Advertisement

Europa in der Finanzkrise: Spanien stoppt Einspeisevergütungen

In Deutschland wird diskutiert, wie die Kosten der Photovoltaik in den Griff zu bekommen sind. In Italien werden die Einspeisetarife für große Photovoltaikanlagen vorerst eingestellt. Die britische Regierung liefert sich einen Rechtsstreit mit Solarfirmen um den Zeitpunkt der Tarifkürzungen. Und nun verkündet auch die spanische Regierung, dass die Förderungen – hier betrifft es allerdings alle erneuerbaren Energien, nicht nur die Solarenergie – für unbestimmte Zeit eingestellt werden.

 

Der Förderstopp gilt ab sofort für alle neuen Anlagen. Anlagen, die bereits am Netz sind oder sich im Bau befinden, sind von der Maßnahme nicht betroffen. Notwendig sei dieser Schritt, weil die Kosten im Energiesektor zu explodieren drohten. Das staatliche Defizit im Energiesektor sei im vergangenen Jahr auf 24 Milliarden Euro angewachsen. Aufgrund der europäischen Finanzkrise sei es daher unmöglich die Förderungen im Bereich der erneuerbaren Energien aufrecht zu erhalten, heißt es in einer Erklärung des spanischen Ministerrats.

 

Weder die spanische Energieversorgungssicherheit, noch die Ziele der Europäischen Union für den Ausbau der erneuerbaren Energien seien durch die Maßnahmen bedroht, heißt es weiter. Rund 33% des Energiebedarfs wurden 2011 aus erneuerbaren Energien bereitgestellt.

 

Während die Regierung beschwichtigt, äußert sich der spanische Solarverband ASIF gegenüber europapress besorgt. Sprecher des Verbandes, Tomás Díaz, bezeichnete den Förderstopp als „überraschend, unfair, unnötig und unverständlich“ und brachte seine Sorge zum Ausdruck, dass durch diese Maßnahmen hunderttausende von Arbeitsplätzen in der Industrie gefährdet seien.

 

Förderstopp für Solar-Großanlagen in Italien

Die italienische Energieagentur GSE (Gestore dei Servizi Energetici) gab bekannt, dass große Photovoltaikanlagen in der zweiten Hälfte des Jahres 2012 keine Förderungen mehr erhalten.

 

Die im Jahr 2011 installierten Großanlagen haben das bereit gestellte Förderbudget bei weitem überschritten. Laut „Conto Energiea IV“ werden die anfallenden Mehrkosten mit dem vorgesehenen Budget für die zweite Jahreshälfte 2012 beglichen. Da der Zubau an großen PV-Anlagen in Italien 2011 dermaßen groß war, bleibt von dieser Fördersumme für neue Anlagen allerdings nichts mehr übrig. Betroffen vom Förderstopp sind Dachanlagen ab 1 Megawattpeak und Freiflächenanlagen, die nicht auf öffentlichen Gebäuden und Grundstücken errichtet werden. Auch die Förderung für Solaranlage auf landwirtschaftlichen Flächen entfällt für alle Anlagen die nach dem März 2012 ans Netz gehen.

 

Mit diesen drastischen Kürzungen, ist davon auszugehen, dass Italien seinen Zubau-Rekord von 9000 Megawatt im vergangenen Jahr, 2012 nicht noch einmal erreichen kann. Durch den Förderstopp für Großanlagen, wurden Anreize für kleinere private PV-Anlagen gesetzt.

 

EPIA Marktstudie 2011: Solarenergie wächst weltweit

Laut des Jahresberichts der European Photovoltaic Industry Association (EPIA), wurden im Jahr 2011 rund 11 Gigawattpeak (GWp) mehr an Photovoltaikleistung installiert, als noch im Vorjahr. Im Jahr 2010 gingen etwa 16,6 GWp ans Netz, 2011 waren es 27,7 GWp. Damit erreicht die Solarenergie, mit einer global installierten Gesamtleistung von 67,4 GWp, Platz drei der erneuerbaren Energien hinter der Wind- und Wasserkraft.

Die führenden Märkte sind auch 2011 immer noch in Europa zu finden. Von den 27,7 GWp entfielen fast 21 GWp auf die europäischen Länder, wobei allein Italien und Deutschland 60% zum weltweiten PV-Wachstum beigetragen haben. Italien gelang es 2011 erstmals Deutschland in seiner Solar-Vorreiterrolle Konkurrenz zu machen. Für den Zubau an neu installierten Anlagen im Jahr 2011 landet Italien mit 9000 Megawattpeak (MWp) vor Deutschland, wo 7500 Megawattpeak installiert wurden. Bei der kumulierten Kapazität liegt Italien mit 12,5 GWp allerdings noch weit hinter Deutschland mit 24,7 GWp zurück. Von der nun global erreichten Leistung von 67,4  GWp entfallen insgesamt 50 GWp auf Europa.

