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Die EEG-Novelle – Politik macht Solarwirtschaft schwach

Foto Bundestag BerlinDas von Umweltminister und NRW-Spitzenkandidat Norbert Röttgen am Mittwoch beschlossene Gesetzespaket, die EEG-Novelle, stößt in den Ländern auf Ablehnung. Die EEG-Novelle, die weitere Solarförderungskürzungen vorsieht, wird in den Regierungen der östlichen Bundesländer Deutschlands abgelehnt.

Folgen der geplanten EEG Novelle für deutsche PV Industrie – Die Kürzung zwischen 20 und 40% rückwirkend ab 1. April betrifft Länder, die große Solarunternehmen beheimaten, sehr stark – Arbeitsplätze sind von den politischen Entscheidungen dieser Tage abhängig. So werden voraussichtlich Sachsen-Anhalt (Q-Cells, 1300 Mitarbeitende entlassen), Sachsen (Solarworld, Verlust von 300 Mio. Euro in 2011) und Thüringen gegen die Anpassungen des Erneuerbare-Energien-Gesetz stimmen. Die Haltung der Regierungen von Berlin und Brandenburg (Schließung First Solar, Wegfall von 1200 Arbeitsplätzen) als Zünglein an der Waage wird eine entscheidende Rolle spielen beim geplanten Votum am Freitag. Es könnte auf ein Vermittlungsverfahren hinauslaufen. Ob dies ein Gewinn für die Solarbranche ist, muss von mehreren Seiten betrachtet werden, denn weitere Verzögerungen und wenig politisch Endgültiges bringt die Sicherheit und Dynamik in der Photovoltaik nicht zurück. Mittelfristig hingegen ist eine Ablehnung weiterer Kürzungen ein Hoffnungsschimmer – für Solarunternehmen, die mehrheitlich Mitarbeitende entließen und mit starken Auftragsrückgängen kämpfen. Die Zahl, die BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten König nennt – 10.000 verlorene Arbeitsplätze -, ist nicht nur innerhalb der Solarwirtschaft schmerzlich zu verkraften, sondern auch mit Blick auf die Arbeitsmarktlage im Bundesgebiet ein herber Schlag. Photovoltaik und die Solarindustrie sind wachsende Märkte, die in Deutschland gebraucht werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Länder am 11. Mai verhalten. In NRW wird am Sonntag gewählt. (Quelle: dpa, Reuters)

 

Erst melken, dann speichern – die Batterie ist Photovoltaik-Zukunft

„Speicher spielen eine entscheidende Rolle beim Umbau der Stromversorgung“, meint Batterieexperte Matthias Vetter vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hervor im Interview mit Intersolar. Batterien stellen einen wichtigen Faktor in der Energiegewinnung mit Sonne dar. Sie regulieren die Einspeisung, also die Netzstabiltät und sie speichern übermäßig produzierte Energie zumindest kurz- und mittelfristig. Die Forschung und Investition in Batterietechnologie ist für die Photovoltaikindustrie verlockend. Heutige politische Rückschläge für die Branche, wie jüngst die geplanten Kürzungen der Solarförderung, nicht zuletzt aufgrund einer sogenannten Überschwemmung des Marktes mit sauberem Strom, könnten durch langfristige Speichermöglichkeiten etwas abgefedert werden. Derzeit wird in der Branche viel in die optimale Speichertechnologie und Lebenserhaltungsdauer von Batterien investiert. Hybridvarianten und leistungsfähige Lithiumbatterien, wie sie auch in Elektro-Fahrzeugen verwendet werden, stehen im Fokus um Solarstrom effizienter einsetzen zu können. Die Idee über Batteriesysteme allein die übermäßig produzierte Menge an Solarstrom zu halten ist jedoch nicht realistisch, meint Matthias Vetter. Denn Deutschland wird bei einer Einspeisung von 30% beispielsweise, „nicht umhinkommen, auch saisonale Speicher auf Basis von Wasserstoff einzusetzen und das Strom- und Gasnetz bidirektional zu koppeln.“ Speichersysteme für die Energiewende sind viel diskutiert. Auch auf der Intersolar Europe Conference am 11. Juni 2012 in München stellen Experten bei der Electricity Storage-Vortragsreihe die verschiedenen Batterietechniken und ihre jeweiligen Anwendungsgebiete vor. Eine anschließende Podiumsdiskussion soll die Frage dazu klären, welcher Speicher sich für welchen Einsatz am besten eignet.

