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Franz Alt im Interview: “Atomstrom ist ein Verbrechen an der Schöpfung”

Viele Stunden seiner Zeit widmet Franz Alt dem Schreiben, Recherchieren und Werben für Erneuerbare Energien und die Energiewende. Als langjähriger Fernsehjournalist, Rundfunkreporter und Buchautor hat er über Jahre hinweg Erfahrungen und Informationen gesammelt, die ihn zu einem wichtigen Ansprechpartner auch von Politik und Wirtschaft zum Thema Energiewende und Erneuerbare Energien machten und machen. Auf seiner Homepage sonnenseite.com hält er seine Leser mit aktuellen Berichten und Beiträgen zu seinen Tätigkeiten und zur Energiewende auf dem Laufenden. Für Milk the Sun steht er Rede und Antwort.

Zuhause besitzt Franz Alt eine eigene Photovoltaik-Anlage

Franz Alt

Milk the Sun: Sehr geehrter Herr Alt, im April 1986 kritisierten sie in einem offenen Brief an Helmut Kohl die CDU und deren Umgang mit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sowie deren Festhalten an der Kernenergie. Zwei Jahre später verließen Sie die Partei. Jetzt hat Deutschland mit der CDU den Atomausstieg beschlossen. Was denken Sie sich dabei im Rückblick auf Ihre damalige Forderung und die Entwicklung von heute?

Alt: Die CDU hat wohl Fukushima gebraucht, um endlich zu begreifen, was schon mit Tschernobyl zu begreifen gewesen wäre. Atomstrom ist ein Verbrechen an der Schöpfung, das ganze Landstriche unbewohnbar macht. Aber ich bin auch froh, dass die CDU es mittlerweile begriffen hat und den Atomausstieg initialisiert hat. Es hätte aber 25 Jahre früher sein können.

Milk the Sun: Sie haben schon früh eine solare Revolution gefordert, Ihre Homepage heißt nicht grundlos sonnenseite.com. Was fasziniert Sie so besonders an der Möglichkeit, mit der Sonne Strom und Wärme für den Privatgebrauch zu erzeugen?

Alt: In meinem neuen Buch „Auf der Sonnenseite – Warum uns die Energiewende zu Gewinnern macht“, das im März erscheint, beantworte ich unter anderem genau diese Frage. Die Sonne ist die größte Energiequelle aller Zeit. Und sie ist kostenlos. Wir müssen nicht mal mehr Gebäude bauen, in Deutschland stehen genug Gebäude. Wir müssen nur die Dachflächen nutzen. Eineinhalb Prozent der Fläche Deutschlands mit Solaranlagen würden ausreichen, um Deutschland zu 100 Prozent mit Energie zu versorgen. Und so viel benötigen wir nicht mal, da es auch noch andere Erneuerbare Energien gibt, dir wir sinnvoll nutzen können.

Die Sonne schickt uns pro Sekunde 15.000-mal so viel Energie wie wir verbrauchen können. In Indien werden bereits 10.000 Dörfer mit Solarstrom versorgt. Ausschließlich. Diese Dörfer werden mit 100 Prozent Erneuerbaren versorgt. Und das ist auch in Afrika möglich, und in Südamerika.

Solarenergie, Photovoltaik und Windkraft sind für Franz Alt eine Selbstverständlichkeit

Erscheint im März: Das neue Buch von Franz Alt

Milk the Sun: Die Energiewende in Deutschland schreitet voran, Deutschland baut auf Solaranlagen und Windräder. Glauben Sie, dass Deutschland zum guten Vorbild werden kann, auch für Länder wie Frankreich, in denen Erneuerbare Energien ein sehr schweres Standing haben?

Alt: Als ich damals noch Berater für die Bundeskanzlerin Merkel war, sagte sie nach einem Treffen mit dem damaligen französischen Präsidenten Sarkozy zu mir, dass Sarkozy ihr Vorwürfe mache wegen des Atomausstiegs. Es würde ihn die Wahl kosten. Genau so kam es ja dann auch.

Ich glaube, dass wenn wir in Deutschland die Energiewende schaffen, dass die Welt nachziehen wird. Sie tut es jetzt schon. Niemand will technologisch zurückfallen. Erneuerbare Energien sind die Zukunftstechnologien schlechthin. Wer sich dauerhaft von fossilen Energien lösen kann, hat riesige ökonomische Vorteile. Und Deutschland ist Weltführer in den Technologien Windenergie, Solarenergie und Biogas. Das haben auch andere Länder begriffen. China investiert 200 Mrd. US-$ in Erneuerbare, die USA dank Obama mittlerweile 80 Mrd. US-$. Deutschland 60 Mrd. US-$.

Unser Bundeswirtschaftsminister Rösler stellt sich hin, lehnt sich zurück und ruht sich auf den Lorbeeren aus, um gleichzeitig die alte Phalanx der großen Energiekonzerne zu schützen. Das ist nicht langfristig gedacht, das ist kurzfristig gedacht und wird den grauenhaften Folgen des Klimawandels, der viel schneller voranschreitet, als wir noch vor Jahren dachten, nicht gerecht.

Milk the Sun: Zahlreiche Änderungen stehen auch dem EEG bevor. Ist es richtig, die Förderungen weiter zu kürzen? Welche Maßnahmen müsste das neue EEG Ihrer Meinung nach beinhalten/ welche Ziele müsste es umfassen?

Alt: Damit das EEG weiterhin Erfolg hat, muss eines erhalten bleiben: Das Privileg der vorrangigen Einspeisung der erneuerbaren Energien. Dann geht es weiter mit diesen Energien. Wir haben seit 2000 eine Steigerung des Anteils der Erneuerbaren von fünf auf 25 Prozent geschafft – dank des EEG. 57 Länder weltweit haben ähnliche Gesetze erlassen. Unter anderem China und Indien, die Supermächte von morgen. Dieses Privileg ist gerechtfertigt, denn Ökostrom ist der gesellschaftspolitisch wertvollere Strom, weil er keine Folgekosten nach sich zieht.

