Stephan Bruns Posts

Zusammenarbeit auf energiepolitischer Ebene: Deutschland und Frankreich planen Schritt in Richtung eines europaübergreifenden Energiemarkts

Die Stromversorgung durch Erneuerbare Energien ist in praktizierenden Staaten bis dato immer nur auf nationaler Ebene betrieben worden. Das soll sich nach Plänen der Energieverbände Deutschlands und Frankreichs ändern. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und die Union Française de l’Electricité (UFE) wollen daher in Zukunft kooperieren. Das Ziel: Eine Verbesserung der Versorgungssicherheit und die Integration von Ökostrom.

 

Europa als eine geschlossene Einheit in der Zukunft der Energiepolitik ©scibak

Europa als eine geschlossene Einheit in der Zukunft der Energiepolitik ©scibak

Im Rahmen der Energiewende machen Deutschland und Frankreich langsam ernst und wagen einen Schritt, der die europäische Zukunft prägen soll. Durch eine Kooperation der beiden Staaten auf dem Feld der Energiepolitik soll die langanhaltende Versorgungssicherheit auf länderübergreifender Ebene gewährleistet werden. Den größten Fokus wolle man dabei aber auf die Marktintegration Erneuerbare Energien legen. Eine enge energiepolitische Zusammenarbeit könne laut dem gemeinsamen Schreiben der beiden Energieverbände außerdem „als Beispiel für eine allgemeine Reform für eine europäische Marktarchitektur dienen.“ Als langfristiges Ziel wird hier eine europaweite Zusammenarbeit angestrebt.

Als Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sehen beide Seiten “leistungsfähige Transportnetze zwischen beiden Ländern, eine sehr erfolgreiche Kooperation der Energiebörsen, ehrgeizige Klimaschutzziele, aber auch den Druck, Versorgungssicherheit sicherzustellen, während die Bedingungen sich aufgrund der Entwicklung der Erneuerbaren Energien wandeln.” Das ausführliche Schreiben soll Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem französischen Staatspräsidenten Francois Hollande bei ihren deutsch-französischen Regierungskoalitionen als Diskussionsstoff dienen. Beide Staatsoberhäupter wollen dann über eine intensive energiepolitische Zusammenarbeit beraten.

Mit Blick auf die gesamteuropäische Zukunft „kann eine stärkere Kooperation zwischen Frankreich und Deutschland als Motor der kontinentaleuropäischen Energiewirtschaft viel zur Stärkung der europäischen Integration beitragen und ihr einen neuen Impuls geben”, so die Vorstellungen der BDEW und EFE weiter. Bis zum Ende des ersten Halbjahres 2014 sollen bereits erste gemeinsame Handlungskonzepte vorliegen.

Quelle: Welt.de

 

Vier Fragen an … Björn-Lars Kuhn, IT-Spezialist, freier Journalist und Energieblogger

Björn-Lars Kuhn ist Experte und Allrounder auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien. Als einer der erfolgreichsten Energieblogger Deutschlands hat er seinen Namen bereits tief in der Scene verankert. Durch sein Engagement als Gesellschafter bei Proteus Solutions, seine langjährige Tätigkeit in der IT-Branche und als freier Journalist hat Björn-Lars Kuhn ein umfassendes Fachwissen auf dem Gebiet der Solarbranche vorzuweisen. Die Tätigkeit als Journalist hat ihn zudem zu einer der einflussreichsten Stimmen auf dem Themengebiet der Solar- und Photovoltaikenergie werden lassen.

"Andererseits haben die deutschen Unternehmen immer wieder bewiesen, dass gerade in politisch instabilen Zeiten die besten Innovationen gemacht wurden. " - Björn-Lars Kuhn

“Andererseits haben die deutschen Unternehmen immer wieder bewiesen, dass gerade in politisch instabilen Zeiten die besten Innovationen gemacht wurden. ” – Björn-Lars Kuhn

Milk the Sun: Lieber Herr Kuhn, nach der Bundestagswahl 2013, den zähen Koalitionsverhandlungen und der Regierungsbildung, wie bewerten Sie das Ergebnis im Gesamten? Wie sehen Ihre Erwartungen an die neue Bundesregierung und vor allem an den neuen Superminister Sigmar Gabriel aus?

Björn-Lars Kuhn: Vor der Bundestagswahl war ich der Ansicht, dass die Energiewende mit dem Scheitern der FDP schneller vorankommt. Das erwies sich allerdings als Trugschluss, wenn man jetzt die Bestrebungen der GroKo und Sigmar Gabriel sieht. Natürlich ist eine tief greifende EEG-Novellierung notwendig, aber das, was der Superminister da aufruft, klingt schon sehr nach Industriepolitik der Großen Vier.

Natürlich wird im Bereich der Konventionellen immer mit Standort Deutschland und Arbeitsplätzen argumentiert, aber auch im Bereich der Erneuerbaren wurden in den letzten Jahren viele Arbeitsplätze geschaffen, die ja seit über einem Jahr sukzessive weniger werden, wenn man z.B. das Wegsterben der Photovoltaik betrachtet. Da frage ich mich, ob Arbeitsplätze bei RWE oder E.ON mehr wert sind als die in der Nachhaltigkeitsbranche … Und die Aktionäre bekommen wohl immer noch Dividende.

Das, was die Bundesregierung gerade umsetzen will, klingt eher nach operativer Hektik und Schnellschüssen. Man kann nur hoffen, dass es nicht ganz so schlimm wird.

Milk the Sun: Die Kohlekraft ist in Deutschland so stark wie in den letzten 20 Jahren nicht mehr. Wie schätzen Sie perspektivisch die Chancen der Erneuerbaren Energien auf den Strommarkt in Konkurrenz zu den traditionellen und etablierten Energieformen ein?

Björn-Lars Kuhn: Die Erneuerbaren Energien werden sich durchsetzen. Allerdings wird es durch aktuelle politische Maßnahmen zu einer weiteren Verzögerung kommen, weil das System ja in sich falsch aufgesetzt worden ist. Hier sei nur die AusgleichMechV genannt. Langfristig wird das System aber wohl nicht haltbar sein.

Leider haben viel zu wenige Leute die Kompetenz dieses System zu durchschauen, am wenigsten unsere Volksvertreter. Das ist von den konventionellen Anbietern ja auch so gewollt, damit man eine öffentliche Diskussion über Strompreise führen kann. Gehen die Stromgestehungskosten jedoch noch weiter zurück und es geht beispielsweise wesentlich mehr EE-Strom in die Direktvermarktung – z.B. bei 100%-EE-Gemeinden – dann schafft sich das System letztendlich selber ab.

Milk the Sun: Die Branchen rund um die Erneuerbaren Energien sind schon seit langem zu einem ernstzunehmenden weltweiten Wirtschaftszweig angewachsen. Deutschland nahm in diesem Zusammenhang eine Vorreiterrolle ein, insbesondere auf dem Feld der Photovoltaik- und Solartechnologie, aber auch bei der Windkraft. Steht zu befürchten, dass sich das in den kommenden vier Jahren ändert und man international von anderen Ländern nicht nur überholt, sondern abgehängt wird?

