Bald kein Einspeisevorrang für Erneuerbare mehr?

Bald kein Einspeisevorrang für Erneuerbare mehr?

Aktuellen Medienberichten zufolge erwägt das Bundeswirtschaftsministerium rund um Minister Peter Altmaier eine Beschneidung des Einspeisevorrangs für erneuerbare Energien. Grundlage der Idee ist eine Studie im Auftrag des Ministeriums zur Stabilität des deutschen Strom-Übertragungsnetzes.

Derzeit gilt für erneuerbare Energien in Deutschland Einspeisevorrang. Die Betreiber der Übertragungsnetze sind gesetzlich dazu verpflichtet, erneuerbaren Strom vorrangig vor Kohle- und Atomstrom in ihre Stromnetze aufzunehmen.

Das Bundeswirtschaftsministerium prüft nun aber eine Änderung durch eine Gesetzesänderung. Grundlage dazu liefert eine Studie, die von drei spezialisierten Beratungsunternehmen (Ecofys, Consentec und BHH) durchgeführt wurde. Mit der Änderung des Einspeisevorrangs sollen Erneuerbare-Anlagen künftig grundsätzlich in das Netz-Management bei Netzengpässen einbezogen werden. Dadurch sollen sich die Kosten solcher Maßnahmen senken.

 

Bundeswirtschaftsministerium beschwichtigt

Auf Kritik an den Plänen, etwa aus den Reihen der Grünen, reagierte das Bundeswirtschaftsministerium per Twitter allerdings relativierend:

Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energien erklärte auf Nachfrage des PV-Fachmagazins pv magazine: „Der Einspeisevorrang für erneuerbare Energien muss erhalten bleiben Es ist gut, dass die Bundesregierung darauf auch selbst bereits hingewiesen hat und den Vorrang erhalten will. Es wäre noch besser, wenn die Bundesregierung sich mit Nachdruck dafür einsetzen würde, dass die geltende Vorrangregelung erneuerbarer Energien in der täglichen Praxis auch umgesetzt wird.“ Sie verwies zudem darauf, dass auch aktuell viele Erneuerbaren-Anlagen abgeregelt würden, während Kohle- und Atomkraftwerke weiterliefen.

Umweltorganisationen sehen in einer Änderung des Einspeisevorrangs einen der wichtigsten Faktoren für die Energiewende, weil sie als rechtliches Element sauberen Ökostrom besserstellt als Strom aus konventionellen Kraftwerken.

 

Simon

Journalist, PR- und Marketingmanager, Blogger bei Milk the Sun.

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