Simon Posts

Großinvestor Warren Buffett investiert 2,5 Milliarden Dollar in Solarprojekt

Innerhalb kurzer Zeit hat der US-Investor und drittreichste Mensch der Welt Warren Buffett drei große Öko-Investitionen getätigt. Sein neuester Clou ist der Kauf eines riesigen Photovoltaik-Projektes in Kalifornien für rund 2,5 Milliarden Dollar.

US-Investor kauft Photovoltaik-Anlage in den Vereinigten Staaten

Drittreichster Mensch der Welt: Warren Buffett. Fotograf: Mark Hirschey

Für 2,5 Milliarden Dollar verkauft das US-Unternehmen SolarPower das Antelope Valley Solarprojekt in Kalifornien an MidAmerican Energy Holdings, einen Stromversorger der Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway, welche wiederrum von Buffett aufgebaut wurde und geleitet wird.

SunPower soll weiterhin an Konstruktion und Bau der 579-Megawatt-Anlage beteiligt sein. Sowohl SunPower als auch der Energieversorger MidAmerican Energy Holdings bezeichnen das Projekt als weltgrößtes Entwicklungsprojekt der Photovoltaik. Noch in diesem Quartal soll der Anlagenbau beginnen.

Buffett investierte bereits 2011 zwei Milliarden

Das PV-Projekt in der Mojave-Wüste östlich von Los Angeles ist bereits die dritte große Investition in Buffetts in der Branche innerhalb von 13 Monaten. So kaufte er zum Beispiel im Dezember 2011 ein 2 Milliarden teures Projekt des US-Unternehmens First Solar.

Buffett, der häufig dann investiert, wenn sich andere abwenden, setzt damit ein positives Signal für die schwächelnde PV-Branche in den USA, die vor allem unter Überkapazitäten und Billigangeboten aus den USA leidet.

Der Stromversorger MidAmerican gehört zu den größten Geldgebern für regenerative Energien in den USA. Nicht nur an Photovoltaik- sondern auch an Wind- und Geothermieprojekten ist das Unternehmen beteiligt.

 

Quellen: Spiegel, n.tv

Solarboom trotz Förderkürzungen

Laut Bundesnetzagentur wurden Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von über 7.300 Megawatt (MW) in den Monaten Januar bis November des vergangenen Jahres an das öffentliche Stromnetz angeschlossen, mehr als je zuvor zu diesem Zeitpunkt. Damit könnte 2012 trotz Kürzungen der PV-Förderungen das Rekordjahr 2011 (7.500 MW) noch übertreffen.

Dass die Zielvorgabe der Bundesregierung (2.500 bis 3.500 MW) damit zum dritten Mal in Folge deutlich übertroffen wurde, spiegelt sich auch in der gestiegenen EEG-Umlage wieder. Diese finanziert die garantierten Förderungen für neue Photovoltaikanlagen.

EEG-Umlage macht den Kunden zu schaffen

iStockphoto.com©Ulrich Knaupe

Solarstrom vor Windstrom

Die Leistung der Solaranlagen in Deutschland summierte sich damit nach den Daten der Bundesnetzagentur Ende November auf 32.059 MW. Damit liegt die Stromgewinnung aus Photovoltaik gemessen an der installierten Kapazität vor der Windenergie, die auf geschätzte 31.200 MW kommt. Da aber die Bedingungen für Windkraft in Deutschland etwas besser sind als für Solarenergie ist die tatsächliche Ausbeute bei der Windkraft noch höher.

Der Bundesverband Solarwirtschaft berichtet derweil, dass 2012 rechnerisch der Stromverbrauch von acht Millionen Haushalten durch die 1,3 Mio. PV-Anlagen gedeckt wurde, was einem Zuwachs von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.  Bis zum Jahr 2030 soll der Solarstromanteil, der derweil bei knapp 5 Prozent liegt, auf mindestens 20 Prozent anwachsen.

 

Quelle: faz.net

Prof. Dr. Jarass: „Netzentwicklungsplan steht im klaren Widerspruch zur Energiewende“

Prof. Dr. Lorenz Jarass ist Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule RheinMain. Er ist Spezialist auf dem Gebiet der Steuern und der Energieversorgung, wird regelmäßig zu Anhörungen der EU-Kommission, des Europäischen Parlaments oder der Deutschen Bundesregierung eingeladen. Zudem veröffentlicht Jarass regelmäßig Publikationen zu seinen Forschungsgebieten. Im Interview mit Milk the Sun spricht Jarass, dessen neues Buch „Welchen Netzumbau erfordert die Energiewende?“ heißt, über die Energiewende, die Photovoltaik und den geplanten Netzausbau.

Netze für Photovoltaik und Erneuerbare Energien zu großMilk the Sun: Sehr geehrter Prof. Jarass, Deutschland nimmt eine Vorreiterrolle in Sachen Energiewende ein. Der Atomausstieg wurde von der Bundesregierung in kürzester Zeit durchgesetzt. Ist die Energiewende richtig und wichtig?

