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Studie zur Wirtschaftlichkeit der Reinigung von PV-Anlagen

Studie zur Wirtschaftlichkeit der Reinigung von PV-Anlagen

Welchen wirtschaftlichen Effekt hat die professionelle Reinigung von Freiflächen-PV-Anlagen in Deutschland? Dem Dauerthema wann, wo und für welche Anlagentypen sich eine professionelle Reinigung von Freiflächenanlagen lohnt, wird Milk the Sun im Rahmen einer 6-monatigen Studie ab Ende März auf den Grund gehen. Dafür suchen wir Ihre PV-Anlage.

Solarstrom: Die Lachnummer mit der Sonnenfinsternis

Solarstrom: Die Lachnummer mit der Sonnenfinsternis

Das Politmagazin „SPIEGEL“ hat in seiner aktuellsten Ausgabe die Auswirkungen der anstehenden Sonnenfinsternis auf Solarstrom-Anlagen behandelt. Während der Dauer der Teilfinsternis würden Solarstrom-Anlagen erheblich weniger Energie produzieren können, was es für zentrale Stromnetze quasi unmöglich mache, diese Misslage ausbalancieren zu können. Aus diesem Grund sei es für große Solaranlagen sicherer, am Tag der Sonnenfinsternis gar nicht erst ans Netz zu gehen. Diese Thematik ist an Schwachsinn kaum noch zu überbieten.

Forscher: Brandrisiko bei PV-Anlagen sehr gering

Forschung: PV-Anlagen stellen kein Brandrisiko dar

Forschung: PV-Anlagen stellen kein Brandrisiko dar

Photovoltaik-Anlagen stellen eine sehr geringe Brandgefahr dar. Zu diesem Ergebnis ist der TÜV Rheinland in Zusammenarbeit mit Fraunhofer ISE nach einem auf dreieinhalb Jahre angelegten Forschungsprojektes zur Bewertung von Brandrisiken in Photovoltaik-Anlagen. Dennoch sollte das Risiko eines Brandes von Besitzern einer PV-Anlage nicht auf die zu leichte Schulter genommen werden. Eine gute Planung, sowie eine fachgerechte Installation und Wartung der Anlage können ein reibungsloses Bestehen der eigenen Anlage über Jahrzehnte sicherstellen.

Erneuerbare Energien und ihre Mythen: Wir klären die fünf häufigsten für Sie auf

Erneuerbare Energien sind wichtig und zukunftsweisen sagen die einen. Erneuerbare Energien sind unausgereift, teuer und nicht effizient sagen die anderen. Die Abneigung gegen Erneuerbare Energien lässt viele Mythen und Gerüchte entstehen. Wir klären die fünf größten Mythen auf.

Germany’s Next Top EEG: EEG-Reformkonzept des BDEW | Milk the Sun – Blog

Die Bloggervereinigung Energieblogger, zu der auch der Milk the Sun Blog gehört, sucht gemeinsam nach Germany’s Next Top EEG. Ziel der Aktion ist es, etwas Licht in den Dschungel der verschiedenen im Umlauf befindlichen Vorschläge und Reformkonzepte zum EEG zu bringen. Sie werden einander gegenüber gestellt und dadurch eine Vergleichbarkeit der Studien ermöglicht. Die zentrale Frage bleibt jene, nach dem sinnvollsten Vorgehen für das weitere Vorankommen der Energiewende in Deutschland (und Europa). Welche Idee bietet die besten Aussichten auf einen Erfolg? Der Milk the Sun Blog stellt das Refomkonzept „Vorschläge für eine grundlegende Reform des EEG“ des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vor.

Konzeptüberblick
Kurzbeschreibung des Konzepts durch den Milk the Sun Blog
Die Kurzbeschreibung des Konzepts durch den BDEW
Die offenen Fragen zum Konzept des BDEW
Die Übersichts-Check-Box

 

Ein wichtiger Punkt für den Konzeptvorschlag des BDEWs ist die verpflichtende Direktvermarktung von Strom aus neuen EE-Anlagen. (C) graphic BDEW

Ein wichtiger Punkt für den Konzeptvorschlag des BDEWs ist die verpflichtende Direktvermarktung von Strom aus neuen EE-Anlagen. (C) graphic BDEW