Milk The Sun ist mittendrin in der Neugestaltung der Photovoltaikbranche – deshalb auch auf der Intersolar Messe vom 13.-15. Juni 2012. Besuchen Sie uns an Stand B2.170D.

 

Conto Energia V und die Herausforderung des Wandels in der PV-Industrie

Gerade ein Jahr nachdem das vierte Gesetz für erneuerbare Energien, die Conto Energia IV, in Kraft getreten war, wird der italienische Photovoltaikmarkt wieder mit neuen gesetzlichen Änderungen konfrontiert. Der neue Erlass, dessen Auszüge Anfang März diesen Jahres veröffentlicht wurden, soll zum Ziel haben der Industrie den Weg in Richtung Netzparität zu ebnen, so der MInister für Wirtschafts- und Umweltentwicklung. Wenn der Gesetzesentwurf auf dem aktuellen Stand in Kraft tritt, werden Einsparungen von 50% und Registerpflicht für Solarstromanlagen über 12 kWh mit neuen und strikteren FiT Kriterien die Folge sein. Nach Einschätzungen der Gewerkschaften könnte die Conto Energia V das Ende der italienischen Photovoltaikbranche bedeuten. Auch jenseits der Veränderungen, die die Conto Energia V mit sich bringt, wird sich die Photovoltaikindustrie weiteren Herausforderungen stellen müssen. Es ist offensichtlich, dass der Photovoltaikmarkt immer stärker und der Wettbewerb immer größer wird. Somit wird es unumgänglich neue Mittel und Wege zu finden mit der Dynamik des Marktes Schritt zu halten – der Conto Energia V folgen langfristig auch weitere Änderungen. Beispielsweise konnte sich selbstständig ein wettbewerbsfähiger Markt durch den starken Rückgang des Silikonpreises etablieren (Silikon ist ein Rohmaterial, das zur Fertigung von Solaranlagen verwendet wird). Solche Entwicklungen kreativ für die Photovoltaikindustrie umzusetzen stellt eine echte Alternative zu oktroyierten Gesetzesänderungen, die den Markt in Schwung bringen sollen. Es gibt wenige Lösungsansätze in der Branche, die auf eine Veränderung des Marktes eingestellt sind. Dabei ist man sich beispielsweise einig, dass die lange Schlange an Mittelsleuten, die den Markt überhäufen und Entwicklungsprozesse oder Projektübernahmen verlangsamen, verkleinert werden muss. Dynamik, Schnelligkeit und Transparenz muss sich die Industrie langfristig auf die Fahnen schreiben, damit Photovoltaik ein zukunftsfähiges und zugängliches Produkt auf europäischem Niveau werden kann.

Auch die deutsche Photovoltaikindustrie sieht sich immer neuen Restriktionen und Wendungen bezüglich der öffentlichen Förderung (Anpassungen des Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG) ausgesetzt. In diesem Moment debattiert Schwarz-Gelb, in welcher Weise aktuelle Kürzungsvorhaben in der Photovoltaikbranche umgesetzt werden sollen (Deckelung der Förderkosten oder monatliche Anpassung). Ähnlich, wie auf dem italienischen Markt, sind auch in Deutschland sinkende Produktionskosten von Solaranlagen, wegen günstigen Rohstoffpreise der Grund für explosionsartige Investitionen und stetig steigende Zahlen von Solarstromerzeugenden. Diese überraschende Entwicklung der letzten Jahre hat auf Bundesebene Kürzungen von Subventionen im Solarsektor zur Folge gehabt. Der Negativpresse und der Befürchtungen eines Einbruches der deutschen Photovoltaikindustrie zum Trotz, müssen die sinkenden Preise der Rohstoffe für PV als wirtschaftliche Chance gesehen werden. Jüngste Entwicklungen lassen eben auch die Vermutung zu, dass Photovoltaik ein zukunftsträchtiger, wettbewerbsfähiger Markt ist, der auf eigenen Beinen stehen kann. Ob in Deutschland oder Italien. Die Photovoltaikindustrie profitiert von kurzen und einfachen Kommunikationswegen zwischen Händlern, Investoren und Projektanbietenden – von neuen Marktplätzen ohne Mittelsleute und Hierarchien, wie auf Milk the Sun.

