Die MtS-Wochenschau KW 47/48: Was war, was ist und was sein wird in Politik, Wirtschaft und der PV-Branche

Die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU, CSU und SPD nehmen immer konkretere Züge an. Bereits am Mittwoch sollen die Ergebnisse präsentiert werden. In der letzten Woche wurde vor allem über die Einführung einer Frauenquote gesprochen und die Richtung der Energiewende quasi per Vorbeschluss bestimmt. Künftig würden vor allem die großen Energieriesen profitieren. Ein historischerErfolg für RWE, E.on und Co. sollte die Große Koalition zu Stande kommen.

In der MtS-Wochenschau liefert Milk the Sun einen regelmäßigen Überblick über einige der wichtigsten Ereignisse der vergangenen Woche. (C) Photo by Satoru Kikuchi, CC-Attribution, Bestimmte Rechte vorbehalten

Derweil weißt der SolarContact-Index für Oktober auf einen Anstieg der Popularität der Photovoltaik hin. Auf der Klimakonferenz in Polen indes sind die Ergebnisse im besten Falle lediglich unzureichend. Europa kann sich darauf einstellen, dass es sich zukünftig ausführlicher um seinen Energiehaushalt kümmern muss, um nicht weltweit abgeschlagen zu werden und damit Wohlstand einzubüßen. Denn die anderen Länder sind auf dem Vormarsch, beispielsweise plant China für 2014 einen PV-Zubau von knapp 12 Gigawatt.

Koalitionsverhandlungen: Das gesetzliche Ende der Energiewende

Die Arbeitsgruppe Energie hat sich auf einen Entwurf geeinigt. Demnach deuten die Formulierungen in dem Entwurf darauf hin, dass einem weiteren subventionierten Ausbau der Erneuerbaren Energien Einhalt geboten werden solle. Hauptkritikpunkt ist die von Hannelore Kraft (SPD) und Peter Altmaier (CDU) getroffene Formulierung, die Betreiber von Wind- und Solaranlagen zum Abschluss einer Art Versicherung verpflichtet, die die Einspeisung der üblicherweise von der Anlage gelieferten Kilowattstunden garantiert. Dies kann derzeit aufgrund der Unbeständigkeit von Wind und Sonne lediglich über die beständige Leistung von konventionellen Kraftwerken geregelt werden. Dies zwingt Grünstromanbieter ins Geschäft mit den traditionellen großen Stromanbietern. Die Klausel wurde auf Druck von Peter Terium (Chef RWE) und Johannes Teyssen (Chef E.on) in den Koalitionsentwurf der Arbeitsgruppe Energie aufgenommen.
ZEIT.de, topagrar-online, Tagesspiegel

Koalitionsverhandlungen: Einigung auf Frauenquote

Die Union und die SPD haben sich in ihren Verhandlungen zum Koalitionsvertrag endlich auf eine gesetzliche Frauenquote in Aufsichtsräten geeinigt. Demnach soll eine Quote in den Aufsichtsräten bei börsennotierten Unternehmen eingeführt werden. Ab 2016 soll ein Drittel der neu zu besetzenden Kontrollposten an Frauen gehen. Auch wenn der umzusetzende Anteil von 30 Prozent leicht als kleiner Kompromiss durchgehen kann und noch weit von einer Gleichberechtigung entfernt ist, kann er als wegweisender Schritt betrachtet werden. Die Lohngleichheit von Männern und Frauen ist dagegen ein viel größerer Prüfstein.
ZEIT.de

Koalitionsverhandlungen: Die CDU bleibt zu blass

Die CDU muss sich derzeit dem Vorwurf stellen, in den Koalitionsverhandlungen mit der CSU und der SPD zu blass auszusehen. Es offenbaren sich inhaltliche Leerstellen und der Eindruck verstärkt sich, dass die CDU vor allem um den Machterhalt bemüht ist, selber aber nicht gestaltet. Dieser Eindruck deckt sich mit Kanzlerin Merkels bisheriger Taktik des Aussitzens. Profiteure sind dabei vor allem die CSU und die SPD.
FR-Online

Neuer SolarContact-Index für Oktober 2013

Der neue SolarContact-Index für Oktober 2013 zeigt den vierten Monat in Folge einen Anstieg im Interesse an Photovoltaik -Kleinanlagen. Es ist ein seit mehreren Monaten andauernder Trend und das trotz der politisch doch recht heiklen Wochen und trotz des Zubau-Rückgangs im Vergleich zum Vorjahr. Die Popularität der Solarenergie bleibt ungebrochen.
Milk the Sun Blog

Energiehaushalt: Europa im Zugzwang

Die Möglichkeiten für Europa seine energiepolitische Vormachtstellung und damit sein Wohlstandsniveau zu halten werden kleiner. Aufstrebende Wirtschaftsnationen und –regionen insbesondere aus Asien und Südamerika machen den ohnehin hart umstrittenen Markt nicht einfacher. Nach Schätzungen der IEA (Internationale Energieagentur) wird der Energiebedarf bis 2035 auf 101 Millionen Barrel pro Tag steigen. Das Mithalten mit den anderen Ländern wird für Europa nach Einschätzung der Experten schwer.
Heise.de