Stellt man eine Rangliste für den weltweiten Zubau auf, folgen auf Platz drei bis sechs, nach Italien und Deutschland, China mit 2000 MWp, die USA mit 1600 MWp, Frankreich mit 1500 MWp und Japan mit 1000 MWp. Platz sieben geht an Australien (700 MWp), gefolgt von fünf europäischen Ländern: Großbritannien (700 MWp), Belgien (550 MWp), Spanien (400 MWp), Griechenland und der Slowakei (350 MWp). Erstaunlich ist, dass Tschechien, im Jahr 2010 noch der drittgrößte europäische PV-Markt, fast gänzlich von der Photovoltaik-Landkarte verschwunden ist. 2011 wurden in Tschechien, nach drastischen Kürzungen der Einspeisetarife und reichlicher Verunsicherung der Investoren, gerade noch 10 Megawattpeak installiert.

Auch die Märkte außerhalb Europas tragen ihren Teil zum Bau neuer Solaranlagen bei, allerdings blieben diese bisher hinter ihrem enormen Potential zurück, betont die EPIA-Studie: „…in particular China, the USA and Japan, but also Australia and India, have addressed only a very small part of their enormous potential; several countries from large sunbelt regions like Africa, the Middle East, Asia and South America are on the brink of starting their development.”

Britische Regierung muss Niederlage im Rechtsstreit um Feed-in Tariffs einstecken

Das britische Berufungsgericht Court of Appeal erteilte der Regierung gestern eine Absage und bestätigte das Urteil des Obersten Gerichtshofs, der die Regelungen zur Kürzung der Einspeisetarife für Solarenergie für rechtswidrig erklärte.

 

Im Dezember hatte die britische Regierung die Einspeisetarife für Solarenergie drastisch gekürzt. Da die Kürzung noch vor dem Ende der Beratungsfrist über das Gesetz in Kraft treten sollte, reichten einige Solarunternehmen und Umweltverbände Klage beim Obersten Gericht, mit der Begründung, dass diese Regelung rechtwidrig sei, ein. Das Oberste Gericht gab Ihnen Recht, die Regierung allerdings nicht und legte ihrerseits Beschwerde gegen das Urteil ein.

 

Unabhängig von dem Urteil des Berufungsgerichts teilte das Department of Energy and Climate Change (DECC) bereits mit, dass die Einspeisetarife zum 1. April reduziert werden und das diese Regelung für alle Anlagen gelten wird, die ab dem 3. März ans Netz gehen werden.

 

Laut einer Pressemitteilung des DECC will die Regierung die Entscheidung des Berufungsgerichts allerdings erneut anfechten. Als Begründung nannte das britische Ministerium für Energie und Klimawandel, dass das zur Verfügung stehend Budget möglichst vielen neu installierten Solaranlagen zur Verfügung stehen soll. Daher pocht die britische Regierung auf die Reduzierung der Einspeisetarife zu der von ihr genannten Frist für alle nach dem 12. Dezember installierten Solaranlagen.

 

Keine konkreten Lösungen zur Solarförderung

Seit Wochen liefern sich Umweltpolitiker und Wirtschafts-politiker der Regierungsfraktionen ein Wortgefecht, wie die künftige Solarförderung zu gestalten und der Zubau der jährlichen Photovoltaik-leistung in einem geordneten Rahmen zu begrenzen sei. Mit Spannung wurde daher das Ergebnis der gestrigen Sitzung der Arbeitsgruppe Energie der Regierungsfraktionen der CDU, CSU und FDP erwartet.

Noch vor dem Treffen hatte die Arbeitsgruppe Wirtschaft und Technologie der CDU/CSU-Bundestagsfraktionen, laut der Photovoltaik, einen eigenen Vorschlag zur Solarförderung vorgelegt, indem sie eine jährliche Deckelung von 800 Megawatt forderte. Die Arbeitsgruppe Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion lehnte diese Forderung hingegen schon im Voraus ab.

