Solar-Boom in Afrika könnte endlich bevorstehen

Solar-Boom in Afrika könnte endlich bevorstehen

117 Prozent höhere Sonneneinstrahlung als in Deutschland und günstigere Preise pro installiertem Watt PV-Leistung als der weltweite Durchschnitt. Nie zuvor war es einfacher und billiger für Afrika, das Potenzial der Sonnenenergie auszuschöpfen. Ein Solar-Boom könnte endlich bevorstehen.

 

Afrika könnte endlich vor einem Solar-Boom stehen. Grund dafür sind die seit 2012 um 61 Prozent gesunkenen Preise für Solaranlagen, wie die internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) in ihrem jüngsten Bericht aufzeigt. Die Chancen für einen Boom stehen gut, denn ein installiertes Watt PV-Leistung kostet in Afrika durchschnittlich nur noch 1,30 USDollar, während der weltweite Durchschnitt bei 1,80 USDollar pro installiertem Watt liegt.

„In den letzten Jahren sind die Photovoltaik-Kosten dramatisch zurückgegangen, und das wird auch so weiter gehen“, sagte IRENA-Generaldirektor Adnan Z. Amin. In den nächsten 10 Jahren rechnet Amin sogar mit einer weiteren Senkung der Technologiekosten um bis zu 59 Prozent. „Diese Kostensenkungen in Kombination mit dem enormen Solar-Potenzial auf dem Kontinent sind eine riesige Chance für Afrika. Sowohl netzgekoppelte als auch netzunabhängige Solarstrom-Anlagen sind inzwischen eine kostengünstige Möglichkeit, den steigenden Energiebedarf zu bedienen und die 600 Millionen Afrikaner, die bisher noch keinen Zugang zu Elektrizität haben, mit Strom zu versorgen.“

 

Verdreifachung der Photovoltaik-Heimsysteme in Afrika

Ein weiteres Ergebnis des Berichts „Solar PV in Africa: Costs and Markets“ befasst sich mit Mini-Photovoltaik-Grids und Photovoltaik-Heimsystemen, die nicht ans öffentliche Netz geschlossen werden. Diese böten nämlich nicht nur eine sichere Energieversorgung, sondern seien auch um einiges kostengünstiger als alternative Energiesysteme.

Mini-Photovoltaik-Grids mit einer Nennleistung über 200 kW kosten in Afrika lediglich 1,90 USDollar pro Watt. Darüber hinaus decken Photovoltaik-Heimsysteme in Form von Inselanlagen den Jahres-Strombedarf netzfernen Haushalte für nur 56 USDollar. Das ist laut IRENA-Bericht weniger, als die Menschen in Afrika für eine schlechtere, alternative Stromversorgung zahlen. Dieser Effekt spiegelt sich auch in den Zubauzahlen solcher Systeme ab. Von 2010 bis 2014 haben sich Photovoltaik-Heimsysteme verdreifacht.

 

Photovoltaik-Potential von 70 Gigawatt bis 2030

Nicht nur aufgrund der Sonneneinstrahlung bietet Afrika beste Voraussetzungen für Solaranergie. Seit 2014 entwickelt sich langsam auch ein Trend in Richtung großflächigem Photovoltaik-Ausbau. In 2014 und 2015 wurden insgesamt über 1,5 Gigawatt Photovoltaik-Kapazitäten installiert. In ihrem Bericht geht IRENA davon aus, dass Afrika mit einer richtigen Förderpolitik bis 2030 ganze 70 Gigawatt an Solaranlagen installiert haben könnte.

„Afrikas Solar-Potenzial ist enorm: Die Sonnenstrahlung ist bis zu 117 % höher als in Deutschland, dem Land mit der höchsten installierten PV-Leistung”, sagte Amin. „Nie war es einfacher und billiger für Afrika, dieses Potenzial auszuschöpfen.“

 

Quelle: IRENA, Solarserver

Zum Bericht: Solar PV in Africa: Costs and Markets

Titelbild: Pichugin Dmitry/shutterstock

Manuel Gonzalez Fernandez

Manuel Gonzalez Fernandez, 28, Journalist, PR-Manager und Blogredakteur bei Milk the Sun.
>>I’d put my money on the sun and solar energy. What a source of power! I hope we don’t have to wait until oil and coal run out before we tackle that.<< – Thomas Edison

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