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Strom im 1. Halbjahr zu 35% aus Erneuerbaren – PV-Zubau im Juni bei 206 MWp

Strom im 1. Halbjahr zu 35% aus Erneuerbaren – PV-Zubau im Juni bei 206 MWp

Vorläufige Berechnungen zufolge wurde der Strombedarf in Deutschland in der ersten Hälfte dieses Jahres erstmals zu 35 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt. Damit stieg der Anteil im Vergleich zum Vorjahreszeitrum um zwei Prozentpunkte. Der PV-Zubau bleib im Juni indes über 200 MWp.

Norden und Osten profitieren von „Jobmotor Erneuerbare“

Norden und Osten profitieren von „Jobmotor Erneuerbare“

Die Erneuerbaren Energien bleiben ein wichtiger Jobmotor in Deutschland. Wie neue Zahlen der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) belegen, profitieren vor allem Menschen im Norden und Osten – primär durch die Windenergie.

Demonstrationen für die Energiewende, Kritik an der Regierung, gute Taten von Siemens und E.on und ein Appell an die Politik: Ein Wochenrückblick

Demonstrationen für die Energiewende, Investments von Großunternehmen in die Windkraft, Pläne der schnelleren Abschaltung eines Atomkraftwerks und weitere Kritik an dem Vorgehen der Regierung gegenüber der Energiewende. Es wird nicht ruhig in Deutschland rund um den Atomausstieg und den Weg hin zur grünen Energie. Immerhin werden neben den Bürgern jetzt auch Politiker laut und versuchen, die Energiewende in die richtige Richtung zu treiben. Unterstützung bekommen Sie dabei von Unternehmen wie Siemens, das in Windkraft investiert, und E.on, das ein Atomkraftwerk bereits früher als geplant vom Netz nehmen möchte. Ein Wochenrückblick:

Vier Fragen an … Thomas Schubert, Rechtsanwalt und Partner bei Olswang Germany LLP

Thomas Schubert, LL.M. (Boston) ist Rechtsanwalt und Partner bei der internationalen Sozietät Olswang in Berlin. Er berät deutsche und internationale Mandanten vornehmlich aus den Branchen Technologie und Erneuerbare Energien zu gesellschaftsrechtlichen und insolvenzrechtlichen Fragen. Er ist spezialisiert auf Unternehmenskäufe und Restrukturierungen im Bereich der Erneuerbaren Energien, insbesondere der Solarbranche.

Streit über EEG-Rabatte, Kritik an Energiebilanz, Abschaltung von Biogas, Gas aus Fracking für Europa und längere AKW-Laufzeiten – Ein Wochenrückblick

Die Energiewende bringt viele Kosten mit sich, ist aber unabdingbar für die Zukunft der Energiegewinnung

Die Energiewende bringt viele Kosten mit sich, ist aber unabdingbar für die Zukunft der Energiegewinnung

Ausnahmen für Unternehmen von der EEG-Umlage, Gas-Alternativen aus den USA, Kritik an der Energiebilanz aus nordischen Bundesländern, Idee der längeren Laufzeit von Atomkraftwerken, Abschaffung von Biogas aus der Energiewende und eine Vielzahl von Vorteilen durch eine bessere Energieeffizienz. Die Energiewende hat mal wieder viele Streitthemen hervorgebracht und wir verschaffen einen kleinen Überblick über die wichtigsten Nachrichten und Meinungen der vergangenen Woche.

Vier Fragen an… Sylvia Pilarsky-Grosch, Präsidentin des Bundesverband WindEnergie

Sylvia Pilarsky-Grosch ist die Präsidentin des Bundesverband WindEnergie (BWE). Die Juristin aus Baden-Württemberg hat diese Position seit April 2013 inne. Frau Pilarsky-Grosch ist langjähriges Mitglied des BWE und Mitinitiatorin von Bürgerwindparks. Seit 2003 war sie Mitglied des Vorstandes des BWE und seit 2007 Vizepräsidentin. Der 1996 gegründete BWE ist einer der weltweit größten Verbände im Bereich der Erneuerbare Energien. Er setzt sich für den Ausbau der Windenergie in Deutschland ein.

Vier Fragen an… Dr. Tim Meyer, Geschäftsführer und Gründungsgesellschafter der Grünstromwerk GmbH

Dr. Tim Meyer ist Gründungsgesellschafter und Geschäftsführer der Grünstromwerk GmbH. Er besitzt über 17 Jahre Erfahrung in Technologie und Marketing für erneuerbare Energien. Nach Promotion und später Abteilungsleitung am Fraunhofer ISE in Freiburg, hat er mit Schwerpunkt Photovoltaik Führungsfunktionen in den Bereichen Projektentwicklung und –finanzierung, O&M, Marketing und Technologie ausgefüllt. Grünstromwerk ist bundesweit der erste Energieversorger und Dienstleister mit Spezialisierung auf Solarstrom und dezentrale Versorgungslösungen. Das Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, erneuerbare Energien nachhaltig und eigenständig in den Energiemarkt zu integrieren.

