründung eines neuen Spitzenverbandes zur Weiterentwicklung der Energiespeicherung geführt. Der Bundesverband Energiespeicher (BVES) vertritt die wachsende Branche und soll zum schnelleren Aufbau eines stabilen Energiespeichermarkts auch für nachhaltige Energiequellen wie der Photovoltaik in Deutschland sorgen.

Bundesverband Energiespeicher vereint EnergiespeicherunternehmenEnergiespeicher notwendig um Versorgungssicherheit zu gewährleisten

Energiespeicherunternehmen erleben aufgrund der Energiewende einen Aufschwung. Grund dafür ist die wachsende Notwendigkeit, Energiespeicher gezielt einzusetzen, um Versorgungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten. Ende September des vergangenen Jahres wurde deshalb der Bundesverband Energiespeicher (BVES) mit Sitz in Berlin gegründet. Ziel des Verbandes ist es, die wichtigen Entscheidungsträger der Branche zusammenzubringen und die Marktentwicklung durch ein enges Kontaktnetzwerk voranzutreiben.

Gründungspräsident des Verbandes, Prof. Dr. Eicke R. Weber,  gleichzeitig Sprecher der Fraunhofer-Allianz Energie und Leiter des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg. „Unser Verband sieht seine Mission darin, die Energiespeicherung als Energieressource neben der konventionellen und erneuerbaren Erzeugung zu etablieren, um eine effizientere, verlässlichere, preisgünstigere und sicherere Energieversorgung zu fördern. Um diese Vision zu erfüllen, wollen wir den Aufbau eines stabilen Energiespeichermarkts in Deutschland fördern, der dann auch als Modell für weitere Märkte in Europa und anderen Länder weltweit dienen wird.“, so Prof.Dr. Weber.

BVES koordiniert gemeinsame Entwicklungsaktivitäten

Zur Mitgliedschaft eingeladen sind diejenigen Unternehmen, die in die Herstellung, Planung, den Verkauf und den Betrieb von Energiespeicherlösungen involviert sind. Im Blickpunkt des Interesses der Verbandsgruppe steht die Weiterentwicklung der Energiespeicherung über Politik, Bildungsarbeit, Beratung und Forschung. Der BVES steht dabei auch für unternehmensübergreifende Koordination gemeinsamer Entwicklungsaktivitäten zur Nutzung und Anwendung von Energiespeichern. Dazu plant der Verband zunächst die Erstellung einer „Energiespeicher Roadmap“, in der eine klare Position zur Rolle der Energiespeicher in Bezug auf die Energiewende in Deutschland bezogen werden soll. Die erste Mitgliederversammlung findet am 19. März 2013 in Düsseldorf im Rahmen der Energy Storage Konferenzmesse statt.

Geschäftsführer des BVES ist Dr. Harald Binder, der zuletzt als Vice President und General Manager von Applied Matierals tätig war. Derzeit ist Dr. Binder, der 2010 eine Beratungsfirma gründete, für verschiedene Mandate in der Solar-, Energiespeicher- und Halbleiterindustrie verantwortlich. Zudem ist Dr. Binder aktives Mitflied des Kuratoriums des Instituts für Mikroelektronik (IMS) in Stuttgart als auch Vorsitzender der SEMI Europe PV Group.

Quelle: Bundesverband Energiespeicher

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