Ich habe schon immer gesagt, dass die Einspeisevergütungen weniger werden müssen. Fünf Prozent pro Jahr, wie es ursprünglich vorgesehen war, das war gut. Dass dann gerade unser aktueller Bundeswirtschaftsminister Rösler wie auch unser ehemaliger Bundesumweltminister Röttgen die Förderungen bei Solar um bis zu 50 Prozent kürzen, war der Todesstoß für einen großen Teil der Solarbranche. Solche Radikalkürzungen konnte die Branche natürlich nicht verkraften. Das war ein klarer Dienst an der Atombranche. Reduktion mit Augenmaß, das ist okay. Aber keine Radikalschläge.

Milk the Sun: Ein weiteres aktuelles Thema ist der Netzausbau. Der Bundesnetzagentur wird dabei vorgeworfen (unter anderem von Prof. Dr. Jarass in Frontal21), sie habe mit dem Netzausbauplan die Interessen der fossilen Energieproduzenten umgesetzt und einen Plan entwickelt, der deutlich über den Bedarf der Erneuerbaren Energien hinausgeht.

Alt: Da ist etwas dran. Der Ausbau darf nicht zu gigantisch werden. In Süddeutschland, in Bayern und Baden-Württemberg wird kein Windstrom aus Norddeutschland gebraucht. Auch in Süddeutschland gibt es Wind. In dieser Frage stimme ich dem Ministerpräsidenten Bayerns, Horst Seehofer (CDU) zu: Zehn bis 20 Prozent des Strombedarfs in Bayern können von eigenen Windrädern gedeckt werden. Die Bauern, die Handwerker, die Ingenieure in Bayern sollen diese Windräder aufstellen. Der Netzausbau ist wichtig, aber er muss mit Augenmaß betrieben werden.

Offshore-Windparks unterstützen nur wieder die alten Strominteressen. Offshore-Windparks sind zentral, sie wirken der Energiewende entgegen. Das ist eine Strukturfrage. Die Zukunft der Energiegewinnung ist dezentral, regional. Das ist Preiswerter, und das Tolle ist: Sonne und Wind stellen Ihnen keine Rechnung. Aber es gibt eben keine RWE-Sonne und keinen E.ON-Wind. Deshalb wehren sich die großen Energiekonzerne dagegen. Selbiges gilt für dieses riesige Vorhaben in Afrika, Desertec. Mein Desertec heißt Dächertec. Wir haben alle Voraussetzungen dafür, hier in Deutschland.

Milk the Sun: Aktuelle repräsentative Umfragen zeigen, dass die Kern- und die Kohleenergie in Bevölkerung eine katastrophale Reputation aufweisen. Wünschen Sie sich manchmal mehr Engagement und Einsatz der Bürger – oder mehr Mitspracherecht in solchen Fragen?

Alt: Ja. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Aufklärung hilft, Vorurteile abzubauen. Wir brauchen mehr Aufklärung. Wer keinen Atomstrom will, braucht eben Alternativen, wie Windräder. Wenn man mit den Leuten darüber spricht, lernen sie, dass Windräder eine der passenden Alternativen sind. Man kann nicht gegen Atomstrom und gleichzeitig auch gegen Windräder sein.

Milk the Sun: Sehen Sie Probleme auf die Energiewende und die Erneuerbaren Energien zukommen in Bezug auf Speicherprobleme?

Alt: Da haben wir noch Nachholbedarf, das stimmt. Aber Wissenschaftler auf der ganzen Welt arbeiten daran und machen riesige Fortschritte. Einige Stichworte dazu: Batterien, Pumpspeicher, Druckluftspeicher, Wasserstofftechnologie. Sie alle werden besser und effizienter. Blockheizkraftwerke. Zu der Power to Gas – Technologie sagten mir Forscher des Fraunhofer-Instituts, dass mit der Umwandlung von Strom zu Methan genug Gas produziert werden könnte, um Deutschland vier Monate lang mit Strom versorgen zu können. Vier Monate, einen ganzen Winter. Natürlich brauchen wir dafür neue Leitungen und größere Speicher. Aber die Technologie ist da. Bis in 20 Jahren kann Deutschland 100 Prozent seiner Energie aus Erneuerbaren gewinnen. Das ist realistisch.

Milk the Sun: Welchen Wunsch hat Franz Alt an Politik und Wirtschaft für das kommende Jahr und den Fortgang der Energiewende in Deutschland?

Alt: Ich wünsche mir, dass Politik und Wirtschaft nicht so kurzfristig denken. Die Folgen der fossilen Energiegewinnung werden ausgeklammert. Eine Frage, die ich dabei gerne stelle, ist: Was kostet ein Pförtner, der eine Millionen Jahre Atommüll bewachen muss? Was passiert mit dem ganzen Atommüll den wir produzieren?

Wirtschaft und Politik müssen endlich langfristig denken. Langfristige Ökonomie ist nur mit Erneuerbaren Energien sinnvoll zu gestalten.

 

Wir bedanken uns bei Franz Alt für das Gespräch.

Klimaforscher Mojib Latif: Energiewende “generationsübergreifendes Thema”

Prof. Dr. Mojib Latif ist Klimaforscher, Meteorologe und Hochschullehrer. Der geborene Hamburger ist Professor am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Bekannt ist er aus Fernseh- und Radiosendungen, durch seine Beiträge und Diskussionen rund um den Klimawandel und die Globale Erwärmung. Zudem ist er Autor zahlreicher Sach- und Fachbücher.