Vier Fragen an… Anton Berger, Partner von Rödl & Partner

Anton Berger, Partner von „Rödl & Partner“, hat sich unseren vier Fragen zum Thema Energiewende und die Aussichten des Wirtschaftszweiges der Erneuerbaren Energie gestellt. 

„Erneuerbaren Energien müssen kostengünstig produziert werden, idealerweise zu Preisen, die konkurrenzfähig sind. Von daher sollte der Anreiz, Erneuerbaren Energien wirtschaftlich zu vermarkten, deutlich gestärkt werden, mit der Maßgabe, dass sich „gute“ Projekte am ehesten vermarkten lassen.“ – Anton Berger

Milk the Sun: Lieber Herr Berger, nach der Bundestagswahl 2013, den zähen Koalitionsverhandlungen und der Regierungsbildung, wie bewerten Sie das Ergebnis im Gesamten? Wie sehen Ihre Erwartungen an die neue Bundesregierung und vor allem an den neuen Superminister Sigmar Gabriel aus?

Anton Berger: Die neue Bundesregierung hat die große Aufgabe, aber auch die Chance, für verlässliche Rahmenbedingungen insbesondere bei den Erneuerbaren Energien zu sorgen. Das erwarte ich mir von Herrn Gabriel.

Die Praxis hat immer wieder gezeigt, dass durch offenbar unterschiedliche politische Zielrichtungen im Bundesumwelt- und Bundeswirtschaftsministerium eine wachsende Unsicherheit verursacht wurde. Investitionen mussten in die Zukunft verschoben und/oder ganz aufgegeben werden. Herr Gabriel kann die gebündelten Kompetenzen jetzt nutzen, um Klarheit zu schaffen. Sobald die EEG-Novelle vorliegt, werden wir wissen, ob sich durch das „EEG 2.0“ die Marktchancen für die Erneuerbaren Energien eher verbessern oder verschlechtern.

Für die Erneuerbare-Energien-Branche ist zu hoffen, dass Herr Gabriel das ständige Stückwerk beim EEG zukünftig unterlässt und damit das Zusammenbrechen ganzer Branchen wie Photovoltaik und aktuell Biogas vermeidet. Stattdessen sollte eine nachhaltige Strategie verfolgt werden, um bestehenden „Überförderungen“ zu begegnen.

Milk the Sun: Die (Braun-)Kohlekraft ist in Deutschland so stark wie in den letzten 20 Jahren nicht mehr. Wie schätzen Sie perspektivisch die Chancen der Erneuerbaren Energien auf den Strommarkt in Konkurrenz zu den traditionellen und etablierten Energieformen ein?

Anton Berger: Kurzfristig wird diese unbefriedigende, aber hausgemachte Situation unverändert bleiben. Das Vermarktungs- und Umlagesystem des EEG führt zu günstigen Strombörsenpreisen, die leider bei den privaten Letztverbrauchern noch nicht ankommen sind. Der niedrige Strompreis macht Gaskraftwerke unwirtschaftlich. Nur die größtenteils bereits abgeschriebenen Kohlekraftwerke können durch niedrige CO2-Kosten und verhältnismäßig günstige Brennstoffkosten mithalten. Vorschläge werden zwar diskutiert, dass sich aber an diesem System etwas maßgeblich ändert, ist bisher nicht abzusehen.

Das CO2-Backloading wird erste Auswirkungen im Laufe der kommenden Jahre zeigen. Dass hierdurch die Grenzkosten der Kraftwerke signifikant steigen werden, und damit Gaskraftwerke und Erneuerbare Energie wirtschaftlich werden, bleibt noch abzuwarten.

Trotzdem haben die Erneuerbaren Energien bereits ihre Konkurrenzfähigkeit unter Beweis gestellt. Und das offenbar so sehr, dass künftig der Verbrauch von eigen erzeugtem Strom mit bis zu 70 Prozent der EEG-Umlage belastet werden soll.

Wir werden in der nächsten Legislaturperiode sehen, ob sich Herr Gabriel und sein Staatssekretär Herr Baake an ein neues Strommarktdesign wagen werden, in dem die Erneuerbaren Energien ihren berechtigten Platz haben. Nur so können die Ausbauziele und CO2-Einsparungsziele erreicht und das Projekt Energiewende zum Erfolg geführt werden.

