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Keine konkreten Lösungen zur Solarförderung

Seit Wochen liefern sich Umweltpolitiker und Wirtschafts-politiker der Regierungsfraktionen ein Wortgefecht, wie die künftige Solarförderung zu gestalten und der Zubau der jährlichen Photovoltaik-leistung in einem geordneten Rahmen zu begrenzen sei. Mit Spannung wurde daher das Ergebnis der gestrigen Sitzung der Arbeitsgruppe Energie der Regierungsfraktionen der CDU, CSU und FDP erwartet.

Noch vor dem Treffen hatte die Arbeitsgruppe Wirtschaft und Technologie der CDU/CSU-Bundestagsfraktionen, laut der Photovoltaik, einen eigenen Vorschlag zur Solarförderung vorgelegt, indem sie eine jährliche Deckelung von 800 Megawatt forderte. Die Arbeitsgruppe Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion lehnte diese Forderung hingegen schon im Voraus ab.

Die innere Zerrissenheit der Union spiegelt sich auch in den Ergebnissen des gestrigen Treffens wider. Konkret konnte sich die Arbeitsgruppe Energie auf keine Lösung einigen. Fest steht, dass eine strikte Deckelung von 1000 Megawatt oder weniger vorerst vom Tisch ist. Das bisherige Regierungsziel „den Zubau auf ein vernünftiges Maß“ bei 2500 bis 3500 Megawatt zu begrenzen, gelte weiter, denn „ein fester Deckel würde die Solarwirtschaft in Deutschland abwürgen“, sagte Umweltminister Röttgen im Anschluss. Außerdem seien sich alle Teilnehmer einig, dass es einen zusätzlichen großen Kürzungsschritt geben müsse, sagte CDU-Wirtschaftspolitiker Joachim Pfeiffer. Allerdings sei man sich über die Höhe der Kürzungen noch nicht einig, die Vorschläge hierzu variieren zwischen 10 bis 40 Prozent der bisherigen Einspeisevergütungen. Besonders großen Handlungsbedarf sieht Röttgen bei den Freiflächenanlagen, denn zuletzt wurden etwa ein Drittel aller neuen Solaranlagen auf Freiflächen und nicht auf Dächern installiert. „Je größer die Solarleistung, je größer ist auch die Netzbelastung“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

Das Bundesumweltministerium hat gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium nun den Auftrag erhalten, bis Ende Februar eine gemeinsame Regelung zur Solarförderung vorzulegen. Röttgen zeigte sich sehr zuversichtlich: „Ich strebe an, dass wir zum 1. April eine Gesetzesänderung wirksam haben“, und kündigte bereits für nächste Woche erste Beratungen zwischen beiden Ministerien an. Sitzungsteilnehmer berichten, dass eine Verordnung erwogen werde, mit der künftig Fördersätze ohne ein komplettes Gesetzesverfahren geändert werden können.

Nach der anhaltenden Debatte des letzten Monats bleibt abzuwarten, ob der ambitionierte Zeitplan der Regierungsfraktionen einzuhalten ist, zumal auch der Bundesrat mit dem Gesetzesentwurf befasst werden muss. Erste kritische Stimmen von Seiten der Opposition wurden direkt nach dem Treffen laut. Hans-Josef Fell, Energie-Experte der Grünen, sprach von zusätzlicher Verunsicherung der Investoren und nicht einzuhaltenden Terminen: „Der unrealistische Zeitplan, Ende Februar einen Gesetzentwurf vorzulegen und das Gesetz schon am 1. April in Kraft treten zu lassen, ist ein vorgezogener Aprilscherz.“

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Solarstrom wird immer günstiger

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg äußerte sich Zhengrong Shi, Geschäfts-führer von Suntech, einem der weltweit größten Solarmodulhersteller über die Entwicklung des Photovoltaik-Markts.

 

Demnach wird die Erzeugung von Sonnenstrom immer günstiger. Er rechnet damit, dass bis zum Jahr 2015 in rund 50 Prozent aller Länder die Netzparität erreicht wird. Die Preise für Solarmodule auf Siliziumbasis fielen im letzten Jahr um 51 Prozent während die Top-10 der Modulproduzenten ihre Produktionsmenge verdoppelten. In einigen Ländern, wie in Indien, Italien oder Spanien hat das dazu geführt, dass Solarstrom sogar ohne Subventionen mit Strom aus fossilen Brennstoffen konkurrieren kann.

