China Posts

Die MtS-Wochenschau KW 03/04: Grüne News aus Politik, Wirtschaft und PV-Branche

Die Themen der Wochenschau für die KW 03/04 sind unter anderem: Energiepolitische Ziele der EU, Smog in China, Photovoltaik legt in der Jahreswertung zu, neue Finanzierungsfonds bei Conergy weltweites Photovoltaikwachstum durch Großprojekte, Chinas Kohlenachfrage steigt 2014, Sigmar Gabriel hat Industrie in den Mittelpunkt seiner Politik gestellt.

Die MtS-Wochenschau KW 02/03: Grüne News aus Politik, Wirtschaft und PV-Branche

Die Themen der Wochenschau für die KW 02/03 sind unter anderem: Der Kälteeinbruch in den USA, die drohende Pleite des AKW-Betreibers Trepco, die geplante Neuregelung für Erneuerbare Energien in Polen, der Anstieg der Materialkosten für Solarzellen, Chinas Pläne für die Solar – und Windkraftindustrie, der Anstieg der Strompreise, die Erpressung der eigenen Anleger durch Prokon, die Zunahme der Kohlekraft und die Pläne zur Energiewende auf Kredit.

Photovoltaik: Algerien läßt 233 MW Photovoltaik-Kraftwerkprojekt von chinesischem Konsortium verwirklichen

Ein Konsortium chinesischer Firmen unter Führung von Yingli wird in Algerien ein Kraftwerksprojekt mit 233 Megawatt verwirklichen. Entwickelt wurden die PV-Projekte von SKTM, einer Tochter des staatlichen algerischen Unternehmens Sonelgaz. Der Bau soll bereits im Januar 2014 beginnen.

Produktionskosten für PV-Module aus China sollen weiter fallen

Die Kosten für chinesische PV-Module sinken weiter. Bis 2017 soll die Produktion auf rund 0,35 Dollar sinken. Derzeit bewegen sich die Produktionskosten bei rund 0,50 Dollar pro Watt Leistung. China hat indes mit der starken Abhängigkeit seiner heimischen PV-Industrie vom Export zu kämpfen. Peking plant daher in den kommenden Jahren die Stärkung des binnenländischen Absatzmarktes.

Eine neue Studie zeigt, dass die Produktionskosten für chinesische PV-Module weiter fallen. iStockphoto.com©BanksPhotos3

IWR berichtet, dass die Produktionskosten für chinesische Solarmodule weiter fallen werden. IWR beruft sich dabei auf eine aktuelle Studie von GTM Research. Derzeit bewegen dich die Produktionskosten pro Watt Leistung bei rund 0,50 Dollar. Bis 2017 soll dieser Wert auf 0,35 Dollar fallen. 2010 wurden für die Produktion pro Watt Leistung noch 1,10 Dollar veranschlagt. Die Produktionskosten für PV-Module und Photovoltaikzellen nehmen demnach rapide ab. Die sinkenden Kosten bringen die Autoren der Studie mit dem schnell wachsenden Markt in Verbindung. Für den Preisverfall jedoch seien vor allem die Überkapazitäten am Markt verantwortlich.

Die Zahlen von GTM Research werden durch das Marktforschungsunternehmen TrendForce aus Taiwan untermauert. Sie veranschlagen die Produktionskosten derzeit mit 0,54 Dollar je Watt. Die Produktionskosten der ausländischen Konkurrenz lägen derzeit jedoch bei rund 0,66 Dollar je Watt. Aus diesem oberflächlichen Vorteil Chinas, ergibt sich laut IWR zugleich eine Schwäche.

China ist zwar global der größte Photovoltaikmodulhersteller, doch ist die chinesische Industrie derzeit enorm von dem Export der Module abhängig. Die größten Abnehmer sind Europa und die USA. Sowohl die Solarkrise als auch die Erhebung von Strafzöllen lastet in diesem Zusammenhang schwer auf der chinesischen PV-Branche. Die Folge sind Überkapazitäten, mit denen die Hersteller in China nun zu kämpfen haben und die sich negativ auf die Preise auswirken.

Die chinesische Regierung plant, als Reaktion auf die starke Exportabhängigkeit der PV-Industrie, in den folgenden Jahren verstärkt auf den Aufbau eines Solarbinnenmarktes zu setzen. Der Heimatmarkt so verstärkte staatliche Förderungen erhalten. Bis 2015 will die Regierung in Peking Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 35.000 MW installiert haben, so berichtet IWR.