 

70 % Preisabfall bei Photovoltaikanlagen ist die Antwort globaler Überproduktion

Nach den aktuellen Veröffentlichungen von IMS Research ist der Preis für Photovoltaik Wafers im ersten Quartal 2012 um mehr als 70%, im Vergleich zum Vorjahr, gesunken. Der drastische Preisabfall, der auf eine globale Überproduktion zurückzuführen ist, hatte einen erheblichen Wandel in der Kostenstrukturierung und in den Verkaufsstrategien führender Anbietender von Photovoltaikanlagen zur Folge. Preise in einem Rekordtief von bis zu 0,70$/W, veranlassen Versorger ihre hauseigenen Produktionskosten zu senken und kaufen Wafers vermehrt von Drittanbietenden. Neuste Ergebnisse einer IMS Research Studie zeigen, dass die Preise im ersten Quartal 2012 bis auf $0,30/W gesunken sind, wohingegen der durchschnittliche Preis pro Watt im selben Zeitraum des vergangenen Jahres bei etwas über einem Dollar lag. Dieser rapide Preisrückgang ist der Überproduktion und dem harten Wettbewerb in der Photovoltaikindustrie geschuldet. Die Industrie ist geprägt vom enormen Wachstum der Fördermöglichkeiten einerseits und den Folgen der Fehleinschätzungen von zu hoch gegriffenen Prognosen der Nachfrage von 2011 andererseits. Auch die Durchschnittspreise von Polysilikon, Zellen und Modulen sind im Jahr 2011 gesunken, jedoch nicht so drastisch wie die Preise für Wafer; der Durchschnittspreis im ersten Quartal sank mit 48%, 57% und 44% Jahr für Jahr.

Die IMS Studie zeigt, dass die Produktionszahlen von Wafer um 50% gestiegen waren, um am Ende des Jahres 2011 die 50 GW Marke zu erreichen. Im Vergleich dazu wird das globale Wachstum der Nachfrage jedoch auf nur 35% auf 26,9 GW geschätzt. Die Photovoltaikmodule produzierende Industrie begegnet diesem dramatischen Wandel mit neuen Produktionsstrategien. „Intensiver Preisdruck und Wettbewerb innerhalb der gesamten PV Industrie drängt Anbietende mehr denn je dazu sich auf die Kostenminimierung als Gewinnstrategie einzusetzen“ sagt der leitende Forscher von IMS Research, „insbesondere große chinesische PV Anbietende verfolgten das Ziel einer 100%igen vertikalen Integration in 2010 und 2011 und expandierten dabei ihren hauseigene Wafer-Produktionskapazität.“ Wegen des krasse Preisverfalls von Wafer, gerade im Verhältnis zum Polysilikon im letzten Jahr, schmälern Anbietende die Wafer-Produktionsmengen und kaufen stattdessen im Ausland. IMS Research prognostiziert weitere Preisrückgänge für Aluminium und Silikonwafer für das Jahr 2012. Bis zum Ende des Jahres 2012 wird ein Preisrückgang von 25 % im Vergleich zum letzten Quartal 2011 erwartet. Der Preisverfall für Silikon in derselben Zeit wird noch höher, auf bis zu 33%, geschätzt.

