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Globale Erwärmung: Wird Obama doch noch zum Klimaschützer?

US-Präsident Barack Obama kündigte in einer Rede am Dienstag Schritte zur Reduzierung der von den USA ausgehenden Umweltbelastungen an. Der CO2-Ausstoß soll reduziert und die Globale Erwärmung abgeschwächt werden. Für seine geplanten Gesetze ist der Präsident nicht auf das Wohlwollen der Republikaner angewiesen.

Auf einer Rede an der Georgetown University kündigte Obama Schritte zur Eindämmung der globalen Erwärmung an iStockphoto.com©studyoritim

Bereits vor seiner Rede am Dienstag in der Georgetown Universität vor den Toren Washington DCs musste US-Präsident Barack Obama klar gewesen sein, dass die Republikaner und die Industrie seine Pläne kritisieren und im günstigsten Fall boykottieren werden. Damit würde sich wiederholen, was Obamas bisherige Amtszeit ebenso begleitet wie der ewige Kampf gegen den Terror und die damit Verbundenen Einschränkungen gegenüber der Bevölkerung. Alles wäre beim alten gewesen.

Doch an diesem heißen Junitag, auf diesem historischen Boden; Lincoln hatte bereits hier gestanden, kündigte Obama an, dass er nun endlich die globale Erwärmung eindämmen wollen würde. Die Forderung den Worten endlich Taten folgen zu lassen, war dann auch der zentrale Punkt in Obamas  Rede, die gespickt war von Symbolik, nicht nur bedingt durch ihren Ort, sondern vor allem auch durch Obamas Bezüge auf Kennedy – Hatte sein Besuch in Berlin ein derart großen Eindruck auf den Präsidenten gemacht?

Der CO2-Ausstoß solle reduziert werden, insbesondere jener von Kohlekraftwerken. Immerhin produzieren diese momentan rund 40% der von den USA ausgestoßenen Treibhausgase. Obama fordert von seiner Umweltbehörde EPA die Etablierung neuer Standards, deren Einführung der Präsident aber wohl nicht mehr als Amtsinhaber erleben wird. Schließlich hat er nur noch knappe drei Jahre und die Ausarbeitung solcher neuer Standards kostet Zeit, Zeit die Obama eigentlich nicht hat.

Der Präsident will scheinbar nachholen, was er in den letzten fünf Jahren nicht geschafft hat. Stattdessen wurde seine Agenda dominiert von Themen wie der Wirtschaftskrise, einer von vielen zu Unrecht gehassten Gesundheitsreform und dem Anti-Terror-Kampf, in dem ständig die Gefahr besteht die Fundamente der eigenen Rechtsstaatlichkeit zu zersetzen, von den us-internen Widerständen der ewig Gestrigen einmal abgesehen. Doch seit Januar dieses Jahres hat Obama den Umweltschutz wieder auf dem Programm.

Obamas Glück ist, dass er dieses Mal seine Entscheidungen gänzlich ohne das alles blockierende Parlament treffen kann. Er benötigt nicht die Zustimmung des Kongress. Der sie ihm schon aus Prinzip verweigert hätte. Schließlich ist die offizielle Parteilinie der Republikaner, Obama mit allen Mitteln zu blockieren. Konkret würde die Anti-Obama-Fraktion dieses Mal gegen folgende Punkte hemmen:

– Die Begrenzung der Emission von Kohlekraftwerken
– Die geplante Versorgung von 6 Mio. Haushalten mit Wind- und Solarenergie bis 2020 durch die Steigerung von grüner Energie auf regierungseigenem Land
– Die Förderung der in den USA als sauber geltenden Atomkraft (nach 30 Jahren wird in den USA aktuell das erste neue AKW gebaut)
– Die Kopplung der Entscheidung über den Bau der Keystone Riesenpipeline von Kanada nach Mexico an den damit verbundenen, zu erwartenden Anstieg des Ausstoßes von Treibhausgasen
– Die erstmalige Einführung von Standards für den Benzinverbrauch von Lkw, sowie die Einschränkung der Energieverschwendung von Haushalten, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen zum Beispiel durch Isolierungen und energiesparende Lichtquellen
– Neue Vereinbarung zum Klimaschutz mit den internationalen Partnern der USA, insbesondere nach dem gescheiterten Klimagipfel in Kopenhagen

Präsident Obama will wieder Klimaschützer sein. Das ist für den Rest der Welt wünschenswert. Doch es bleibt abzuwarten, ob ihm dieses Mal nicht wieder etwas dazwischen gerät. Es gäbe derzeit genug, was ihn straucheln lassen könnte.

Quelle: spiegel-online

MS Planet Solar: Ein Solarkatamaran auf dem Weg über den Atlantik

Der solarbetriebene Katamaran MS Tûranor PlanetSolar befindet sich auf einer Mission zur Erforschung des Golfstroms. Im Vordergrund steht die Erforschung von Aerosolen, Phytoplankton und ihr Zusammenhang mit der globalen Erwärmung. Bereits am Montag lief der Katamaran im Hafen von New York City ein. Die Mission soll noch bis August dauern.

