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In Spanien wächst der Unmut gegen die Förderkürzungen der erneuerbaren Energien

Etwa vierzig Organisationen haben sich zusammengeschlossen und eine gemeinsame Erklärung gegen das Moratorium der spanischen Regierung über den Förderstopp der erneuerbaren Energien unterzeichnet.

Die spanische Regierung hatte vergangenen Freitag erklärt, dass die erneuerbaren Energien keine weiteren Förderungen erhalten werden, um das Haushaltsdefizit im Energiesektor zu senken.

Die Regierung begehe aber mit diesem Moratorium einen historischen Fehler, heißt es in der Erklärung. Diese Regelung werde nicht helfen die Kosten zu senken, da sie genau an der falschen Stelle ansetzte.

Gerade in Zeiten, in denen die Preise für Gas und Öl stiegen, setze die Regierung in Madrid auf fossile Stromerzeuger zu Lasten der erneuerbaren Energien, heißt es weiter. Statt Zukunftstechnologien auszubauen und zu unterstützen setze Spanien auf Technologien, die zu einer stärkeren Abhängigkeit in der Energieversorgung führen, so der Vorwurf der Organisationen.

Vor allem aber verstoße das Moratorium gegen die EU-Richtlinien zum Ausbau der erneuerbaren Energien und zur Energieeffizienz von Gebäuden. Es wird befürchtet, dass die Ziele der Richtlinien kaum noch durch das Moratorium erfüllt werden können.

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Gründer-Wettbewerb in Leipzig: Solar-Online-Plattform Milk the Sun gewinnt gleich zwei Preise

Bei der 12. Leipziger Elevator Pitch Night am 30.01.2012 in Leipzig hat das Start Up Milk the Sun gleich zwei Preise abgeräumt. Das Berliner Unternehmen konnte sich bei dem Wettbewerb für innovative Geschäftsideen in zwei Kategorien gegen seine Mitbewerber durchsetzten.

 

Einmal im Jahr können junge Unternehmen mit innovativen Ideen sich und ihr Konzept bei der Elevator Pitch Night in Leipzig präsentieren. Dafür haben sie genau 3 Minuten Zeit, um eine Jury aus 12 Wirtschaftsexperten von ihrem Geschäftsmodell in englischer Sprache zu überzeugen. Die 12 Wettbewerber treten in drei Kategorien an: „Bester Pitcher“, „Innovativste Geschäftsidee“ und „Publikumsliebling“.

 

Dem Online-Marktplatz Milk the Sun, vertreten durch Christian Christ, ist dieses Unterfangen gelungen. Der Start Up erhielt den Preis für die „Innovativste Geschäftsidee“. „Für mich war das Pitching vor 350 Leuten eine tolle Erfahrung. Umso mehr freue ich mich, dass ich die Jury für unser Konzept begeistern konnte“, sagte Christian Christ im Anschluss an die Preisverleihung.

 

In diesem Jahr wurde erstmals auch der „Malta-Preis“ vergeben. Dieser Preis zeichnet die Geschäftsidee aus, die sich am besten auf den maltesischen Markt übertragen lässt und lädt den Gewinner zu einer weiteren Wettbewerbsrunde nach Malta ein. Auch dieser Preis ging an Milk the Sun.

 

„Die Popularität des Events in Leipzig steigt. Jedes Jahr stellen sich neue fantastische Gründerideen dem Wettbewerb. Die Solarindustrie hat in Deutschland und in Europa immer noch eine gute Zukunft. Das erkennt man daran, dass Milk the Sun gleich zwei Preise auf dem diesjährigen Event gewonnen hat“, sagt James Parson, Gründer der Elevator Pitch Night.

Weitere Informationen auch unter www.karrieretrends.de

 

Europa in der Finanzkrise: Spanien stoppt Einspeisevergütungen

In Deutschland wird diskutiert, wie die Kosten der Photovoltaik in den Griff zu bekommen sind. In Italien werden die Einspeisetarife für große Photovoltaikanlagen vorerst eingestellt. Die britische Regierung liefert sich einen Rechtsstreit mit Solarfirmen um den Zeitpunkt der Tarifkürzungen. Und nun verkündet auch die spanische Regierung, dass die Förderungen – hier betrifft es allerdings alle erneuerbaren Energien, nicht nur die Solarenergie – für unbestimmte Zeit eingestellt werden.