Jarass: Energiewende heißt: Atomausstieg, weniger fossiler und mehr erneuerbare Energieträger. Dieses Ziel muss nachhaltig verfolgt werden: Verringerung der Klimaerwärmung (CO²-Problem), weniger Notwendigkeit, unsere Jugend weltweit Gas- und Ölreserven sichern zu lassen, geringere Abhängigkeit von Importen aus politisch und wirtschaftlich instabilen Ländern.

Milk the Sun: Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hat vor kurzem den Netzentwicklungsplan der Bundesnetzagentur entgegen genommen und vorgestellt. Der Plan sieht gewaltige neue Trassen für den Stromtransport vor. Ist dieser Ausbau notwendig?

Jarass: Der Bundesbedarfsplan fordert einen weit überdimensionierten Netzumbau mit vielen neuen Leitungen, der zudem die Ziele der Energiewende – Reduzierung der CO²-Emissionen durch verminderten Einsatz fossil befeuerter Kraftwerke – konterkariert.

Die resultierenden unnötigen Kosten müssten vom Stromverbraucher getragen werden zusätzlich zu den enormen kurzfristigen Belastungen für die Energiewende.

Milk the Sun: Werden durch den Netzentwicklungsplan bewusst die fossilen Energieerzeuger gefördert?

Jarass: Genauso ist es. Das Stromnetz soll so stark ausgebaut werden, dass z.B. auch bei Starkwindeinspeisung alle Kohlekraftwerke, die das wollen, gesichert ins Netz einspeisen können. Dies steht im klaren Widerspruch zur Energiewende.

Milk the Sun: Wird die Energiewende für die Interessen mächtiger Industrien und Lobbys benutzt, um Profite und deren Möglichkeiten zu steigern?

Jarass: Wie schon gesagt: Energiewende heißt: Mehr erneuerbare, weniger fossile Energien. Der vorgelegte Netzausbauplan behindert dieses Ziel, weil er Einspeisung von Kohlestrom auch parallel zur Starkwindeinspeisung ermöglichen würde. Dies würde die derzeit hohe Akzeptanz der Energiewende zerstören: Dann würde der Stromverbraucher EEG-Umlage bezahlen, um den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu fördern. Und trotz erfolgreichem Ausbau der Erneuerbaren Energien müsste der Stromverbraucher erhöhte Netzentgelte bezahlen, um einen Ausbau der Netze für die gesicherte Einspeisung von Kohlekraftwerken auch bei Starkwindeinspeisung zu finanzieren. Ein Neubau von Leitungen sollte ausschließlich für die Integration von Erneuerbaren Energien in die allgemeine Energieversorgung gemacht werden. Damit wäre nur ein deutlich geringerer Netzausbau erforderlich und damit wesentlich geringere Kosten für die Stromverbraucher.

Milk the Sun: Was kann ein Privatkunde dagegen tun?

Jarass: Der Privatkunde kann selbst Strom erzeugen, z.B. durch eine Photovoltaikanlage, und er kann auch Energie einsparen, z.B. durch eine Hausdämmung.

Milk the Sun: Wie müsste Ihrer Meinung nach das Netz in Deutschland gestaltet und ausgebaut werden?

Jarass: Das Stromnetz sollte nur so stark ausgebaut werden, wie es für eine vernünftige Integration der erneuerbaren ‚Energien erforderlich ist, keinesfalls aber, wie derzeit vorgesehen, auch für eine zusätzlich Einspeisung von Kohlestrom auch bei Starkwindeinspeisung,

Milk the Sun: Windenergie und Photovoltaik sind inzwischen die größten Energieerzeuger in Deutschland. Welche weiteren Chancen sehen Sie für diese Arten der Energiegewinnung in den kommenden Jahren?

Jarass: Photovoltaik und Windenergie wird bei weiter sinkenden Produktionskosten zukünftig auch verstärkt zur Warmwassererzeugung und mittelfristig auch zur Hausheizung eingesetzt werden.

 

Wir bedanken uns bei Prof. Dr. Jarass für das Interview.

„Wir brauchen ein gutes Monitoring“ – CSU-Politiker Dr.Nüßlein im Interview

Der Wirtschafts- und energiepolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Dr. Georg Nüßlein, nimmt im Interview mit Milk the Sun Stellung zu Fragen rund um die Energiewende. Nüßlein ist seit 2002 Bundestagsabgeordneter der CDU/CSU-Fraktion.

Erneuerbare Energien müssen überwacht werdenMilk the Sun: Sehr geehrter Herr Dr. Nüßlein, die Umweltminister der Länder sprachen sich auf ihrer Kieler Konferenz für eine schnelle Erarbeitung einer Ausbaustrategie aus. Änderungen des EEG stehen also bevor. Welche Faktoren muss das neue EEG Ihrer Meinung nach beinhalten? Welche Umstände muss es berücksichtigen? Welche Ziele muss es haben?