Fotograf: Björn Láczay

Milk the Sun: Herr Prof. Dr. Latif, aktuelle Studien sagen einen merklich spürbaren Anstieg der globalen Durchschnittstemperaturen voraus. Von welchen Zahlen müssen wir aus ihrer Sicht ausgehen?

Latif: Wir gehen davon aus, dass sich ohne Klimaschutz die Temperatur im weltweiten Durchschnitt um bis zu 4°C bis zum Ende des Jahrhunderts erhöht.

Milk the Sun: Was sind die Gründe für diese Entwicklung?

Latif:  Wir stoßen große Mengen von Treibhausgasen aus, allen voran Kohlendioxid (CO²). Das entsteht hauptsächlich durch die Verbrennung der fossilen Brennstoffe (Erdöl, Erdgas und Kohle) zur Energiegewinnung. Es ist seit mehr als 100 Jahren bekannt, dass CO² die Erdoberfläche und die unteren Luftschichten wärmt.

Milk the Sun: Welche Möglichkeiten sehen Sie, um dem entgegen zu steuern?

Latif: Wir müssen andere Formen der Energiegewinnung nutzen, die die Umwelt nicht über Gebühr belasten. Hier bieten sich die Erneuerbaren Energien an, insbesondere die Sonnenenergie, die Windenergie und die Erdwärme.

Milk the Sun: Deutschland hat den Atomausstieg beschlossen, das Land beginnt, sich auf Erneuerbare Energien umzustellen. Ist das der richtige Schritt für eine sicherere, umweltfreundlichere Zukunft?

Latif: Absolut! Das wird Deutschland auch in ökonomischer Sicht fit für die Zukunft machen. Die nächste industrielle Revolution steht an, und ein wichtiger Teil dieser werden die Erneuerbaren Energien sein.

Milk the Sun: Welche Rolle sehen Sie für die Photovoltaik in dieser Diskussion?

Latif: Die Photovoltaik wird auch künftig ihren Platz haben. In Deutschland wird aber auch die Windenergie sehr wichtig bleiben. In den Wüsten werden solarthermische Kraftwerke eine wichtige Rolle spielen.

Milk the Sun: Als Klimaforscher und Hochschullehrer haben Sie Kontakt zu Menschen aus verschiedenen Generationen. Stellen Sie generationsbedingte Unterschiede im Bewusstsein für nachhaltigen Umgang mit dem Planeten fest?

Latif: Ältere Menschen sagen mir des Öfteren, dass die jungen Menschen die Probleme lösen müssen. Und ich höre auch oft, dass sich die Installation etwa von Photovoltaik für sie, die Älteren, nicht mehr lohnen würde. Ich halte das für Grund falsch. Es handelt sich hier um ein generationsübergreifendes Thema, an dem alle mitarbeiten müssen. Von den jungen Menschen wünschte ich mir mehr Einmischung. Wir brauchen eine breite Bewegung.

Milk the Sun: Welche Rolle kann und muss die Politik spielen, damit das Bewusstsein und gleichzeitig auch das nachhaltige Handeln und Wirtschaften möglich wird?

Latif: Die Politik muss die langfristigen Rahmenbedingungen setzen, damit man die Innovationsfreude in die richtigen Bahnen lenkt. Wir können den Umbau in eine CO²-freie Weltwirtschaft schaffen. Die wirtschaftlichen Anreize müssen aber da sein, damit auch die entsprechenden Investitionen in die Entwicklung der Erneuerbaren Energien, der Energiespeicherung und der Netze fließen.

Milk the Sun: Welche Hoffnungen hat Prof. Dr. Mojib Latif für den Umgang mit dem Klimawandel im Allgemeinen und die Energiewende in Deutschland im Speziellen?

Latif: Ich bin ein grenzenloser Optimist. Die deutsche Energiewende wird gelingen. Dazu braucht es aber eben auch den Druck von unten. Jeder kann mitmachen, auf die eine oder andere Art. Nicht umsonst gibt es den Atomausstieg nur in Deutschland. Weil es eben eine jahrzehntelange Bewegung gegeben hat. Und das hat sich am Ende ausgezahlt.

 

Wir danken Prof. Dr. Mojib Latif für das Gespräch.

Energiewende mal anders: Kabarettist Rolf Miller im Interview

Rolf Miller ist Kabarettist und Gewinner des deutschen Kabarettpreises 2011 in Nürnberg. In odenwäldischer Mundart behandelt er in seinen Auftritten gesellschaftlich relevante Themen. Auf seiner Homepage wird er beworben mit den Worten: „Er weicht aus. Er verschweigt. Er sagt nichts. Und das einzigartig.“ Für uns sagt er dennoch etwas – zum Thema Energiewende.

Milk the Sun: Herr Miller, sie sind aktuell auf Tournee mit ihrem Programm Tatsachen. Ihre Kunstfigur beschrieben Sie als eher unpolitisch. Sind die Politik und die „Tatsachen“ rund um die Energiewende dennoch interessant für Sie?

Miller: Nachdem laut Jonathan Messe Politik Teil der Kunst ist, ist auch das äh…Ding.

Photovoltaik Kabarett

Fotograf: Christian Bordes

Milk the Sun: In einem Interview mit Good News Stuttgart gaben sie an, dass sich Ihre Satire gegen den Wähler richte, nicht gegen die Gewählten. Auch Sie sind Wähler und als Stromkunde von den steigenden Preisen betroffen. Wie unterscheiden sich die Meinungen des Rolf Miller und seiner Kunstfigur dazu?