Björn-Lars Kuhn: Ja, das wird wohl unumgänglich sein. Technologisch mögen wir immer noch die Nase vorn haben und mit dieser Technologie im Ausland punkten können. Aber die Energiewende als solche wird nicht mehr das internationale Vorzeigeobjekt sein. Schaut man sich allein die PV-Zubauzahlen in Italien an, wird schnell deutlich, dass wir in Deutschland eine Energiewendebremse eingeführt haben.

Andererseits haben die deutschen Unternehmen immer wieder bewiesen, dass gerade in politisch instabilen Zeiten die besten Innovationen gemacht wurden. Also könnte es gut sein, dass wir auch neu aufgestellt und gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Milk the Sun: Abschließend hätten wir von Ihnen gerne eine Prognose für das Jahr 2014. Wie wird der Markt für EE am Ende des Jahres in Deutschland und der Welt aussehen? Wer werden die Gewinner und Verlierer sein?

Björn-Lars Kuhn: Verlierer werden ganz klar die großen PV-Projektierer sein, die es bisher nicht geschafft haben, sich im Ausland zu etablieren. Da werden wohl noch ein paar Unternehmen den Gang zum Amtsgericht beschreiten müssen.

Dazu kommen einige Startups, die mit neuen Geschäftsmodellen in den Markt eingestiegen sind und wohl auch dahingerafft werden. Die geplante Besteuerung des Eigenverbrauchs wird so manche Kalkulation zunichte machen und damit womöglich die Geschäftsgrundlage.

Der Markt in Deutschland wird wohl weiter zurückgehen und als Gewinner können sich die kleinen Solateure fühlen. Denn der Markt der privaten Kleinanlagen wird selbst mit gesetzlichen Änderungen nicht abzuwürgen sein. Der Bürger glaubt an die Energiewende und wird diese vorantreiben.

2014 werden sich trotz Gejammer die Großen Vier als Gewinner fühlen, doch möglicherweise werden sich einige Top-Manager umorientieren, wenn die kurzfristigen Gewinne wieder wegfallen.

International gibt es noch einige interessante Länder, die gerade am Anfang stehen, den Anteil der Erneuerbaren auszubauen. Hier werden sich dann die deutschen Spezialisten vor Ort wiederfinden.

Wir bedanken uns bei Herrn Kuhn für das Interview.

Im Rahmen der Fortsetzung der Interviewreihe „Vier Fragen an …“ stellt der Milk the Sun Blog führenden Köpfen aus Wirtschaft, Politik und Medien vier Fragen zu den Erwartungen an die nationale und internationale Energiepolitik, die Energiewende und  die Reform des EEGs.

Weitere Interviews auf dem Milk the Sun Blog mit Herrn Björn-Lars Kuhn:

Vier Fragen an … Björn-Lars Kuhn, Inhaber von Proteus Solution und Energieblogger

Kommentar: Industrieprivilegien und Eigenverbrauch – Die EU-Kommission legt vor

Vier Fragen an … Stefan Dietrich von Windwärts Energie | Milk the Sun – Blog

Dr. Stefan Dietrich ist Pressesprecher der Windwärts Energie GmbH. Der promovierte Politikwissenschaftler kümmert sich neben der Pressearbeit auch um den Windwärts Blog, auf dem er vor allem zu firmeneigenen Projekten und Aktionen bloggt. Das internationale Unternehmen Windwärts Energie hat seinen Fokus auf Onshore-Windenergie gelegt.

"Die Bundesregierung und vor allem das zuständige Ministerium sollen sich eingehend mit den vorliegenden Vorschlägen für ein Marktdesign auseinandersetzen, das die erneuerbaren Energien in den Mittelpunkt stellt." - Dr. Stefan Dietrich (c)Photo Windwärts Energie GmbH, Fotograf Mark Mühlhaus attenzione

“Die Bundesregierung und vor allem das zuständige Ministerium sollen sich eingehend mit den vorliegenden Vorschlägen für ein Marktdesign auseinandersetzen, das die erneuerbaren Energien in den Mittelpunkt stellt.” – Dr. Stefan Dietrich (c)Photo Windwärts Energie GmbH, Fotograf Mark Mühlhaus attenzione

Milk the Sun: Lieber Herr Dietrich, nach der Bundestagswahl 2013, den zähen Koalitionsverhandlungen und der Regierungsbildung, wie bewerten Sie das Ergebnis im Gesamten? Wie sehen Ihre Erwartungen an die neue Bundesregierung und vor allem an den neuen Superminister Sigmar Gabriel aus?

Stefan Dietrich: Das Ergebnis ist sicherlich enttäuschend. Das Schlimmste ist, dass überhaupt kein Wille zu erkennen ist, die Energiewende wirklich voranzutreiben. Stattdessen scheint es gerade Sigmar Gabriel vor allem darum zu gehen, die Kohleverstromung zu retten. Anstatt ein intelligentes Strommarktdesign zu erarbeiten, sollen jetzt Kapazitätsmärkte eingeführt werden, und damit eine weitere Subvention für die Kohle. Was wir brauchen, ist eine Flexibilisierung des Systems, aber davon ist bislang von diesem Minister und dieser Regierung nichts zu sehen und zu hören. Und wo die lauthals versprochene Kostensenkung herkommen soll, muss uns Herr Gabriel mal in Ruhe erläutern. Den Zubau an Windenergie zu bremsen kann ja wohl keine Wirkung haben. Wo ist denn zum Beispiel die von der SPD im Wahlkampf noch geforderte Senkung der Stromsteuer geblieben?

Eigentlich erwarte ich nicht viel, aber eines schon: Die Bundesregierung und vor allem das zuständige Ministerium sollen sich eingehend mit den vorliegenden Vorschlägen für ein Marktdesign auseinandersetzen, das die erneuerbaren Energien in den Mittelpunkt stellt. Kurzsichtiges Herumdoktern bringt uns nicht weiter.

Milk the Sun: Das EEG gilt als eine der wichtigsten Baustellen der Energiewende. Was würden Sie sich bei einer Reform des EEG wünschen, beziehungsweise welche Baustelle halten Sie für die Drängendste?

Stefan Dietrich: Ganz klar: Die so genannte „EEG-Umlage“ muss abgeschafft werden! Die Verramschung des Erneuerbaren-Stroms über den Spotmarkt der Strombörse hat nur negative Folgen. Sie sorgt insbesondere dafür, dass Kosten einseitig den Privathaushalten und kleinen und mittleren Unternehmen aufgebürdet werden. Der Strompreis vor allem zu Spitzenlastzeiten sinkt, und die Differenz sehen wir auf der Stromrechnung. Dadurch werden Unternehmen subventioniert, die den Strom an der Börse einkaufen können. Die ganze unselige Kostendebatte ist durch die Einführung des finanziellen Wälzungsmechanismus 2009 erst möglich gewesen (war das vielleicht Absicht?). So ist zwischen 2008 und 2012 die Strommenge aus erneuerbaren Energien um 70 % gestiegen, die Summe der Einspeisevergütungen um 80 % – aber die Umlage um 350 %! Gleichzeitig werden neue und moderne Gaskraftwerke unwirtschaftlich, weil sie über den Energy Only-Markt nicht mehr finanziert werden können. Das heißt, die alten Braunkohle-Meiler laufen und laufen… Wir müssen dringend hin zu einer physischen Wälzung des Stroms in die Bilanzkreise der Energieversorgungsunternehmen.