 

Während Europa bisher der führende Markt sowohl für die Modulherstellung als auch für die Installation von Solaranlagen war, bewegt sich gerade der Markt der Modulproduktion zunehmend von Europa weg, so Shi. Stattdessen findet eine rasante Entwickelung in China, den USA, Japan und Südafrika statt. Befördert wird dieser Prozess seiner Meinung nach auch dadurch, dass die europäischen Regierungen inmitten der Schuldenkrise, die Subventionen für die erneuerbaren Energien kürzen, um die Kosten zu reduzieren.

 

In Indien sei die Stromerzeugung aus Solar beispielsweise jetzt schon billiger als die aus Diesel, sagte er Bloomberg, aber diese Entwicklung gebe es nicht nur in Indien, sondern in vielen Ländern der Welt.

 

Jetzt also doch einen Deckel für die Solarenergie

Kurz vor der Sitzung der Arbeitsgruppe Energie der Regierungsfraktionen am Mittwoch reicht Philipp Rösler einen eigenen Vorschlag zur Kürzung der Förderungen der Solar-energie ein und provoziert damit Norbert Röttgen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fällt in den Zuständigkeitsbereich des Umweltministers, doch der Wirtschaftsminister Rösler begründete sein vorpreschen, laut Handelsblatt, mit der Untätigkeit des Umweltministers.

 

Dabei zeigte sich der FDP-Vorsitzende Rösler nach dem Treffen des Umweltministers mit Vertretern der Solarbranche in der vergangene Woche und dem daraus resultierenden Plan, die Solarförderungen künftig monatlich anzupassen, anfänglich recht zufrieden.

 

Da sich aber die Solarkritiker des CDU-Wirtschaftsflügels, allen voran Joachim Pfeiffer und Michael Fuchs, gegen den Vorschlag von Röttgen äußerten, scheint auch Philipp Rösler wieder angespornt, gegen den Umweltminister zu schießen.

 

CDU-Fraktionsvize Michael Fuchs gab, nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters, zu bedenken, dass die monatliche Anpassung der Förderleistungen, den Zubau der Photovoltaik nicht wesentlich begrenzen werde. Das sei aber dringend notwendig, um die EEG-Umlage stabil bei 3,5 Cent je Kilowattstunde zu halten, so die Argumente der Kritiker der Solarenergie.

 

Da ist es keine Überraschung, dass auch Philipp Rösler nun doch wieder eine Deckelung des Solarzubaus fordert. Jährlich soll der Zubau nach seinem Vorschlag maximal 1000 Megawatt betragen, sodass bis 2020 ein Gesamtzubau von 9000 Megawatt erfolgen soll. Außerdem sollen die Einspeisetarife einmal drastisch um 25 bis 32 Prozent reduziert werden.

 

Nachdem der Wirtschaftsminister auch schon eine Art Quotenregelung für den Ausbau der erneuerbaren Energien vorschlug, bleibt abzuwarten, wie lange dieser Vorschlag nun Bestand haben wird.

 

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Der Versicherungsschutz für Photovoltaikanlagen

Photovoltaikanlagen werden technisch und qualitativ immer besser, daher gehen von ihnen keine Gefahren aus. Äußere Einflüsse auf PV-Anlagen sind allerdings schwer abzuschätzen. Im Falle eines Schadens der Solaranlage, verursacht etwa durch Hagel, Sturm oder Schnee, ist der Ärger bei denen groß, die ihre Solaranlage nicht versichert haben.

 

Im Wesentlichen gibt es zwei verschiedene Typen von Versicherungen für Solaranlagen: die Photovoltaik- oder Solarversicherung und die Photovoltaik- oder Betreiberhaftpflicht.

 

 

 Die Photovoltaikversicherung, im Fachjargon auch „Elektroversicherung für netzgekoppelte Solaranlagen“ genannt, ist die Versicherung, die jeder Besitzer einer Solaranlage abschließen sollte. Sie versichert die Solaranlage vor Gefahren von außen.

