Photovoltaik auf dem Stadion: Oslo mit Signalprojekt

Photovoltaik auf dem Stadion: Oslo mit Signalprojekt

Erneuerbare Energien erobern den Sport. Auf vielen Stadien Deutschlands sind bereits Solaranlagen installiert. Die hohe Anziehungskraft des Sportes möchte man nun auch in Oslo, Norwegen nutzen, um Klimaschutz voranzutreiben. Dazu wurde auf dem Bislett-Stadion in Oslo nun eine neue PV-Anlage fertiggestellt.

 

Fußball ist Weltsport. Rund eine Milliarde Zuschauer, so wird geschätzt, sahen sich alleine das Finalspiel der gerade abgelaufenen WM zwischen Frankreich und Kroatien an. Die Fußballstadien der Welt ziehen Menschen auf der ganzen Welt in ihren Bann. Dabei werden die Arenen immer moderne und transportieren auch den Gedanken der Energieeffizienz und erneuerbare Energien.

Vorzeigeprojekt: Die Johann-Cryuff-Arena in Amsterdam ©Amsterdam Innovation Arena

Als Vorzeigeprojekt für klimaneutrale Stadien gilt die Johan-Cryuff-Arena in der Niederländischen Hauptstadt Amsterdam. 4.200 Solarmodule auf dem Dach der Arena sichern einen großen Teil des Strombedarfs. Erst kürzlich wurde im Stadion ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von MW eingeweiht. Zusätzlich benötigten Strom bezieht die Arena aus Windkraftanlagen aus dem Land. Auch Wärme- und Kühlsysteme sind auf nachhaltige und regionale Lösungen gefußt.

 

Solaranlage auf dem Bislett-Stadion als Signal

Um die eigenen Klimaziele zu erreichen, setzt nun auch das altehrwürdige Bislett-Stadion in Oslo auf Photovoltaik. „Die Regierung hat sich verpflichtet, die CO2-Emissionen bis 2030 um 40 Prozent zu senken“, sagt Jan Erik Johansen, General Manager bei dem Elektro- und Solarfachbeitrieb Abmas Elektro, der die Anlage installiert hat. „Diese Photovoltaikanlage ist ein erster Schritt und ein bedeutendes Signal in Richtung mehr Klimaschutz. Das Stadion ist ein Wahrzeichen in Norwegen, und wenn solch eine Anlage hier möglich ist, dann ist die Solarstromerzeugung auch auf anderen staatlichen Gebäuden möglich.“

Die Anlage hat eine Größe von 212,55 kWp. Sie alleine wird kaum nennenswerten Einfluss auf die CO²-Emissionen nehmen können – wenn da nicht die herausragende Signalwirkung wäre. Das Bislett-Stadion in Oslo wurde zwischen 1917 und 1922 erbaut und war unter anderem Gastgeber der Leichtathletik-EM 1945 und der olympischen Winterspiele 1952. 2004 wurde es durch einen Neubau ersetzt, der 15.400 Zuschauern Platz bietet. Für die vielen Sportfans in Norwegen hat es einen ganz besonderen Wert.

Für den Photovoltaik-Markt, der in Norwegen noch in seinen Kinderschuhen steckt, könnte es daher als Signal dienen. Im Jahr 2017 wurden 17 Megawatt PV-Leistung in dem Land installiert. Von Branchenexperten wird das jährliche Wachstum auf 35 Prozent in den kommenden drei bis fünf Jahren beziffert.

 

Solaranlagen in der Bundesliga: So sieht es in Deutschland aus

2017 hatten bereits 12 Bundesligisten eine Solaranlage installiert. Spitzenreiter ist TSG Hoffenheim, die rund um das Stadion die Parkflächen mit einer Solar-Carportanlage versehen hat. Die Anlage hat eine Nennleistung von rund 1,1 MWp. Dahinter folgen der SV Werder Bremen, Borussia Dortmund, Mainz 05 und der SC Freiburg.

Einige Stadien lassen aufgrund ihrer baulichen Situation keine PV-Anlage zu, so etwa in Hannover, Hamburg und Frankfurt. Das Thema Energieeffizienz und erneuerbare Energien ist dennoch längst in der Bundesliga angekommen und wird von den Vereinen vorangetrieben.

Vorreiter in der Bundesliga: Das Weserstadion des SV Werder Bremen
© Wikipedia/Bin im Garten

Eine Bewertung der Grünen aus dem Jahr 2017 sieht den SV Werder Bremen hier ganz vorne: Neben der PV-Anlage ist das Weser-Stadion auch mit einer KWK-Anlage bestückt und bezieht 100% seines Stroms aus nachhaltigen Quellen.

Ob nun in Oslo, Amsterdam, Bremen oder in Stadien auf der ganzen Welt: Die Reichweite des Sportes, im speziellen des Fußballs, zu nutzen, um ihn indirekt zum Botschafter für erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Klimaschutz werden zu lassen, ist eine gute Idee. In Norwegen wird sich bald zeigen, wer dem Beispiel aus Oslo folgt.

 

Simon

Journalist, PR- und Marketingmanager, Blogger bei Milk the Sun.

1 Kommentar

Charly

vor 4 Monaten

Sieht gut aus und ich bin sehr stolz auf den Architekten und die Designer, die dort Sonnenkollektoren bauten. Es hängt natürlich alles von der Menge der Sonne ab, natürlich :)

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