Die Mission der Wissenschaftler konzentriert sich auf die Erforschung von Aerosolen, Phytoplasma und den Einfluss der globalen Erwärmung.iStockphoto.com©Gyula Gyukli

Am Montag lief der mit Solarenergie betriebene MS Tûranor PlanetSolar im Hafen von New York City ein. Der katamaran befindet sich auf einer Mission im Namen des Umweltschutzes. Sie fährt zusammen mit ihrer vierköpfigen Crew den Golfstrom entlang. Mit an Bord sind verschiedene Wissenschaftler der Genfer Universität, die sich neue Erkenntnisse und eine besseres Verständnis um die Meeresheizung Europas erhoffen.

Die „Deepwater Expedition“ läuft unter der Schirmherrschaft von Professor Martin Beniston, Leiter des Instituts für Umweltwissenschaften an der Universität Genf. Vorrangiges Ziel ist die Messung von Aerosolen. Das sind Kleinstteilchen, die von der Erdoberfläche aufsteigen. Ihr Verhalten ist bisher noch zu weiten Teilen unverständlich. Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass zwischen der Hälfte bis zu zwei Drittel der weltweiten Aerosole vom Meer aufsteigen. Ihr Einfluss auf das Weltklima wird unterschiedlich eingeschätzt. Die Forscher aus Genf und ihre Kollegen vom Goddard Institut der NASA, die die Forscher mit Equipment und ihrem Know-How unterstützen, erhoffen sich von der Mission auf der PlanetSolar einen enormen Wissenszuwachs. Insbesondere da bisher solcherlei Messungen noch nie von Bord eines Gefährts gemacht werden konnten, das keine Verschmutzungen ausstößt und somit die Messungen nicht verfälscht.

Insbesondere die Kollegen der NASA sind an der Erforschung von Phytoplankton interessiert. Das sind Kleinstlebewesen, die als Teil der Aerosole über Ozeanen vorkommen. Die Forscher des Goddard Instituts beschäftigen sich schon lange mit diesen Mikroorganismen, deren Geburt sich, normalerweise in der Luft schwebend, vollzieht. Das Verhältnis des Phytoplanktons zur globalen Erwärmung soll untersucht und ergründet werden, inwieweit sie durch die klimatischen Veränderungen beeinflusst werden.

Die PlanetSolar ist mit ihren 35 Metern und 90 Tonnen Gewicht das bisher größte mit Solarenergie betriebene Schiff. 516m² ihres Decks sind mit Photovoltaikplatten bedeckt. Zusätzlich verfügt der Katamaran über ausfahrbare Sonnensegel. Derart ausgerüstet erreicht die PlanetSolar durchschnittliche 5 Knoten. Im Mai 2012 stellte das Schiff einen Rekord auf, indem es als das erste mit Solarenergie betriebene maritime Vehikel den Globus umrundete. Für die fast 60.000 km Strecke brauchte die PlanetSolar 584 Tage. Ihre aktuelle Mission begann das Schweizer Schiff in Frankreich, setzte von dort nach Miami über und wird bis zum Ende der Mission im August noch Boston, Island und Norwegen ansteuern. Zwar ist der direkte Einfluss des Solarkatamarans noch überschaubar, doch zeigt er, was mittlerweile mit Benutzung der Solartechnik möglich ist.

 

Quelle: theenergycollective, The Economic Times, Huffington Post

 

DESERTEC: Solarenergie aus der Wüste

In der Wüste Marokkos entsteht derzeit die Pilotanlage des DESERTEC-Projektes. Doch mittlerweile wird bei der technischen Umsetzung nicht mehr ausschließlich auf solarthermische Kraftwerke gesetzt. Immer häufiger kommen die Initiatoren des solaren Wüstenprojektes auf die Photovoltaiktechnologie zurück.

In Marokko wurde der erste Spatenstich zum DESERTEC Projekt getan. iStockphoto.com©delectus

DESERTEC ist derzeit eines der ambitioniertesten Großprojekte im Bereich der erneuerbaren Energien. Mit seinem Gelingen verbindet Europa langfristige Hoffnungen. So soll zum Beispiel bis 2050 ein Fünftel des europäischen Strombedarfs von Solaranlagen aus Nordafrika und dem Nahen Osten abgedeckt werden. Doch was 2003 vom Club of Rome und dem Jordanischen Energieforschungszentrum als Trans-Mediterranean Renewable Energy Cooperation (TREC) als zukunftsweisendes Energiekonzept erdacht wurde, hat in den letzten Monaten eine ganze Menge Rückschläge hinnehmen müssen.

Aus TREC wurde die gemeinnützige Stiftung DESERTEC Foundation, die 2009 schließlich die Dii GmbH (DESERTEC Industrial Initiativ) gründete, ein Zusammenschluss aus DESERTEC und derzeit fast 50 Großunternehmen, unter ihnen unter anderem Eon, RWE und die Deutsche Bank. Vor einem halben Jahr jedoch sprangen mit Siemens und Bosch zwei große Zugpferde vom Projekt ab. Im Oktober 2012 schied Siemens aus. Bei dem Industrieriesen verlor man das Interesse an Solarenergieprojekten und sieht seitdem seine Zukunft in Windkraftanlagen. Boschs Ausstieg folgte im November 2012. Die Tochterfirma Bosch Rexroth, über die das Unternehmen engagiert war, machte finanzielle Schwierigkeiten.