 

Die Grundlage des Versicherungsschutzes sind die „Allgemeinen Bedingungen zu Elektroversicherung“. Dabei handelt es sich um eine Allgefahrendeckung, die bei jedem Versicherungsanbieter im Wesentlichen gleich ist. Diese Versicherung deckt alle Schäden durch:

              • Brand
              • Sturm, Blitz, Hagel, Schneedruck oder Frost
              • Kurzschluss oder Überspannung
              • Wasser, Feuchtigkeit und Überschwemmung
              • Raub, Diebstahl, Sabotage, Vandalismus oder Vorsatz Dritter
              • Ausführungsfehler, Ungeschicklichkeiten und Fahrlässigkeit in der Handhabung
              • Material- und Konstruktionsfehler
              • Tierverbiss
              • … und einiges mehr ab.

Im Regelfall sind alle Bestandteile der Photovoltaikanlage, die für das reguläre Funktionieren notwendig sind, durch die Solarversicherung abgedeckt. Das heißt, dass alle Schäden an Wechselrichtern, Gleich- und Wechselstromkabeln, Einspeise- und Erzeugungszählern, Solarmodulen, Modulkonstruktionen oder Überspannungsschutzeinrichtungen in den Versicherungsschutz einbezogen werden.

 

Diese allgemeinen Bedingungen zur Elektroversicherungen werden durch besondere Vereinbarungen, besondere Bedingungen oder Klauseln ergänzt. Da sich die Angebote der Versicherungsunternehmen hier wesentlich unterscheiden, lohnt sich ein Vergleich, um den individuell optimalen Versicherungsschutz herauszufinden.

 

Unter die besonderen Bedingungen und Klauseln fallen beispielsweise die Kosten für die De- und Remontage aufgrund von Gebäudebeschädigungen, Schäden aufgrund von Erdbeben und inneren Unruhen oder eine Erweiterungen zu der Ertragsausfallversicherung.

 

Die Photovoltaikversicherung deckt also nicht nur die Reparatur einzelner Teile bzw. der gesamten Solaranlage im Falle eines Schadens ab, über die Ertragsausfallversicherung erhalten Sonnenstromproduzenten in dem Zeitraum, in dem die Solaranlage keinen Strom produzieren kann, Schadensersatzzahlungen. Für kleinere Solaranlagen ist dieser Versicherungsschutz meist in der Photovoltaikversicherung integriert, für größere Solaranlagen wird dieser Schutz zusätzlich in Rechnung gestellt.

 

Die Versicherungsbeiträge für Solarversicherungen sind abhängig vom Anbieter und berechnen sich durch unterschiedliche Faktoren. Entscheidend für die Höhe der Beiträge sind die Investitionssumme, die Größe der Anlage bzw. die Leistung der Anlage in Kilowattpeak, die Montageart (Befindet sich die Solaranlage auf einem Schräg- oder Flachdach, an einer Hausfassade oder am Boden?), die Art der Gebäudenutzung (Handelt es sich um ein privates, gewerblich genutztes oder landwirtschaftliches Gebäude?) oder der Lage der Solaranlage (Befindet sich die Anlage in einer abgelegenen Region oder liegt sie in einem bewohnten Ort?).

 

Den unterschiedlichen Faktoren werden höhere oder niedrigere Schadensrisiken unterstellt, welche sich auf den Versicherungsbeitrag auswirken. So haben beispielsweise Flachdachanlagen eine höhere Anfälligkeit bei Sturmschäden als parallel zum Dach montierte PV-Anlagen. Freiflächen- bzw. Bodenanlagen werden wiederum mit einem höheren Diebstahlrisiko bewertet, ist die Anlage nicht durch einen entsprechend hohen Zaun geschützt. Anlagen auf landwirtschaftlichen Gebäuden werden mit einer höheren Brandgefahr bewerten, wenn Heu und Stroh in der Nähe gelagert werden.

 

Nicht nur die Versicherungsbeiträge variieren von Anbieter zu Anbieter, auch die Höhe der Selbstbeteiligung ist bei den verschiedenen Tarifen sehr unterschiedlich. Viele Versicherungen legen eine Selbstbeteiligungsklausel im Schadensfall fest, die sich zwischen 100 € bis 500 € bewegt. Einige Versicherungen verzichten völlig auf eine Selbstbeteiligung, andere wiederum liegen über dem Wert von 500 €.