 

Der Förderstopp gilt ab sofort für alle neuen Anlagen. Anlagen, die bereits am Netz sind oder sich im Bau befinden, sind von der Maßnahme nicht betroffen. Notwendig sei dieser Schritt, weil die Kosten im Energiesektor zu explodieren drohten. Das staatliche Defizit im Energiesektor sei im vergangenen Jahr auf 24 Milliarden Euro angewachsen. Aufgrund der europäischen Finanzkrise sei es daher unmöglich die Förderungen im Bereich der erneuerbaren Energien aufrecht zu erhalten, heißt es in einer Erklärung des spanischen Ministerrats.

 

Weder die spanische Energieversorgungssicherheit, noch die Ziele der Europäischen Union für den Ausbau der erneuerbaren Energien seien durch die Maßnahmen bedroht, heißt es weiter. Rund 33% des Energiebedarfs wurden 2011 aus erneuerbaren Energien bereitgestellt.

 

Während die Regierung beschwichtigt, äußert sich der spanische Solarverband ASIF gegenüber europapress besorgt. Sprecher des Verbandes, Tomás Díaz, bezeichnete den Förderstopp als „überraschend, unfair, unnötig und unverständlich” und brachte seine Sorge zum Ausdruck, dass durch diese Maßnahmen hunderttausende von Arbeitsplätzen in der Industrie gefährdet seien.

 

Förderstopp für Solar-Großanlagen in Italien

Die italienische Energieagentur GSE (Gestore dei Servizi Energetici) gab bekannt, dass große Photovoltaikanlagen in der zweiten Hälfte des Jahres 2012 keine Förderungen mehr erhalten.

 

Die im Jahr 2011 installierten Großanlagen haben das bereit gestellte Förderbudget bei weitem überschritten. Laut „Conto Energiea IV“ werden die anfallenden Mehrkosten mit dem vorgesehenen Budget für die zweite Jahreshälfte 2012 beglichen. Da der Zubau an großen PV-Anlagen in Italien 2011 dermaßen groß war, bleibt von dieser Fördersumme für neue Anlagen allerdings nichts mehr übrig. Betroffen vom Förderstopp sind Dachanlagen ab 1 Megawattpeak und Freiflächenanlagen, die nicht auf öffentlichen Gebäuden und Grundstücken errichtet werden. Auch die Förderung für Solaranlage auf landwirtschaftlichen Flächen entfällt für alle Anlagen die nach dem März 2012 ans Netz gehen.

 

Mit diesen drastischen Kürzungen, ist davon auszugehen, dass Italien seinen Zubau-Rekord von 9000 Megawatt im vergangenen Jahr, 2012 nicht noch einmal erreichen kann. Durch den Förderstopp für Großanlagen, wurden Anreize für kleinere private PV-Anlagen gesetzt.

 

EPIA Marktstudie 2011: Solarenergie wächst weltweit

Laut des Jahresberichts der European Photovoltaic Industry Association (EPIA), wurden im Jahr 2011 rund 11 Gigawattpeak (GWp) mehr an Photovoltaikleistung installiert, als noch im Vorjahr. Im Jahr 2010 gingen etwa 16,6 GWp ans Netz, 2011 waren es 27,7 GWp. Damit erreicht die Solarenergie, mit einer global installierten Gesamtleistung von 67,4 GWp, Platz drei der erneuerbaren Energien hinter der Wind- und Wasserkraft.

Die führenden Märkte sind auch 2011 immer noch in Europa zu finden. Von den 27,7 GWp entfielen fast 21 GWp auf die europäischen Länder, wobei allein Italien und Deutschland 60% zum weltweiten PV-Wachstum beigetragen haben. Italien gelang es 2011 erstmals Deutschland in seiner Solar-Vorreiterrolle Konkurrenz zu machen. Für den Zubau an neu installierten Anlagen im Jahr 2011 landet Italien mit 9000 Megawattpeak (MWp) vor Deutschland, wo 7500 Megawattpeak installiert wurden. Bei der kumulierten Kapazität liegt Italien mit 12,5 GWp allerdings noch weit hinter Deutschland mit 24,7 GWp zurück. Von der nun global erreichten Leistung von 67,4  GWp entfallen insgesamt 50 GWp auf Europa.