Trotz dieser schlechten Vorzeichen, sieht es derzeit scheinbar nicht schlecht für DESERTEC aus. Im Mai erfolgte der Spatenstich für die erste Testanlage des Projekts in der marokkanischen Wüste. Mit diesem gelangte DESERTEC vom geistigen Reißbrett in die Sphären eines tatsächlichen Großprojektes. Das war nötig, auch um der Abwanderung von weiteren Projektpartnern entgegen zu wirken und um endlich verwertbares in der Praxis erprobtes Datenmaterial der Solaranlagen zu generieren. Insbesondere die Frage, ob man sich bei dem Großprojekt im Wüstensand lieber auf solarthermische oder photovoltaik Technik verlassen sollte, muss aufgeklärt werden. Hierfür ist die Erhebung von praxisnahen Daten unentbehrlich. Die „Testanlage“, die eigentlich keine reine Testanlage ist, könnte diese benötigten Daten liefern.

Solarthermische Anlagen besitzen den Vorteil, dass sie die am Tage gewonnene Wärme mittels Salzwassertanks des Nachts speichern können. Eine Vorrichtung die PV-Anlagen bisher noch nicht aufweisen können. Dafür sind diese wesentlich störungsresistenter. Ihre Oberflächen zerkratzen nicht so leicht wie die Oberflächen der Spiegel der solarthermischen Anlagen. PV-Systeme kommen ohne Stellmotoren aus und benötigen vor allem kein Wasser. Ein Gut, das in der Wüste kaum mit Gold aufzuwiegen ist.

Über die Eignung für den Einsatz in der Wüste könnte auch das kürzlich in Saudi-Arabien eröffnete Solarkraftwerk wertvolle Praxiserfahrungen liefern. Derzeit sind verlässliche Daten über die langfristige Wüstennutzung von Solarmodulen im großen Stil rar. Doch auch wenn die bisherigen Forschungsergebnisse der Wissenschaftler und Solarenergieproduzenten bisher vielversprechend sind, dass sich das solarthermische Verfahren im heißen Wüstensand durchsetzt oder dass es sogar zu einer Koexistenz der beiden Systeme kommt, ist bei weitem nicht auszuschließen.

Sicher ist lediglich, dass das Interesse an der Gewinnung von Solarenergie in den Ländern der MENA-Region derzeit groß ist. So soll bis 2015 der Mark für PV und solarthermische Kraftwerke (CSP) dort bis zu 3,5 Gigawatt (GW) erreichen, bis 2017 soll der Ausbau der Kapazitäten sogar 10 GW übersteigen. Vorreiter dabei sind vor allem Saudi-Arabien, die Türkei, Ägypten und eben auch Marokko. Es findet ein Umdenken in der Region statt. Nicht zuletzt im Angesicht der Möglichkeit des Versiegens der heimischen Ölreserven und der anwachsenden Bevölkerung. Die Nachfrage nach Strom wird nicht geringer und die Notwendigkeit eine Alternative zu schaffen immanenter.

Für das Gelingen des DESERTEC-Projektes in der EU-MENA Region (Europe – Middle East, North Africa) ist das Zusammenwirken der verschiedenen Verfahrensweisen zur Gewinnung erneuerbarer Energien unerlässlich. In einer Studie, die das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) von 2004 bis 2007 durchführte wird eben jenes Szenario des Zusammenwirkens der verschiedenen Techniken angedacht. Demnach würden bis 2050 durch Wind und Wüstensonne die notwendige Meerwasserentsalzung der MENA-Region sowie die Deckelung von 17 Prozent des europäischen Energiebedarfs erreicht werden können. Die EU-Regionen setzen in diesem Szenario eher auf Windkraft, Geothermalanlagen sowie PV-Anlagen. Auf dem Papier ist DESERTEC also sowohl technisch und wirtschaftlich realisierbar als auch ökologisch und wie ökonomisch von Vorteil für alle Beteiligten.

Doch wieweit kann man einer solchen Studie trauen? Wie realistisch sind ihre Ergebnisse, solange noch nicht mal ein Spatenstich an dem Projekt getan wurde? Marokko jedenfalls plant bis 2020 die Errichtung von fünf Solarkraftwerken und will damit 42 Prozent seines Energiebedarfs abdecken. Von Stromexporte aus diesem Pilotprojekt wird derzeit zwar noch abgesehen, aber auch die Ausfuhr des in der Wüste gewonnen Stroms ist schon in Planung. Die Bundesregierung beteiligt sich übrigens durch die Kfw mit 115 Milliarden Euro an dem Pilotprojekt unter marokkanischer Sonne.

Was wurde im Vorfeld über DESERTEC geschimpft. Die Technik sei zu Störanfällig hieß es, man müsse Zentralisierung und Monopolisierung des Energiemarktes fürchten und außerdem seien die afrikanischen Interessen nicht ausreichend berücksichtigt. Immer wieder mussten die Vorwürfe entkräftet werden, immer wieder taten sich irgendwo neue Bedenken auf. Wie begründet oder unbegründet das alles ist, auch darüber lässt sich ausgiebig streiten. Fest steht: DESERTEC bleibt ein kühnes Projekt, das im besten Fall eine zukunftsweisende, langfristige Lösung der Energieprobleme Nordafrikas, Europas und des Nahen Ostens bereit hält. Im schlechtesten Fall entpuppt es sich nicht nur als Milliardenloch im Wüstensand, sondern unterwirft alle beteiligten Regionen unter die Interessen jener, die aus dem Handel mit der erneuerbaren Energie Profit schlagen.