Die innere Zerrissenheit der Union spiegelt sich auch in den Ergebnissen des gestrigen Treffens wider. Konkret konnte sich die Arbeitsgruppe Energie auf keine Lösung einigen. Fest steht, dass eine strikte Deckelung von 1000 Megawatt oder weniger vorerst vom Tisch ist. Das bisherige Regierungsziel „den Zubau auf ein vernünftiges Maß“ bei 2500 bis 3500 Megawatt zu begrenzen, gelte weiter, denn „ein fester Deckel würde die Solarwirtschaft in Deutschland abwürgen“, sagte Umweltminister Röttgen im Anschluss. Außerdem seien sich alle Teilnehmer einig, dass es einen zusätzlichen großen Kürzungsschritt geben müsse, sagte CDU-Wirtschaftspolitiker Joachim Pfeiffer. Allerdings sei man sich über die Höhe der Kürzungen noch nicht einig, die Vorschläge hierzu variieren zwischen 10 bis 40 Prozent der bisherigen Einspeisevergütungen. Besonders großen Handlungsbedarf sieht Röttgen bei den Freiflächenanlagen, denn zuletzt wurden etwa ein Drittel aller neuen Solaranlagen auf Freiflächen und nicht auf Dächern installiert. „Je größer die Solarleistung, je größer ist auch die Netzbelastung“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

Das Bundesumweltministerium hat gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium nun den Auftrag erhalten, bis Ende Februar eine gemeinsame Regelung zur Solarförderung vorzulegen. Röttgen zeigte sich sehr zuversichtlich: „Ich strebe an, dass wir zum 1. April eine Gesetzesänderung wirksam haben“, und kündigte bereits für nächste Woche erste Beratungen zwischen beiden Ministerien an. Sitzungsteilnehmer berichten, dass eine Verordnung erwogen werde, mit der künftig Fördersätze ohne ein komplettes Gesetzesverfahren geändert werden können.

Nach der anhaltenden Debatte des letzten Monats bleibt abzuwarten, ob der ambitionierte Zeitplan der Regierungsfraktionen einzuhalten ist, zumal auch der Bundesrat mit dem Gesetzesentwurf befasst werden muss. Erste kritische Stimmen von Seiten der Opposition wurden direkt nach dem Treffen laut. Hans-Josef Fell, Energie-Experte der Grünen, sprach von zusätzlicher Verunsicherung der Investoren und nicht einzuhaltenden Terminen: „Der unrealistische Zeitplan, Ende Februar einen Gesetzentwurf vorzulegen und das Gesetz schon am 1. April in Kraft treten zu lassen, ist ein vorgezogener Aprilscherz.“

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Jetzt also doch einen Deckel für die Solarenergie

Ende der Solardebatte? – Röttgen will Einspeisetarife monatlich anpassen

Wie geht der Kampf zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium aus?

Der Druck auf die Photovoltaik wächst

Ein Schritt vor, zwei Schritte zurück – Die Energiewende des Philipp Rösler

Solarstrom wird immer günstiger

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg äußerte sich Zhengrong Shi, Geschäfts-führer von Suntech, einem der weltweit größten Solarmodulhersteller über die Entwicklung des Photovoltaik-Markts.

 

Demnach wird die Erzeugung von Sonnenstrom immer günstiger. Er rechnet damit, dass bis zum Jahr 2015 in rund 50 Prozent aller Länder die Netzparität erreicht wird. Die Preise für Solarmodule auf Siliziumbasis fielen im letzten Jahr um 51 Prozent während die Top-10 der Modulproduzenten ihre Produktionsmenge verdoppelten. In einigen Ländern, wie in Indien, Italien oder Spanien hat das dazu geführt, dass Solarstrom sogar ohne Subventionen mit Strom aus fossilen Brennstoffen konkurrieren kann.

 

Während Europa bisher der führende Markt sowohl für die Modulherstellung als auch für die Installation von Solaranlagen war, bewegt sich gerade der Markt der Modulproduktion zunehmend von Europa weg, so Shi. Stattdessen findet eine rasante Entwickelung in China, den USA, Japan und Südafrika statt. Befördert wird dieser Prozess seiner Meinung nach auch dadurch, dass die europäischen Regierungen inmitten der Schuldenkrise, die Subventionen für die erneuerbaren Energien kürzen, um die Kosten zu reduzieren.

 

In Indien sei die Stromerzeugung aus Solar beispielsweise jetzt schon billiger als die aus Diesel, sagte er Bloomberg, aber diese Entwicklung gebe es nicht nur in Indien, sondern in vielen Ländern der Welt.

 

Jetzt also doch einen Deckel für die Solarenergie

Kurz vor der Sitzung der Arbeitsgruppe Energie der Regierungsfraktionen am Mittwoch reicht Philipp Rösler einen eigenen Vorschlag zur Kürzung der Förderungen der Solar-energie ein und provoziert damit Norbert Röttgen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fällt in den Zuständigkeitsbereich des Umweltministers, doch der Wirtschaftsminister Rösler begründete sein vorpreschen, laut Handelsblatt, mit der Untätigkeit des Umweltministers.