Milk the Sun: Der Handelsplatz für die europäische Solarenergiebranche geht online

Logo Milk the Sun - Der europäische Marktplatz für PhotovoltaikMilk the Sun bringt Projektentwickler, Investoren, Flächenbesitzer und Eigentümer von Bestandsanlagen direkt miteinander ins Geschäft

Mit www.milkthesun.com geht der erste europaweite Marktplatz online, der den Handel von Projektrechten und Bestandsanlagen mit einer Dach- und Freiflächenbörse vereint. Milk the Sun schafft damit eine innovative Lösung, um den bislang unübersichtlich strukturierten Erst- und Zweitmarkt transparent zu gestalten. Bisher stehen sich auf dem Photovoltaik-Markt eine Vielzahl kleiner Anbieter von Dachflächen oder Projektrechten und Investoren gegenüber. „Von der Planung bis zur Installation bzw. für den Wiederverkauf einer Solaranlage sind viele Zwischenhändler notwendig. Dadurch ist der Handel mit Photovoltaik-Anlagen und Projektrechten nicht nur zeitaufwendig und langwierig, sondern auch mit hohen Transaktionskosten verbunden“, sagt Felix Krause, Geschäftsführer von Milk the Sun. 

Projektrechte, Dachflächen und Anlagen bequem online vermarkten – www.milkthesun.com bietet für Projektentwickler, Investoren, Flächenbesitzer und Eigentümer von Bestandsanlagen die Möglichkeit, sich direkt miteinander zu vernetzen. Lange Maklerketten werden überflüssig. Alle Nutzer der Plattform können Angebote oder Gesuche einstellen, Projekte vergleichen, Solarflächen finden und damit den Akquiseaufwand erheblich verringern. Angesichts der Förderkürzungen von Solarenergie in vielen europäischen Ländern, ist es zwingend erforderlich neue Vermarktungswege zu schaffen. „Die Zwischenhändler haben bisher große Teile der Investitionsrenditen verschlungen“, erklärt Felix Krause. „Damit Solarenergie weiterhin profitabel bleibt, müssen Geschäftspartner künftig direkt miteinander in Verbindung treten. Milk the Sun bietet hierfür die optimale Lösung.“ 

Individuelle Beratung und Vermittlung von Serviceleistungen – Neben der Handelsplattform berät Milk the Sun auch bei Fragen zu Versicherung oder Wartung. Bei rechtlichen, steuerlichen oder Finanzierungsangelegenheiten steht den Nutzern außerdem ein Netzwerk aus Experten und Beratern zur Verfügung. 

Milk the Sun  – Das Team von Milk the Sun bündelt Expertisen und Kompetenzen rund um das Thema Solarenergie. Es verfügt über langjährige Erfahrungen in der Gesamtrealisierung großer Solarkraftwerke und hat ausgezeichnete Marktkenntnisse. Milk the Sun hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Photovoltaik-Markt dynamisch zu gestalten, zeitaufwendige und kostenintensive Hürden zu überwinden und dadurch einen Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien zu leisten.

Die neue Einspeisevergütung – Herausforderung und Chance

Die letzte Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist erst vor zwei Monaten in Kraft getreten. Trotzdem plant die Bundesregierung erneut Änderungen an dem Gesetz, die vor allem die Förderungen der Solarenergie betreffen. Für den Ausbau der Photovoltaik in Deutschland waren die umfangreichen staatlichen Förderungen zweifelsohne von großer Bedeutung. Die Bundesrepublik konnte ihre Vorreiterrolle auf dem Solarmarkt behaupten und sich als einer der führenden Standorte für Produktion, Forschung und installierter Photovoltaik-Leistung etablieren. Bislang wurde in Deutschland eine Leistung von knapp 25 Gigawattpeak (GWp) installiert, allein im letzten Jahr kamen 7,5 GWp hinzu[1]. Durch die Kürzungen muss die Solarbranche in Zukunft zwar einige Einschnitte hinnehmen, allerdings werden diese durch den technologischen Fortschritt abgefedert und bieten sogar die Chance, die bislang starren Strukturen des Solarmarktes aufzuweichen.