Milk the Sun: Derzeit werden am Drei-Länder-Eck zwischen Dänemark, Schweden und Deutschland zwei riesige Offshore-Windparks gebaut, die durch den neuen Interkonnektor verbunden sein sollen. Die sogenannte „Kriegers Flak Combined Grid Solution“ soll als ein Pilotprojekt für zukünftige Windkraft-Offshore-Stromnetze dienen. Wie schätzen Sie diese Art von Projekten ein? Können sie einem solchen Führungsanspruch gerecht werden?

Stefan Dietrich: Da wir uns als mittelständisches Unternehmen ausschließlich mit der Onshore-Windenergie beschäftigen, kann ich dazu nichts sagen. Insgesamt sehe ich den Führungsanspruch bei der Energiewende aber eher bei flexiblen und dezentralen Lösungen.

Milk the Sun: Die Branchen rund um die Erneuerbaren Energien sind schon seit langem zu einem ernstzunehmenden weltweiten Wirtschaftszweig angewachsen. Deutschland nahm in diesem Zusammenhang eine Vorreiterrolle ein, insbesondere auf dem Feld der Photovoltaik- und Solartechnologie aber auch bei der Windkraft. Steht zu befürchten, dass sich das in den kommenden vier Jahren ändert und man international von anderen Ländern nicht nur überholt, sondern abgehängt wird?

Stefan Dietrich: Das ist nicht nur zu befürchten, zumindest in der Photovoltaik ist es ja bereits Realität. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Nonchalance die Politik Arbeitsplätze gefährdet oder zerstört, wenn es „nur“ um eine Branche geht, die anscheinend vielen Interessenvertretern und Politikern ein Dorn im Auge ist. Was die Windindustrie angeht, bleibt abzuwarten, wie sich die Weltmärkte entwickeln. Ein schwächerer Heimatmarkt ist für die deutschen Hersteller aber sicherlich keine gute Entwicklung.

Was ich aber noch schlimmer finde, ist der offensichtliche politische Wille, eine überwiegend mittelständisch geprägte Branche kaputt zu machen und die Stromversorgung wieder den Konzernen zuzuspielen. Anders ist weder das geplante Auktionsverfahren für erneuerbare Energien zu erklären noch die Frage zu beantworten, warum auch diese Bundesregierung aller selbst angezettelter Kostendebatten zum Trotz so an der Offshore-Windenergie festhält, die Onshore-Windenergie aber beschneidet. Die allem Anschein nach absichtlich herbei geführten Unsicherheiten in den Märkten erhöhen die Risiken und erschweren gerade kleineren Marktteilnehmern die Finanzierung von Projekten.

 

Wir bedanken uns bei Herrn Dietrich für das Interview.

 

Im Rahmen der Fortsetzung der Interviewreihe „Vier Fragen an …“ stellt der Milk the Sun Blog führenden Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Medien vier Fragen zu den Erwartungen an die nationale und internationale Energiepolitik, die Energiewende und  die Reform des EEGs.

Weitere Interviews auf dem Milk the Sun Blog mit Herrn Dr. Stefan Dietrich:

Vier Fragen an … Dr. Stefan Dietrich, Pressesprecher von Windwärts Energie

Vier Fragen an … Benjamin Reuter, Journalist | Milk the Sun – Blog

Als freier Journalist schreibt Benjamin Reuter für die WirtschaftsWoche und die ZEIT. Für das Nachhaltigkeitsportal WiWo-Green schreibt Herr Reuter regelmäßig über die entscheidenden Themen rund um die Komplexe Energiewende und Klimawandels.

"Während Deutschland auf die Bremse tritt, gibt der Rest der Welt richtig Gas." - Benjamin Reuter

“Während Deutschland auf die Bremse tritt, gibt der Rest der Welt richtig Gas.” – Benjamin Reuter

Milk the Sun: Lieber Herr Reuter, nach der Bundestagswahl 2013, den zähen Koalitionsverhandlungen und der Regierungsbildung, wie bewerten Sie das Ergebnis im Gesamten? Wie sehen Ihre Erwartungen an die neue Bundesregierung und vor allem an den neuen Superminister Sigmar Gabriel aus?

Benjamin Reuter: Herr Gabriel hat ja inzwischen erste Vorschläge öffentlich gemacht, wie er eine Energiewendereform gestalten will. Ohne ins Detail zu gehen, sind sie doch ein erster guter Anfang. Denn ein weiter steigender Strompreis hilft niemandem. Wenn Gabriel es schafft, den Anstieg zu bremsen und die Kosten der Wende auf mehr Schultern zu verteilen (Stichwort Industrieprivileg und Eigenverbrauch) ist das nur gut. Sicher muss man bei Details wie dem Selbstvermarktungszwang und der Drosselung des Ausbaus nochmal schauen, was die ökonomischen Folgen sind – im Positiven wie im Negativen. Ein Problem sieht man aber jetzt schon: Dem Kohleboom in Deutschland wird die Reform nicht stoppen. Da müsste die Politik aber unbedingt ran, um die Energiewende auch für das Klima zum Erfolg zu machen.

Milk the Sun: Die Kohlekraft ist in Deutschland so stark wie in den letzten 20 Jahren nicht mehr. Wie schätzen Sie perspektivisch die Chancen der Erneuerbaren Energien auf den Strommarkt in Konkurrenz zu den traditionellen und etablierten Energieformen ein?

Benjamin Reuter: Die Antwort, wie man einen funktionierenden Strommarkt um Erneuerbare herum baut, kennt derzeit wohl noch niemand. Denn wie schafft man einen Markt für etwas, das keine oder kaum laufende Kosten hat, wie eine Kilowattstunde Sonnenstrom? Stand heute und ohne Einspeisevorrang würde die billige Kohlekraft den teureren Grünstrom immer noch aus dem Netz halten. Sind Erneuerbare in einigen Jahren günstiger als Kohle, fliegt sie wiederum aus dem System. Dann müsste man sich aber um die Reservekapazität oder um Speicher Gedanken machen. Erdgas kommt in beiden Fällen unter die Räder. Man sieht: Da sind noch viele Fragen offen.

Milk the Sun: Die Branchen rund um die Erneuerbaren Energien sind schon seit langem zu einem ernstzunehmenden weltweiten Wirtschaftszweig angewachsen. Deutschland nahm in diesem Zusammenhang eine Vorreiterrolle ein, insbesondere auf dem Feld der Photovoltaik- und Solartechnologie aber auch bei der Windkraft. Steht zu befürchten, dass sich das in den kommenden vier Jahren ändert und man international von anderen Ländern nicht nur überholt, sondern abgehängt wird?