Nüßlein:Das EEG geht auf das unter Helmut Kohl begründete Stromeinspeisegesetz zurück. Schwarz-Gelb hatte damals richtig gesehen: Mittelständische Stromproduzenten haben nur eine Chance gegen Oligopol und Netzmonopol, wenn sie einen Einspeiseanspruch und eine garantierte Einspeisevergütung haben. Das darauf aufbauende EEG war und ist dabei in weiten Teilen ein Markteinführungsgesetz. Noch vor einigen Jahren wäre ein Anteil von rund 25 Prozent Erneuerbaren am Strom schwer vorstellbar gewesen. Seit Einführung des Stromeinspeisegesetzes bzw. EEGs haben die Erneuerbaren viel geschafft. Im Zuge dieser Hinführung zur Marktreife, aber auch in Anbetracht eines inzwischen beträchtlichen Anteils der Erneuerbaren muss künftig insbesondere eine bessere Integration der Erneuerbaren erfolgen, aber etwa auch ein weiterer Ausbau der bereits vorhandenen Mechanismen zur Marktintegration. Ziel muss es sein, das EEG baldmöglichst auf die Idee des Stromeinspeisegesetzes als Wettbewerbsinstrument zurück zu entwickeln. Im Übrigen ist die Anwendung des EEG bei Photovoltaik bereits heute auf 52 GW-Leistung gedeckelt.

Milk the Sun: Zum neuen Jahr steigen die Strompreise für die meisten Kunden deutlich an. In der Digitalen Pressemappe der CSU-Landesgruppe mahnen sie an, dass die Bezahlbarkeit der Energie sichergestellt werden muss. Welche Maßnahmen müssen dafür ergriffen werden? Wie sieht es mir Befreiung für stromintensive Unternehmen aus?

Nüßlein: Die Energiewende kostet Geld, das ist und war unstrittig. Aber die Kosten müssen für die Verbraucher finanzierbar sein. Dabei muss es darum gehen, die Kosten für den Zubau der Erneuerbaren zu begrenzen, nicht den Zubau selbst. Bezüglich des Hinführens zur notwendigen Marktreife darf ich auf meine Antwort auf Ihre erste Frage verweisen. Darüber hinaus hatte die CSU im Herbst 2012 einen Vorstoß dahin unternommen, die EEG-Umlage nur bis 4,5 Cent/ Kilowattstunde auf die Verbraucher umzulegen; dies in Verbindung mit einer fondfinanzierten Zwischenlösung. Nötig ist aber meines Erachtens auch, den Berechnungsmechanismus bei der EEG-Umlage entsprechend anzupassen, denn derzeit spiegelt sich der kostensenkende Effekt der Erneuerbaren an der Börse gerade nicht bei der EEG-Umlage wieder, im Gegenteil.

Zu Ihrer Frage nach den Befreiungstatbeständen für energieintensive Unternehmen: Wenn wir uns vor Augen führen, dass der Industriestrompreis etwa in Frankreich 2011 pro Kilowattstunde um rund 4 Cent günstiger war als in Deutschland, dann ist im Grundsatz unstrittig, dass wir für die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer deutschen Unternehmen etwas tun müssen – denn daran hängen wichtige Arbeitsplätze. Das hatte sogar Rot/Grün erkannt und die Ausgleichsregelung in ihrer Regierungsverantwortung eingeführt, auch wenn der eine oder andere Kollege von der Opposition das heute nicht mehr gerne hört.  Heute muss das Augenmerk ganz klar darauf liegen, dass die Ausgleichsregelungen im Vergleich zu nichtbefreiten Unternehmen und privaten Verbrauchern ausgewogen und auch insofern statthaft sind.

Milk the Sun: Der energiepolitische Sprecher der Grünen, Hans-Josef Fell, sieht einen Umstieg auf 100 Prozent Erneuerbare Energien bis zum Jahr 2030 als realistisch an. Können Sie diese Meinung teilen? Welches Ziel muss sich Deutschland für den Ausbau der Erneuerbaren setzen?

Nüßlein: Unsere Regierung hat die Ziele bereits gesetzlich verankert – der Anteil der Erneuerbaren im Strombereich soll 2050 mindestens 80 % sein. Das ist ein absolut ambitioniertes Ziel aus heutiger Perspektive. Und ich halte an der Stelle nichts davon, mit einer „höher, schneller, weiter-Mentalität“ im Zweifel allenfalls Papier zu bemühen, das als bekannt geduldig gilt. Wir brauchen ein gutes Monitoring bei der Entwicklung in der Praxis – kein weiteres Nachjustieren auf dem Papier.

Im Zusammenhang mit der Verantwortung gegenüber den privaten wie gewerblichen Verbrauchern plädiere ich deshalb für ein wohlabgewogenes Vorgehen, damit die Strompreise bezahlbar bleiben und die Verfügbarkeit von Energie sicher ist. So rührt eine nicht unerhebliche Kostenlast bei der EEG-Umlage aus rot/grüner Regierungszeit, weil Rot/Grün das Thema Marktreife damals völlig aus dem Blick verloren hatte …

Milk the Sun: Deutschland ist nach wie vor das Land mit der höchsten installierten Photovoltaikleistung. Welche Rolle kann die Photovoltaik in Zukunft in Deutschland spielen?