 

Investitionen in den deutschen Solarmarkt lohnen sich:

                • Die Produktion von Solarstrom bleibt auch mit den neuen Einspeisevergütungen attraktiv und rentabel
                • Durch den technologischen Fortschritt wird bald Netzparität erreicht und Förderungen werden komplett überflüssig
                • Neue Vermarktungsstrukturen machen den Solarmarkt liquider und transparenter

1.      Eckdaten der neuen Fördertarife

 

Der aktuelle Gesetzesentwurf der Bundesregierung sieht folgende wesentliche Änderungen vor[2]:

                • Eine einmalige und deutliche Absenkung der Tarife, um diese an die gesunkenen Marktpreise von Photovoltaikmodulen anzupassen. Die Änderung tritt für Dachanlagen voraussichtlich zum 1. April 2012 in Kraft, für Freiflächenanlagen zum 1. Juli.
                • Bisher wurde Solarstrom zu 100 % vergütet. Jetzt können sich Besitzer kleinerer Anlagen mit einer Leistung von bis zu 10 Kilowattpeak (kWp) 85 % ihres Stroms vergüten lassen, alle anderen Anlagenbesitzer 90 %.
                • Bisher wurden die Tarife alle sechs Monate reduziert. Künftig werden die Tarife monatlich 0,15 Cent gekürzt.
                • Der Photovoltaik-Zubau soll dadurch auf 2500 – 3500 Megawattpeak (MWp) pro Jahr reduziert werden.

Entwicklung der Einspeisevergütungen seit 2010:

 

Inbetriebnahme 30 kWp 100 kWp bis 1 MWp über 1 MWp Freiflächen
01.01.2010 39,14 37,23 35,23 29,37 28,43
01.07.2010 34,05 32,39 35,23 25,55 25,02
01.10.2010 33,03 31,42 29,73 24,79 24,26
01.01.2011 28,74 27,33 25,86 21,56 21,11
01.01.2012 24,43 23,26 21,98 18,33 17,94
Neu: bis 10 kWp bis 100 kWp entfällt bis 1 MWp bis 10 MWp bis 10 MWp
ab 01.03.2012 19,50 16,50 13,50 13,50
Kürzung um 20,2 % 29,0 % 24,9 % 26,4 % 24,7 %
ab 01.05.2012 monatliche Degression 0,15
ab 01.01.2013 18,15 15,15 12,15 12,15
ab 01.01.2014 16,35 13,35 10,35 10,35
ab 01.01.2015 14,55 11,55 8,55 8,55
ab 01.01.2015 12,75 9,75 6,75 6,75

(Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit; www.EEG-2011.de)

2.      Solarstrom bleibt rentabel

Die neuen Einspeisevergütungen stellen Projektentwickler und Unternehmen der Solarbranche sicherlich vor neue Herausforderungen. Trotz der Kürzungen ist die Produktion von Solarstrom aber weiterhin rentabel.

Entwicklungsausblick für die verschiedenen Anlagetypen:

Kleinere Dachanlagen bis zu 10 kWp:

                • Die Kürzungen fallen für diese Anlagen wenig drastisch aus. Die für den 1. Juli geplante Kürzung um 15 % wird lediglich um 5  % erhöht und ein paar Monate vorgezogen.

                • Je nachdem mit welchen Modulen gebaut wird, ergeben sich für diese Analgen immer noch Renditen von 5 – 8 %[3]. Die Investition in eine Solaranlage ist dadurch immer noch attraktiver als die Investition in eine ähnlich sichere und langfristige Kapitalanlage.

                • Nach Berechnungen der Welt Online wird Strom aus Dachanlagen ab dem 1. Januar 2014 um 4 %, ab dem 1. Januar 2015 sogar um 22 % höher vergütet, als es nach dem bisherigen Fördersystem der Fall gewesen wäre. Diese Berechnung beruht allerdings auf der Annahme, dass der Zubau konstant bei rund 7,5 Gigawattpeak pro Jahr bleibt[4].

                • Private Dachanlagen werden durch die 85 %-Regel zum Eigenverbrauch angehalten. Bei einem derzeitigen Strompreis von 24 Cent pro Kilowattstunde zahlt sich der Eigenverbrauch aus und steigert die Rendite der Anlage. Langfristig wird die Produktion von Sonnenstrom immer preiswerter, während die Stromkosten steigen.

                • Ein wesentlicher Rückgang der Nachfrage ist in diesem Marktsegment nicht zu erwarten.