Quelle: IWR

Meinung: Kompromiss im Handelsstreit zwischen China und der EU – Die Sache mit der Unzufriedenheit

Die EU und China haben endlich nach Monaten der Ungewissheit einen Kompromiss in ihrem Handelsstreit um die Importzölle auf Photovoltaikmodule errungen. Aber eine zufriedenstellende Lösung, ist es für keine der beiden Seiten. Die Vertreter der EU-Solarindustrie und Photovoltaikbranche sind sauer, weil ihnen die „freundschaftliche Lösung“, wie sie von EU-Handelskommissar Karel de Gucht genannt wird, zu freundschaftlich ist. Und den chinesischen Kollegen ist der Kompromiss auf der anderen Seite zu wenig freundschaftlich.

Mit dem Kompromiss im Handelsstreit zwischen der EU und China ist niemand so wirklich zufrieden - aber darum ist es ein Kompromiss iStockphoto.com©delectus

Dennoch hat der Konflikt auch seine guten Seiten. Zum einen konnten sich die EU und China endlich einmal an einander messen. Solcherlei Rangeleien, bei denen zwischenzeitlich sogar von Handelskrieg und dergleichen gesprochen wurde, sind für Handelspartner äußerst aufschlussreich. Sie lernen beide viel über einander. Zudem ist endlich die Unsicherheit verschwunden, die sich lähmend auf den Markt für Photovoltaikmodule ausgewirkt hat und unter der die gesamte Solarindustrie litt.

Es gibt natürlich die Kritiker, die bemängeln, dass der erreichte Kompromiss nicht das Geringste mit Marktwirtschaft zu tun hätte, da er auf Festpreisen aufbaue. Aber wen überrascht das wirklich? Immerhin ist der Verhandlungspartner nicht die USA gewesen, sondern eben China. In Verhandlungen mit dem Reich der Mitte müssen andere Regeln befolgt werden und es sind immer andere Ergebnisse zu erwarten, als jene, die man gemeinhin gewohnt wäre.

Der erreichte Kompromiss im Handelsstreit um den Mindestpreis von PV-Modulen aus China ist nicht der Schlechteste. Vielleicht nicht aus kurzfristiger Sicht und vielleicht auch nicht für die Industrie in Europa, aber in jedem Fall auf politischer Ebene und unter langfristigen Gesichtspunkten. Die EU konnte nicht anders als sich gegen die Dumpingpreise aus China aufzulehnen. Andernfalls hätte sie sich gegenüber der heimischen Solarbranche illoyal gezeigt. Was noch viel schlimmer wäre, die EU hätte sich vor dem großen China als nicht ebenbürtig offenbart. Ein Einknicken hätte verheerende Folgen für andere Bereiche des Handels zwischen China und der EU nach sich gezogen. Unter einem ähnlichen Gesichtsverlust hätte auch China gelitten, hätte es den Forderungen aus der EU nachgegeben.

Doch ist ein Gesichtsverlust der EU momentan überhaupt im Sinne Chinas? Derzeit benötigt Peking die EU noch als rentablen Absatzmarkt. Aus Sicht der EU wäre es nur weise, sich der Vergänglichkeit dessen bewusst zu sein und den Bogen nicht zu überspannen. Eine unnötige Unterwürfigkeit ist trotzdem nicht angebracht, schon aus innenpolitischer Sicht. Der Streit um die PV-Module ist nur ein kleines Schlachtfeld, doch sein Ausgang hat Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Handelspartner von EU und China.

Der vielgehasste Kompromiss erlaubt es sowohl der chinesischen als auch der europäischen Seite, zwar nicht als Sieger aber auch nicht als Verlierer aus einer unangenehmen Situation heraus zu kommen. Die Entscheidung über die Vorherrschaft auf dem Markt wurde vertagt. Noch konnten die Chinesen nicht über Europa hinweggehen. Doch die Zeichen stehen auf Sturm und die EU mit samt ihrer Industrie, Wirtschaft, Wissenschafts- und Finanzwelt sollte alles daran setzen wettbewerbsfähig zu bleiben, anstatt sich in Gequengel um die Ungerechtigkeit eines Kompromisses zu ergeben, bei dem man noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen ist.