Nüßlein: Photovoltaik soll auch in Deutschland Zukunft haben. Für die deutschen Unternehmen besteht die Herausforderung darin, künftig ganzheitliche Systemlösungen zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, um eine effektive Integration wachsender Mengen an Strom aus Photovoltaikanlagen in die Stromnetze zu ermöglichen. Ein wichtiger Markt sind da aus meiner Sicht ganz zweifellos Eigenverbrauchslösungen.

Milk the Sun: Ein vieldiskutiertes Thema rund um die Energiewende ist die Frage nach der Speichermöglichkeit des produzierten Stromes aus Erneuerbaren. Welche Möglichkeiten sehen Sie dafür momentan; welche Schritte müssen für die Energieversorgung der Zukunft gegangen werden?

Nüßlein: Wir brauchen Energiespeicher, um schwankende Stromerzeugung aus Erneuerbaren ausgleichen zu können. Für mich ist unstrittig, dass wir Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Energiespeicher intensivieren müssen. Ferner war es ein wichtiger Ansatz, Speicher von der EEG-Umlage und den Netzentgelten zu befreien. Im Sommer 2012 wurde auf Initiative der CSU gerade im Hinblick auf dezentrale Speicher ein Entschließungsantrag auf den Weg gebracht: Unter anderem ging es dabei um ein Marktanreizprogramm für Speicher. Auf Basis dessen erfolgt gerade die Ressortabstimmung für eine Förderung von Batteriespeichersystemen zur Nutzung mit PV-Anlagen. Eines steht fest: Eine Energieversorgung auf regenerativer Basis wird Überkapazitäten aufweisen. Deshalb brauchen wir Speicher.

 

Wir bedanken uns bei Herrn Dr. Nüßlein für das Gespräch.

Interview mit Cornelia Daniel: Österreichische „Aushungerungspolitik“

Cornelia Daniel ist aktive Bloggerin im Bereich Erneuerbare Energien, lebt Ihre Einstellung gegenüber Nachhaltiger Energiegewinnung auch im Alltag. Aus Ihrer persönlichen Überzeugung heraus gründete sie 2011 das Unternehmen Dachgold in Österreich. Im Interview mit Milk the Sun spricht sie über ihr Unternehmen, die Erneuerbaren Energien und die Photovoltaik in Deutschland, Österreich und weltweit.

Dachgold unterstütz Solaranlagen-Bau von Firmen

„Solarenergie gehört dorthin, wo Menschen untertags sind“

Milk the Sun: Sehr geehrte Frau Daniel, was muss man sich unter Ihrer Firma Dachgold vorstellen?

 

Daniel: Dachgold ist ein Solar-Beratungsunternehmen, welches verschiedenste Projekte rund um Solarenergie umsetzt und unterstützt. Einerseits die Beratung von Gewerbebetrieben, die mit dem Projektmanagement eines solchen Vorhabens keine eigenen Mitarbeiter abstellen möchten bzw. können und auch gar keinen direkten Zugang zum Markt haben, und andererseits die Erstellung von Informationsprodukten für einen raschen Ausbau der Solarenergie in Österreich. Dabei meine ich mit Solarenergie sowohl Photovoltaik als auch Solarthermie, da beide Technologien erst am Anfang der Applikation im Gewerbebereich stehen und ich der Meinung bin, dass Solarenergie vor allem dorthin gehört, wo die Menschen untertags sind.

Milk the Sun: Auf Ihrem Xing-Profil geben Sie an, dass Sie unter anderem Unternehmen suchen, „die noch nicht wissen, dass sie eine Photovoltaik- oder Solarthermieanlage wollen“. Welche Argumente sprechen denn für einen PV-Anlage auf dem Dach eines Unternehmens?

Daniel: Ich nenne es gerne: Einfrieren der Energiekosten. Man kann sich mittlerweile mit einem Gestehungskostenrechner sehr gut ausrechnen, wie viel die Kilowattstunde (kWh) erzeugter PV-Strom kostet. Wir sind hier mittlerweile bei 10-15ct/kWh wenn die Anlage 25 Jahre läuft. Sieht man sich die Strompreissteigerungen der letzten Jahre an, ergeben sich daraus deutliche Sparpotenziale. Manche Unternehmen bauen die Anlage natürlich auch aus steuerlichen Gründen. Leider ist es aber kein Produkt, welches man mit überschüssigem Gewinn noch schnell im Dezember einkauft. In Deutschland ist der Kauf einer Anlage anscheinend recht unkompliziert. Hier in Österreich kann das ganze Unterfangen schon mal bis zu einem Jahr oder mehr dauern. Deshalb unterstütze ich Unternehmen in diesem Prozess.

Milk the Sun:  Auch Österreich öffnet sich mehr und mehr für den PV-Markt, das Jahr 2012 war nach Aussagen des Bundesverband Photovoltaic Austria ein Rekordjahr. Was erwarten Sie von der Österreichischen Regierung an Änderung für die Solarförderung?