Bei größeren Dach- und Freiflächenanlagen:

                • Die Kürzungen betragen bei diesen Anlagen rund 25 % der bisherigen Fördertarife. Hinzu kommt, dass der produzierte Strom nur noch zu 90 % vergütet wird. Die restliche Strommenge muss direkt an der Strombörse vermarktet werden.

                • Nach der Absenkung der Tarife können große Freiflächenanlagen immer noch mit Renditen von bis zu 6 % rechnen, prognostiziert Patrick Hummel von der UBS. Dadurch findet eine Marktanpassung des bisher stark überförderten Segments statt[5].

                • Sogenannte Konversionsflächen – das sind brachliegende Militär-, Industrie- oder Deponieflächen – werden durch die neue Vergütung für eine Übergangsphase unattraktiver. Durch sinkende Modulkosten wird aber dieses Marktsegment wieder für Investoren attraktiv.

Sowohl mit kleineren Anlagen als auch mit größeren Anlagen lassen sich trotz der reduzierten Einspeisetarife noch immer Gewinne erzielen. Die Nachfrage nach Solaranlagen wird daher nicht wesentlich einbrechen – zumal Investitionen in eine PV-Anlage häufig umweltpolitisch motiviert sind.

3.      Preisentwicklung und Netzparität

Durch den technischen Fortschritt und den verstärkten internationalen Wettbewerb sind die Preise für Solarmodule in den letzten Jahren stetig gesunken. Polykristalline Module aus deutscher Produktion sind derzeit für durchschnittlich 1,07 Euro pro Wattpeak erhältlich. Der Preisunterschied zum Dezember vergangenen Jahres liegt bei 4,5 %. Polykristalline Module aus China kosten derzeit noch 0,79 Euro pro Wattpeak und sind im Vergleich zum Dezember um 2,5 % gesunken[6]. Neben den gesunkenen Preisen steigt die Energieeffizienz der Module.

Die Grafik des Bundesverbandes Solarwirtschaft zeigt, dass die Preise für Solarmodule in den letzten 5 Jahren insgesamt um mehr als 50 % gefallen sind:

Durch diese Preisentwicklung wird zum Jahreswechsel 2012/2013 die Netzparität für Solarstrom erreicht. Das bedeutet, dass die Produktionskosten von Solarstrom nicht mehr teurer sind, als der Kauf des Stroms vom Stromversorger. Ab diesem Moment ist die Produktion von Solarstrom an sich rentabel und nicht mehr auf staatliche Förderungen angewiesen. Die folgende Grafik zeigt die Systempreisentwicklung im Vergleich zur Tarifhöhe in den letzten Jahren. Zwar wird hier noch von der Förderkürzung zum 1. Juli um 15 % ausgegangen, deutlich wird aber, dass die Systemkosten zum Ende des letzten Quartals 2011 deutlich unter der EEG-Vergütung lagen. Eine Anpassung der Tarife an diese Preise fördert also nur das selbstgesteckte Ziel der Branche bald die Netzparität zu erreichen.

Kosten und Förderung von Solarstrom seit 2008 halbiert: (Quelle: BSW-Solar; http://www.solarwirtschaft.de/fileadmin/media/pdf/bsw_solar_fakten_pv.pdf)

4.      Chancen für den Erst- und Zweitmarkt

Für den Erstmarkt ergeben sich aus der Kürzung der Förderung vor allem folgende Konsequenzen: Bisher zeichnet sich der Erstmarkt – der Handel von Projektrechten – durch lange Maklerketten aus. Um Flächenbesitzer, Projektentwickler und Investoren zusammen zu bringen, waren bislang viele Vermittler notwendig. Die neuen Tarife ermöglichen aber nicht mehr die Gewinnmargen, um den Handel von Projektrechten für so viele Vermittler lukrativ zu machen. Genau hier setzt Milk the Sun an. Lange Vermittlerketten werden durch die Plattform umgangen. Flächenbesitzer, Projektentwickler und Investoren können sich direkt miteinander vernetzen. Einerseits werden so Maklergebühren gespart, was die Rendite insgesamt wieder erhöht, andererseits gewinnt der Markt so deutlich mehr Transparenz. Auch Pachtmodelle lohnen sich so immer noch, auch wenn in Zukunft mit Sicherheit Leasing- oder Bürgersolarkonzept an Attraktivität gewinnen werden.