Und schlussendlich ist eine Partnerschaft eben nicht Unterwürfigkeit, Folgsamkeit und Anmaßung – Partnerschaften basieren auf Kompromissen. Und die haben die Angewohnheit das niemand mit ihnen zufrieden ist.

 

Quellen: faz, pv-magazine, SolarServer, photovoltai.eu

Einigung im Handelsstreit zwischen China und Europa wird noch in dieser Woche erwartet

Es ist eine Einigung im Handelsstreit zwischen China und Europa in Sicht. Der zukünftige Mindestimportpreis für Photovoltaikmodule aus China wird in Zukunft voraussichtlich um die 55 Eurocent betragen. Indes liegen verschiedene Studien vor, die die Marktentwicklung beim Handel mit Photovoltaikprodukten als negativ für Europa betrachten. Zurückzuführen sei dies weniger auf die jungen Antidumpingzölle als auf den Rückgang der Subventionen der Photovoltaik von staatlicher Seite.

Eine Einigung im Handelsstrei zwischen China und Deutschland wird noch diese Woche erwartet. iStockphoto.com©BanksPhotos

In dieser Woche wird eine Einigung im Handelsstreit zwischen China und Europa wegen der Einfuhr billiger chinesischer Photovoltaik-Produkte erwartet. Die Chancen auf einen Mindestimportpreis auf Solarmodule aus China stehen gut. Beobachter gehen, laut pv-magazine, davon aus, dass ein Kompromiss zwischen den chinesischen und europäischen Forderungen gefunden wird, der sich um den Betrag der 55 Eurocent pro Watt bewegen wird.

pv-magazin zitiert die Sprecherin von EU-Handelskommissar Karel de Gucht: „Es wird weiterhin intensiv verhandelt mit dem Ziel, eine Lösung zu finden.“ Über den Stand der Verhandlungen ist derzeit allerdings wenig bekannt. Die Durchsetzung der Forderung der EU von einem Mindestpreis von 65 Eurocent für kristalline Modulimporte aus China ist ebenso unwahrscheinlich, wie die Durchsetzung der chinesischen Forderung von einem Mindestpreis der Modulimporte von 50 Eurocent. Aus diesem Grunde sei die Einigung auf einen Kompromiss, der sich um die 55 Eurocent bewege, wahrscheinlich.

Wie das pv-magazine berichtet, könnten die führenden Modulhersteller aus China recht gut mit einem Mindestimportpreis von 55 Eurocent leben, auch wenn in einem solchen Fall mit einem Ausbau des zweistufigen Vertriebs in Europa zu rechnen sei. Nur so könnten die chinesischen Unternehmen gegenüber ihren europäischen Mitstreitern mithalten. Bei einem Mindestimportpreis, der sich um die 55 Eurocent bewege, blieben vor allem die kleineren Unternehmen, die nicht von einem bekannten Markennamen im Ausland profitierten, auf der Strecke.

Mit einem Mindestpreis für chinesische Solarmodule, der sich um die 55 Eurocent bewegt, ist mit einigen Veränderungen gerade auch am europäischen Markt zu rechnen. So würde beispielsweise die Wirtschaftlichkeit einiger Photovoltaikprojekte neu überdacht werden müssen. Zudem, so pv-magazine weiter, sei es für europäische und nicht-chinesische Modul- und Zellhersteller nicht möglich, die durch den Wegfall einiger chinesischer Lieferanten entstandene Lücke kurz- oder mittelfristig aufzufüllen.

Laut eines Berichts der IHS Inc aus den USA hat sich der durchschnittliche Preis für kristalline Silizium Module aus China in Europa einstweilen eh auf 54 Eurocent pro Watt eingepegelt. Dieser Anstieg im Juni 2013 sei vor allem auf die eingeführten Antidumpingzölle der EU zurückzuführen. Es sei damit zu rechnen, dass der Preis auch weiterhin ansteige. Grundlage dieser Entwicklungen seien laut IHS allerdings die Kürzungen der staatlichen Photovoltaikförderung, die die deutsche Bundesregierung 2012 beschloss. Damit wurden die chinesischen Billigmodule zum Wachstumsmotor der PV- und Solarbranche in Europa.