Miller: Die Figur weiß Bescheid, sie ist für Atom. Miller nicht. Ich kenne nicht mal meinen aktuellen Anbieter. Ich vermute: Telekom. bin aber, nachdem ein Atom-Endlager keins ist, für Erneuerbares.

Milk the Sun: Was hat Ihre Kunstfigur eigentlich mit Kernenergie am Hut?

Miller:Sie kennt nichts anderes. Ich erinnere an den Film: Mein Freund das Atom. Das hat die Kunstfigur in der sogenannten “BRD”, ich glaube im schwarzen Kanal, genannt Realschule Walldürn, vorgeführt bekommen.

Milk the Sun: Und mit Solarenergie?

Miller: Machen.

Milk the Sun: Verspüren Sie als Kabarettist mit künstlerischem Anspruch auch die Pflicht, Ihre persönliche Meinung zu politischen Themen an das Publikum zu transportieren?

Miller: Das tue ich, da man rückschließen kann aus dem Halbsatz, den ich weglasse.

Milk the Sun: Was wünscht sich Rolf Miller für den Weitergang der Energiewende?

Miller: Die Rettung der Welt. Formel 1 mit wiederaufladbaren elektrischen Rollstühlen. Ich bin gegen Verschwendung, gegen Formel 1 und Boxen, aber für Sport. Mehr Energie für Regeneration!

 

Milk the Sun bedankt sich für das Gespräch und wünscht Rolf Miller viel Spaß bei der aktuellen Tour.

Miller: Das wünsch ich mir auch. Und allen, die Ihre Zeitung lesen und mich über Tui buchen!

 

Hans-Josef Fell im Interview: “Verfehlte schwarz-gelbe Energiepolitik”

Hans-Josef Fell, seit 2002 Sprecher für Energiepolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, gilt mitunter als „Vater des Erneuerbare-Energien-Gesetz“. Im Interview mit Milk the Sun äußert er sich zu EEG, Photovoltaik und die Zukunft der Erneuerbaren.

Solarstrom Erneuerbare Milk the SunMilk the Sun: Sehr geehrter Herr Fell,

die Regierung möchte das EEG reformieren, Bundesumweltminister Peter Altmaier legte bereits erste Reformvorschläge vor. Die Landesumweltminister sprachen sich derweil in Kiel auf ihrer Konferenz für eine rasche Erarbeitung einer neuen Ausbaustrategie aus. Ist eine Änderung nötig? Welche Faktoren muss das neue EEG Ihrer Meinung nach beinhalten und berücksichtigen?

Fell: Das EEG ist das weltweit erfolgreichste Instrument für die Förderung der Erneuerbaren Energien. In seinen Kernelementen muss das EEG erhalten bleiben, damit es seine Wirkung für den schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien beibehalten kann. Selbstverständlich muss das EEG auch immer wieder an die Marktentwicklung angepasst werden. Als erstes muss es von überflüssigen Kosten, wie die ausufernden Befreiungen für die Industrie, befreit werden. Und zweitens muss die Berechnung der EEG Umlage so verändert werden, dass die preissenkende Wirkung der Erneuerbaren Energien an der Strombörse auch beim Stromkunden ankommen und nicht nur die Gewinne der Stromkonzerne erhöhen. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien darf dabei auf keinen Fall gedrosselt werden, alleine schon aus Klimaschutzgründen, aber auch, weil die Kosten für fossile Energien permanent steigen, während die Erzeugungskosten für die Erneuerbaren weiter sinken werden.

Milk the Sun: Viele Stromkunden beschweren sich über die Erhöhung der EEG-Umlage für 2013. Gerade Privathaushalte kommt die Umlage teuer zu stehen. Wie erklären Sie den Kunden, dennoch weiter auf erneuerbare Energie zu setzen?

Fell: Zum einen muss man sagen, dass die Unterstützung für die Erneuerbaren Energien ungebrochen groß ist in der Gesellschaft. Die Menschen in Deutschland stehen weiterhin hinter dem Ablösen der atomaren und fossilen Energiewirtschaft, vor allem auch weil viele erkannt haben, dass sie nun selbst an den Vorteilen der Stromerzeugung teilhaben können und nicht nur vier Konzerne. Dennoch muss natürlich die Politik dafür sorgen, dass die Strompreise in Deutschland bezahlbar bleiben, vor allem für einkommensschwache Haushalte. Die entscheidenden Kostentreiber beim Strompreis sind aber nicht die Erneuerbaren Energien, sondern die verfehlte schwarz-gelbe Energiepolitik mit uferlosen Befreiungen von der EEG-Umlage und den Netzentgelte, die Erhöhung der Liquiditätsreserve, die Befreiung für Eigenstromerzeugung aus Kohle und die verfehlte Marktprämie. Zudem geben die Stromkonzerne die enorme kostensenkende Wirkung von Wind- und Solarstrom an den Strombörsen nicht an die Kunden weiter, sondern erhöhen damit ihre Profite. Auch die steigenden Kohle- und Erdölpreise spielen eine oft unterschätzte Rolle für steigende Strompreise. Mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien hat das wenig zu tun.

Milk the Sun: Laut mrn-news.de hält der langjährige Ministerpräsident Hessens, Roland Koch, die Photovoltaik für ein Auslaufmodell. Was sagen Sie zu dieser These?

Fell: Das überrascht mich eigentlich weniger. Roland Koch hat schon als Ministerpräsident die Erneuerbaren Energien immer bekämpft, übrigens mit dem Ergebnis, dass Hessen im bundesweiten Durchschnitt als einer der Schlusslichter gilt. Aber Herr Koch verschätzt sich da völlig. Gerade die Photovoltaik entwickelt sich immer mehr zur billigsten Stromerzeugung, weshalb immer mehr Menschen auf ihren Dächer Eigenstromerzeugung anstreben. Koch und übrigens auch sein Nachfolger Volker Bouffier haben gemeinsam, dass sie die Energiewirtschaft ungerne in Bürgerhand sehen, sie gehören zu den klaren Besitzstandsbewahrern der fossilen Energiewirtschaft. Einfamilienhäuser mit einer Solaranlage auf dem Dach gehören sicherlich nicht dazu.