Der Zweitmarkt wird noch attraktiver: Der Kauf von bereits laufenden Solaranlagen als Kapitalanlage wird immer attraktiver und unproblematischer. Nicht nur sind die tatsächlichen Erträge der Anlage bekannt – was sie als Investition noch sicherer macht – sondern man erhält für den eingespeisten Strom auch die bisher gültige Einspeisevergütung. Erwirbt man beispielsweise eine Anlage mit einer Leistung von 80 kWp, die am 01.07.2010 ans Netz ging, erhält man auf den ins Netz eingespeisten Solarstrom, die zu dem damaligen Zeitpunkt geltenden, fast doppelt so hohen Vergütungen.

[1] Bundesverband Solarwirtschaft: Statistische Zahlen der deutschen Solarstrombranche, Januar 2012, http://www.solarwirtschaft.de/fileadmin/media/pdf/bsw_solar_fakten_pv.pdf

[2] Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie: EU-Effizienzrichtlinie und Erneuerbare-Energien-Gesetz, 23.02.2012, http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/ergebnispapier__eu-effizienzrichtlinie.pdf

[3] Schultz, Stefan: So lohnt sich die Solaranlage auch künftig, Spiegel Online, 29.02.2012, http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,817172,00.html

[4] Wetzel, Daniel: Solarkürzung wirkt nur auf kurze Zeit, Welt Online, 29.02.2012, http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article13894344/Solarkuerzung-wirkt-nur-auf-kurze-Sicht.html

[5] Schultz, Stefan: So lohnt sich die Solaranlage auch künftig, Spiegel Online, 29.02.2012, http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,817172,00.html

[6] Vgl. PVX Spotmarkt Preisindex Solarmodule, http://www.solarserver.de/service-tools/photovoltaik-preisindex.html

Demonstrationen gegen Förderkürzungen der Solarenergie

Heute Vormittag berät sich das Bundeskabinett zu den Kürzungsplänen für die Solarenergie. Bundesumweltminister Norbert Röttgen und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler stellten in der vergangenen Woche ihren gemeinsamen Plan zur künftigen Solarstromförderung vor. Dieser Plan sorgt dabei für Diskussionsstoff, nicht nur auf Seiten der Opposition, sondern auch innerhalb der Regierungsfraktionen selbst.

Am lautesten aber sind die Stimmen der Vertreter der Solarbranche und der Umweltverbände. Und so versammelten sich auch heute etwa 350 Gegner der Kürzungspläne vor dem Kanzleramt. Mit Slogans, wie: „Los jetzt Mutti Merkel, stopp die Klimaferkel!“ und „Solarstrom statt Kohle und Atom“ begrüßten die Demonstranten die Kabinettsmitglieder auf dem Weg zu ihrer Sitzung.

Die Pläne der Minister gefährden nicht nur die Solarenergie, sondern auch die angestrebte  Energiewende. Verdeutlicht wurde dies durch eine Aktion, in der zwei Figuren mit überdimensionierten Köpfen der Minister Rösler und Röttgen mit Vorschlaghämmern auf Solarmodule und die Energiewende eischlugen.

Am 5. März findet in Berlin eine Großdemonstration gegen die Abschaffung der Solarenergie durch den Beschluss von Röttgen und Rösler statt.

Röttgen und Rösler zeigen Einigkeit über Solarförderung – Aber die Solarbranche geht auf die Barrikaden

In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben Norbert Röttgen und Philipp Rösler heute in Berlin ihren gemeinsamen Vorschlag zur künftigen Förderung von Solarstrom vorgestellt.

Zur gleichen Zeit versammelten sich bundesweit Vertreter der Solarbranche um gegen die schon im Vorfeld bekannt gewordenen Einzelheiten der Pläne zu protestieren.