 

Quellen: Solarserver.de, SZ, ZeitOnline (06.11.2012), ZeitOnline (13.11.2012), ZeitOnline 23.10.2012), erneuerbareenergien.de, Schwarzburger, Heiko; Ullrich, Sven: Strom aus der Wüste, in: Erneuerbare Energien – Das Magazin 23 (2013), Nr. 6, S.50-53.

 

PV-Zubau im April: 367 Megawatt

Laut aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur, so vermeldet das Fachmagazin pv magazine, betrug der Zubau installierter Photovoltaik-Anlagen im Monat April 367 Megawatt.

iStockphoto.com©Stephan Zabel

13.414 neue Photovoltaik-Anlagen wurden bei der Behörde gemeldet, nur 55 davon mit einer Nennlast von 1000 KW oder mehr.Im gesamten Jahr wurden somit bislang 1.114 Megawatt in Deutschland installiert, wodurch sich die gesamte Photovoltaik-Leistung auf 33,53 Gigawatt erhöhte. Bei 52 GW installierter Leistung soll den Plänen der Bundesregierung folgend die Solarförderung eingestellt werden.

Quelle: pv magazine

US-Army-Stützpunkt Fort Bliss bekommt Solarunterstützung

Fort Bliss in Texas ist der zweitgrößte Stützpunkt der US-Armee und der zweitgrößte Auslandsstandpunkt der deutschen Luftwaffe. Das amerikanische Verteidigungsministerium stattet die Basis jetzt mit dem größten Erneuerbare-Energien-Projekt aus, das es je auf den Weg gebracht hat: Eine 20 MW – Photovoltaik-Anlage soll sich die Sonne, die dort bisher vornehmlich den Soldaten auf den Nacken scheint, zu Nutze machen. Das 120-Millionen-Dollar-Projekt, das in Kooperation mit El Paso Solar entsteht, wird neben anderen Gebieten auch das Hauptquartier von Fort Bliss mit Strom versorgen.

Carbon Footprint: Der US-Army-Stützpunkt Fort Bliss legt wert auf die eigene CO2-Bilanz. iStockphoto.com©studyoritim

“Das ist die größte Solaranlage, die das Verteidigungsministerium bisher bauen ließ. Wir sind sehr, sehr stolz darauf,“ betont Major General Dana J.H. Pittard, Kommandant von Fort Bliss, einer Pressmitteilung. „Es ist spannend, dass wir das amerikanische Militär in Sachen Erneuerbare Energien anführen und dazu beitragen, die CO2-Bilanz zu verbessern.“

Der 20-MW-Solarpark soll 2015 fertig gestellt sein und sich somit zwei bereits laufenden Anlagen an der Basis anschließen.

Doch nicht nur über Solarstrom macht Fort Bliss in Sachen Umweltschutz auf sich aufmerksam. 14.700 Bäume pflanzten Soldaten auf dem Gebiet dort, und ein stützpunkteigenes Recyclingprogramm brachte im vergangenen Jahr über eine Million Dollar an Einnahmen. Pittard hofft, dass das Fort eines Tages seinen kompletten Stromverbrauch selbst produzieren kann.

Quelle: News.discovery.com

Einwurf: Sascha Röber zu den Strafzollen für Photovoltaik-Module

Die vergangenen zehn Jahre kannten die Hersteller von Photovoltaik-Modulen nur eine Richtung: nach oben. Die Welt gierte danach, immer mehr Produktionskapazitäten zur Gewinnung von Sonnenstrom auf Dächer und Äcker zu bringen. Das Know-How kam zu einem großen Teil aus Deutschland, wo die Industrie zum einen die Produktionsmaschinen erfand und baute und zum anderen auch die Produktion der Module selbst übernahm. Ab Mitte des letzten Jahrzehnts ging man dazu über, sein Know-How auch vor allem chinesischen Herstellern zugänglich zu machen. Das erhöhte die Kapazitäten und den Output.

Es folgte, was folgen musste: Einem stürmischen Aufbau folgte eine erste massive Korrektur. Als im ersten Halbjahr 2011 die Hersteller begannen, auf ihrer Produktion sitzenzubleiben, gingen die Modulpreise in den Keller. Innerhalb weniger Monate brachen die Modulpreise um über 40% ein. Kostete das Wp Anfang 2011 bei chinesischen Herstellern noch knapp 1 US$, lag der Preis im Q3 bereits bei unter 60 US-Cent. Auch im darauffolgenden Jahr gaben die Preise nochmals nach, wenn auch nicht mehr so deutlich. Heute zahlt man für chinesische multikristalline Module etwas über 50 US-Cent, für Module aus deutscher Produktion zwischen 15 und 25 Cent mehr. Die Preisunterschiede haben zahlreiche Gründe. Die Investitionsaufwendungen für Produktionskapazitäten sind in Deutschland höher, ebenfalls die Lohn(stück)kosten. Das Zinsniveau für deutsche Produzenten hingegen dürfte z.T. deutlich niedriger sein als das ihrer chinesischen Konkurrenten, denn die Zinssätze in China liegen deutlich über denen des Euro-Raums.