Benjamin Reuter: Auf dem Feld der PV ist das ja schon passiert. Windanlagen sind natürlich nicht so leicht zu transportieren, dennoch sind chinesische Anbieter im Anmarsch. Aber wie immer: Konkurrenz belebt das Geschäft. Wäre China nicht gewesen, wäre PV heute noch viel teurer.

Milk the Sun: Abschließend hätten wir von Ihnen gerne eine Prognose für das Jahr 2014. Wie wird der Markt für EE am Ende des Jahres in Deutschland und der Welt aussehen? Wer werden die Gewinner und Verlierer sein?

Benjamin Reuter: Erneuerbare werden überall auf der Welt stark zulegen. Das gilt für Wind und Solar. Treiber ist hier zuvorderst China, dann auch die USA und Japan. Aber auch Indien hat große Pläne was Solar angeht und der Nahe Osten sowieso (Stichwort Saudi Arabien). Um die Zukunft der Industrie muss man sich also keine Sorgen machen. In Deutschland wird, wenn Gabriel seinen Willen bekommt, der Ausbau etwas gebremst. Die Hersteller wird das nicht interessieren, weil anderswo ihre Technologien gefragter sind als je zuvor. Während Deutschland also auf die Bremse tritt, gibt der Rest der Welt richtig Gas. Aber vielleicht tut uns eine Verschnaufpause auch ganz gut, um mit kühlem Kopf die zweite Phase der Energiewende anzugehen. Verlierer gibt es in dem Szenario nicht: Denn weniger Kohle oder Öl verbrauchen wir, Deutschland und die Welt, trotz des Booms bei den Erneuerbaren nicht.

 

Wir bedanken uns bei Herrn Reuter für das Interview.

 

Im Rahmen der Fortsetzung der Interviewreihe „Vier Fragen an …“ stellt der Milk the Sun Blog führenden Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Medien vier Fragen zu den Erwartungen an die nationale und internationale Energiepolitik, die Energiewende und  die Reform des EEGs.

Weitere Interviews auf dem Milk the Sun Blog mit Herrn Benjamin Reuter:

Vier Fragen an … Benjamin Reuter, freier Journalist

Vier Fragen an … Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft | Milk the Sun – Blog

Carsten Körnig ist der Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Solarwirtschaft e.V.. Herr Körnig war der maßgeblich verantwortliche Begründer der bereits 1997 entstandenen Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. Der BSW Solar sieht sich als Treiber der Energiewende und operiert als Verband an den Schnittstellen zwischen Politik, Wirtschaft und Verbrauchern als Informant und Berater. Er vertritt die Interessen von über 800 Solarunternehmen aus der deutschen Solarbranche.

 

"Von den politischen Weichenstellungen der nächsten Monate hängt ab, ob Deutschland jetzt den Anschluss verliert." - Carsten Körnig

“Von den politischen Weichenstellungen der nächsten Monate hängt ab, ob Deutschland jetzt den Anschluss verliert.” – Carsten Körnig

Milk the Sun: Lieber Herr Körnig, nach der Bundestagswahl 2013, den zähen Koalitionsverhandlungen und der Regierungsbildung, wie bewerten Sie das Ergebnis im Gesamten? Wie sehen Ihre Erwartungen an die neue Bundesregierung und vor allem an den neuen Superminister Sigmar Gabriel aus?

Carsten Körnig: Wir stecken mitten in einer Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes. Der Kabinettsbeschluss dazu lässt leider wenig Gutes hoffen. Zwar erkennt die Bundesregierung an, dass die Photovoltaik neben der Windkraft zu einer der tragenden zwei Säulen der Energiewende zählen muss, gleichzeitig plant sie aber, z.B. mit einer geradezu absurden Öko-Abgabe auf die solare Eigenstromerzeugung, erneute Kürzungen durch die Hintertür.

Milk the Sun: Das EEG gilt als eine der wichtigsten Baustellen der Energiewende. Was würden Sie sich bei einer Reform des EEG wünschen, beziehungsweise welche Baustelle halten Sie für die Drängendste?

Carsten Körnig: Das EEG soll Investitionen in Erneuerbare Energien anreizen, es darf nicht als Bremsklotz der Energiewende missbraucht werden. Richtig ist es, die Kosten der Energiewende wieder auf breitere Schultern zu verteilen. Aber es ist ein Irrweg, gerade die Träger der Energiewende zweimal zur Kasse zu bitten: für die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage und dann erneut, wenn sie ihren eigenen Strom selbst nutzen wollen. Es ist hingegen an der Zeit und verursachergerecht, die Industrie mit ihren fossilen Kraftwerkparks zumindest anteilig an den Umbaukosten unseres Energiesystems zu beteiligen. Wir sind mit zahlreichen konkreten Vorschlägen auf die Politik zugegangen, wie das EEG zu reformieren wäre. (vgl. Positionspapier des BSW-Solar)

Milk the Sun: Die Kohlekraft ist in Deutschland so stark wie in den letzten 20 Jahren nicht mehr. Wie schätzen Sie perspektivisch die Chancen der Erneuerbaren Energien auf den Strommarkt in Konkurrenz zu den traditionellen und etablierten Energieformen ein?

Carsten Körnig: Das wird stark davon abhängen, wie die EEG-Novelle ausgeht und die angekündigte Reform des Energiemarkt-Designs aussehen wird. Die Gestehungskosten erneuerbarer Erzeugungsanlagen können heute schon vielfach mit neuen Kohle- und Gaskraftwerke mithalten. Darüber hinaus haben Erneuerbare Energien keine versteckten Kosten. Im Gegensatz dazu belasten fossile Energieträger die Gesellschaft mit hohen Folgekosten für Umweltschäden und Gesundheitsbelastungen, die im Strompreis unzureichend abgebildet sind. Solange der Emissionshandel am Boden liegt und die Politik nicht den Mut für einen wirklichen Strukturwandel im Energiemarkt hat, werden die wenigen großen Energieversorger aber weiter unsere Gesundheit und Umwelt belasten können und den Energiemarkt dominieren.

Milk the Sun: Abschließend hätten wir von Ihnen gerne eine Prognose für das Jahr 2014. Wie wird der Markt für EE am Ende des Jahres in Deutschland und der Welt aussehen? Wer werden die Gewinner und Verlierer sein?

Carsten Körnig: Die deutsche Photovoltaik-Nachfrage hat sich im letzten Jahr halbiert, auch als eine Folge der letzten EEG-Novelle vor knapp zwei Jahren. Von den politischen Weichenstellungen der nächsten Monate hängt ab, ob Deutschland – einst Ökostrom-Pionier – jetzt den Anschluss verliert. Experten rechnen mit einer Verdoppelung der weltweiten Nachfrage in den nächsten zwei bis drei Jahren. Deutschland darf deshalb gerade jetzt bei der Energiewende nicht die Puste ausgehen. Die Branche braucht einen stabilen und verlässlichen Heimatmarkt, um ihre Technologieführerschaft auch weltweit ausspielen zu können.

 

Wir bedanken uns bei Herrn Körnig für das Interview.