Klimawandel: Die Abkehr vom Kohlestrom

Um den wachsenden Energiebedarf der Menschheit zu befriedigen wenden sich viele erneut dem Kohlestrom zu. Wissenschaftler warnen, dass damit der CO2-Ausstoß gefährlich in die Höhe getrieben würde. Stattdessen solle sich vom Kohlestrom abgewandt werden. Alternativen seien sowohl verfügbar als auch bezahlbar. Anders seien ein dramatischer Klimawandel und die damit einhergehenden Naturkatastrophen nicht abzufangen.
Spiegel.de

Meinung: Kohle, Knete und Klimakonferenz

Auf der UN Klima Konferenz in Warschau drängen Wissenschaftler, Umweltverbände und Klimaschützer einheitlich auf neue weltweit gültige Klimaschutzabkommen. Sollte es nicht gelingen die Treibhausgasemission zu verringern, droht der Welt in wenigen Jahrzehnten ein Klimakollaps. Warum also, stoßen die Warnungen der Experten noch immer auf derart taube Ohren?
Milk the Sun Blog

Klimawandel: Klimagipfel in Warschau geht zu Ende

Die Klimakonferenz in Warschau ist am Samstag nach Verzögerungen und unter dramatischen Diskussionen zu Ende gegangen. Die Streitigkeiten spitzten sich am Samstag nach einem 30-stündigen Verhandlungsmarathon enorm zu. Von den Entwicklungsländern kam die Forderung nach konkreten Finanzzusagen der reichen Länder, da diese einen Großteil der Folgen des Klimawandels, unter dem insbesondere viele Entwicklungsländer zu leiden haben, zu verantworten hätten. Schwellenländer wie Indien und China forderten für sich weniger bindende Klimazusagen. Zusammen mit Australien gelten sie als die Bremser auf der Konferenz in Warschau. Deutschland hingegen glänzte mit wenig bis gar keinem Engagement.
ZEIT-online, tagesspiegel.de

Google investiert zusammen mit KKR 400 Millionen Dollar in sechs großen Solaranlagen

Der Internetriese Google und die Investmentfirma Kohlberg Kravis Roberts & Co. investieren zusammen fast 400 Millionen US Dollar in sechs Solaranlagen, die von Recurrent Energy entwickelt wurden. Die Anlagen entstehen in Arizona und im Süden Kaliforniens. Sie sollen ab Januar 2014 ihren Betrieb aufnehmen.
Milk the Sun Blog

China: 12 Gigawatt Photovoltaik-Zubau für 2014 geplant

Wie das chinesische Energiebüro (Bureau of Energy) bekannt gab, plant China laut einem vorläufigen Plan für 2014 einen Photovoltaikanlagen-Zubau mit einer Leistung von 12 Gigawatt (GW). 8 GW davon sollen auf dezentrale Solaranlagen entfallen. Insbesondere die Provinz Jiangsu, auf die 1,3 GW Zubau entfallen soll, liegt ganz weit vorne im Bebauungsplan. Der Bebauungsplan zeichnet eine Wanderung des Photovoltaikanlagenneubaus auf, der sich vom dicht besiedelten Westen des Landes in den provinzielleren Osten zieht.
SolarServer

Atomkraft: AKW Fukushima noch immer gefährlich

Die Stabilität der Brennstäbe in dem beschädigten AKW Fukushima wird von Experten weltweit bezweifelt. Insbesondere der durch eine Wasserstoffexplosion stark zerstörte Block 4 sei gefährdet, durch ein weiteres Erdbeben zusätzlich destabilisiert zu werden. Bei den 1.500 radioaktiven Brennelementen im Abklingbecken des Reaktors handele es sich um knapp drei Mal so viel strahlendes Material als in den Blöcken eins bis drei zusammengenommen. Betreiber Tepco plant nun das radioaktive Inventar, das die achtzigfache Zerstörungskraft Tschernobyls besitzt, zu entfernen.
taz.de

Astronomie: Komet Iso am Himmel

Für den Dezembermonat haben Astronomen ein sehenswertes Schauspiel vorher gesagt. Der Komet Iso befindet sich auf dem Weg Richtung Sonne. Er wird ihr sehr nahe kommen und in der Folge ein reiches Farbenspiel an den Nachthimmel zaubern. Ob der Komet, der das erste Mal seinen Weg von der Oort’schen Wolke am Außenrand unseres Sonnensystems Richtung Sonne antritt, seine Reise überleben wird, ist noch nicht abzusehen. Möglich ist, dass Iso auf seinem Weg auf Grund der Hitze der Sonne zerbricht.
ZEIT-online

 

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