Daniel: Dasselbe wie vermutlich alle in der Branche. Einen Wegfall des Deckels, eine Vereinfachung der Bewilligungsverfahren und eine Vereinheitlichung der Förderungen. Wir haben insgesamt mindestens elf verschiedene Förderungen. Ein Ökostromgesetz, eine fürchterlich innovationshemmende Investitionsförderung vom Bund und neun Bundesländer, die ihre eigenen Regelungen machen. Zusätzlich noch unterschiedlichste Gemeinde- und Unternehmensvarianten. Der Deckel verhindert aber die meisten Investitionen (Anm. es werden pro Jahr nur ca. 50-100 MWp mit einem Einspeisetarif gefördert, das tolle Jahr 2012 kommt daher, weil letztes Jahr aufgestaute Anträge mit einem Extrabudget bewilligt wurden). Die Österreicher wären furchtbar wild darauf einen Teil ihrer Ersparnisse, die auf der Bank vergammeln, in den Ausbau von Erneuerbaren zu stecken. Wir erwarten dabei auch gar nicht so horrende Renditen, wie es in Deutschland der Fall war. Die Förderungen werden gestürmt, auch wenn es nur 18ct/kWh für 13 Jahre gibt und all das bei höheren Anlagenpreisen und mühsameren Behördenwegen als in Deutschland. Leider schrecken aber auch viele davor zurück, weil diese Unsicherheit für Unternehmen, die auch ein Budget machen müssen, nicht tragbar ist. Ich habe das gesunde Marktpotenzial für Österreich mal auf 293 MWp geschätzt. Wir haben heuer anscheinend die 200 MWp-Marke geknackt, aber die ist eben einmalig. Wenn nichts passiert, fallen wir nächstes Jahr wieder zurück, statt gesund zu wachsen.

Ich will hier aber eigentlich nicht so negativ schreiben, es hat sich schon wirklich viel getan und das Jahr 2012 war tatsächlich ein Meilenstein. Jetzt ist nur die große Frage, wie wir den Einbruch in 2013 verhindern, wenn die Regierung die Zeichen der Zeit nicht selbst erkennt. Es muss einerseits gelingen, den Deckel zu beseitigen und wir müssen es schaffen uns von der Förderung zu lösen und Eigenverbrauchssysteme zu schaffen. Im Haushaltsbereich sind kleine Anlagen ja bereits ohne Förderung wirtschaftlich, im Gewerbe hängt es vom Strompreis des Unternehmens ab, der manchmal jenseits der 15ct-Marke liegt. Dann ist es natürlich noch schwierig. Es gibt aber eben eine erste Zielgruppe, die es nun heißt, zu informieren, dass sie die perfekten Kunden sind. Mit 100.000 kWh Jahresverbrauch und Stromkosten über 13ct/kWh sollte man sich schleunigst an einen Anlagenbauer wenden.

Milk the Sun: Muss sich etwas in der Bevölkerung tun? Wie ist die Akzeptanz der Österreicher bezüglich Erneuerbarer und PV Ihrer Einschätzung nach?

Daniel: Wie gesagt, die Österreicher stünden eigentlich Schlange und der Wirtschaftimpuls könnte wahnsinnig groß ausfallen, wenn es ein langfristiges System gäbe. Viele hören aber nur ständig in den Medien: „Förderbudget in zwei Minuten vergeben“ und schrecken zurück, obwohl so ziemlich alle, die den Weg wirklich ernsthaft einschlagen, auch irgendwann zum Zug kommen und die Anträge so überbucht sind, weil aufgrund des dummen Systems alle Leute doppelt und dreifach einreichen. Das „irgendwann“ ist natürlich auch Teil des Problems, was viele Millionen auf dem Sparbuch verweilen lässt. Von deutschen Kollegen, die in Österreich sind, höre ich außerdem oft, dass die Österreicher nicht ganz so renditegetrieben sind. Ich würde sagen, wir wurden durch die Aushungerungspolitik in dem Bereich etwas anders „erzogen“. Unternehmen müssen aber durchaus rechnen und so braucht es gerade in dem Bereich noch etwas bessere Anreizsysteme, bis auch hier die Netzparität zuschlägt. Diese können natürlich auch steuerlicher Natur sein. Die Schweiz ist hier recht gut aufgestellt.

Dachflächen von Unternehmen für Solarthermie und Photovoltaik nutzen

„Wir müssen Mut zu völlig neuen Ideen haben“

Milk the Sun: Sie bloggen regelmäßig auf ecoquent-positions.com, warten immer wieder mit überraschenden, spontanen und spaßigen Ideen auf, wie z.B. ein Preissauschreiben für weniger CO²-Ausstoß statt der Weltklimakonferenz. Ist das der Weg, den die Erneuerbaren Energien verstärkt gehen müssen? Fehlt es der Branche in gewissen Bereichen an Kreativität?