Und tastsächlich haben sich diese befürchteten Einschnitte bewahrheitet. In vier Schritten, heißt es in dem gemeinsamen Positionspapier, solle der kosteneffiziente und marktorientierte Ausbau der Photovoltaik erreicht werden.

Darunter verstehen der Bundesumweltminister Röttgen und der Bundeswirtschaftsminister Röslers folgendes:

Bereits zum 9. März soll eine einmalige drastische Absenkung der Stromvergütung stattfinden. Dabei werden die Anlagenkategorien neu bestimmt. Das Vergütungsmodell unterscheidet dann zwischen drei Kategorien: kleine Dachanlagen bis 10 Kilowattpeak (kWp), Dachanlagen bis 1000 kWp und große Anlagen von 1000 kWp bis 10 Megawattpeak (Dach- und Freiflächen).

Kleinen Anlagen erhalten ab dem 9. März nur noch 19,5 Cent je eigespeister Kilowattstunde. Bisher erhielten Anlagenbesitzer dieser Größe 24,43 Cent. Mittlere Anlagen bis zu 1000 Kilowattpeak erhalten ab dem Stichtag nur noch 16,5 Cent. Bisher erhielten Anlagen mit einer Leistung bis zu 100 kWp 23,23 Cent, doch diese Kategorie soll künftig entfallen. Daher liegen die Kürzungen in diesem Bereich bei 29% bis 24,9%. Anlagen mit einer Leistung zwischen 1000 kWp bis 10 Megawattpeak werden nur noch mit 13,5 Cent vergütet. Für Dachanlagen werden die Tarife dadurch um 26,4% und für Freiflächen um 24,7% gesenkt.

Im zweiten Schritt sollen die bisherigen Degressionsintervalle verändert werden. Statt einer halbjährigen Anpassung, sollen die Tarife nun ab Mai jeden Monat, unabhängig vom Anlagentyp um 15 Cent reduziert werden. Am Jahresende, würde das bedeuten, dass die Absenkung der Tarife im Vergleich zum Vorjahr je nach Anlagentyp 25,7% bis 33,7% beträgt. Durch diese Änderung soll einer Jahresendrally, wie sie im Dezember vergangenen Jahres stattfand, vorgebeugt werden.

Um Solarstromanlagen stärker an den Markt heranzuführen, begründen die Minister weiter, sind künftig nur noch bestimmte Mengen des produzierten Sonnenstroms förderfähig. Kleine Dachanlagen bis 10 kWp können 85% ihres erzeugten Stroms vergüten, alle anderen Anlagen 90%. Notwendig sei dieser Schritt, um Anreize zu schaffen, die restlichen Mengen selber zu verbrauchen oder direkt zu vermarkten. Gleichzeitig entfällt allerdings der im EEG 2012 beschlossene Eigenverbrauchsbonus.

Um künftig schnell auf Über- oder Unterschreitungen des vorgesehenen Zubaukorridors reagieren zu können, sieht das Positionspapier vor, das Bundesumweltministerium, im Einvernehmen mit dem Bundeswirtschaftsministerium mit einer Verordnungsermächtigung zu versehen. Für 2012 und 2013 haben Röttgen und Rösler einen Zubau von 2500 bis 3500 Megawattpeak (MWp) im Sinn. Anschließend sollen pro Jahr etwa 400 MWp weniger zugebaut werden und ab 2017 rechnen die Minister mit einem jährlichen Zubau zwischen 900 bis 1900 MWp.

Schon im Vorfeld kritisierte der Bundesverband Solarwirtschaft die Kürzungspläne von Röttgen und Rösler. „Was hier geplant ist, ist ein Solar-Ausstiegsgesetz. Nun soll Solarstrom der Stecker gezogen werden. So kann die Energiewende nicht gelingen. Die Existenz von vielen zehntausend Arbeitsplätzen in einer der wichtigsten Zukunftsbranchen steht auf dem Spiel. Rösler und die Interessen der großen Energiekonzerne haben sich durchgesetzt. Jetzt droht ein gewaltiger Rollback in der Umwelt- und Energiepolitik“, so Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar.

 Die neuen Vergütungssätze auf einen Blick

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