 

Dabei zeigte sich der FDP-Vorsitzende Rösler nach dem Treffen des Umweltministers mit Vertretern der Solarbranche in der vergangene Woche und dem daraus resultierenden Plan, die Solarförderungen künftig monatlich anzupassen, anfänglich recht zufrieden.

 

Da sich aber die Solarkritiker des CDU-Wirtschaftsflügels, allen voran Joachim Pfeiffer und Michael Fuchs, gegen den Vorschlag von Röttgen äußerten, scheint auch Philipp Rösler wieder angespornt, gegen den Umweltminister zu schießen.

 

CDU-Fraktionsvize Michael Fuchs gab, nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters, zu bedenken, dass die monatliche Anpassung der Förderleistungen, den Zubau der Photovoltaik nicht wesentlich begrenzen werde. Das sei aber dringend notwendig, um die EEG-Umlage stabil bei 3,5 Cent je Kilowattstunde zu halten, so die Argumente der Kritiker der Solarenergie.

 

Da ist es keine Überraschung, dass auch Philipp Rösler nun doch wieder eine Deckelung des Solarzubaus fordert. Jährlich soll der Zubau nach seinem Vorschlag maximal 1000 Megawatt betragen, sodass bis 2020 ein Gesamtzubau von 9000 Megawatt erfolgen soll. Außerdem sollen die Einspeisetarife einmal drastisch um 25 bis 32 Prozent reduziert werden.

 

Nachdem der Wirtschaftsminister auch schon eine Art Quotenregelung für den Ausbau der erneuerbaren Energien vorschlug, bleibt abzuwarten, wie lange dieser Vorschlag nun Bestand haben wird.

 

Weitere Artikel zu diesem Thema:

 

Ende der Solardebatte? – Röttgen will Einspeisetarife monatlich anpassen

 

Wie geht der Kampf zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium aus?

 

Der Druck auf die Photovoltaik wächst

 

Ein Schritt vor, zwei Schritte zurück – Die Energiewende des Philipp Rösler

 

Wie weiter mit der Solarförderung?

 

Der Versicherungsschutz für Photovoltaikanlagen

Photovoltaikanlagen werden technisch und qualitativ immer besser, daher gehen von ihnen keine Gefahren aus. Äußere Einflüsse auf PV-Anlagen sind allerdings schwer abzuschätzen. Im Falle eines Schadens der Solaranlage, verursacht etwa durch Hagel, Sturm oder Schnee, ist der Ärger bei denen groß, die ihre Solaranlage nicht versichert haben.

 

Im Wesentlichen gibt es zwei verschiedene Typen von Versicherungen für Solaranlagen: die Photovoltaik- oder Solarversicherung und die Photovoltaik- oder Betreiberhaftpflicht.

 

 

 Die Photovoltaikversicherung, im Fachjargon auch „Elektroversicherung für netzgekoppelte Solaranlagen“ genannt, ist die Versicherung, die jeder Besitzer einer Solaranlage abschließen sollte. Sie versichert die Solaranlage vor Gefahren von außen.

 

Die Grundlage des Versicherungsschutzes sind die „Allgemeinen Bedingungen zu Elektroversicherung“. Dabei handelt es sich um eine Allgefahrendeckung, die bei jedem Versicherungsanbieter im Wesentlichen gleich ist. Diese Versicherung deckt alle Schäden durch:

              • Brand
              • Sturm, Blitz, Hagel, Schneedruck oder Frost
              • Kurzschluss oder Überspannung
              • Wasser, Feuchtigkeit und Überschwemmung
              • Raub, Diebstahl, Sabotage, Vandalismus oder Vorsatz Dritter
              • Ausführungsfehler, Ungeschicklichkeiten und Fahrlässigkeit in der Handhabung
              • Material- und Konstruktionsfehler
              • Tierverbiss
              • … und einiges mehr ab.

Im Regelfall sind alle Bestandteile der Photovoltaikanlage, die für das reguläre Funktionieren notwendig sind, durch die Solarversicherung abgedeckt. Das heißt, dass alle Schäden an Wechselrichtern, Gleich- und Wechselstromkabeln, Einspeise- und Erzeugungszählern, Solarmodulen, Modulkonstruktionen oder Überspannungsschutzeinrichtungen in den Versicherungsschutz einbezogen werden.

 

Diese allgemeinen Bedingungen zur Elektroversicherungen werden durch besondere Vereinbarungen, besondere Bedingungen oder Klauseln ergänzt. Da sich die Angebote der Versicherungsunternehmen hier wesentlich unterscheiden, lohnt sich ein Vergleich, um den individuell optimalen Versicherungsschutz herauszufinden.