 

Im Rahmen der Fortsetzung der Interviewreihe „Vier Fragen an …“ stellt der Milk the Sun Blog führenden Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Medien vier Fragen zu den Erwartungen an die nationale und internationale Energiepolitik, die Energiewende und  die Reform des EEGs.

Weitere Interviews und Artikel auf dem Milk the Sun Blog mit Herrn Carsten Körnig:

Photovoltaik: Große Solarparks in Deutschland laut BSW gefährdet
Vier Fragen an … Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar)
Zusätzliche 50 Millionen Euro Förderung für Photovoltaik
Röttgen und Rösler zeigen Einigkeit über Solarförderung – Aber die Solarbranche geht auf die Barrikaden
Solarbranche protestiert gegen Kürzungspläne des Wirtschaftsministers
Die deutsche Solarwirtschaft schließt 2011 mit neuem Rekord ab
Die Erfolgsgeschichte der deutschen Photovoltaik

Vier Fragen an … Rosa Tarragó, Head of Structured Finance bei SOWITEC | Milk the Sun – Blog

Rosa Tarragó besetzte über die letzten Jahre hinweg verschiedene führende Positionen bei verschiedenen Groß- und Förderbanken. Sie kann auf fast 14 Jahre Berufserfahrung zurückblicken und arbeitete unter anderem auch für Projektentwickler und für die E.on AG. Frau Tarragó war bis 2013 Vice President der KfW IPEX-Bank. Seit Ende des Jahres 2013 ist Frau Tarragó als Head of Structured Finance beim größten Windkraftentwickler in Lateinamerika SOWITEC angestellt. Das von ihr gegründete Unternehmen Molins de vent Tarragó produziert Windräder zur Wasserförderung.

“From a developer point of view , it is needed to have a reform that brings stability of project cash-flows” – Rosa Tarragó

Milk the Sun: Lieber Frau Tarragó, das EEG gilt als eine der wichtigsten Baustellen der Energiewende in Deutschland. Was würden Sie sich bei einer Reform des EEG wünschen, beziehungsweise welche Baustelle halten Sie für die Drängendste?

Rosa Tarragó: The reform of the German EEG has eight ambitious objectives: (1) the settlement of a compulsory legal cap to increase the renewable energy quota, (2) to control the technology specific expansion of renewables, (3) to focus on cost-optimized technologies, (4) to limit excessive subventions and implement a fair support degression system, (5) to settle the regulatory framework to facilitate the free power market remuneration after 2017, (6) to contribute to keep the competitiveness of energy-intensive technologies through a fair cost distribution among all power consumers, (7) to be in line with European law and finally (8) to become more simple.

From a developer point of view and taking into account the reservation of private equity, institutional investors and lenders to invest in renewables in Germany, it is needed to have a reform that brings stability of project cash-flows, certainty on the regulatory environment and trust to the sovereign creditworthiness.

Milk the Sun: Die Branchen rund um die Erneuerbaren Energien sind schon seit langem zu einem ernstzunehmenden weltweiten Wirtschaftszweig angewachsen. Deutschland nahm in diesem Zusammenhang eine Vorreiterrolle ein, insbesondere auf dem Feld der Photovoltaik- und Solartechnologie aber auch bei der Windkraft. Steht zu befürchten, dass sich das in den kommenden vier Jahren ändert und man international von anderen Ländern nicht nur überholt, sondern abgehängt wird?

Rosa Tarragó: It is true, that there has been a strong sector consolidation mostly affecting German industry. Last three years focused on photovoltaic. About ten years ago the same happened to the wind energy sector. Although in both sectors (photovoltaic and wind) new market players have quickly positioned in a leading position, Germany is characterized by a long term patient sustainable oriented industry, high quality standards and ability to quickly adapt. But this industry philosophy alone cannot provide the continuous leading position within a globalization environment with many market competition biases. Conservative sectors like the German finance sector (both private equity and debt) have to be provided soon with a clear regulatory framework (among others, the definition of Solvency II and Basel III). This will facilitate the appetite, availability and trust of financiers to be present in new renewable energy markets. To avoid risks, financiers will focus on home-market medium-size industry, because this is the ones financiers know the best, is geographically close and can be accompanied easily. As soon as the support of the financial sector is available, German industry will recover the leading position.

Milk the Sun: Derzeit werden am Drei-Länder-Eck zwischen Dänemark, Schweden und Deutschland zwei riesige Offshore-Windparks gebaut, die durch den neuen Interkonnektor verbunden sein sollen. Die sogenannte „Kriegers Flak Combined Grid Solution“ soll als ein Pilotprojekt für zukünftige Windkraft-Offshore-Stromnetze dienen. Wie schätzen Sie diese Art von Projekten ein? Können sie einem solchen Führungsanspruch gerecht werden?

Rosa Tarragó: From a technical point of view, a very important milestone. From a political point of view and considering the challenges to gain consensus in any multilateral transaction, a high success. It is on the hands of the stakeholders to be able to implement synergies and repeat such reference projects.

Milk the Sun: Eine Studie der Deutschen Bank belegte erst kürzlich, dass die PV-Leistung bis 2015 weltweit enorm steigen solle und mit Anlagen von rund 56 Gigawatt Gesamtleistung zu rechnen sei. Der Zuwachs von PV soll weltweit extrem zunehmen. Der Zuwachs von PV soll weltweit extrem steigen. Wie realistisch schätzen Sie diese Prognose ein? Steht wirklich ein zweiter Goldrausch für die Photovoltaik bevor und wenn, wie wird Deutschland davon profitieren können?

Rosa Tarragó: To believe in a goal (here: 56 GW until 2015) helps to reach it.

 

Wir bedanken uns bei Frau Tarragó für das Interview.

 

Im Rahmen der Fortsetzung der Interviewreihe „Vier Fragen an …“ stellt der Milk the Sun Blog führenden Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Medien vier Fragen zu den Erwartungen an die nationale und internationale Energiepolitik, die Energiewende und  die Reform des EEGs.

Weitere Interviews und Artikel auf dem Milk the Sun Blog von und mit Rosa Tarragó:

Vier Fragen an … Rosa Tarragó, Senior Analyst Prime Capital

Vier Fragen an … Andreas Kühl, Energieblogger & Betreiber von energynet | Milk the Sun – Blog

Andreas Kühl ist diplomierter Bauphysiker und einer der führenden deutschen Energieblogger. Seine Themenschwerpunkte sind weit gefächert. Sie reichen von den Fragen rund um die Energiewende bis zu den Problemen und Diskussionen nach den Möglichkeiten einer zukunftsfähigen Energieversorgung. Bereits seit 2000 betreibt Andreas Kühl die Website energynet.de, die seit 2006 als Blog besteht.

 

“Wir brauchen für ein weiteres Wachstum der erneuerbaren Energien.” – Andreas Kühl

Milk the Sun: Lieber Herr Kühl, das EEG gilt als eine der wichtigsten Baustellen der Energiewende. Was würden Sie sich bei einer Reform des EEG wünschen, beziehungsweise welche Baustelle halten Sie für die Drängendste?