Konzeptüberblick

Konzeptname: Vorschläge für eine grundlegende Reform des EEG
Erscheinungsdatum: 18.09.2013
Durchführende Organisation: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft
Autoren: Dr. Maren Hille, Stefan Thimm
Ansprechpartner: Dr. Maren Hille

Kurzbeschreibung des Konzepts durch den Milk the Sun Blog

Das Konzept ist am 18.September 2013 vom BDEW veröffentlicht worden und wurde von Dr. Maren Hille und Stefan Thimm durchgeführt. Im Wesentlichen steht dabei nach Aussage des BDEWs ein balancierter Ausgleich zwischen den verschiedenen von der Energiewende betroffenen Gruppen – all so die Gesamtgesellschaft Deutschlands und Europas – im Mittelpunkt. Ein wichtiger Punkt bei diesem Balanceakt komme dabei laut BDEW der Direktvermarktung von Strom aus EE-Anlagen zu. Außerdem sei eine langfristige, schrittweise Umstellung auf die Versorgung durch CO2-neutrale Stromerzeugung anzuzstreben, mit dem Ziel eine Totalabdeckung bis 2050 zu erreichen. In seinem Kern geht es dem Vorschlag des BDEWs nach eigenen Aussagen also nicht um eine Abschaffung der bisherigen EEG-Reformen, sondern um eine Adaption an aktuelle Umstände.

Die Frage, ob es sich damit um eine Bürgerenergiewende handelt, kann also nicht einwandfrei mit JA beantwortet werden. Die Plänen des BDEW können also dahingehend interpretiert werden, dass jede Interessensgruppe etwas von seiner Position abweichen müsste und so einen Kompromiss erzeugen könnte.

 

Die Kurzbeschreibung des Konzepts durch den BDEW

Wir wollen die verpflichtende Direktvermarktung von Strom aus neuen EE-Anlagen und damit die Einführung einer Fahrplanpflicht zum Kern der Reform der Förderung der Erneuerbaren Energien machen. Zu unserem Zielmodell gehört auch die wettbewerbliche Ermittlung der Förderhöhe zum Beispiel im Rahmen einer Auktion und in Verbindung mit einem definierten Zubaupfad für Erneuerbare Energien. Unser Ziel ist es, durch eine Umstellung von einer ex post festgelegten auf eine ex ante fixierte Marktprämie die Übernahme von Marktrisiken durch die Erneuerbaren Energien Schritt für Schritt zu erhöhen.

Dennoch gibt es gute Gründe, das skizzierte Zielmodell zur Förderung der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien bei klarer Festlegung des Ziels schrittweise umzusetzen. Vor dem Hintergrund des mit der Energiewende einhergehenden Strukturwandels in der Energieversorgung entstehen Risiken, die eine unmittelbare Umstellung auf eine ex-ante-Fixierung der Marktprämie schwierig erscheinen lassen. Ebenso bedarf die Auktionierung eines intelligenten Designs, das die Vorteile der wettbewerblichen Festlegung hebt, aber unnötige Risiken vermeidet.

 

Die offenen Fragen zum Konzept des BDEW

Wie unterscheidet es sich vom bisherigen EEG bzw. warum meinen Sie, dass das Bestehende geändert werden muss?

Wir sind in eine neue Phase der Energiewende eingetreten. Nach einem rasanten Ausbau der Erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren, stehen wir heute vor der Bewältigung erheblicher Herausforderungen, in deren Mittelpunkt vor allem die Markt- und Systemintegration der Erneuerbaren Energien steht. Es wird immer mehr zu einem Rollentausch zwischen der Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern und den Erneuerbaren kommen müssen.

Nach einer Analyse der Anforderungen und der Prüfung bestehender Vorschläge für eine zukünftige Förderung der Erneuerbaren von verschiedenen wissenschaftlichen Instituten kamen die beteiligten BDEW-Gremien zu dem Schluss: Die Basis für eine Bewältigung der Herausforderungen ist bereits im gegenwärtig gültigen EEG angelegt. Ein radikaler Systemwechsel – wie etwa der Umstieg auf ein Quotenmodell oder eine Rückkehr zur physikalischen Wälzung – ist nicht erforderlich und würde die bestehenden Probleme nicht lösen. Die BDEW-Vorschläge basieren daher im Wesentlichen auf einer strukturierten Weiterentwicklung des sogenannten Marktprämienmodells.