 

Unter die besonderen Bedingungen und Klauseln fallen beispielsweise die Kosten für die De- und Remontage aufgrund von Gebäudebeschädigungen, Schäden aufgrund von Erdbeben und inneren Unruhen oder eine Erweiterungen zu der Ertragsausfallversicherung.

 

Die Photovoltaikversicherung deckt also nicht nur die Reparatur einzelner Teile bzw. der gesamten Solaranlage im Falle eines Schadens ab, über die Ertragsausfallversicherung erhalten Sonnenstromproduzenten in dem Zeitraum, in dem die Solaranlage keinen Strom produzieren kann, Schadensersatzzahlungen. Für kleinere Solaranlagen ist dieser Versicherungsschutz meist in der Photovoltaikversicherung integriert, für größere Solaranlagen wird dieser Schutz zusätzlich in Rechnung gestellt.

 

Die Versicherungsbeiträge für Solarversicherungen sind abhängig vom Anbieter und berechnen sich durch unterschiedliche Faktoren. Entscheidend für die Höhe der Beiträge sind die Investitionssumme, die Größe der Anlage bzw. die Leistung der Anlage in Kilowattpeak, die Montageart (Befindet sich die Solaranlage auf einem Schräg- oder Flachdach, an einer Hausfassade oder am Boden?), die Art der Gebäudenutzung (Handelt es sich um ein privates, gewerblich genutztes oder landwirtschaftliches Gebäude?) oder der Lage der Solaranlage (Befindet sich die Anlage in einer abgelegenen Region oder liegt sie in einem bewohnten Ort?).

 

Den unterschiedlichen Faktoren werden höhere oder niedrigere Schadensrisiken unterstellt, welche sich auf den Versicherungsbeitrag auswirken. So haben beispielsweise Flachdachanlagen eine höhere Anfälligkeit bei Sturmschäden als parallel zum Dach montierte PV-Anlagen. Freiflächen- bzw. Bodenanlagen werden wiederum mit einem höheren Diebstahlrisiko bewertet, ist die Anlage nicht durch einen entsprechend hohen Zaun geschützt. Anlagen auf landwirtschaftlichen Gebäuden werden mit einer höheren Brandgefahr bewerten, wenn Heu und Stroh in der Nähe gelagert werden.

 

Nicht nur die Versicherungsbeiträge variieren von Anbieter zu Anbieter, auch die Höhe der Selbstbeteiligung ist bei den verschiedenen Tarifen sehr unterschiedlich. Viele Versicherungen legen eine Selbstbeteiligungsklausel im Schadensfall fest, die sich zwischen 100 € bis 500 € bewegt. Einige Versicherungen verzichten völlig auf eine Selbstbeteiligung, andere wiederum liegen über dem Wert von 500 €.

 

Ein Vergleich der verschiedenen Angebote von Versicherungsunternehmen ist daher zu raten. Im Internet lassen sich vor allem für kleinere und privat genutzte Photovoltaikanlagen diverse Vergleichsrechner finden. Schwieriger wird es, sucht man den optimalen Versicherungsschutz von Solaranlagen auf gewerblich genutzten Gebäuden oder großen Freiflächenanlagen.

 

Neben der Photovoltaikversicherung gibt es die Photovoltaik Haftpflicht oder Betreiberhaftpflicht. Diese Versicherung deckt alle Schäden ab, die durch eine Photovoltaikanlage verursacht werden. Lösen sich etwa Teile der Anlage und zerstören ein in der Nähe parkendes Auto oder verletzen einen Passanten, haftet der Besitzer der Solaranlage für solcherlei Schäden. Sollten Sie eine Solaranlage auf einem gepachteten Dach betreiben, ist eine Haftpflichtversicherung in jedem Fall zu empfehlen. Befindet sich die Solaranlagen hingegen auf dem Dach Ihres Unternehmens oder Ihres Bauernhofs und Sie besitzen bereits eine Betriebshaftpflichtversicherung, können sie sich schriftlich bestätigen lassen, dass die Risiken aus dem Betrieb der PV-Anlage mitversichert sind. Private Haftpflichtversicherungen schließen die Risiken aus dem Betrieb einer Solaranlage in den seltensten Fällen mit ein.

 

Dieser Artikel könnte Sie auch interessieren:

 

Wartung von Photovoltaik-Anlagen

 

Advertisement

Keine Info mehr verpassen!

Hat Ihnen unser Artikel gefallen? Dann melden Sie sich für unseren Newsletter an und verpassen Sie keine Info mehr.

Daten werden vertraulich behandelt.