 

Ein Vergleich der verschiedenen Angebote von Versicherungsunternehmen ist daher zu raten. Im Internet lassen sich vor allem für kleinere und privat genutzte Photovoltaikanlagen diverse Vergleichsrechner finden. Schwieriger wird es, sucht man den optimalen Versicherungsschutz von Solaranlagen auf gewerblich genutzten Gebäuden oder großen Freiflächenanlagen.

 

Neben der Photovoltaikversicherung gibt es die Photovoltaik Haftpflicht oder Betreiberhaftpflicht. Diese Versicherung deckt alle Schäden ab, die durch eine Photovoltaikanlage verursacht werden. Lösen sich etwa Teile der Anlage und zerstören ein in der Nähe parkendes Auto oder verletzen einen Passanten, haftet der Besitzer der Solaranlage für solcherlei Schäden. Sollten Sie eine Solaranlage auf einem gepachteten Dach betreiben, ist eine Haftpflichtversicherung in jedem Fall zu empfehlen. Befindet sich die Solaranlagen hingegen auf dem Dach Ihres Unternehmens oder Ihres Bauernhofs und Sie besitzen bereits eine Betriebshaftpflichtversicherung, können sie sich schriftlich bestätigen lassen, dass die Risiken aus dem Betrieb der PV-Anlage mitversichert sind. Private Haftpflichtversicherungen schließen die Risiken aus dem Betrieb einer Solaranlage in den seltensten Fällen mit ein.

 

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Gewissheit über britische Förderkürzungen der Solarenergie

Nach Monaten der Ungewissheit, sieht es jetzt danach aus, dass die britische Solarindustrie mit einer gewissen Sicherheit in die Zukunft blicken kann. Das britische Ministerium für Energie und Klimawandel gab nun bekannt, dass die Einspeisetarife für Sonnenstrom ab März reduziert werden.

 

Die Pläne der Regierung die Feed-in Tariffs rückwirkend bereits zum Dezember zu kürzen, wurden erfolgreich durch eine Klage britischer Solarunternehmen und Umweltverbände beim Obersten Gerichtshof verhindert. Die Regierung legt gegen die Entscheidung des Gerichts allerdings Einspruch ein und wartet nun auf die Entscheidung des Obersten Gericht, welche am 9. Februar getroffen werden soll.

 

„But this is too important for us to sit and do nothing while we wait“, sagte Greg Barker, der britische Minister für Energie und Klimawandel. Daher stellte die Regierung quasi einen Plan B vor, der die Kürzung der Einspeisevergütungen erst ab dem 3. März 2012 vorsieht.

Unabhängig vom Ausgang der Beschwerde, kann sich die Solarbranche nun sicher sein, dass alle Anlagen, die ab dem 3. März ans Netz gehen, mit den neuen Tarifen vergütet werden.

 

Die neuen Vergütungen liegen zwischen 21 Pence pro Kilowattstunde (p/kWh) für kleine Anlagen mit einer Leistung bis zu 4 Kilowattpeak und 8,5 Pence für Freiflächenanlagen. Vor allem kleine PV-Anlagen sind von den Kürzungen betroffen, die Tarife sinken von 43,3 p/kWh. Die Vergütung für Freiflächenanlagen bleibt mit 8,5 p/kWh auf dem gleichen Niveau.

 

Die Entscheidung der Regierung wurde von der Solarindustrie und den Umweltorganisationen begrüßt. „Friends of the Earth welcomes this step forward because it allows solar companies to plan for the future – something they could not do until now”, gab der Umweltverband in einer Pressemitteilung bekannt.

 

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Ende der Solardebatte? – Röttgen will Einspeisetarife monatlich anpassen

Bundesumweltminister Norbert Röttgen und Vertreter der Solarbranche haben sich darauf geeinigt, die Solarförderung künftig monatlich, mindestens aber quartalsweise anzupassen. Die Debatte über die Höhe und Art der Einspeisevergütungen der Solar-industrie flammte erneut auf, als bekannt wurde, dass allein im Dezember vergangenen Jahres etwa 3 Gigawattpeak an PV-Leistung installiert wurden. Vor allem Stimmen aus dem Wirtschaftsflügel der Union und die des Wirtschaftsministers Philipp Rösler sind seitdem laut und deutlich zu vernehmen. Mit ihren Forderungen nach einer drastischen Absenkung der Förderungen für die Solarindustrie und der Deckelung des jährlichen Photovoltaik-Zubaus, geriet Norbert Röttgen zunehmend unter Druck.