In diesem Sinne soll die Reform des EEG aus Sicht des Verbandes in zwei Schritten vollzogen werden, wobei der erste Schritt aus einer Reihe von Sofortmaßnahmen (umsetzbar in einer EEG-Novelle 2014) besteht, die in einem zweiten Schritt durch ein vom BDEW erarbeitetes Zielmodell vervollständigt werden.

Fördert dieses System eher eine zentrale oder dezentrale Energieversorgung?

Die Vorschläge des BDEW fördern die Markt- und Systemintegration der Erneuerbaren Energien bei gleichzeitiger Gewährleistung der definierten Ausbauziele. Da es sich beim überwiegenden Anteil der Erneuerbaren Energien um dezentrale Technologien handelt (Ausnahme: Offshore), wird die Energieversorgung in Deutschland im Zuge der Energiewende zunehmend – aber nicht ausschließlich –  dezentralisiert.

Wie definieren Sie die Energiewende?

Die Energiewende ist ein gesamtgesellschaftliches und mehrere Generationen andauerndes  Projekt. Und es hat sich gezeigt, dass die Energiewende viel mehr bedeutet als nur die Steigerung der Stromerzeugung aus Wind und Sonne. In der jetzigen Phase erfordert die Energiewende, den Rollentausch zwischen den Erneuerbaren und den Konventionellen in die Wege zu leiten. Dabei besteht eine zentrale Herausforderung in der Integration der verschiedenen Stromerzeugungsarten in die Netze und damit verbunden einer Berücksichtigung des komplexen Zusammenspiels zur Sicherung der Stabilität des Versorgungssystems im Verlaufe des Übergangs hin zu einer auch vom BDEW seit längerem geforderten CO2-neutralen Energieversorgung bis 2050. Diesen Übergang auf Grundlage des energie- und ordnungspolitischen Rahmens sicherzustellen, ist eine der zentralen Aufgaben der im BDEW organisierten Unternehmen.

Welches übergeordnete Ziel liegt dem Vorschlag zu Grunde? (Beispiel: 100% Erneuerbare bis 20xx)

Der BDEW fordert bereits seit 2009, d. h. vor der Reaktorkatastrophe von Fukushima, den Ausbau der Erneuerbaren Energien zügig voranzubringen. Dabei geht es uns aber nicht um den Ausbau der Erneuerbaren um ihrer selbst Willen, sondern um den substanziellen Beitrag, den die Erneuerbaren zum Klimaschutz leisten können. In diesem Zusammenhang setzt sich der BDEW bereits seit Jahren für das Ziel einer CO2-neutralen Stromerzeugung bis 2050 ein. Um dies zu erreichen, drängt der BDEW auf eine Reform des europäischen Handels mit CO2-Emissionszertifikaten. Denn Realitätssinn und Pragmatismus bei der Energiewende zu beweisen, heißt auch, unsere Ziele über das Jahr 2020 hinaus deutlich zu benennen: Der BDEW war mit der erste Wirtschaftsverband in Deutschland, der ein verbindliches, ambitioniertes, europaweites CO2-Minderungsziel von mindestens 40 Prozent bis 2030 gegenüber 1990 vorgeschlagen hat.

Wie sieht die Finanzierung dieses Modells aus? Gibt es schon genaue Berechnungen dazu?

Die Finanzierung der im Rahmen einer EEG-Novelle 2014 umzusetzenden ersten Maßnahmen des BDEW-Vorschlages soll wie bisher über eine auf den Stromabsatz gezahlte EEG-Umlage erfolgen. Allerdings erwarten wir u. a. durch die geplante Direktvermarktung des Stroms aus Erneuerbaren Energien schrittweise eine Kostenentlastung.

Welche Energieform wird von diesen Änderungen am meisten profitieren und bei welchen sollte der Ausbau verlangsamt werden?

Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass die durch die EU-Kommission festgelegten bzw. durch die Bundesregierung weiter konkretisierten Ziele zum Ausbau der Erneuerbaren Energien erreicht werden sollen. Damit ist das „Gesamtziel“, d. h. der Anteil der Erneuerbaren am Bruttostromverbrauch in Deutschland für die nächsten Jahrzehnte als Ziel definiert. Zudem basieren unsere Vorschläge weiterhin auf einer technologiespezifischen Förderung, um beispielsweise Mitnahmeeffekte zu vermeiden, aber andererseits einigen heute noch vergleichsweise teuren Technologien zu ermöglichen, Kostensenkungspotenziale zu erschließen.