Daniel: Ja, die Idee war tatsächlich sehr spontan, weil es eben statt Konsenslösungen wirklich positive Anreizsysteme Braucht. Die ganze Branche ist sehr technikgetrieben und arbeitet oft ein bisschen an den Menschen vorbei. Wir müssen in jedem Fall etwas mehr Mut zu völlig neuen Ideen haben. Ich ertappe mich ja wie soeben oben demonstriert selbst manchmal im Jammertal, aber genau diese Einstellung hat eine rasche Entwicklung in der Vergangenheit verhindert. Es braucht Projekte und Umsetzungsansätze, die auch außerhalb der Energieblase wahrgenommen werden und das funktioniert gerade über Kreativität vermutlich sehr gut.

Milk the Sun: Wir von Milk the Sun durchbrechen mit unserem Unternehmen die lange Zeit üblichen Makler-Ketten bei dem Verkauf von Photovoltaik-Projekten und Anlagen. Haben sich in den letzten Jahre einzelne Personen über Gebühr an der Solarenergie-Branche bereichert?

Daniel: Ui, heikles Thema. Leider muss ich dem teilweise zustimmen. Ich habe ja am Beginn meiner PV-Karriere in einem Photovoltaik-Investmentunternehmen gearbeitet und Großprojekte in Italien und Spanien gesehen. Märkte wie diese, wo durch falsche Förderpolitik so viel Geld „übrig“ ist zum Verteilen, ziehen naturgemäß die falschen Leute an. Ich glaub in Italien war jeder Immobilienmakler auf einmal Solarprojektierer und hat ein Vermögen fürs Ausfüllen der Netzanfrage verlangt. Natürlich waren nicht alle so, aber es gab da schon einige, die sich mit einem einzigen Projekt reichgestoßen haben, aber auch genügend, die auf die Schnauze gefallen sind, weil es eben doch nicht so einfach ist, ein Projekt von vorn bis hinten durchzuprojektieren. Mich haben vor allem immer diese größenwahnsinnigen Ideen gestört, bei denen alle die Dollarzeichen in den Augen blitzen hatten. Weiß nicht wie viele 100 MW Projekte ich am Tisch hatte und ich glaub es gibt ja bis jetzt noch kein einziges, oder? Damals habe ich mir eben geschworen, dass ich diese Großprojekte meiden werden und mich, zwei Jahre bevor es in Österreich losgeht, auf Gewerbebetriebe konzentrieren möchte, da die Sonnenenergie eben dorthin gehört, wo die Menschen untertags auch sind. Dann brauchen wir auch nicht so viele Speicher.

Milk the Sun: Eine freche Frage zum Abschluss: Sie geben als eines Ihrer Missionen aus, dass jeder Österreicher und jede Österreicherin in einem Satz den Unterschied zwischen Solarthermie und Photovoltaik erklären kann. In einem Satz Frau Daniel: Was ist der Unterschied zwischen Solarthermie und Photovoltaik?

Daniel: Das ist ja gar nicht frech, ich freue mich sehr über diese Frage! Die Antwort ist so einfach, dass es so traurig ist, dass die Antwort so wenige kennen. Solarthermie macht Wärme für Heizung, Warmwasser und Industrieprozesse und Photovoltaik produziert elektrischen Strom für Fernseher E-Auto &Co. Ich habe übrigens auch mal eine Bildanleitung geschrieben, wie man die so ähnlich aussehenden Dinger auf dem Dach unterscheiden kann.

 

Wir bedanken uns bei Frau Daniel für das Gespräch.

Ökostrom in Deutschland bei 23 Prozent

Laut BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) steigt der Ökostromanteil in Deutschland im laufenden Jahr auf rund 23 Prozent. Das Teilte der Verband am Dienstag in Berlin mit.

Photovoltaik so stark wie nie in Deutschland

istockphoto.com©fotolinchen

Endgültige Zahlen zum Strommix 2012 liegen aber erst im Januar vor, doch auszugehen ist davon, dass auch in diesem Jar der Ökostrom vor der Kernenergie platziert ist. 2011 erzeugten die Kraftwerke aus Solarenergie, Wind, Biogas und Wasser noch 20 Prozent des Stromes.

Trotz acht stillgelegter Atomkraftwerke verzeichnet Deutschland einen massiven Anstieg an Stromexporten. Den 6,3 Millarden Kilowattstunden (kWh) folgen in diesem Jahr rund 23 Millarden kWh. Wichtigster Energieträger im letzten Jahr war Braunkohle mit 24 Prozent Anteil.

 

Quelle: co2-handel.de

Franz Alt im Interview: „Atomstrom ist ein Verbrechen an der Schöpfung“

Viele Stunden seiner Zeit widmet Franz Alt dem Schreiben, Recherchieren und Werben für Erneuerbare Energien und die Energiewende. Als langjähriger Fernsehjournalist, Rundfunkreporter und Buchautor hat er über Jahre hinweg Erfahrungen und Informationen gesammelt, die ihn zu einem wichtigen Ansprechpartner auch von Politik und Wirtschaft zum Thema Energiewende und Erneuerbare Energien machten und machen. Auf seiner Homepage sonnenseite.com hält er seine Leser mit aktuellen Berichten und Beiträgen zu seinen Tätigkeiten und zur Energiewende auf dem Laufenden. Für Milk the Sun steht er Rede und Antwort.