Andreas Kühl: Natürlich möchten alle niedrigere Strompreise haben, das ist völlig verständlich. Daher muss eine Reform des EEGs zunächst einmal untersuchen, wo die Ursachen liegen für den Anstieg der EEG-Umlage. Die größten Brocken müssen dann jeweils diskutiert werden, ob sie aus dem Weg geräumt werden können oder nicht. Es gilt dabei auch zu beachten, welche Maßnahme hält das Wachstum der Erneuerbaren Energien weiter aufrecht. Die EEG-Umlage muss zudem endlich die realen Förderkosten der erneuerbaren Energien darstellen, was derzeit nicht der Fall ist.

Ob die jetzt beschlossenen Änderungen am EEG zu einer Senkung der Umlage beitragen, muss sich erst noch zeigen, wenn sie so umgesetzt werden wie geplant.

Wir brauchen für ein weiteres Wachstum der erneuerbaren Energien, zudem Möglichkeiten neue Märkte zu schaffen, wie zum Beispiel die Direktvermarktung von Ökostrom, jenseits der Strombörse. Das könnte der Eigenverbrauch für Solarstrom im Mehrfamilienhaus sein, genossenschaftliche Organisationen oder die Direktvermarktung des Ökostrom-Anbieters sein. Eine Umlage auf den Eigenverbrauch ist da nur kontraproduktiv.

Milk the Sun: Die Branchen rund um die Erneuerbaren Energien sind schon seit langem zu einem ernstzunehmenden weltweiten Wirtschaftszweig angewachsen. Deutschland nahm in diesem Zusammenhang eine Vorreiterrolle ein, insbesondere auf dem Feld der Photovoltaik- und Solartechnologie aber auch bei der Windkraft. Steht zu befürchten, dass sich das in den kommenden vier Jahren ändert und man international von anderen Ländern nicht nur überholt, sondern abgehängt wird?

Andreas Kühl: Das Wachstum in anderen Ländern, vor allem in großen Flächenstaaten, wie USA, China und Indien, aber auch in Japan, wird mit Sicherheit weiter zunehmen. Deutschland ist teilweise schon überholt worden. Man hat in diesen Ländern aber meistens große Anlagen und noch nicht einen so großen Anteil an kleinen, dezentralen Anlagen wie in Deutschland.

Milk the Sun: Derzeit werden am Drei-Länder-Eck zwischen Dänemark, Schweden und Deutschland zwei riesige Offshore-Windparks gebaut, die durch den neuen Interkonnektor verbunden sein sollen. Die sogenannte „Kriegers Flak Combined Grid Solution“ soll als ein Pilotprojekt für zukünftige Windkraft-Offshore-Stromnetze dienen. Wie schätzen Sie diese Art von Projekten ein? Können sie einem solchen Führungsanspruch gerecht werden?

Andreas Kühl: Zum genannten Projekt kann ich nichts sagen, da weiß ich zu wenig darüber. In die Offshore-Windenergie wird eine große Hoffnung gesetzt. Vor allem die Anbindung an das Stromnetz ist eine große Herausforderung, die gemeistert und finanziert werden muss. Es wird sich dadurch vielleicht zeigen, ob Offshore-Windenergie in großem Maße zur Energiewende beitragen kann, oder ob sie vielleicht noch zu einem Kostentreiber wird.

Milk the Sun: Eine Studie der Deutschen Bank belegte erst kürzlich, dass die PV-Leistung bis 2015 weltweit enorm steigen solle und mit Anlagen von rund 56 Gigawatt Gesamtleistung zu rechnen sei. Der Zuwachs von PV soll weltweit extrem zunehmen. Der Zuwachs von PV soll weltweit extrem steigen. Wie realistisch schätzen Sie diese Prognose ein? Steht wirklich ein zweiter Goldrausch für die Photovoltaik bevor und wenn, wie wird Deutschland davon profitieren können?

Andreas Kühl: Mit jedem technischen Fortschritt  bei den Komponenten der Photovoltaik und bei den Produktionsprozessen wird die Photovoltaik immer günstiger. Heute schon ist Photovoltaik in vielen Anwendungsfällen günstiger als Netzstrom. Alleine dadurch kann ich mir einen weltweiten Boom der Photovoltaik sehr gut vorstellen.

Deutschland kann daran nur partizipieren, wenn es hier weiterhin innovative Unternehmen gibt, die an der Technologie arbeiten und sie weiter entwickeln. Wenn es aber hier keinen Markt mehr gibt, werden diese Unternehmen sich hier nicht mehr halten können.

 

Wir bedanken uns bei Andreas Kühl für das Interview.

 

Im Rahmen der Fortsetzung der Interviewreihe „Vier Fragen an …“ stellt der Milk the Sun Blog führenden Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Medien vier Fragen zu den Erwartungen an die nationale und internationale Energiepolitik, die Energiewende und  die Reform des EEGs.

Weitere Interviews und Artikel auf dem Milk the Sun Blog von und mit Andreas Kühl:

Meinung: Wir brauchen eine ganzheitliche Energiewende und kein Stückwerk
Vier Frage an … Andreas Kühl, Betreiber von energynet
Frühlingsgefühle – Stimmungsbild der Energiewendeblogger
Gastbeitrag: Energieeffizienz spielt eine tragende Rolle in der Energiewende

Germany’s Next Top EEG: EEG-Reformkonzept des BDEW | Milk the Sun – Blog

Die Bloggervereinigung Energieblogger, zu der auch der Milk the Sun Blog gehört, sucht gemeinsam nach Germany’s Next Top EEG. Ziel der Aktion ist es, etwas Licht in den Dschungel der verschiedenen im Umlauf befindlichen Vorschläge und Reformkonzepte zum EEG zu bringen. Sie werden einander gegenüber gestellt und dadurch eine Vergleichbarkeit der Studien ermöglicht. Die zentrale Frage bleibt jene, nach dem sinnvollsten Vorgehen für das weitere Vorankommen der Energiewende in Deutschland (und Europa). Welche Idee bietet die besten Aussichten auf einen Erfolg? Der Milk the Sun Blog stellt das Refomkonzept „Vorschläge für eine grundlegende Reform des EEG“ des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vor.