Wie bringt dieses System Kostenwahrheit in den Markt? Werden externe Kosten beachtet?

Ein zentraler Faktor, der die EEG-Umlage beeinflusst, ist der Großhandelsstrompreis. Niemand kann Ihnen heute sagen, wie sich der Großhandelsstrompreis in den nächsten zwanzig Jahren entwickeln wird. Hier spielen unter anderem die Wirtschaftskonjunktur, der Emissionszertifikatehandel, die Entwicklung der Erzeugungskapazitäten (konventionelle und Erneuerbare) und nicht zuletzt das Design des Strommarktes eine Rolle.

Wie sieht in Ihrem Konzept das Zusammenspiel der verschiedenen Energieformen aus? Gibt es sinnvolle Lösungen und die nötigen Anreize für den Ausgleich von Stromproduktionsschwankungen und zur Stromspeicherung?

Neben einer grundlegenden EEG-Reform hat der BDEW als zweite Säule einer Branchenlösung im September 2013 eine Neuregelung der Marktbedingungen für konventionelle Kraftwerke vorgelegt. Mit abnehmender Wirtschaftlichkeit der Kraftwerke stehen die Betreiber zunehmend vor der Entscheidung, ihre Anlage stilllegen zu müssen. Damit steht nach Analyse der Branche das wichtige Gut ‘gesicherte Leistung’ und damit die Versorgungssicherheit nicht mehr selbstverständlich zur Verfügung. Wir schlagen daher vor, rasch die gesetzlichen Grundlagen für die Einführung eines dezentralen, wettbewerblich organisierten Leistungsmarktes zu schaffen, um im Zusammenspiel mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien die notwendigen Back-up Kapazitäten im Bereich der konventionellen in der Phase des Übergangs sicherzustellen. Für die unmittelbare Weiterentwicklung des konventionellen Marktsystems hat der BDEW der Politik die Strategische Reserve vorgeschlagen. Sie soll als marktnahes Instrument zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit beitragen.

Ist auch das Thema Wärme in Ihrem Konzept enthalten? Falls nein, warum nicht?

Der BDEW hat stets betont, dass zu einer erfolgreichen Energiewende auch ein entschlossenes Handeln in den Bereichen Wärmemarkt und Mobilität gehört. Auch hierzu hat der BDEW Lösungsvorschläge vor legt, die ständig weiter konkretisiert werden.

Welche Rolle spielt die Möglichkeit von Bürgerpartizipation in dem Modell?

Die Energiewende erfordert den weitreichenden Umbau der Energieversorgung in Deutschland. Und damit wird sie ganz Deutschland nachhaltig verändern: die Landschaft, die Wirtschaft und die privaten Haushalte. Veränderungen sind jedoch nicht immer für jeden Beteiligten leicht zu akzeptieren. Verschiedene Interessen stoßen hier – mitunter sehr heftig – aufeinander. Der BDEW hat sich seit längerem intensiv dieser Problematik gewidmet und den verschiedenen Prozessbeteiligten eine Plattform zum Austausch geboten – beispielsweise mit dem Workshop „Akzeptanz von Infrastrukturprojekten in Deutschland“. Dieses Engagement wird der Verband auch weiter fortsetzen.

Ein zweiter Aspekt ist die Frage nach den Investoren bei der Umsetzung der Energiewende. Auf der dezentralen Ebene etwa sind das Bürgergenossenschaften im Verbund mit Stadtwerken. Die verschiedenen Modelle für Bürgerbeteiligungen sind wichtig für die Akzeptanz und das Gelingen der Energiewende. Kleine und mittlere Unternehmen nutzen bereits erfolgreich bürgernahe Beteiligungsmodelle für ihre Erzeugungsanlagen oder allgemein für die Finanzierung von Energieprojekten, dies gilt insbesondere im Bereich der Erneuerbaren Energien. Daher ist es wichtig, dass Wettbewerb und unternehmerische Freiheit für diese Beteiligungsmodelle erhalten bleiben.

 

Die Übersichts-Check-Box

Hier sind noch einmal alle Fragen zusammengetragen, die wir an den BDEW bezüglich seines Konzeptes zur grundlegenden Reform des EEGs stellten.