Zuhause besitzt Franz Alt eine eigene Photovoltaik-Anlage

Franz Alt

Milk the Sun: Sehr geehrter Herr Alt, im April 1986 kritisierten sie in einem offenen Brief an Helmut Kohl die CDU und deren Umgang mit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sowie deren Festhalten an der Kernenergie. Zwei Jahre später verließen Sie die Partei. Jetzt hat Deutschland mit der CDU den Atomausstieg beschlossen. Was denken Sie sich dabei im Rückblick auf Ihre damalige Forderung und die Entwicklung von heute?

Alt: Die CDU hat wohl Fukushima gebraucht, um endlich zu begreifen, was schon mit Tschernobyl zu begreifen gewesen wäre. Atomstrom ist ein Verbrechen an der Schöpfung, das ganze Landstriche unbewohnbar macht. Aber ich bin auch froh, dass die CDU es mittlerweile begriffen hat und den Atomausstieg initialisiert hat. Es hätte aber 25 Jahre früher sein können.

Milk the Sun: Sie haben schon früh eine solare Revolution gefordert, Ihre Homepage heißt nicht grundlos sonnenseite.com. Was fasziniert Sie so besonders an der Möglichkeit, mit der Sonne Strom und Wärme für den Privatgebrauch zu erzeugen?

Alt: In meinem neuen Buch „Auf der Sonnenseite – Warum uns die Energiewende zu Gewinnern macht“, das im März erscheint, beantworte ich unter anderem genau diese Frage. Die Sonne ist die größte Energiequelle aller Zeit. Und sie ist kostenlos. Wir müssen nicht mal mehr Gebäude bauen, in Deutschland stehen genug Gebäude. Wir müssen nur die Dachflächen nutzen. Eineinhalb Prozent der Fläche Deutschlands mit Solaranlagen würden ausreichen, um Deutschland zu 100 Prozent mit Energie zu versorgen. Und so viel benötigen wir nicht mal, da es auch noch andere Erneuerbare Energien gibt, dir wir sinnvoll nutzen können.

Die Sonne schickt uns pro Sekunde 15.000-mal so viel Energie wie wir verbrauchen können. In Indien werden bereits 10.000 Dörfer mit Solarstrom versorgt. Ausschließlich. Diese Dörfer werden mit 100 Prozent Erneuerbaren versorgt. Und das ist auch in Afrika möglich, und in Südamerika.

Solarenergie, Photovoltaik und Windkraft sind für Franz Alt eine Selbstverständlichkeit

Erscheint im März: Das neue Buch von Franz Alt

Milk the Sun: Die Energiewende in Deutschland schreitet voran, Deutschland baut auf Solaranlagen und Windräder. Glauben Sie, dass Deutschland zum guten Vorbild werden kann, auch für Länder wie Frankreich, in denen Erneuerbare Energien ein sehr schweres Standing haben?

Alt: Als ich damals noch Berater für die Bundeskanzlerin Merkel war, sagte sie nach einem Treffen mit dem damaligen französischen Präsidenten Sarkozy zu mir, dass Sarkozy ihr Vorwürfe mache wegen des Atomausstiegs. Es würde ihn die Wahl kosten. Genau so kam es ja dann auch.

Ich glaube, dass wenn wir in Deutschland die Energiewende schaffen, dass die Welt nachziehen wird. Sie tut es jetzt schon. Niemand will technologisch zurückfallen. Erneuerbare Energien sind die Zukunftstechnologien schlechthin. Wer sich dauerhaft von fossilen Energien lösen kann, hat riesige ökonomische Vorteile. Und Deutschland ist Weltführer in den Technologien Windenergie, Solarenergie und Biogas. Das haben auch andere Länder begriffen. China investiert 200 Mrd. US-$ in Erneuerbare, die USA dank Obama mittlerweile 80 Mrd. US-$. Deutschland 60 Mrd. US-$.

Unser Bundeswirtschaftsminister Rösler stellt sich hin, lehnt sich zurück und ruht sich auf den Lorbeeren aus, um gleichzeitig die alte Phalanx der großen Energiekonzerne zu schützen. Das ist nicht langfristig gedacht, das ist kurzfristig gedacht und wird den grauenhaften Folgen des Klimawandels, der viel schneller voranschreitet, als wir noch vor Jahren dachten, nicht gerecht.

Milk the Sun: Zahlreiche Änderungen stehen auch dem EEG bevor. Ist es richtig, die Förderungen weiter zu kürzen? Welche Maßnahmen müsste das neue EEG Ihrer Meinung nach beinhalten/ welche Ziele müsste es umfassen?

Alt: Damit das EEG weiterhin Erfolg hat, muss eines erhalten bleiben: Das Privileg der vorrangigen Einspeisung der erneuerbaren Energien. Dann geht es weiter mit diesen Energien. Wir haben seit 2000 eine Steigerung des Anteils der Erneuerbaren von fünf auf 25 Prozent geschafft – dank des EEG. 57 Länder weltweit haben ähnliche Gesetze erlassen. Unter anderem China und Indien, die Supermächte von morgen. Dieses Privileg ist gerechtfertigt, denn Ökostrom ist der gesellschaftspolitisch wertvollere Strom, weil er keine Folgekosten nach sich zieht.