Milk the Sun: Welche Rolle wird die Photovoltaik zukünftig in Deutschland spielen?

Fell: Im grünen Strommix wird die Photovoltaik neben der Windenergien die größte Rolle spielen. Die Kosten für die Solarenergie sind in den letzten Jahren stark gefallen und werden damit zunehmend wettbewerbsfähig.

Milk the Sun: Sie sprachen sich mehrfach für eine Energiegewinnung Deutschlands aus 100% Erneuerbaren aus. Bis wann und unter welchen Voraussetzungen könnte dieses Ziel erreicht werden?

Fell: In Deutschland, aber auch weltweit könnten wir bis 2030 die Energiegewinnung auf 100 Prozent Erneuerbare Energien umstellen, wenn die richtigen politischen Weichen gestellt werden. Dass dies technologisch machbar und sogar ökonomisch sinnvoll ist, haben die Kalifornischen Universitäten Stanford und Davis in einer Studie bewiesen – und diese wissen wovon sie reden, immerhin wurde von dort die Industrierevolution der Informationstechnologien organsiert. Was wir brauchen ist aber der politische Wille die fossile Energiewirtschaft ablösen zu wollen. Das fällt vielen immer noch schwer.

 

Milk the Sun bedankt sich bei Hans-Josef Fell für das Gespräch

Prof.Dr.Quaschning im Interview: “Warum gibt es noch keine Do-It-Yourself-Anlage?”

Prof. Dr. Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin, nimmt Stellung zu Fragen rund um die Energiewende, das EEG und der Photovoltaik. Bekannt ist er unter anderem auch als Autor verschiedener Fach- und Sachbücher und als Betreiber der Webseite erneuerbare-energien-und-klimaschutz.de

Erneuerbare PhotovoltaikProf.Dr.Quaschning bei der Demonstration eines photovoltaischen Konzentratormoduls vor Studierenden der HTW Berlin. Foto: HTW Berlin / Gregor Strutz

Milk the Sun: Sehr geehrter Herr Quaschning, Deutschland ist nach wie vor mit Abstand das Land mit der größten Energiegewinnung über Photovoltaiksysteme. Dennoch sagen Prognosen einen Einbruch des Zubaus voraus, nicht zuletzt aufgrund auslaufender Subventionen durch das EEG. Politiker streiten sich darüber, ob das EEG überhaupt fortgesetzt werden soll. Steht der Ausbau der Photovoltaik in Deutschland vor dem Aus?

Quaschning: Die Photovoltaik in Deutschland ist derzeit schwer unter Beschuss. Hauptgrund sind aber nicht die ausufernden Kosten, denn die Photovoltaik ist inzwischen preiswerter als die Offshore-Windenergie. Der hohe Solaranteil verdrängt zunehmend konventionelle Kraftwerke aus dem Netz und macht diese unrentabel. Die Gewinne der großen Energiekonzerne leiden darunter und diese machen nun Druck, Tempo aus der Energiewende herauszunehmen. Inzwischen gibt es aber schon Geschäftsmodelle, nach denen die Photovoltaik in Deutschland auch ohne EEG profitabel sein kann. Insofern werden die Gegner einer schnellen Energiewende den Photovoltaikausbau vielleicht etwas ausbremsen können, ganz aufhalten lässt er sich allerdings nicht mehr.

Milk the Sun: Ist das EEG noch zeitgemäß? Wie sähe ein angepasstes EEG Ihrer Meinung nach aus?

Quaschning: Ziel des EEGs war es schon immer, die erneuerbaren Energien in den Markt zu überführen und sich letztendlich selbst überflüssig zu machen. Auch hatte das EEG schon immer Geburtsfehler. So ist wenig nachvollziehbar, warum man in Hamburg die gleiche Vergütung für Solarstrom erhält wie im Allgäu, wenn die Unterschiede bei der Solarstrahlung 20 Prozent betragen. In Hamburg war ein rentabler Betrieb immer nur schwer zu erreichen, im Allgäu dagegen eine Traumrendite kein Problem. Das führt dann zur Neiddebatte über die angeblichen Solarabzocker. Es gibt Regionen, die einen starken Solarzubau noch gut vertragen. In anderen Regionen sind dagegen für einen weiteren Ausbau erhebliche Investitionen in die Netzinfrastruktur erforderlich. Durch einen weiteren Ausbau der Photovoltaik müssen außerdem recht bald Überschüsse tagsüber gespeichert und nachts wieder zur Verfügung gestellt werden. Ein weiterentwickeltes EEG muss diesen Entwicklungen durch regional unterschiedliche und zeitvariable Tarife gerecht werden. Damit ließe sich schon sehr viel erreichen, bis wir in einigen Jahren dann ganz ohne EEG-Förderung auskommen können.

Milk the Sun: In einem Gespräch mit der Fachzeitschrift photovoltaik haben sie 200 Gigawatt als einen realistischen Wert für die solare Energiegewinnung im Jahr 2040 ausgegeben. Vor allem Dachflächen sollen vermehrt für die Stromgewinnung über PV-Systeme genutzt werden. Die Subventionen durch das EEG werden zunehmend gedrosselt; einige Politiker fordern gar ein komplettes Ende des EEG. Wie ließe sich einem Hausbesitzer dennoch vermitteln, auf Solarenergie zu setzen?

