Photovoltaik Posts

Conto Energia V und die Herausforderung des Wandels in der PV-Industrie

Gerade ein Jahr nachdem das vierte Gesetz für erneuerbare Energien, die Conto Energia IV, in Kraft getreten war, wird der italienische Photovoltaikmarkt wieder mit neuen gesetzlichen Änderungen konfrontiert. Der neue Erlass, dessen Auszüge Anfang März diesen Jahres veröffentlicht wurden, soll zum Ziel haben der Industrie den Weg in Richtung Netzparität zu ebnen, so der MInister für Wirtschafts- und Umweltentwicklung. Wenn der Gesetzesentwurf auf dem aktuellen Stand in Kraft tritt, werden Einsparungen von 50% und Registerpflicht für Solarstromanlagen über 12 kWh mit neuen und strikteren FiT Kriterien die Folge sein. Nach Einschätzungen der Gewerkschaften könnte die Conto Energia V das Ende der italienischen Photovoltaikbranche bedeuten. Auch jenseits der Veränderungen, die die Conto Energia V mit sich bringt, wird sich die Photovoltaikindustrie weiteren Herausforderungen stellen müssen. Es ist offensichtlich, dass der Photovoltaikmarkt immer stärker und der Wettbewerb immer größer wird. Somit wird es unumgänglich neue Mittel und Wege zu finden mit der Dynamik des Marktes Schritt zu halten – der Conto Energia V folgen langfristig auch weitere Änderungen. Beispielsweise konnte sich selbstständig ein wettbewerbsfähiger Markt durch den starken Rückgang des Silikonpreises etablieren (Silikon ist ein Rohmaterial, das zur Fertigung von Solaranlagen verwendet wird). Solche Entwicklungen kreativ für die Photovoltaikindustrie umzusetzen stellt eine echte Alternative zu oktroyierten Gesetzesänderungen, die den Markt in Schwung bringen sollen. Es gibt wenige Lösungsansätze in der Branche, die auf eine Veränderung des Marktes eingestellt sind. Dabei ist man sich beispielsweise einig, dass die lange Schlange an Mittelsleuten, die den Markt überhäufen und Entwicklungsprozesse oder Projektübernahmen verlangsamen, verkleinert werden muss. Dynamik, Schnelligkeit und Transparenz muss sich die Industrie langfristig auf die Fahnen schreiben, damit Photovoltaik ein zukunftsfähiges und zugängliches Produkt auf europäischem Niveau werden kann.

Auch die deutsche Photovoltaikindustrie sieht sich immer neuen Restriktionen und Wendungen bezüglich der öffentlichen Förderung (Anpassungen des Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG) ausgesetzt. In diesem Moment debattiert Schwarz-Gelb, in welcher Weise aktuelle Kürzungsvorhaben in der Photovoltaikbranche umgesetzt werden sollen (Deckelung der Förderkosten oder monatliche Anpassung). Ähnlich, wie auf dem italienischen Markt, sind auch in Deutschland sinkende Produktionskosten von Solaranlagen, wegen günstigen Rohstoffpreise der Grund für explosionsartige Investitionen und stetig steigende Zahlen von Solarstromerzeugenden. Diese überraschende Entwicklung der letzten Jahre hat auf Bundesebene Kürzungen von Subventionen im Solarsektor zur Folge gehabt. Der Negativpresse und der Befürchtungen eines Einbruches der deutschen Photovoltaikindustrie zum Trotz, müssen die sinkenden Preise der Rohstoffe für PV als wirtschaftliche Chance gesehen werden. Jüngste Entwicklungen lassen eben auch die Vermutung zu, dass Photovoltaik ein zukunftsträchtiger, wettbewerbsfähiger Markt ist, der auf eigenen Beinen stehen kann. Ob in Deutschland oder Italien. Die Photovoltaikindustrie profitiert von kurzen und einfachen Kommunikationswegen zwischen Händlern, Investoren und Projektanbietenden – von neuen Marktplätzen ohne Mittelsleute und Hierarchien, wie auf Milk the Sun.

 

Keine Info mehr verpassen!

Hat Ihnen unser Artikel gefallen? Dann melden Sie sich für unseren Newsletter an und verpassen Sie keine Info mehr.

Daten werden vertraulich behandelt.