Energiewende ist teuer und EU fordert Fracking: Ein Wochenrückblick

Die Energiewende bringt viele Kosten mit sich, ist aber unabdingbar für die Zukunft der Energiegewinnung

Die Energiewende bringt viele Kosten mit sich, ist aber unabdingbar für die Zukunft der Energiegewinnung

Die Kosten für die Energiewende steigen – sei es durch die Verzögerungen beim Netzausbau oder abgeklemmte Windparks, die Instand gehalten werden müssen. Auf der anderen Seite ist Strom aus Erneuerbaren Energien schon jetzt günstiger als fossiler Strom, Thüringen erzeugt über 50 Prozent des gebrauchten Stroms sogar aus Erneuerbaren Energien. Diesen Trend sehen mittlerweile auch Politiker: So wird appelliert, auf dreckigen Kohle-Strom zu verzichten und die Energiewende voranzutreiben, um unabhängig von Rohstoffimporten zu werden. Doch dann fordert die EU grünes Licht für Fracking in Deutschland. Ein Wochenrückblick.

 

Regierung will weniger dreckigen Kohle-Strom

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) fordert, Deutschland müsse wieder die Nummer eins beim Klimaschutz werden. Dafür sagt sie Kohlekraftwerken den Kampf an. Sie sieht nämlich das Ziel, die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu verringern, vor dem Scheitern. Aus diesem Grund sollen alle Ministerien in den nächsten Monaten Maßnahmen benennen, mit denen in Deutschland der Ausstoß klimaschädlicher Stoffe signifikant reduziert werden kann. Im Herbst möchte Barbara Hendricks mit der Regierung dann ein „Aktionsprogramm Klimaschutz 2020“ beschließen.

Quelle: BILD.de

 

Bundesnetzagentur: Verzögerungen bei Netzausbau treibt Kosten

Eine funktionierende Energiewende braucht Stromleitungen, die den Strom vom Norden in den Süden Deutschlands transportieren können. Bis 2015 sollten insgesamt 1.876 Kilometer „Stromautobahnen“ gebaut werden, bis jetzt wirklich errichtet wurden jedoch nur 322 Kilometer. Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, warnt nun im Fall weiterer Verzögerungen beim Ausbau des Stromnetzes vor zusätzlichen Kosten. Wenn eingeplante Leitungen fehlten, müsse improvisiert werden, damit der Strom sein Ziel erreiche und das Netz stabil bleibe. „Dafür müssen zahlreiche Kompensationsmaßnahmen ergriffen werden, die richtig teuer sind und die Netzentgelte in die Höhe treiben“, sagte Homann der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Ob der Zeitplan für den Netzausbau noch zu halten ist, daran hat Homann langsam seine Zweifel. „Leider gibt es immer noch viele Missverständnisse und Widerstände, sowohl in der Politik wie auch in der Bevölkerung. Ob es wirklich gelingt, die Planungsverfahren binnen fünf oder sechs Jahren abzuschließen, wie wir es anfangs erhofften, muss sich zeigen.“

Quelle: Nachrichten.de

 

Abgeklemmte Windparks kosten Verbraucher Millionen

Windparks in Nord- und Ostsee sind fertig – nur die Leitungen fehlen, um den Strom abzutransportieren. Wegen solcher Probleme könnten nach Informationen der Wirtschaftswoche alleine in diesem Jahr 760 Millionen Euro Schadensersatzforderungen gegen die Netzbetreiber zusammenkommen. Zahlen müssen im Endeffekt die Verbraucher über ihre Stromrechnung: Von den 6,24 Cent aus der EEG-Umlage gehen 0,25 Cent in die Offshore-Haftung.  Die Entschädigungszahlungen sollen die Verluste decken, die wegen des fehlenden Anschlusses entstehen. So müssen die Windräder beispielsweise mit Dieselgeneratoren betriebsbereit gehalten werden.

Quelle: Handelsblatt.com

 

Klimaschutz mit Erneuerbaren preiswerter als mit Atomkraft

Vergleicht man die Kosten für eine CO2-freie Stromerzeugung in Europa, ist Strom aus Wind und Sonne schon heute billiger als Atomstrom – selbst mit Reservekraftwerken. So lautet das Ergebnis von Analysen der Prognos AG für die von der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation getragenen Denkfabrik Agora Energiewende. Die Analysen basieren auf den Vergütungssätzen für neue Atomkraftwerke in England sowie auf den Vergütungssätzen für Ökostrom gemäß dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz in Deutschland. 

Quelle: Stromtip.de

 

Thüringen: Erneuerbare erzeugen mehr als 50 Prozent des Strom

In Thüringen wurden im Jahr 2012 insgesamt 7.478 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugt. Die Hälfte dieser Strommenge (3.767 Millionen kWh) wurde auf Basis erneuerbarer Energien erzeugt, wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilt. Damit erhöhte sich der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung in Thüringen binnen 10-Jahres-Frist an der Gesamtstrom-Erzeugung von 27,0 auf 50,4 Prozent. Thüringen muss allerdings rund die Hälfte seines Strombedarfs durch Importe aus anderen Ländern decken.

Quelle: Stromtip.de

 

Unabhängigkeit von Energieimporten durch Beschleunigung der Energiewende möglich

Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie, ist sich sicher, dass unsere Abhängigkeit von Rohstoffimporten durch eine schnellere Energiewende gesenkt werden kann. Dafür brauche es vor allem einen aktiven Vorstoß der Bundesregierung für ein neues Strommarkt-Design. Fest steht: Der künftige europäische Energiemarkt wird Erneuerbar sein. Es wäre falsch und auch zu teuer jetzt noch in fossile Energien zu investieren. Erneuerbare Energien machen Europa unabhängiger von Importen. Zudem sorgen sie für regionale Wertschöpfung und tragen dazu bei, dass sich die europäischen CO2-Minderungsziele auch erreichen lassen. Grund für die Aussage Hermann Albers‘ war die ausgerufene Debatte des ukrainischen Präsidenten Donald Tusk zu einer europäischen Energieunion.

Quelle: EEG-Aktuell.de

 

EU fordert von Deutschland grünes Licht für Fracking

Die EU drängt Bundeskanzlerin Angela Merkel, das Fracking in Deutschland zuzulassen. Ziel ist es, vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise die Abhängigkeit der EU-Staaten von russischem Gas zu reduzieren. Die Forderung kommt von Energie-Kommissar Günther Oettinger (CDU), berichtet The Times. Dieser fordert, in Deutschland „Demonstrations-Projekte“ für hydraulisches Fracking zu erlauben. Damit kann Gas gefördert werden, das mit herkömmlichen Methoden nicht zugänglich ist.

Quelle: Deutsche Wirtschaftsnachrichten.de

Manuel Gonzalez Fernandez

Manuel Gonzalez Fernandez, 28, Journalist, PR-Manager und Blogredakteur bei Milk the Sun. >>I’d put my money on the sun and solar energy. What a source of power! I hope we don’t have to wait until oil and coal run out before we tackle that.<< - Thomas Edison

Keine Kommentare

Kommentar schreiben

Jetzt einen Kommentar schreiben!


Keine Info mehr verpassen!

Hat Ihnen unser Artikel gefallen? Dann melden Sie sich für unseren Newsletter an und verpassen Sie keine Info mehr.

Daten werden vertraulich behandelt.