Quaschning: Wir haben bereits heute die Grid Parity erreicht. Das bedeutet, der eigene Solarstrom ist preiswerter als der Bezug von Strom aus dem Netz. Bedingung dafür ist, dass der überwiegende Teil des Stroms auch selbst verbraucht und nicht mehr in das Netz eingespeist wird. Das lässt sich derzeit nur mit sehr kleinen Anlagen erreichen. Mit steigenden Preisen für den Endkundenstrom und mit fallenden Preisen für Photovoltaikanlagen und Speicher werden sich sehr bald auch Anlagen in vernünftiger Größe ganz ohne EEG-Vergütung rechnen. Dann werden sie auch gebaut. Außerdem könnte die Branche noch mehr Kreativität an den Tag legen. Warum gibt es noch keine Do-It-Yourself-Anlage, die auch der Laie selbst anschließen kann? Einen Staubsauger mit 2 kW Leistung kann schließlich auch jeder ans Netz bringen. Mir leuchtet nicht ein, warum das nicht auch mit einer 2-kW-Photovoltaikanlage funktionieren kann. Wenn es diese bei einem Discounter im Angebot gibt, werden viele zuschlagen, ohne vorher noch irgendeine komplizierte Wirtschaftlichkeitsberechnung zu machen.

Solarstrom EEGMilk the Sun: Ein Artikel der Süddeutschen Zeitung sprach vor kurzem vom „Märchen vom teuren Ökostrom“. Viele Kosten und Folgekosten der Stromgewinnung aus fossilen Brennstoffen würden nicht über Umlagen auf den Strompreis selbst sondern über Subventionen aus der Steuerkasse bezahlt und ließen die konventionelle Energiegewinnung nur billiger aussehen. Werden Verbraucher so nicht getäuscht? Wie sähe eine faire Kostendarlegung für Endkunden aus?

Quaschning: Das extremste Beispiel für die möglichen Folgekosten ist Fukushima. Die bislang bekannten Schäden belaufen sich auf rund 100 Milliarden Euro, die zum großen Teil vom Steuerzahler beglichen werden müssen. Würde man diese Summe auf die Stromerzeugung aus diesem Kraftwerk umlegen, wäre die angeblich so teure Photovoltaik ein Schnäppchen dagegen. Auch bei fossilen Kraftwerken entstehen durch Luftverschmutzung und Klimawandel erhebliche Schäden und Risiken, die wiederum von der Allgemeinheit und nicht den Verursachern getragen werden. Würden all diese externen Kosten auf den Strompreis umgelegt, wäre bereits jetzt kein Atomkraft- oder Kohlekraftwerk mehr konkurrenzfähig. Die Diskussion über die angeblich viel zu hohen Kosten der erneuerbaren Energien ist unter diesem Hintergrund nur vorgeschoben, um Argumente für eine Drosselung des Ausbaus zu haben. Wir brauchen einen Ausstiegsplan aus der Atomenergie und den fossilen Energien, der einen wirksamen Klimaschutz ermöglicht. Das bedeutet, bis spätestens 2040 sollte unsere Energieversorgung vollständig auf erneuerbaren Energien basieren. Alles andere wird die nachfolgenden Generationen sehr teuer zu stehen bekommen.

Milk the Sun: Welche Rolle spielt die Politik dabei?

Quaschning: Wir haben weltweit eine sehr enge Verzahnung der Energiekonzerne mit der Politik. Ausgediente Politiker landen nicht selten in führenden Positionen in den Konzernen. Durch den Einfluss ist es bislang stets gelungen, eine sehr konzernfreundliche Energiepolitik durchzusetzen. Auch der Einfluss der Kohlelobby ist enorm. Aus Angst vor dem Verlust von Wählerstimmen ist ein schneller Ausstiegsplan aus der Kohlenutzung in Deutschland ein Tabu. Hier bräuchte es mehr Politiker mit Mut als solche, die nur auf Sicht regieren.

Milk the Sun: Seit 2004 sind sie Professor für das Fachgebiet Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin. Dort haben Sie viel mit jungen Menschen zu tun, die ein Eigeninteresse an regenerativer Energiegewinnung mitbringen. Wie sehen junge Menschen Ihrer Erfahrung nach die Energiewende?

Quaschning: Die Energiewende ist durchaus auch ein Generationenproblem. Die älteren Generationen können sich eine schnelle Energiewende oft nicht vorstellen, da sie mit Erdöl, Erdgas, Kohle und Atomkraft aufgewachsen sind. Junge Menschen haben da keine Berührungsängste. Sie wissen, dass sie noch viel länger mit den Folgen unserer heutigen Energiewirtschaft leben müssen als ihre Eltern und sind nicht in den alten Denkmustern verhaftet. Für sie ist eine schnelle Energiewende nichts Unmögliches.

Milk the Sun: Welche Hoffnungen setzen sie in den Studiengang Regenerative Energien und Ihre Studenten?

Quaschning: Wir haben im Prinzip noch eine Generation für die vollständige Energiewende Zeit, ohne dass uns das Weltklima komplett kollabiert. In unserem Studiengang versuchen wir, mit einer modernen und zukunftsorientierten Ausbildung den Wandel unserer Energieversorgung zu unterstützen. Wenn ich sehe, welchen Elan viele unserer Studierenden an den Tag legen, bin ich fest davon überzeugt, dass eine schnelle Energiewende zu schaffen ist.

 

Wir bedanken uns bei Prof. Dr. Volker Quaschning für das Gespräch

Unser neuer Kooperationspartner Karg Software GmbH stellt sich in einem Interview vor

Milk the Sun und die Karg Software GmbH haben sich zusammengetan, um den europäischen Solarmarkt auszubauen und kundenfreundlicher zu gestalten. Die Karg Software GmbH hat eine PV-Software entwickelt, PHIL, die es Solarteuren und Privatleuten ermöglicht, ihre Solaranlage kostenlos zu planen und auf Wirtschaftlichkeit zu prüfen.