Deutsche Modulhersteller, einst hoch gelobt und zu einem großen Teil im ostdeutschen „Solar Valley“ angesiedelt, starben wie die Fliegen, weil sie bei diesem Preisniveau einfach nicht mehr in der Lage waren, wenigstens ihre Fixkosten zu decken. Hersteller wie z.B. Solon gerieten in den Sog der Pleiten. Entweder, weil sie auf ihren Produkten sitzenblieben, die Finanzierungskosten nicht mehr erwirtschafteten oder die massiven Abschreibungen auf Handeslbestände nicht mehr aufbringen konnten.

Die Regierung Merkel reagierte 2012 mit massiven Absenkungen der Einspeisetarife, indem das EEG innerhalb weniger Monate entsprechend geändert wurde. Das Ruder wurde dabei übertrieben stark herumgerissen. Hier rächte sich die Untätigkeit der Regierung in den Vorjahren: Wären die Einspeisevergütungen, wie von vielen Marktakteuren immer wieder in den Jahren zuvor gefordert, sukzessive in kleineren Schritten gesenkt worden, hätten sich Hersteller und Projektierer entsprechend darauf einrichten können. Nun aber stürzte die krasse Absenkung der Vergütungen nicht nur die Hersteller, sondern auch Projektierer in den Abgrund. Da bspw. Freiflächenanlagen mit einer Gesamtleistung von über 10 MWp plötzlich und ohne nachvollziehbare Begründung aus dem EEG-Vergütungsregime vollständig herausfielen, fielen auch Firmen um, die sich auf solare Großprojekte spezialisiert hatten (Bsp. Solarhybrid AG).

Anfang Juni wird also die EU-Kommission darüber entscheiden, ob auf chinesische Module Strafzölle zu zahlen sein werden – nach derzeitigem Kenntnisstand knapp 50% auf den Nettopreis. Damit werden sich polykristalline Komponenten auf einen Schlag auf ca. 75 US-Cent verteuern, was sie also in etwa auf ein Niveau mit Modulen aus europäischer Produktion macht. Toll, mögen da manche jubeln, dann haben sie also keinen Vorteil mehr gegenüber der heimischen Produktion. Das sichert Arbeitsplätze.

Schön wär’s. Die Realität sieht allerdings ganz anders aus.

Die massiven Absenkungen der Einspeisevergütungen im Jahr 2012 führten dazu, dass an der Verwendung chinesischer Module überhaupt kein Weg mehr vorbeiführte. Die schon damals deutlich billigeren Komponenten waren erforderlich, um bei gegebenen Vergütungen und sonstigen Kosten für Modultische, Wechselrichter, Verkabelung usw. (sog. BOS-Kosten) Projekte realisieren zu können, für die sich noch Investoren fanden. Bei einer Renditeerwartung von 6-8% IRR konnten so noch größere Freiflächenanlagen gebaut werden, die auch einen Markt fanden. Die Modulkosten machen bei derzeitigen Preisen in etwa 40-45% der gesamten Kosten aus. Bleiben alle anderen Kosten gleich (wovon auszugehen ist) und ändern sich die Mindestrenditeanforderungen der Investoren nicht (wovon nicht auszugehen ist), sind PV-Projekte bei nun sogar monatlich fallenden Einspeisevergütungen folglich nicht mehr wirtschaftlich realisierbar. Projektierer, die sich rein auf den deutschen Markt spezialisiert haben, werden damit keine Geschäftsgrundlage mehr haben. Ein Ausweichen auf Module europäischer Hersteller ist nicht möglich, da diese die Kosten eines Projektes genau dorthin treiben würden, wohin sie die Strafzölle auf chinesische Module nun hieven werden

Die massive Absenkung der PV-Vergütungen unter dem EEG wurden 2012 mit den stark gefallenen Modulpreisen begründet. Nun werden die Modulpreise starkt steigen, aber die Vergütung fällt jeden Monat weiter. Mit Strafzöllen ist also niemandem gedient. Die chinesischen Modulproduzenten sehen sich längst nach alternativen Märkten um, und vor allem im asiatisch-pazifischen Raum entstehen gerade gewaltige neue Märkte: Japan, Thailand, Malaysia. Europa wird aus deren Sicht überhaupt nicht mehr benötigt. Die Strafzölle werden den chinesischen Herstellern also mittelfristig wohl kaum schaden. Sie werden der chinesischen Regierung jedoch eine exzellente Vorlage für die Auferlegung von Zöllen auf Waren aus Europa bieten. Gerade Deutschland, dessen Export mit China in den vergangenen Jahren von einem Höchststand zum nächsten eilte, wird darunter ganz besonders leiden, während die deutschen Modulhersteller weiter in die Insolvenz gehen werden. Die Strafzölle werden sich also als ein Bommerang für Europa und ganz besonders für Deutschland herausstellen. Und Frank Asbeck, der mit seiner Initiative EU Pro Sun für die Strafzölle auf China-Module an vorderster Front kämpfte, wird seiner Firma Solarworld damit auch nicht aus der finanziellen Klemme helfen können, in der sich das Unternehmen bereits seit Monaten befindet.