Ja Teilweise Nein

Differenzierung

Technologiespezifisches Modell (unterschiedliche Energieformen werden unterschiedlich behandelt)

X

Regional differenziertes Modell (auf regionale Gegebenheiten wird Rücksicht genommen)

X

Technologieneutrales Modell

X

Vergütung

Einspeisevergütung (ct/KWh)

X

Marktprämie (ct/kWh)

X

Kapazitätsprämie (in €/KW)

X

Quotenmodell

X

Investitionszuschuss

X

Andere

X

Finanzierung

Umlageverfahren über Börsenstrompreis

X

CO2-Steuer

X

Über ETS/EU-Emissionshandel)

X (in diesem Fall, aber grundsätzlich JA)

 Budget
Gesamtkosten bereits kalkuliert

Ganzheitlichkeit

Anreize für Energieeffizienz werden berüchsichtigt

X

Schließt den Wärmesektor in den Betrachtungen mit ein

X

Schließt den Verkehrssektor in den Betrachtungen mit ein

X

Beinhaltet Lösungen und Anreize für den Ausgleich von Stromproduktionsschwankungen und zur Stromspeicherung

X

Klimaschutz ist Bestandteil des Modells

X

Dezentralität steht im Fokus

X

Investitionssicherheit besteht auch für kleine Akteure

X

Jährliches Ausbauvolumen begrenzt

X

100% Erneuerbare sind das oberste Ziel

X

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Gastartikel: Was ist in Sachen Photovoltaik-Anlagen 2013 in anderen Ländern passiert? | Milk the Sun – Blog

Deutschland gehört in puncto Photovoltaik zu den weltweiten Vorreitern und konnte Ende 2013 PV-Module mit einer Nennleistung von 35,7 Gigawatt vorweisen. Das macht einen Anteil von 4,7 Prozent des Brutto-Stromverbrauchs des Landes aus. Die Stromerzeugung betrug vergangenes Jahr 29,7 Terawattstunden. Aber  auch andere Länder auf der ganzen Welt sind in diesem Bereich ambitioniert und bauen die vorhandene PV-Struktur immer weiter aus.

Photovoltaik-Markt der USA wuchs 2013 auf 4,2 Gigawatt. (c) Milk the Sun

USA – Rekordzuwachs in vierten Quartal 2013

Die USA zählen in puncto Photovoltaik zu den ambitioniertesten Ländern weltweit. Laut einem Bericht des Marktforschungsunternehmens NPD Solarbuzz wuchsen die Märkte vergangenes Jahr um 15 Prozent auf 4,2 Gigawatt Gesamtleistung, wobei allein im letzten Quartal ganze 1,4 Gigawatt hinzugekommen sind. Mit 3 Gigawatt machen die Freiflächenanlagen den größten Anteil der neu installierten Leistung aus, gefolgt von kleinen privaten Dachanlagen mit 700 Megawatt und großen Aufdachanlagen mit 500 Megawatt. Nach Angaben von Analysten werden in den USA jedes Quartal Photovoltaik-Anlagen mit einem Gigawatt Leistung neu zugebaut.

Schweiz – Zukunft des Solarstroms noch ungewiss

Obwohl in der Schweiz 2013 neue PV-Anlagen mit etwa 2,1 Quadratkilometern Fläche entstanden sind und sich der Anteil des Solarstroms des Schweizer Stromnetzes gegenüber 2012 fast verdoppelt hat und nun einen Prozent ausmacht, ist es ungewiss, ob der Markt in Zukunft wachsen oder stagnieren wird. Wie es weiter geht, klärt sich in den nächsten Wochen und hängt von unterschiedlichen politischen Entscheidungen ab. Da die „Stop an Go“ Politik des Landes große Verunsicherungen bei Großinvestoren und Privatanlegern schuf, destabilisierte sich der Markt und erfordert eine praktikable Lösung seitens des Bundesrats.

Der züricher Solarenergie-Fachverband Swissolar sagt bereits jetzt einen stagnierenden Markt für 2014 voraus, obwohl die Befragungen großer PV-Installationsunternehmen eine positive Bilanz zeigt. Demnach wurden in der Schweiz Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 300 Megawatt zugebaut, was eine Gesamtleistung von etwa 730 Megawatt ergibt und einen Verbrauch von 200.000 typischen Haushalten abdeckt.