Die Karg Software GmbH beschäftigt sich mit der Entwicklung von Softwareprodukten ausschließlich für die Photovoltaikbranche. Wie darf man sich das vorstellen? Wie passen Sie Ihre Produkte an die Bedürfnisse dieses noch relativ neuen Wirtschaftszweiges an? Wie die Photovoltaikbranche sich ständig weiterentwickelt, so adaptieren auch wir unsere neuen Produkte fortwährend. PHIL ist eine „lebendige“ Software. Diese, wie auch wir Entwickler lernen und entwickeln uns jeden Tag weiter, um die Fehlerquote bei der Planung für den Solarteur, unseren Endkunden, so gering wie möglich zu halten bzw. völlig auszuschließen. Die häufigsten Fehler geschehen durch fehlerhafte Produktzusammenstellung, z.B. werden oft die falschen Module, Wechselrichter und Strings miteinander kombiniert. Von der Berücksichtigung des Schattenverhaltens ganz zu schweigen. Aus diesen Gründen haben wir  unsere Planungssoftware PHIL entwickelt. Wir möchten Privatleuten ebenso wie  Solarteuren die bestmögliche Unterstützung geben. Deshalb ist  PHIL auch kostenfrei!

PHIL ist eine PV-Planungssoftware. Wie funktioniert dieses Online-Tool und wer kann es nutzen? PHIL funktioniert ganz einfach und erklärt sich im Grunde von selbst. Über die blauen Infobuttons erhalten Sie alle Informationen, die für den jeweiligen Planungsprozess erforderlich sind. Da der Beruf Solarteur noch kein Lehrberuf ist und fast ausschließlich aus Quereinsteigern besteht, haben wir ein Tool entwickelt, das sowohl Privatleute als auch ausgebildete Handwerker und Ingenieure anspricht und unterstützt. Gerade die Handwerksbetriebe, die ihre Arbeitsleistung bei den Kunden täglich aufs Neue unter Beweis stellen, wollen wir damit unterstützen. Diese Betriebe sind durch die Absenkung des EEG so unter Druck geraten, dass eine vier- bis sechswöchige Schulung des Personals zeitlich wie auch finanziell unmöglich geworden ist. PHIL ist daher besonders „solarteurfreundlich“ aufgebaut.

 Was für Vorteile bietet PHIL gegenüber anderen Solarrechnern?
1. Zum wichtigsten Punkt: PHIL ist frei zugänglich (weltweit!) und völlig kostenfrei.

2. Zur Benutzung von PHIL muss man nicht studiert haben! PHIL basiert auf einem hochmathematischen System, das im Hintergrund alle wichtigen Berechnungen sowie Prüfungen für den Solarteur erarbeitet. Gleichzeitig ist die Benutzeroberfläche sehr simpel gehalten. Es war uns wichtig, so wenig „Stellschrauben“ wie möglich einzubauen, um Fehlerquellen in der Berechnung zu vermeiden.

3. Automatische Berechnung und Gegenüberstellung von bis zu drei Wechselrichtern: Hersteller und deren Wechselrichter kann das PHIL-Rating durch eine Berechnung der einzelnen Komponenten wie Modul, Wechselrichter und String Zusammenstellung erstellt werden (bestes Rating 99,99 %). PHIL erstellt ein Rating von Herstellern und deren Wechselrichtern durch eine Berechnung des Zusammenspiels der einzelnen Komponenten (Modul, Wechselrichter, String). Hierbei ist nicht Kosteneinsparung das Ziel, sondern eine bestmögliche Übereinstimmung der einzelnen Bauteile.

4. Schattenberechnungen aus Eigen-, Fremd- und Umgebungs-Verschattung: Für eine exakte Berechnung, die auf einer komplexen mathematischen Rechenleistung aufbaut, sind nur wenige Schritte erforderlich. Die Schattenberechnung spielt für die geplante PV-Anlage eine wichtige Rolle. Wird keine Verschattungsanalyse erstellt, kann das gravierende finanzielle Auswirkungen auf die Refinanzierung und den Ertrag der PV-Anlage haben. PHIL geht auf länderspezifische Gegebenheiten ein und hat sämtliche globalen Sonneneinstrahlungswerte der letzten 30 Jahre hinterlegt, um die Berechnungen auf 365 Tage in 10-Minuten-Intervallen zu simulieren.

5. Nachberechnung von bestehenden PV-Anlagen: Besteht eine PV-Anlage bereits, erbringt jedoch nicht die versprochene Leistung, so kann diese Anlage mit PHIL ganz einfach nachberechnet werden. Sie erstellen eine Neuberechnung und setzen alle Komponenten wie Modul (Generator) und Wechselrichter ein. Tritt bereits hier ein Fehler auf, wird PHIL weitere Berechnungen abbrechen. In diesem schlimmsten Fall, sollten Sie ihre PV-Anlage von einem unabhängigen Sachkundigen prüfen lassen.

PHIL wird unseren Kunden Planung und Bau einer Solaranlage sehr erleichtern. Was versprechen Sie sich von der Zusammenarbeit mit Milk the Sun? Wir wollen den deutschen Solarmarkt voranbringen, ausbauen und so wirtschaftlich wie möglich gestalten. Europaweit und international agieren. Energie ist nach Luft, Wasser und Nahrung das wichtigste Wirtschaftsgut des Menschen. Und zur Energiegewinnung muss man nicht täglich die Welt neu erfinden, man kann Vorhandenes, wie eben die Sonne, nutzen und so die Erde entlasten.