Zum Autor: Sascha Röber arbeitet bei einem der größten Entwickler und Projektierer für EE-Projekte in Europa als Bereichsleiter Unternehmensfinanzierung . Die erneuerbaren Energien sind für ihn seit jeher ein wichtiges Anliegen. Sein Beitrag spiegelt ausschließlich seine privaten Meinungen wieder.

Kirsten Hasberg, Energy Democracy TV, im Interview: „Wir sehen ein Energiewende-Bashing“

Energy Democracy TV heißt das große Projekt, dem sich Kirsten Hasberg seit einiger Zeit widmet. Es soll „The world’s first crowdpublished magazine app on the decentralized, community owned energy transition” werden. Auf Deutsch etwa: “Die erste Magazin-App über die dezentralisierte, der Allgemeinheit gehörenden Energiewende“. Nur das Wort crowdpublished fehlt in dieser Übersetzung irgendwie. Deshalb sprach Milk the Sun mit Kirsten Hasberg. Über das Projekt, über den Ansporn dahinter, und wie jeder von uns am Energy Democracy TV teilhaben kann.

Milk the Sun: Sehr geehrte Frau Hasberg, was verbirgt sich hinter Energy Democracy TV? Und, was bedeutet das Wort „crowdpublished“ in diesem Zusammenhang?

Hasberg: Die Einleitung stimmt – Energy Democracy TV ist das digitale Magazin zur Energiewende – von Energiewendern, für Energiewender, weltweit! Crowdpublishing heißt, dass das Magazin von den Menschen erstellt wird, die schon weltweit die Energiewende vorantreiben. Dabei sind Videoinhalte genauso wesentlich wie Text- und Graphikinhalte – daher das „TV“. Wir wollen die Geschichten der wahren Helden der Energiewende ans Tageslicht bringen, und so Veränderungen weltweit anregen.

Milk the Sun: Derzeit reißen sich die Medien geradezu um Themen der Energiewende. Wozu braucht es denn Ihre App? Was wird dadurch anders in der Berichterstattung darüber?

Hasberg: Vielleicht die deutschsprachigen Medien, ja. Das macht aber die Berichterstattung nicht unbedingt besser! Leider sehen wir immer wieder, wie große Medienhäuser die dezentrale Energiewende in ein schlechtes Licht stellen, indem sie fälschliche Informationen verbreiten – und dies resultiert dann in öffentlicher Meinungsbildung und letztlich in politischem Handeln, dass sich auf falschen Annahmen basiert – wie z.B. der Strompreisgipfel ein Resultat der medialen Debatte über Erneuerbare Energien als Preistreiber der Strompreise war. Dabei verhält es sich genau umgekehrt – dafür braucht es aber ein Minimum an volkswirtschaftlicher Einsicht. Gerade diese Einsicht an ein nicht-fach-publikum zu vermitteln wäre die Aufgabe von Journalisten – anstatt dessen sehen wir aber ein „Energiewende-Bashing“, wo Halbwahrheiten verbreitet werden.

Dies liegt wahrscheinlich auch daran, dass die Geschäftsmodelle der großen Medienhäuser bröckeln, und es bei Journalisten längst nicht mehr die Zeit und Muße gibt, um wirklich tief in Themen einzutauchen. Heute brauchen wir nicht mehr drauf zu warten, dass die großen Herausgeber die Botschaft verstehen – wir werden einfach selber Herausgeber! Die Energierevolution und die digitale Revolution sind also eng verwoben! Unsere Gesellschaft basiert sich auf Wissen – und aus meiner Sicht können nur neue Medien mit neuen Geschäftsmodellen wie Energy Democracy TV  weiterhin sichern, dass Medien nicht Halbwissen verbreiten.

Milk the Sun: Wie ist denn die Situation außerhalb des deutschsprachigen Raums?

In den USA, wo ich gerade unterwegs bin um die Crowdfunding-Kampagne für Energy Democracy TV zu verbreiten, laufen gerade die Debatten über die Keystone Pipeline und Fracking auf hochtouren – auch in New York State gibt es Fracking-Pläne –  obwohl für New York gerade eine Stanford-Studie veröffentlicht worden ist, wie der Bundestaat zu 100 % von erneuerbaren Energien versorgt werden kann.  Ich habe hier erlebt, wie die Argumente der Energiedemokratie gut ankommen und wie viele die deutsche Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien beneiden. Aber viele Menschen haben einfach die Hoffnung verloren, dass dies auch in den USA möglich wäre – sie brauchen erneute Hoffnung und gute Vorbilder.

Dies zeigt: Es reicht nicht, dass wir das Wissen haben, dass wir Studien erstellen – diese müssen auch in einer Art und Weise kommuniziert werden, die Menschen anspricht!

Genau da kommt Energy Democracy ins Bild: Das digitale Magazin wird nicht nur aus Text- und Graphikinhalte bestehen, wie im Printformat, sondern auch Videos – und die sind hervorragend dazu geeignet, ein visuell ansprechendes Thema wie die Energiewende zu kommunizieren. Im Gegensatz zu Print ist es auch weltweit verfügbar – auf dem Tablet, dem Smartphone oder auf dem Computerschirm. Überall erwartet den Leser ein einladendes Magazindesign – kostenlos!