Die Antidumpingzölle für Solarmodule produzieren laut IHS 11,8 Prozent Mehrkosten. Diese würden umgehend an den Endkunden weitergeleitet. Nun ist viel von der Einigung zwischen EU und China abhängig. Wenn der Zollsatz steigt, und dies geschieht, wenn bis zum 5. August keine Einigung zwischen den Parteien erfolgt ist, muss damit gerechnet werden, dass die Preise für Photovoltaikmodule in China weiter steigen. Dies könnte den Absatz und damit den Ausbau der Erneuerbaren Energien ausbremsen.

Das fatalste Szenario ist sicherlich der Anstieg der Importzölle auf 47,6 Prozent, eine Möglichkeit die besteht, sollten sich Peking und Brüssel auch nach dem Herbst nicht einige können. In einem solchen Fall ist damit zu rechnen, dass sich die Preise für Photovoltaikmodule dramatisch verändern werden. Von den Folgen für die anderen Zweige der Handelsbeziehungen zwischen China und der EU sei an dieser Stelle noch gar nicht gesprochen.

Derzeit sind die Entwicklungen in der europäischen Photovoltaikindustrie ehr negativ. Dies ist weniger eine Folge der Schutzzölle, sondern ist eher auf eine mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaikindustrie und in diesem Zusammenhang auf die fehlenden staatlichen Subventionen zurück zu führen. Nicht zuletzt daher sind die europäischen Projektentwickler derzeit quasi gezwungen auf chinesische Module zurückzugreifen. Die jüngsten Kürzungen verschiedener Einspeisevergütungen halfen wenig. Anders als durch die Verwendung von chinesischen Billigmodulen war beziehungsweise ist fast kein Gewinn mehr zu erzielen. Ein anderes Beispiel ist, dass unter den zehn größten Modulherstellern weltweit lediglich ein nicht-chinesisches vertreten ist. Zusätzlich haben in letzter Zeit einige der großen Photovoltaik-Unternehmen Europas, Solarzero, Conergy und Gehrlicher, kürzlich Insolvenz angemeldet. Andere wie Scheuten-Solar suchen Käufer für ihre Fabriken.

Die Position, die Unterstützungen für Erneuerbare Energien weiter zu kürzen, sollte in diesem Zusammenhang noch einmal überdacht werden. Was eine Misswirtschaft von Seiten der Unternehmen nicht legitimiert. Vielmehr ist es für europäische PV-Unternehmen nur umso essentieller zukünftig kluge Entscheidungen zu treffen, um auf dem Solar- und Photovoltaikmarkt nicht in das Hintertreffen zu geraten.

Quellen: pv-magazine, SolarServer, SolarServer

 

IHS: Photovoltaikzubau in Europa 2013 um sechs GW kleiner als im Vorjahr

Das Marktforschungsinstitut IHS schätzt, dass der PV-Zubau in Europa 2013 knappe sechs Gigawatt kleiner ausfallen wird als noch im Vorjahr. Nach Meinung der Analysten gehen 1,3 Gigawatt zu Schulden der  Antidumpingzölle verloren.

Der PV-Zubau in Europa liegt 2013 laut IHS vorraussichtlich nur noch bei 11,6 GW. iStockphoto.com©Simon-Owler

Laut dem pv-magazine erklärte das Marktforschungsinstitut IHS kürzlich, dass der Photovoltaikzubau in Europa 2013 knapp sechs Gigawatt kleiner ausfallen wird als noch 2012. Demnach hätten die europäischen Dumpingschutzzölle auf chinesische PV-Module 1,3 Gigawatt zu verantworten. 2012 lag der Zubau in Europa noch bei 17,7 Gigawatt. 2013 sind jedoch nur noch 11,6 Gigawatt zu erwarten. Betroffen hiervon sind laut IHS besonders die Länder Deutschland und Italien.

Zwar handele es sich derzeit noch um einen verringerten Zoll  in Höhe von 11,8 Prozent, doch sei ein Nachlassen der Nachfrage trotz allem zu erwarten. Der derzeitige Anstieg der Importe chinesischer PV-Module sei mit dem zu erwartenden Anstieg der Zölle ab August zu erklären.

Global geht der IHS jedoch von einem starken Anstieg des Solarzubaus um 11 Prozent auf 35 Gigawatt aus. Insbesondere ist auf dem asiatischen Markt von einem wachsenden Zubau, um bis zu 15 Gigawatt zu rechnen. Zum ersten Mal sei allerdings kein europäisches Land unter den ersten drei Zubauländern. Demnach erwartet IHS das China und Japan den größten Zubau erleben werden, gefolgt von den USA.