Milk the Sun: Eine Studie der Deutschen Bank belegte erst kürzlich, dass die PV-Leistung bis 2015 weltweit enorm steigen solle und mit Anlagen von rund 56 Gigawatt Gesamtleistung zu rechnen sei. Der Zuwachs von PV soll weltweit extrem zunehmen. Der Zuwachs von PV soll weltweit extrem steigen. Wie realistisch schätzen Sie diese Prognose ein? Steht wirklich ein zweiter Goldrausch für die Photovoltaik bevor und wenn, wie wird Deutschland davon profitieren können?

Anton Berger: Der große Zubau an PV-Leistung ist unserer Erwartung nach nicht in Deutschland zu erwarten. Zielgröße soll nach dem Eckpunktepapier von Herrn Gabriel zwar weiterhin ein jährlicher Zubau von 2,5 GW sein – diese Größenordnung halten wir aber unter den bisher bekannten Rahmenbedingungen spätestens ab August 2014 für fraglich. Sollte der Stromeigenverbrauch – wie bisher geplant – mit bis zu 70 Prozent der EEG Umlage beaufschlagt werden, wird der Markt für PV-Dachanlagen ab 10 kWp einen starken Dämpfer erhalten. Falls der gesetzliche Vertrauensschutz noch bis zur Inbetriebnahme im August 2014 aufrecht erhalten wird, kann dies nochmal einen kurzen Boom bis zu diesem Stichtag verursachen. Chancen und Zuwächse sind, sofern die Bagatellgrenze von 10 kWp für die EEG-Mindestumlage aufrecht erhalten wird, wohl künftig noch im Privathausbereich zu vermuten. Hier ist auch der Bezugsstrompreis ausreichend hoch, um für anhaltende Nachfrage zu sorgen. Das Ausschreibungsmodell für Freiflächenanlagen ist (aktuell noch) für 2017 geplant und auch dann zunächst für maximal 400 MW. Daher erwarten wir auch in diesem Bereich keinen zweiten Goldrausch in Deutschland.

Gegenläufige Effekte sind niedrige Modulpreise und Kostensenkungen bei der Anlagenerrichtung. Dies kann in vielen Regionen der Welt durchaus zu einer steigenden Nachfrage führen. In den Ländern des „Sun-Belt“ ist die Photovoltaik vielerorts bereits ohne Fördermittel und Subventionen konkurrenzfähig gegenüber anderen Erzeugungstechnologien und dem Bezugsstrompreis. Dies könnte in China, den USA, Japan sowie einigen Schwellenländern durchaus zu einem Boom führen. Die Studie der Deutschen Bank geht von 19 Märkten aus, in denen zeitnah die „Netzparität“ erreicht wird. Für Europa erwarten wir eine eher durchschnittliche Nachfrage nach PV-Anlagen, da unter anderem wegen der bestehenden Anti-Dumping-Zölle künftig sinkende Preise nicht weitergegeben werden können.

Milk the Sun: Derzeit werden am Drei-Länder-Eck zwischen Dänemark, Schweden und Deutschland zwei riesige Offshore-Windparks gebaut, die durch den neuen Interkonnektor verbunden sein sollen. Die sogenannte „Kriegers Flak Combined Grid Solution“ soll als ein Pilotprojekt für zukünftige Windkraft-Offshore-Stromnetze dienen. Wie schätzen Sie diese Art von Projekten ein?

Anton Berger: Grundsätzlich halten wir Netzverbundprojekte, die einen Lastausgleich zwischen unseren Nachbarländern ermöglichen, für zukunftsfähig und sinnvoll. Leitungs-, Speicher- und Erzeugungskapazitäten können in übernationalen Verbundnetzen effizienter genutzt werden. Überschüssiger Windstrom aus Norddeutschland kann in Nordeuropa zwischengespeichert und die dortigen regenerativen Energiepotentiale können erschlossen werden. Zunächst soll jedoch die Verbindung nur bis nach Dänemark hergestellt werden. Allerdings bleibt fraglich, ob unter Kostengesichtspunkten gerade solche Offshore-Grid-Projekte als erste Priorität angegangen werden sollten oder örtlich nähere, günstigere und dezentralere Lösungsansätze zielführender sind.

Wir bedanken uns bei Herrn Berger für das Interview.

Im Rahmen der Fortsetzung der Interviewreihe „Vier Fragen an …“ stellt der milk the sun blog führenden Köpfen aus Wirtschaft, Politik und Medien vier Fragen zu den Erwartungen an die nationale und internationale Energiepolitik, die Energiewende und  die Reform des EEGs.

Weitere Interviews mit Herrn Anton Berger aus der „Vier Fragen an…“-Reihe:

Vier Fragen an… Anton Berger

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