Stellt man eine Rangliste für den weltweiten Zubau auf, folgen auf Platz drei bis sechs, nach Italien und Deutschland, China mit 2000 MWp, die USA mit 1600 MWp, Frankreich mit 1500 MWp und Japan mit 1000 MWp. Platz sieben geht an Australien (700 MWp), gefolgt von fünf europäischen Ländern: Großbritannien (700 MWp), Belgien (550 MWp), Spanien (400 MWp), Griechenland und der Slowakei (350 MWp). Erstaunlich ist, dass Tschechien, im Jahr 2010 noch der drittgrößte europäische PV-Markt, fast gänzlich von der Photovoltaik-Landkarte verschwunden ist. 2011 wurden in Tschechien, nach drastischen Kürzungen der Einspeisetarife und reichlicher Verunsicherung der Investoren, gerade noch 10 Megawattpeak installiert.

Auch die Märkte außerhalb Europas tragen ihren Teil zum Bau neuer Solaranlagen bei, allerdings blieben diese bisher hinter ihrem enormen Potential zurück, betont die EPIA-Studie: „…in particular China, the USA and Japan, but also Australia and India, have addressed only a very small part of their enormous potential; several countries from large sunbelt regions like Africa, the Middle East, Asia and South America are on the brink of starting their development.”

Britische Regierung muss Niederlage im Rechtsstreit um Feed-in Tariffs einstecken

Das britische Berufungsgericht Court of Appeal erteilte der Regierung gestern eine Absage und bestätigte das Urteil des Obersten Gerichtshofs, der die Regelungen zur Kürzung der Einspeisetarife für Solarenergie für rechtswidrig erklärte.

 

Im Dezember hatte die britische Regierung die Einspeisetarife für Solarenergie drastisch gekürzt. Da die Kürzung noch vor dem Ende der Beratungsfrist über das Gesetz in Kraft treten sollte, reichten einige Solarunternehmen und Umweltverbände Klage beim Obersten Gericht, mit der Begründung, dass diese Regelung rechtwidrig sei, ein. Das Oberste Gericht gab Ihnen Recht, die Regierung allerdings nicht und legte ihrerseits Beschwerde gegen das Urteil ein.

 

Unabhängig von dem Urteil des Berufungsgerichts teilte das Department of Energy and Climate Change (DECC) bereits mit, dass die Einspeisetarife zum 1. April reduziert werden und das diese Regelung für alle Anlagen gelten wird, die ab dem 3. März ans Netz gehen werden.

 

Laut einer Pressemitteilung des DECC will die Regierung die Entscheidung des Berufungsgerichts allerdings erneut anfechten. Als Begründung nannte das britische Ministerium für Energie und Klimawandel, dass das zur Verfügung stehend Budget möglichst vielen neu installierten Solaranlagen zur Verfügung stehen soll. Daher pocht die britische Regierung auf die Reduzierung der Einspeisetarife zu der von ihr genannten Frist für alle nach dem 12. Dezember installierten Solaranlagen.

 

Keine konkreten Lösungen zur Solarförderung

Seit Wochen liefern sich Umweltpolitiker und Wirtschafts-politiker der Regierungsfraktionen ein Wortgefecht, wie die künftige Solarförderung zu gestalten und der Zubau der jährlichen Photovoltaik-leistung in einem geordneten Rahmen zu begrenzen sei. Mit Spannung wurde daher das Ergebnis der gestrigen Sitzung der Arbeitsgruppe Energie der Regierungsfraktionen der CDU, CSU und FDP erwartet.

Noch vor dem Treffen hatte die Arbeitsgruppe Wirtschaft und Technologie der CDU/CSU-Bundestagsfraktionen, laut der Photovoltaik, einen eigenen Vorschlag zur Solarförderung vorgelegt, indem sie eine jährliche Deckelung von 800 Megawatt forderte. Die Arbeitsgruppe Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion lehnte diese Forderung hingegen schon im Voraus ab.