 

Schon vor dem Treffen des Umweltministers mit Vertretern der Solarbranche am Donnerstag, den 19.01.2012, kündigte Röttgen weitere Einschnitte für die Solarförderung an, um den Zubau an PV-Anlagen zu begrenzen.

 

Nun einigten sich die Beteiligten darauf, die Förderkappungen nicht wie bisher alle halbe Jahre durchzuführen, sondern die Tarife monatlich oder quartalsweise anzupassen. Auf das Gesamtjahr gesehen sollen die Kürzungen aber maximal 24 Prozent ausmachen. Dadurch soll ein schubartiger Zubau wie im Dezember verhindert werden, welcher unter anderem Folge der hohen Förderkürzung zum Jahreswechsel war.

 

Für diese Neuregelung bedarf es einer Novellierung des EEG, welche schnellst möglich, jedoch ohne Nennung eines genauen Zeitpunkts durchgeführt werden soll. Ein massiver Zubau an Photovoltaikanlagen, wie im vergangenen Jahr, sei aus Kostengründen und aufgrund der Stabilität des Stromnetzes auf Dauer nicht möglich, sagte der Umweltminister, laut Handelsblatt. Weitere Reformen des EEG könnten in der stärkeren Betonung auf die Speicherfähigkeit des schwankenden Stroms aus Wind oder Sonne liegen. Forderungen nach drastischen Kürzungen der Solarenergie erteilte Röttgen allerdings eine Absage. Die Solarbranche und Investoren bräuchten stabile Rahmenbedingungen und Verlässlichkeit.

 

Außerdem sind die Förderungen der Solarenergie nicht von Dauer. Die Einspeisevergütungen wurden in den letzten Jahren schon stark reduziert. „Strom aus Photovoltaikanlagen erreicht bereits in diesem Jahr das Niveau privater Stromtarife. Damit trägt der weitere Ausbau von Solarstrom kaum noch zum Anstieg des Strompreises bei“, sagt Günther Cramer, Präsident des Bundesverbandes Solarwirtschaft. Und Röttgen sagte dem Handelsblatt, dass die Photovoltaik ab 2017 überhaupt keine Hilfe mehr brauchen werde.

 

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Bund der Energieverbraucher reicht Beschwerde gegen EEG-Umlage in Brüssel ein

In einer Pressmitteilung vom 18.01.2012, teilte der Bund der Energieverbraucher e.V. mit, dass der Verein Beschwerde in Brüssel eingereicht hat. Die Befreiung der stromintensiven Industrie von der EEG-Umlage und den Netzentgelten sei gegenüber Mittelstand und Verbrauchern eine große Ungerechtigkeit, heißt es in der Mitteilung. Die Befreiung stelle eine europarechtswidrige Beihilfe dar, heißt es weiter, daher erhält der Vorstand des Vereins am 2. Februar 2012 die Gelegenheit über dieses Problem mit der Kommission in Brüssel zu reden.

 

Von Seiten der Politik heißt es, man wolle die stromintensive Industrie vor zu hohen Stromkosten und dem damit verbundenen Wettbewerbsnachteil bewahren. Doch dagegen wehrt sich der Bund der Energieverbraucher nun: „Die Industriestrompreise sind in Deutschland gegenüber den anderen EU-Ländern seit 2007 deutlich gesunken, ohne Berücksichtigung von Steuern und Abgaben. Deshalb gibt es keinen Grund, durch eine Befreiung von der EEG-Umlage und Netzentgelte die stromintensive Industrie noch ein weiteres Mal zu begünstigen, zu Lasten aller übrigen Verbraucher.“

 

Die Privilegien der Industrie seien auf Kosten der anderen Verbraucher ausgeufert, beklagt Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher: „Die Bundesregierung muss diese Auswüchse dringend eingrenzen.“

 

