ARD Photovoltaik Posts

Intersolar Europe 2017: Milk the Sun mit informativen Themenspecials

Intersolar Europe 2017: Milk the Sun mit informativen Themenspecials

Mit der Intersolar Europe, der größten Fachmesse der Solarwirtschaft der Welt, empfängt die Messe München vom 31. Mai bis 02. Juni wieder die internationale Solarbranche. Rund um Solarinnovationen, Speichermöglichkeiten, Photovoltaik-Dienstleistungen und mehr haben sich die Veranstalter wieder ein unterhaltsames und informatives Rahmenprogramm einfallen lassen. Auch Milk the Sun ist mit seinem internationalen Expertenteam anzutreffen – an Stand A3.420.

Kitschige Berichterstattung deutscher Leitmedien und eine Wahrheit über die EEG-Umlage

Unabhängige Berichterstattung sieht anders aus. In den ARD Tagesthemen wurde am vergangenen Sonntag eine etwas saloppe Darstellung der Entwicklung des EEG und der Konsequenzen für die Bundesbürger ausgestrahlt. Eine Mutter hält Fläschchen, Baby und die letzte Stromrechnung in die Kamera, dazu der Kommentar, dass in über 600.000 Haushalten schon der Strom abgeschaltet worden sei. Die Energiewende sei nicht nur eine technische, sondern auch eine soziale Herausforderung. Photovoltaik.eu hat die Zahlen, die auch in der Berichterstattung des Spiegels auftauchen, nachrecherchiert. Nicht 600.000, sondern 157.600 Haushalte konnten ihre Energierechnung (Strom, Gas und Wasser, wohlgemerkt) nicht rechtzeitig zahlen und haben deshalb kurzfristig keinen Strom gehabt. Inwiefern diese Zahl überhaupt mit der EEG-Umlage verbunden ist, wurde gar nicht erläutert. Es ist natürlich richtig, dass die EEG-Umlage steigt. Sie liegt heute bei knapp 3,5 ct/kWh und hat seit Einführung um 70% zugelegt. Aber um diesen Umstand zu erläutern ist die Betrachtung der Fragestellung wichtig: Welche Faktoren lassen die EEG-Umlage stetig wachsen? Denn in den Berichterstattungen der Leitmedien wurde ein Aspekt konsequent außer Acht gelassen. Die Regierung selbst gestaltet Höhe und Verteilung jeder Umlage. Und in diesem Punkt wird es beim EEG interessant.

Gebäude der Bundesnetzagentur Bonn

Ein Bericht der Bundesnetzagentur bringt Licht ins Dunkel der ARD-Berichterstattung

Laut eines Berichtes der Bundesnetzagentur vom März 2012 könnte die EEG-Umlage bei 3 ct/kWh (!) liegen. Die aktuelle Umlage von knapp 3,5 ct, Tendenz steigend, ist einerseits dem Anlagenzubau, ungünstigen Kalkulationsgrundlagen und vor allem zu großen Teilen einer unfairen Verteilung anzurechnen. Konkret heißt das laut Bundesnetzagentur „dass die privilegierten Unternehmen im Jahr 2012 zwar 18% des Gesamtverbrauchs (an Strom) verursachen, aber lediglich für einen Anteil von 0,3 Prozent am gesamten Umlagebetrag aufkommen. Folglich müssen 2,5 Mrd. Euro zusätzlich von den nicht-privilegierten Letztverbrauchern, in aller Regel sind dies Haushaltskunden sowie industrielle und gewerbliche Kleinverbraucher getragen werden.“ Wäre ein Beitrag über diese Gründe der steigenden EEG-Umlage, vor allem für Endverbraucher, nicht spannender? Die Feststellungen in diesem Bericht haben im Übrigen nicht beeinflusst, dass die Hürde für  eine EEG-Umlage-Befreiung nach oben gesetzt wird. Im Gegenteil: Die Grenze des minimalen Stromverbrauches im Jahr, um als Vielverbraucher-Unternehmen befreit zu werden, ist gesunken von 10 GW auf 1 GW. Zum Verständnis: Jedes Unternehmen, das in Deutschland so viel Strom im Jahr verbraucht wie 250 Einfamilienhaushalte, ist von der EEG-Umlage befreit. Das sind viele. Und der Rest, schlappe 2,5 Mrd. Euro, bleiben bei denjenigen hängen, die zum Beispiel die ARD als Protagonisten einer Anti-EEG-Kampagne auswählt. „Mit Sorge beobachtet die Bundesnetzagentur daher die Tendenzen, die den regulären umlagepflichtigen Letztverbraucherabsatz immer weiter reduzieren.“ Das wäre eine Meldung wert. Zu ergänzen um die deutlich gestellte Frage nach dem Veröffentlichungsdatum des im März vorliegenden Berichts. Denn der ging im Mai online – nach den Landtagswahlen in NRW.

Quellen: Bericht der Bundesnetzagentur, Recherche von Photovoltaik.eu, Tagesthemen zur EEG-Umlage

Keine Info mehr verpassen!

Hat Ihnen unser Artikel gefallen? Dann melden Sie sich für unseren Newsletter an und verpassen Sie keine Info mehr.

Daten werden vertraulich behandelt.