Die innere Zerrissenheit der Union spiegelt sich auch in den Ergebnissen des gestrigen Treffens wider. Konkret konnte sich die Arbeitsgruppe Energie auf keine Lösung einigen. Fest steht, dass eine strikte Deckelung von 1000 Megawatt oder weniger vorerst vom Tisch ist. Das bisherige Regierungsziel „den Zubau auf ein vernünftiges Maß“ bei 2500 bis 3500 Megawatt zu begrenzen, gelte weiter, denn „ein fester Deckel würde die Solarwirtschaft in Deutschland abwürgen“, sagte Umweltminister Röttgen im Anschluss. Außerdem seien sich alle Teilnehmer einig, dass es einen zusätzlichen großen Kürzungsschritt geben müsse, sagte CDU-Wirtschaftspolitiker Joachim Pfeiffer. Allerdings sei man sich über die Höhe der Kürzungen noch nicht einig, die Vorschläge hierzu variieren zwischen 10 bis 40 Prozent der bisherigen Einspeisevergütungen. Besonders großen Handlungsbedarf sieht Röttgen bei den Freiflächenanlagen, denn zuletzt wurden etwa ein Drittel aller neuen Solaranlagen auf Freiflächen und nicht auf Dächern installiert. „Je größer die Solarleistung, je größer ist auch die Netzbelastung“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

Das Bundesumweltministerium hat gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium nun den Auftrag erhalten, bis Ende Februar eine gemeinsame Regelung zur Solarförderung vorzulegen. Röttgen zeigte sich sehr zuversichtlich: „Ich strebe an, dass wir zum 1. April eine Gesetzesänderung wirksam haben“, und kündigte bereits für nächste Woche erste Beratungen zwischen beiden Ministerien an. Sitzungsteilnehmer berichten, dass eine Verordnung erwogen werde, mit der künftig Fördersätze ohne ein komplettes Gesetzesverfahren geändert werden können.

Nach der anhaltenden Debatte des letzten Monats bleibt abzuwarten, ob der ambitionierte Zeitplan der Regierungsfraktionen einzuhalten ist, zumal auch der Bundesrat mit dem Gesetzesentwurf befasst werden muss. Erste kritische Stimmen von Seiten der Opposition wurden direkt nach dem Treffen laut. Hans-Josef Fell, Energie-Experte der Grünen, sprach von zusätzlicher Verunsicherung der Investoren und nicht einzuhaltenden Terminen: „Der unrealistische Zeitplan, Ende Februar einen Gesetzentwurf vorzulegen und das Gesetz schon am 1. April in Kraft treten zu lassen, ist ein vorgezogener Aprilscherz.“

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Solarstrom wird immer günstiger

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg äußerte sich Zhengrong Shi, Geschäfts-führer von Suntech, einem der weltweit größten Solarmodulhersteller über die Entwicklung des Photovoltaik-Markts.

 

Demnach wird die Erzeugung von Sonnenstrom immer günstiger. Er rechnet damit, dass bis zum Jahr 2015 in rund 50 Prozent aller Länder die Netzparität erreicht wird. Die Preise für Solarmodule auf Siliziumbasis fielen im letzten Jahr um 51 Prozent während die Top-10 der Modulproduzenten ihre Produktionsmenge verdoppelten. In einigen Ländern, wie in Indien, Italien oder Spanien hat das dazu geführt, dass Solarstrom sogar ohne Subventionen mit Strom aus fossilen Brennstoffen konkurrieren kann.

 

Während Europa bisher der führende Markt sowohl für die Modulherstellung als auch für die Installation von Solaranlagen war, bewegt sich gerade der Markt der Modulproduktion zunehmend von Europa weg, so Shi. Stattdessen findet eine rasante Entwickelung in China, den USA, Japan und Südafrika statt. Befördert wird dieser Prozess seiner Meinung nach auch dadurch, dass die europäischen Regierungen inmitten der Schuldenkrise, die Subventionen für die erneuerbaren Energien kürzen, um die Kosten zu reduzieren.

 

In Indien sei die Stromerzeugung aus Solar beispielsweise jetzt schon billiger als die aus Diesel, sagte er Bloomberg, aber diese Entwicklung gebe es nicht nur in Indien, sondern in vielen Ländern der Welt.

 

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