Milk the Sun: Wie kam es zu der Idee? Welchen Ansporn haben Sie?

Hasberg: Ich bin in Dänemark geboren und aufgewachsen, und habe mich schon sehr früh für erneuerbare Energien interessiert – schon mit 14 habe ich ein Praktikum im Bereich der Solarenergie gemacht. Ich habe auch früh für mich erkannt, dass es nicht an der Technologie, sondern an der Umsetzung hapert. Deshalb habe ich Volkswirtschaft studiert – denn Volkswirte weltweit waren und sind einer der größten Barrieren der Energiewende! Auf Grundlage von falschen Annahmen rechnen sie vor, warum sich die Energiewende nicht lohnt. Um diese Argumente zurückweisen zu können, habe ich selber Volkswirtschaft studiert – denn Volkswirte diskutieren gern mit einander, respektieren aber volkswirtschaftliche Argumente von nicht-Ökonomen eher weniger.

Der entscheidende Punkt, um selber ein Unternehmen zu gründen, war der Tod von Hermann Scheer 2010. Ich hatte für Ihn gearbeitet und er war ein großes Vorbild und Inspirator für mich. Er hat mit seiner Arbeit die Entwicklung nicht nur in Deutschland, sondern weltweit geprägt. Von ihm stammt auch der Begriff der Energiedemokratie – er hat die Energiewende immer als ein weltweites Friedensprojekt gesehen, sein Interesse für erneuerbare Energien kam aus der Friedensbewegung. Sein Ansatz war global und parlamentarisch – die Energiewende ist ein Thema für alle Parteien und Ideologien. Auf diese Grundlage möchte ich mit den Mitteln der digitalen Revolution weiterbauen. Die Idee von Energy Democracy TV hat sich über zwei Jahre zu dem entwickelt, was sie heute ist: Ein globales kostenloses, digitales Magazin über die Demokratisierung unserer Energieversorgung,  von Energiewendern, für Energiewender – und die, die es werden wollen!

Milk the Sun: Wer kann alles mitwirken? Und wie?

Hasberg: Im Augenblick läuft unsere Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo, der größten internationalen Crowdfunding-Plattform. Crowdfunding heißt, dass Menschen weltweit finanziell zur Verwirklichung von den vorgestellten Projekten beitragen können. Als Gegenleistung werden verschiedene Geschenke angeboten – bei uns kann man unter anderem aufs Titelblatt der Erstausgabe gelangen oder Videostar im Magazin werden – wir produzieren dann ein Video, dass in der Erstausgabe erscheint. Dieses Angebot ist besonders für Unternehmen und andere Organisationen interessant, die gerade die Videokommunikation für sich entdecken und ein Video für Ihre Homepage brauchen. Wir liefern ein Video – und die internationale Vermarktung gleich mit!

Wer die Kampagne mit 50 USD oder mehr unterstützt, wird eingeladen, mit Inhalten für die erste Ausgabe beizutragen. Über www.energydemocracy.tv gelangen Sie direkt auf unsere Kampagnenseite, und können mit jedem Betrag dabei sein.

Zusammen mit meinem Co-Redakteur Craig Morris, ein deutsch-amerikanischer Freiburger, der einer der führenden englischsprachigen Energiejournalisten und unter anderem der Hauptautor von www.energytransition.de ist, werden wir die Beiträge redaktionell übersehen und dafür sorgen, dass durch jedes Magazin ein roter Faden läuft und die Inhalte qualitätssichern – redaktionelle Arbeit eben!

Ziel ist es, ein Backend zu entwickeln, wo es auch richtig Spaß macht, als Autor dabei zu sein, und wo Autoren in der Erstellung von Beiträgen Hilfestellung bekommen – ob Video, Graphiken oder Text. Geil,Danke!, unsere Berliner Partner in der Softwareentwicklung, arbeiten schon daran.  Dann kann grundsätzlich jeder Beiträge einstellen, wobei Beiträge von Unternehmen als Anzeigen eingestuft und gegen Entgelt aufgenommen werden – das ist das Geschäftsmodell.  Die Beiträge werden unter einer Creative Commons-Licens publiziert – das heißt, das wir uns re-publizierung in anderen Medien mit Quellenangabe erwünscht sind! So können wir das Magazin – und vor allem die Kernbotschaft der dezentralen Energiewende – weltweit verbreiten. Ich bin aber davon überzeugt, dass das Lesevergnügen von Energy Democracy dafür sorgt, dass Energiewender weltweit das Magazin kostenlos abonnieren und genießen werden!

Milk the Sun: Welche großen Grundprobleme sehen Sie derzeit im Zusammenhang mit der Energiewende aus politischer wie auch aus wirtschaftlicher Sicht?

Hasberg: Die Fokussierung auf sogenannt „alternativlose“ Lösungen. Schon der Begriff „alternativlos“ versetzt Menschen in einen passiven, apathischen Zustand. Man bekommt das Gefühl: Unsere Meinung, unser Handeln zählt nicht und kann nichts beeinflussen. Deshalb geht es mir mit Energy Democracy TV auch darum, Menschen Hoffnung zu machen. Wir können tatsächlich die Energiewende selbst in die Hand nehmen und so die Welt verändern!