Konzeptüberblick
Kurzbeschreibung des Konzepts durch den Milk the Sun Blog
Die Kurzbeschreibung des Konzepts durch den BDEW
Die offenen Fragen zum Konzept des BDEW
Die Übersichts-Check-Box

 

Ein wichtiger Punkt für den Konzeptvorschlag des BDEWs ist die verpflichtende Direktvermarktung von Strom aus neuen EE-Anlagen. (C) graphic BDEW

Ein wichtiger Punkt für den Konzeptvorschlag des BDEWs ist die verpflichtende Direktvermarktung von Strom aus neuen EE-Anlagen. (C) graphic BDEW

Konzeptüberblick

Konzeptname: Vorschläge für eine grundlegende Reform des EEG
Erscheinungsdatum: 18.09.2013
Durchführende Organisation: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft
Autoren: Dr. Maren Hille, Stefan Thimm
Ansprechpartner: Dr. Maren Hille

Kurzbeschreibung des Konzepts durch den Milk the Sun Blog

Das Konzept ist am 18.September 2013 vom BDEW veröffentlicht worden und wurde von Dr. Maren Hille und Stefan Thimm durchgeführt. Im Wesentlichen steht dabei nach Aussage des BDEWs ein balancierter Ausgleich zwischen den verschiedenen von der Energiewende betroffenen Gruppen – all so die Gesamtgesellschaft Deutschlands und Europas – im Mittelpunkt. Ein wichtiger Punkt bei diesem Balanceakt komme dabei laut BDEW der Direktvermarktung von Strom aus EE-Anlagen zu. Außerdem sei eine langfristige, schrittweise Umstellung auf die Versorgung durch CO2-neutrale Stromerzeugung anzuzstreben, mit dem Ziel eine Totalabdeckung bis 2050 zu erreichen. In seinem Kern geht es dem Vorschlag des BDEWs nach eigenen Aussagen also nicht um eine Abschaffung der bisherigen EEG-Reformen, sondern um eine Adaption an aktuelle Umstände.

Die Frage, ob es sich damit um eine Bürgerenergiewende handelt, kann also nicht einwandfrei mit JA beantwortet werden. Die Plänen des BDEW können also dahingehend interpretiert werden, dass jede Interessensgruppe etwas von seiner Position abweichen müsste und so einen Kompromiss erzeugen könnte.

 

Die Kurzbeschreibung des Konzepts durch den BDEW

Wir wollen die verpflichtende Direktvermarktung von Strom aus neuen EE-Anlagen und damit die Einführung einer Fahrplanpflicht zum Kern der Reform der Förderung der Erneuerbaren Energien machen. Zu unserem Zielmodell gehört auch die wettbewerbliche Ermittlung der Förderhöhe zum Beispiel im Rahmen einer Auktion und in Verbindung mit einem definierten Zubaupfad für Erneuerbare Energien. Unser Ziel ist es, durch eine Umstellung von einer ex post festgelegten auf eine ex ante fixierte Marktprämie die Übernahme von Marktrisiken durch die Erneuerbaren Energien Schritt für Schritt zu erhöhen.

Dennoch gibt es gute Gründe, das skizzierte Zielmodell zur Förderung der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien bei klarer Festlegung des Ziels schrittweise umzusetzen. Vor dem Hintergrund des mit der Energiewende einhergehenden Strukturwandels in der Energieversorgung entstehen Risiken, die eine unmittelbare Umstellung auf eine ex-ante-Fixierung der Marktprämie schwierig erscheinen lassen. Ebenso bedarf die Auktionierung eines intelligenten Designs, das die Vorteile der wettbewerblichen Festlegung hebt, aber unnötige Risiken vermeidet.

 

Die offenen Fragen zum Konzept des BDEW

Wie unterscheidet es sich vom bisherigen EEG bzw. warum meinen Sie, dass das Bestehende geändert werden muss?

Wir sind in eine neue Phase der Energiewende eingetreten. Nach einem rasanten Ausbau der Erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren, stehen wir heute vor der Bewältigung erheblicher Herausforderungen, in deren Mittelpunkt vor allem die Markt- und Systemintegration der Erneuerbaren Energien steht. Es wird immer mehr zu einem Rollentausch zwischen der Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern und den Erneuerbaren kommen müssen.

Nach einer Analyse der Anforderungen und der Prüfung bestehender Vorschläge für eine zukünftige Förderung der Erneuerbaren von verschiedenen wissenschaftlichen Instituten kamen die beteiligten BDEW-Gremien zu dem Schluss: Die Basis für eine Bewältigung der Herausforderungen ist bereits im gegenwärtig gültigen EEG angelegt. Ein radikaler Systemwechsel – wie etwa der Umstieg auf ein Quotenmodell oder eine Rückkehr zur physikalischen Wälzung – ist nicht erforderlich und würde die bestehenden Probleme nicht lösen. Die BDEW-Vorschläge basieren daher im Wesentlichen auf einer strukturierten Weiterentwicklung des sogenannten Marktprämienmodells.

In diesem Sinne soll die Reform des EEG aus Sicht des Verbandes in zwei Schritten vollzogen werden, wobei der erste Schritt aus einer Reihe von Sofortmaßnahmen (umsetzbar in einer EEG-Novelle 2014) besteht, die in einem zweiten Schritt durch ein vom BDEW erarbeitetes Zielmodell vervollständigt werden.

Fördert dieses System eher eine zentrale oder dezentrale Energieversorgung?

Die Vorschläge des BDEW fördern die Markt- und Systemintegration der Erneuerbaren Energien bei gleichzeitiger Gewährleistung der definierten Ausbauziele. Da es sich beim überwiegenden Anteil der Erneuerbaren Energien um dezentrale Technologien handelt (Ausnahme: Offshore), wird die Energieversorgung in Deutschland im Zuge der Energiewende zunehmend – aber nicht ausschließlich –  dezentralisiert.

Wie definieren Sie die Energiewende?

Die Energiewende ist ein gesamtgesellschaftliches und mehrere Generationen andauerndes  Projekt. Und es hat sich gezeigt, dass die Energiewende viel mehr bedeutet als nur die Steigerung der Stromerzeugung aus Wind und Sonne. In der jetzigen Phase erfordert die Energiewende, den Rollentausch zwischen den Erneuerbaren und den Konventionellen in die Wege zu leiten. Dabei besteht eine zentrale Herausforderung in der Integration der verschiedenen Stromerzeugungsarten in die Netze und damit verbunden einer Berücksichtigung des komplexen Zusammenspiels zur Sicherung der Stabilität des Versorgungssystems im Verlaufe des Übergangs hin zu einer auch vom BDEW seit längerem geforderten CO2-neutralen Energieversorgung bis 2050. Diesen Übergang auf Grundlage des energie- und ordnungspolitischen Rahmens sicherzustellen, ist eine der zentralen Aufgaben der im BDEW organisierten Unternehmen.

Welches übergeordnete Ziel liegt dem Vorschlag zu Grunde? (Beispiel: 100% Erneuerbare bis 20xx)

Der BDEW fordert bereits seit 2009, d. h. vor der Reaktorkatastrophe von Fukushima, den Ausbau der Erneuerbaren Energien zügig voranzubringen. Dabei geht es uns aber nicht um den Ausbau der Erneuerbaren um ihrer selbst Willen, sondern um den substanziellen Beitrag, den die Erneuerbaren zum Klimaschutz leisten können. In diesem Zusammenhang setzt sich der BDEW bereits seit Jahren für das Ziel einer CO2-neutralen Stromerzeugung bis 2050 ein. Um dies zu erreichen, drängt der BDEW auf eine Reform des europäischen Handels mit CO2-Emissionszertifikaten. Denn Realitätssinn und Pragmatismus bei der Energiewende zu beweisen, heißt auch, unsere Ziele über das Jahr 2020 hinaus deutlich zu benennen: Der BDEW war mit der erste Wirtschaftsverband in Deutschland, der ein verbindliches, ambitioniertes, europaweites CO2-Minderungsziel von mindestens 40 Prozent bis 2030 gegenüber 1990 vorgeschlagen hat.