Japan – schneller Wachstum durch attraktives Einspeisevergütungssystem

Nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie wurden in Japan vom Anfang April bis Ende Oktober 2013 PV-Anlagen mit 3,97 Gigawatt Nennleistung neu zugebaut, wobei 870 Megawatt an private Anlagen entfallen. Damit erreicht das Land eine Gesamtleistung von etwa 11,5 Gigawatt. Aufgrund des besonders großzügigen Vergütungssystems des Landes konnte die Photovoltaik-Branche seit Mitte 2012 stark wachsen.

Indien – ambitioniertes Vorhaben schrittweise umgesetzt

Auch in Indien tat sich einiges im Bereich der Solarenergie wie nun das indische Ministerium für neue und erneuerbare Energien verkündete. Mit dem großflächigen Zubau solarthermischer Kraftwerke und netzgekoppelter Photovoltaik-Anlagen konnte die bisherige Gesamt-Solarleistung innerhalb eines Jahres beinahe verdoppelt werden. Die installierte Leistung stieg 2013 um 1 Gigawatt auf insgesamt 2,18 Gigawatt. Mit diesem Zubau erfüllt sich die Anfang August 2013 getroffene Vorhersage des Mercom Capital LLC und die PV-Module machen inzwischen etwa 7,3 Prozent aller Anlagen für erneuerbare Energien in Indien aus.

Zusätzlich verfügt das Land nun über neue Inselanlagen mit 38 Megawatt, wobei sich die Gesamtleistung damit auf 144 Megawatt erhöht. Im Bereich der Solarkollektoren entstanden 2013 zusätzliche 1,3 Millionen Quadratmeter Kollektorfläche, sodass es nun insgesamt 7,47 Millionen Quadratmeter sind. Auch für die Zukunft hat sich das Land einiges vorgenommen und will im Rahmen der „National Solar Mission“ bis zum Jahr 2022 netzgekoppelte PV-Anlagen mit 20 Gigawatt und vom Netz unabhängige Solarstromanlagen mit zwei Gigawatt dem bestehenden Solarnetz hinzufügen.

China – Zubau von mindestens 12 Gigawatt Nennleistung

Mit mehr als 12 Gigawatt neuinstallierter Solarleistung hat China im Jahr 2013 etwa 50 Prozent mehr Photovoltaik-Zubau vorzuweisen als jedes andere Land innerhalb eines Jahres. Die Gründe für den raschen Marktwachstum liegen bei der Anpassung des Einspeisevergütungssystems, das zum Ende des Jahres in Kraft trat und die Fertigstellung vieler PV-Projekte begünstigte und beschleunigte.

Byorn Jochims

 


Über den Autor

Byron Jochims gibt auf seiner Website hilfreiche Tipps für Interessenten einer Photovoltaik-Anlage. Neben Themen wie Finanzierung, Versicherung oder Recycling einer Anlage gibt es auch einen Photovoltaik Rechner zur ersten groben Einschätzung der möglichen Leistung einer Anlage und der anschließenden Möglichkeit kostenlos und unverbindlich Angebote von Regionalen Fachhändlern anzufordern.

Meinung: Sigmar Gabriels Eckpunkteplan der Energiewende

Wirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel legt seinen neuen Eckpunktplan am Mittwoch auf der Klausurtagung des Bundeskabinetts in Meseberg bei Berlin vor. In diesem Plan ist die zukünftige Richtung des EEGs formuliert. Noch bevor der Vorschlag überhaupt vom Bundeskabinett abgesegnet wurde, verursacht er bereits große Wellen. Die Kämpfer für die verschiedenen Interessensgruppen bringen sich in Stellung und wetzen ihre Messer und Sigmar Gabriel droht mit seinem Vorstoß, viele von ihnen vor den Kopf zu stoßen. Eine kluge Entscheidung? Politischer Selbstmord? Kalte Lobbypolitik? Oder doch eine überfällige Reform? Alles, aber in jedem Fall kein Idealismus.

Die MtS-Wochenschau KW 02/03: Grüne News aus Politik, Wirtschaft und PV-Branche

Die Themen der Wochenschau für die KW 02/03 sind unter anderem: Der Kälteeinbruch in den USA, die drohende Pleite des AKW-Betreibers Trepco, die geplante Neuregelung für Erneuerbare Energien in Polen, der Anstieg der Materialkosten für Solarzellen, Chinas Pläne für die Solar – und Windkraftindustrie, der Anstieg der Strompreise, die Erpressung der eigenen Anleger durch Prokon, die Zunahme der Kohlekraft und die Pläne zur Energiewende auf Kredit.

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