Ein Problem ist, dass wir in den Ländern, die international als Vorreiter gelten – wie Deutschland und Dänemark – immer wieder Rückschläge erleben. 2013 ist in Deutschland ein spannendes Jahr – doch wie wollen wir weltweit die Erfolgsgeschichte der deutschen, dezentralen Energiewende erzählen, wenn sie von der deutschen Politik gekappt wird? Der Kampf um die Energiewende ist also noch lange nicht gewonnen und wird sich in Deutschland auf die Bundestagswahlen hin noch verschärfen.

Das Magazin „The Atlantic“ hatte diese Woche ein Titelblatt mit dem Text „We will never run out of oil“ – und dazu der Untertext, dass dies gut für die USA sei. Das es weit besser für die USA wäre, eine wahre Energiewende weg von den fossilen und nuklearen Energien und hin zu den erneuerbaren zu vollziehen, wird nicht in Erwägung gezogen.

Es liegt also noch viel Überzeugungsarbeit vor uns.

Milk the Sun: Warum gehört die Energiewende Ihrer Meinung nach der Allgemeinheit?

Hasberg: Im Grunde haben sich die Geschäftsmodelle der fossilen und nukleare Energien nur gelohnt, weil die wahren Kosten der Allgemeinheit überlassen wurden. Es wird Zeit, dass wir eine Energieversorgung erschaffen, dessen Vorteile der Allgemeinheit zufallen, nicht nur die Kosten!

In Deutschland sind die Begriffe Bürgerenergiewende, Energiegenossenschaften und regionale Wertschöpfung schon im allgemeinen Sprachgebrauch – diesen Bewusstseinswandel wollen wir global vorantreiben. Alle Leser sind herzlich eingeladen, auf www.energydemocracy.tv dabei zu sein!

Wir bedanken uns bei Kirsten Hasberg für das Gespräch.

Größte Photovoltaik-Anlage Afrikas in Mauretanien errichtet

Am vergangenen Donnerstag wurde in Nouakchott, der Hauptstadt der Islamischen Republik Mauretanien, die größte Photovoltaik-Anlage Afrikas in Betrieb genommen. Das 32-Millionen-Dollar-Projekt mit einer Kapazität von 15 Megawatt ist das erste Solar-Großkraftwerk des Landes und wird bis zu zehn Prozent des mauretanischen Strombedarfs decken. Errichtet wurde das Kraftwerk von Masdar, ein auf erneuerbare Energien spezialisiertes Unternehmen aus Abu Dhabi.

Sonne für PV gibt es in den meisten afrikanischen Ländern reichlich ©iStockphoto.com

Die Anlage besteht aus 29.826 Dünnschicht-Modulen und verhindert den Ausstoß von mehr als 21.200 Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr. Die PV-Module wurden nicht über ein Beton-Fundament befestigt sondern direkt in den Boden gerammt, was den CO2-Fußabdruck des Projekts verkleinerte und Kosten einsparte.

Probleme mit der Versorgungssicherheit in Mauretanien

Das Stromnetz Mauretaniens, das bisher vorwiegend über teure Dieselgeneratoren versorgt wurde, verfügt derzeit über eine installierte Kapazität von gerade einmal 144 MW, was zu ernsten Engpässen in der Stromversorgung führt. Der Zubau von Solarenergie wird zukünftig mithelfen, die Energieversorgung zu sichern und den Bedarf von etwa 10.000 Häusern decken, so Masdar in einer Erklärung. Der Strombedarf Mauretaniens steigt jährlich um etwa zwölf Prozent.

Mohamed Ould Abdel Aziz, Präsident Mauretaniens, sagte bei der Einweihung der Anlage, bei der auch Vertreter der International Renewable Energy Association (IRENA) teilnahmen: „Diese neue Solaranlage erhöht nicht nur dringend benötigte Stromkapazitäten für unsere Bevölkerung, sie beweist auch, dass erneuerbare Energien eine entscheidende Rolle in der Entwicklung unseres Landes spielen können.“ Sultan Ahmed Al Jaber, CEO von Masdar, sagte: „Es wird erwartet, dass der Energiebedarf sich bis 2030 verdoppelt. Erneuerbare Energien werden eine tragende Rolle gerade in den Ländern spielen, in denen der Bedarf das aktuelle Angebot deutlich übersteigt.“

Sonne und Wind bieten in Mauretanien genug Potenzial, um den Strombedarf des Landes zu einem erheblichen Anteil aus Kraftwerken erneuerbarer Energie zu decken.

Die Errichtung des neuen Solarkraftwerkes ist nicht der erste Versuch, das Solarpotential Afrikas zu erkunden. 2012 ließ die britische Firma Blue Energy verlauten, dass sie bis 2015 über 100.000 Häuser in Ghana mit einem 115 MW-Solarpark versorgen werde. Ein weiteres dieser Projekte wurde im März in Ägypten gestartet. Das Milliarden-Projekt soll über ein 140MW-Kraftwerk den Versorgungsproblemen des Landes entgegenwirken.

Quelle: Ventures-Africa.com

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