Die EEG-Umlage sei durch die Befreiungen der Industrie um das doppelte unnötig aufgebläht. Nach Angaben des Vereins ist sie durch die Befreiung der Industrie rund 0,8 Cent pro Kilowattstunde höher. Würde auf die Befreiung der Industrie verzichtet, würde die EEG-Umlage bei gleicher Förderhöhe für die Erneuerbaren nur rund 1,8 Cent pro Kilowattstunde betragen. Sie wäre damit nur halb so hoch wie der aktuelle Betrag und würde unter das Niveau von 2010 sinken. Mitnahmeeffekte durch die Marktprämie und die Managerprämien seien in den Berechnungen dabei noch gar nicht berücksichtigt, meldet der Bund der Energieverbraucher.

 

Die Marktprämie soll einen Anreiz für Firmen setzen, ihren Strom direkt über die Börse zu verkaufen, statt die Netzgesellschaften zwischen zu schalten. Dadurch können sie einen besseren Preis für ihren Strom erzielen, als sie durch die Einspeisvergütung erhalten würden. Gelingt dies nicht, sind sie aber abgesichert, denn sie können monatlich entscheiden, ob sie das Modell der Marktprämie oder das der Einspeisevergütung bevorzugen. Allein der Versuch, den Strom an der Börse zu vermarkten, wird mit einer Managerprämie belohnt.

 

Einen Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Strompreise und der EEG-Umlage kann der Verein nicht erkennen. Ursachen für die steigenden Preise sind, laut Pressemitteilung, vielmehr die überzogenen Gewinne der Versorger, der fehlende Wettbewerb bei der Stromerzeugung und die Manipulationen der Stromhandelsgroßmärkte.

 

In der derzeitigen Debatte um die EEG-Umlage kann der Verein weniger den Schutz der Verbraucher erkennen, als vielmehr den Schutz des Quasi-Monopols der Stromkonzerne bei der Erzeugung und Vermarktung.

 

Wie geht der Kampf zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium aus?

Die Dauerdebatte über die Höhe und Art der Solarförderung reißt nicht ab. Kritische Stimmen sind in regelmäßigen Abständen immer wieder zu vernehmen. Aber mit der Bekanntgabe des Rekordzubaus im letzten Jahr wurde die Debatte beflügelt und ist derzeit Dauerbrenner in den Medien.

 

Bevor sich Bundesumweltminister Norbert Röttgen morgen mit Vertretern der Solarbranche trifft, nutzte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler nochmals die Gelegenheit seinen Standpunkt von der Ineffizienz der Photovoltaik zum Ausdruck zu bringen und gab dem ARD Morgenmagazin ein Interview.

 

Anmoderiert wurde er, als fände derzeit der Kampf der Giganten zwischen Rösler und Röttgen statt. Während Röttgen im Prinzip am aktuellen System festhalten will, um der Branche Verlässlichkeit zu geben, fordert Rösler das EEG einer grundlegenden Reform zu unterziehen.

 

Röttgen betont, dass die Förderungen der Erneuerbaren Energien nur vorübergehend sind und mit zunehmendem Erfolg sinken werden, Rösler wiederum meint, dass die Subventionen in die Solarbranche den innovativen Geist hemmen und zum Wettbewerbsversagen der Branche im internationalen Vergleich führen.

 

Nun hat Rösler angekündigt, bis zur nächsten Woche einen Vorschlag vorzulegen, wie die Kosten der Solarindustrie in den Griff zu bekommen und zu stabilisieren sind. „Es darf nicht einen unbegrenzten Zubau geben. Wir haben uns eigene Grenzen gesetzt, die sind im Jahr 2011 deutlich überschritten worden.“, sagte der FDP-Vorsitzende im Morgenmagazin.

 

Röslers bisherige Vorschläge zur Drosselung der Solarenergieförderungen, reichten von der Forderung eines Zubau-Deckels von 1000 Megawattpeak bis zur Einführung einer Art Mengenregelung. Man darf also gespannt sein, was der angekündigte Vorschlag der kommenden Woche enthält und wie sich der Streit zwischen Umwelt- und Wirtschaftsministerium nach dem morgigen Treffen der Solarbranche mit Norbert Röttgen entwickelt.

 

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