Weitere Informationen zu Phil finden Sie in diesem Flyer.

Wir bedanken uns bei Herrn Karg und freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit!

 

Hat die Solarbranche Zukunft? Lohnt sich eine private PV Anlage? Antworten im Interview mit Felix Krause.

Felix Krause CEO Milk the SunIm Interview mit umwelthauptstadt.de bietet Felix Krause, CEO von Milk the Sun einen Blick hinter die Kulissen und gibt seine Einschätzung zur Zukunft der PV-Branche. Warum diese in seinen Augen sonnig aussieht, lesen Sie hier:

 

Milk the Sun hat bereits mehrere Preise gewonnen – wie entstand die Idee dazu und wie grenzen Sie sich ab gegenüber anderen Photovoltaik-Portalen  Zusammen mit Dirk Petschick hatten wir 2009 einen Projektentwickler und -manager für Photovoltaikanlagen in Deutschland und UK gegründet. Dabei stellten wir allerdings täglich fest, dass für den Kauf, Verkauf und Bau von Photovoltaik-Anlagen in Europa lange Maklerketten erforderlich sind, die mit hohen Transaktionskosten für die Marktteilnehmer verbunden sind. Genau wie die fehlende Transparenz gibt es in diesem Markt kaum online Vergleichsmöglichkeiten für Versicherungen, Maintenance Verträge noch rechtliche Due Diligences, so wie es heute in den meisten anderen Branchen längst üblich ist. An diesem Punkt setzt unsere Idee und unser Verständnis an und unterscheidet sich somit teilweise gravierend von anderen Ansätzen. Dafür wurde Milk the Sun bei verschiedenen Wettbewerben ausgezeichnet.

 

Die Solarbranche ist insbesondere durch die Subventionskürzungen stark unter Druck geraten. Lohnt sich das Verpachten von (privaten) Dachflächen eigentlich noch? Es ist ganz deutlich zu spüren, dass die PV-Branche ungeachtet der politischen Tendenzen ein starkes Wachstum verzeichnet. Denn Solaranlagen rentieren sich nach wie vor. Deutschland ist einer der aktivsten Standorte für Photovoltaik weltweit, das heißt gute Technik und zuverlässige Wartung sind vor Ort. Die Entstehungskosten für Solaranlagen sinken und drücken so die Anschaffungskosten. Daher lohnt sich die Verpachtung von Dachflächen trotz der Kürzungen noch immer und wird es auch in Zukunft auch weiterhin tun.

 

Können Sie eine ungefähre Zahl nennen, was ein privater Hausbesitzer mit einer durchschnittlichen Dachfläche im Jahr verdienen kann, wenn er diese verpachtet oder einen Teil der erzeugten Energie ins Netz einspeist? Das ist natürlich von der Lage, der tatsächlichen Größe des Daches und von seiner Ausrichtung abhängig. Aber nehmen wir einmal an, dass ein Einfamilienhaus im südlichen Deutschland gelegen eine Dachausrichtung nach Süden mit ungefähr 100 Quadratmetern Dachfläche hat. Die Anschaffungskosten für eine Anlage dieser Größe beliefen sich auf grob geschätzt 15.000 Euro exklusive Nebenkosten. Diese Anlage produziert 10.000 kWh pro Jahr. Bei einer Einspeisevergütung von aktuell 24,4 ct/kWh. (Stand Mai 2012) wäre die Anlage nach etwas mehr als sechs Jahren abbezahlt und würde, auf die Laufzeit von 20 Jahren gerechnet, Strom im Wert von 48.000 Euro produzieren. Es entsteht eine Rendite von 33.000 Euro. Auch unter der Voraussetzung, dass die Einspeisevergütung auf 18 ct/kWh reduziert wird, liegt die Rendite bei 19.000 Euro. Zusammengefasst – eine Anlage ist langfristig immer lohnend, mit Festpreisgarantie noch ein ganzes Stück mehr. Die Erwartung zukünftiger Strompreissteigerungen macht die Investition in eine PV-Anlage langfristig interessant. Zukünftig werden auch Direktvermarktungskonzepte attraktiver werden. Die Pacht für ein Dach liegt zwischen vier und acht Prozent des Gewinns der Anlage. Zu verpachten kann sich gerade bei großen Flächen lohnen. Für Besitzer von Einfamilienhäusern ist die Investition in eine eigene Anlage meistens lohnender als die Verpachtung.

 

Wagen Sie einen generellen Ausblick für die Solarbranche? Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation und welche Möglichkeiten haben deutsche Firmen, um auch künftig in diesem Segment erfolgreich mitzumischen? Atomkraftwerke werden abgeschaltet und die Erneuerbaren Energien müssen die Lücken füllen. Die Solarbranche als lukratives Geschäftsfeld wird kontinuierlich weiter ausgebaut. Laut einer aktuellen Studie von der European Photovoltaic Industry Association wird unter günstigen politischen Bedingungen weltweit ein Wachstum von 500 Prozent bis 2020 in der PV-Branche prognostiziert. Etliche klimatisch optimale Standorte sind wenig oder gar nicht erschlossen und Photovoltaik ist neben Wind- und Wasserenergie ein technisch etabliertes Standbein grüner Energiegewinnung. Den Marktvorteil, den Deutschland und Italien als Vorreiter der Photovoltaik heute haben, gilt es zu festigen. Denn die Photovoltaikbranche ist ökologische und ökonomische Zukunft. Professionell Unternehmen werden sich in der Konsolidierungsphase durchsetzten und weiterhin erfolgreich sein. Dem müssen wir uns stellen und mit kreativen Lösungen neue Wege gehen.

 

Das vollständige Interview findet sich auf umwelthauptstadt.de

 

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