Die im Bereich der Photovoltaiktechnik aufstrebenden Länder werden das diesjährige Wegbrechen des europäischen Marktes nicht kompensieren können. Da jedoch davon ausgegangen werden kann, dass die Schutzzölle nur eine vorrübergehende Erscheinung sein werden, sind Prognosen in diesem Bereich bis zu einem gewissen Punkt unzuverlässig. Bei den im Bereich der Photovoltaiktechnik aufstrebenden Ländern kann bis 2014 von neun Gigawatt Zubau ausgegangen werden. Bis 2017 ist in diesen Ländern sogar mit einem Zubau von bis 17 Gigawatt zu rechnen.

 

Quellen: pv-magazine, solarserver.de

 

Strafzölle für chinesische PV-Module vorläufig bei 11,8 Prozent

Seit heute gelten die von der Europäischen Kommission erlassenen Antidumpingzölle auf chinessiche Photovoltaikmodule. Vorerst liegen sie bei 11,8 Prozent. Ab August ist ein Anstieg zu erwarten, sollte bis dahin keine Einigung zwischen Beijing und Brüssel erreicht worden sein.

Die Einfuhrzölle fü chinesische PV-Module liegt seit heute bei 11,8 Prozent. iStockphoto.com©BanksPhotos

Ab heute dem 06.06. gelten neue Importzölle auf PV-Module aus China. Sie liegen mit 11,8 Prozent noch unter den Erwartungen, könnten allerdings ab August auf 37,2 bis 67,9 Prozent ansteigen. Doch dies würde nur geschehen, wenn bis dahin zwischen China und der Europäischen Union keine Einigung im Streit um die Preise für chinesische Photovoltaikmodule erzielt werden konnte. Sollte bis zum 06.Dezember keine Lösung in dem Konflikt gefunden sein, könnten die bisher provisorisch eingerichteten Zölle für fünf Jahre beibehalten werden. Eine solche Entwicklung gilt jedoch als unwahrscheinlich, da hohe Einfuhrzölle weder im Interesse Beijings noch Brüssels sind.

EU-Kommissar Karel De Gucht sprach schon vor einigen Tagen davon, dass es sich bei den Zöllen um einen Noteingriff handele, der einem Sektor, der schwer unter Dumping leide, lebensnotwendigen Sauerstoff verschaffe. Der Lobbyverband ProSun, der europäische PV-Produzenten vertritt, begrüßte den Beschluss der Europäischen Kommission. Aus China hagelte es dagegen Kritik. Miao Liansheng, CEO von Chinas größtem PV-Modul Hersteller Yingli Green Holding Co., äußerte sich pikiert über die Strafzölle, die „letztendlich zu höheren Preisen für Solaranlagen führen und in letzter Konsequenz die gesamte Solarindustrie in Europa zum Stagnieren bringen.“

Dass es tatsächlich zu einem Handelskrieg kommt, ist jedoch unwahrscheinlich. Robert Schramm Fuchs, solar analyst bei Macquarie Group Ltd., sagt, dass weder China noch die EU an einer Eskalation interessiert seien. Stattdessen würde eine Schlichtung angestrebt. „Die Aushandlung einer einvernehmlichen Lösung ist sehr wahrscheinlich, da die negativen Folgen der Importzölle für die EU jegliche Vorteile überwiegen würden“, so Schramm Fuchs. Die Einigung zum Beispiel auf einen Minimalpreis für chinesische Solarmodule ist am Wahrscheinlichsten.

Die derzeit erlassenen provisorischen Einfuhrzölle dienen vor allem dazu die Chinesen wieder zurück an den Verhandlungstisch zu holen. Es ist dabei nicht zu übersehen, dass nicht die EU die besseren Karten in der Hand hält. Die Aussicht das China Einfuhrzölle auf europäische Waren erhebt, ist für Brüssel nicht gerade verlockend. Dennoch ist es notwendig, dass Europa seine Position in dieser Frage behauptet, allerdings ist dabei ein elegantes Fingerspitzengefühl unerlässlich.

Quelle: bloomberg.com, pv-magazine, pv-magazine, solar-server.de