Wie sieht die Finanzierung dieses Modells aus? Gibt es schon genaue Berechnungen dazu?

Die Finanzierung der im Rahmen einer EEG-Novelle 2014 umzusetzenden ersten Maßnahmen des BDEW-Vorschlages soll wie bisher über eine auf den Stromabsatz gezahlte EEG-Umlage erfolgen. Allerdings erwarten wir u. a. durch die geplante Direktvermarktung des Stroms aus Erneuerbaren Energien schrittweise eine Kostenentlastung.

Welche Energieform wird von diesen Änderungen am meisten profitieren und bei welchen sollte der Ausbau verlangsamt werden?

Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass die durch die EU-Kommission festgelegten bzw. durch die Bundesregierung weiter konkretisierten Ziele zum Ausbau der Erneuerbaren Energien erreicht werden sollen. Damit ist das „Gesamtziel“, d. h. der Anteil der Erneuerbaren am Bruttostromverbrauch in Deutschland für die nächsten Jahrzehnte als Ziel definiert. Zudem basieren unsere Vorschläge weiterhin auf einer technologiespezifischen Förderung, um beispielsweise Mitnahmeeffekte zu vermeiden, aber andererseits einigen heute noch vergleichsweise teuren Technologien zu ermöglichen, Kostensenkungspotenziale zu erschließen.

Wie bringt dieses System Kostenwahrheit in den Markt? Werden externe Kosten beachtet?

Ein zentraler Faktor, der die EEG-Umlage beeinflusst, ist der Großhandelsstrompreis. Niemand kann Ihnen heute sagen, wie sich der Großhandelsstrompreis in den nächsten zwanzig Jahren entwickeln wird. Hier spielen unter anderem die Wirtschaftskonjunktur, der Emissionszertifikatehandel, die Entwicklung der Erzeugungskapazitäten (konventionelle und Erneuerbare) und nicht zuletzt das Design des Strommarktes eine Rolle.

Wie sieht in Ihrem Konzept das Zusammenspiel der verschiedenen Energieformen aus? Gibt es sinnvolle Lösungen und die nötigen Anreize für den Ausgleich von Stromproduktionsschwankungen und zur Stromspeicherung?

Neben einer grundlegenden EEG-Reform hat der BDEW als zweite Säule einer Branchenlösung im September 2013 eine Neuregelung der Marktbedingungen für konventionelle Kraftwerke vorgelegt. Mit abnehmender Wirtschaftlichkeit der Kraftwerke stehen die Betreiber zunehmend vor der Entscheidung, ihre Anlage stilllegen zu müssen. Damit steht nach Analyse der Branche das wichtige Gut ‘gesicherte Leistung’ und damit die Versorgungssicherheit nicht mehr selbstverständlich zur Verfügung. Wir schlagen daher vor, rasch die gesetzlichen Grundlagen für die Einführung eines dezentralen, wettbewerblich organisierten Leistungsmarktes zu schaffen, um im Zusammenspiel mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien die notwendigen Back-up Kapazitäten im Bereich der konventionellen in der Phase des Übergangs sicherzustellen. Für die unmittelbare Weiterentwicklung des konventionellen Marktsystems hat der BDEW der Politik die Strategische Reserve vorgeschlagen. Sie soll als marktnahes Instrument zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit beitragen.

Ist auch das Thema Wärme in Ihrem Konzept enthalten? Falls nein, warum nicht?

Der BDEW hat stets betont, dass zu einer erfolgreichen Energiewende auch ein entschlossenes Handeln in den Bereichen Wärmemarkt und Mobilität gehört. Auch hierzu hat der BDEW Lösungsvorschläge vor legt, die ständig weiter konkretisiert werden.

Welche Rolle spielt die Möglichkeit von Bürgerpartizipation in dem Modell?

Die Energiewende erfordert den weitreichenden Umbau der Energieversorgung in Deutschland. Und damit wird sie ganz Deutschland nachhaltig verändern: die Landschaft, die Wirtschaft und die privaten Haushalte. Veränderungen sind jedoch nicht immer für jeden Beteiligten leicht zu akzeptieren. Verschiedene Interessen stoßen hier – mitunter sehr heftig – aufeinander. Der BDEW hat sich seit längerem intensiv dieser Problematik gewidmet und den verschiedenen Prozessbeteiligten eine Plattform zum Austausch geboten – beispielsweise mit dem Workshop „Akzeptanz von Infrastrukturprojekten in Deutschland“. Dieses Engagement wird der Verband auch weiter fortsetzen.

Ein zweiter Aspekt ist die Frage nach den Investoren bei der Umsetzung der Energiewende. Auf der dezentralen Ebene etwa sind das Bürgergenossenschaften im Verbund mit Stadtwerken. Die verschiedenen Modelle für Bürgerbeteiligungen sind wichtig für die Akzeptanz und das Gelingen der Energiewende. Kleine und mittlere Unternehmen nutzen bereits erfolgreich bürgernahe Beteiligungsmodelle für ihre Erzeugungsanlagen oder allgemein für die Finanzierung von Energieprojekten, dies gilt insbesondere im Bereich der Erneuerbaren Energien. Daher ist es wichtig, dass Wettbewerb und unternehmerische Freiheit für diese Beteiligungsmodelle erhalten bleiben.

 

Die Übersichts-Check-Box

Hier sind noch einmal alle Fragen zusammengetragen, die wir an den BDEW bezüglich seines Konzeptes zur grundlegenden Reform des EEGs stellten.

Ja Teilweise Nein

Differenzierung

Technologiespezifisches Modell (unterschiedliche Energieformen werden unterschiedlich behandelt)

X

Regional differenziertes Modell (auf regionale Gegebenheiten wird Rücksicht genommen)

X

Technologieneutrales Modell

X

Vergütung

Einspeisevergütung (ct/KWh)

X

Marktprämie (ct/kWh)

X

Kapazitätsprämie (in €/KW)

X

Quotenmodell

X

Investitionszuschuss

X

Andere

X

Finanzierung

Umlageverfahren über Börsenstrompreis

X

CO2-Steuer

X

Über ETS/EU-Emissionshandel)

X (in diesem Fall, aber grundsätzlich JA)

 Budget
Gesamtkosten bereits kalkuliert

Ganzheitlichkeit

Anreize für Energieeffizienz werden berüchsichtigt

X

Schließt den Wärmesektor in den Betrachtungen mit ein

X

Schließt den Verkehrssektor in den Betrachtungen mit ein

X

Beinhaltet Lösungen und Anreize für den Ausgleich von Stromproduktionsschwankungen und zur Stromspeicherung

X

Klimaschutz ist Bestandteil des Modells

X

Dezentralität steht im Fokus

X

Investitionssicherheit besteht auch für kleine Akteure

X

Jährliches Ausbauvolumen begrenzt

X

100% Erneuerbare sind das oberste Ziel

X

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