Ich habe schon immer gesagt, dass die Einspeisevergütungen weniger werden müssen. Fünf Prozent pro Jahr, wie es ursprünglich vorgesehen war, das war gut. Dass dann gerade unser aktueller Bundeswirtschaftsminister Rösler wie auch unser ehemaliger Bundesumweltminister Röttgen die Förderungen bei Solar um bis zu 50 Prozent kürzen, war der Todesstoß für einen großen Teil der Solarbranche. Solche Radikalkürzungen konnte die Branche natürlich nicht verkraften. Das war ein klarer Dienst an der Atombranche. Reduktion mit Augenmaß, das ist okay. Aber keine Radikalschläge.

Milk the Sun: Ein weiteres aktuelles Thema ist der Netzausbau. Der Bundesnetzagentur wird dabei vorgeworfen (unter anderem von Prof. Dr. Jarass in Frontal21), sie habe mit dem Netzausbauplan die Interessen der fossilen Energieproduzenten umgesetzt und einen Plan entwickelt, der deutlich über den Bedarf der Erneuerbaren Energien hinausgeht.

Alt: Da ist etwas dran. Der Ausbau darf nicht zu gigantisch werden. In Süddeutschland, in Bayern und Baden-Württemberg wird kein Windstrom aus Norddeutschland gebraucht. Auch in Süddeutschland gibt es Wind. In dieser Frage stimme ich dem Ministerpräsidenten Bayerns, Horst Seehofer (CDU) zu: Zehn bis 20 Prozent des Strombedarfs in Bayern können von eigenen Windrädern gedeckt werden. Die Bauern, die Handwerker, die Ingenieure in Bayern sollen diese Windräder aufstellen. Der Netzausbau ist wichtig, aber er muss mit Augenmaß betrieben werden.

Offshore-Windparks unterstützen nur wieder die alten Strominteressen. Offshore-Windparks sind zentral, sie wirken der Energiewende entgegen. Das ist eine Strukturfrage. Die Zukunft der Energiegewinnung ist dezentral, regional. Das ist Preiswerter, und das Tolle ist: Sonne und Wind stellen Ihnen keine Rechnung. Aber es gibt eben keine RWE-Sonne und keinen E.ON-Wind. Deshalb wehren sich die großen Energiekonzerne dagegen. Selbiges gilt für dieses riesige Vorhaben in Afrika, Desertec. Mein Desertec heißt Dächertec. Wir haben alle Voraussetzungen dafür, hier in Deutschland.

Milk the Sun: Aktuelle repräsentative Umfragen zeigen, dass die Kern- und die Kohleenergie in Bevölkerung eine katastrophale Reputation aufweisen. Wünschen Sie sich manchmal mehr Engagement und Einsatz der Bürger – oder mehr Mitspracherecht in solchen Fragen?

Alt: Ja. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Aufklärung hilft, Vorurteile abzubauen. Wir brauchen mehr Aufklärung. Wer keinen Atomstrom will, braucht eben Alternativen, wie Windräder. Wenn man mit den Leuten darüber spricht, lernen sie, dass Windräder eine der passenden Alternativen sind. Man kann nicht gegen Atomstrom und gleichzeitig auch gegen Windräder sein.

Milk the Sun: Sehen Sie Probleme auf die Energiewende und die Erneuerbaren Energien zukommen in Bezug auf Speicherprobleme?

Alt: Da haben wir noch Nachholbedarf, das stimmt. Aber Wissenschaftler auf der ganzen Welt arbeiten daran und machen riesige Fortschritte. Einige Stichworte dazu: Batterien, Pumpspeicher, Druckluftspeicher, Wasserstofftechnologie. Sie alle werden besser und effizienter. Blockheizkraftwerke. Zu der Power to Gas – Technologie sagten mir Forscher des Fraunhofer-Instituts, dass mit der Umwandlung von Strom zu Methan genug Gas produziert werden könnte, um Deutschland vier Monate lang mit Strom versorgen zu können. Vier Monate, einen ganzen Winter. Natürlich brauchen wir dafür neue Leitungen und größere Speicher. Aber die Technologie ist da. Bis in 20 Jahren kann Deutschland 100 Prozent seiner Energie aus Erneuerbaren gewinnen. Das ist realistisch.

Milk the Sun: Welchen Wunsch hat Franz Alt an Politik und Wirtschaft für das kommende Jahr und den Fortgang der Energiewende in Deutschland?

Alt: Ich wünsche mir, dass Politik und Wirtschaft nicht so kurzfristig denken. Die Folgen der fossilen Energiegewinnung werden ausgeklammert. Eine Frage, die ich dabei gerne stelle, ist: Was kostet ein Pförtner, der eine Millionen Jahre Atommüll bewachen muss? Was passiert mit dem ganzen Atommüll den wir produzieren?

Wirtschaft und Politik müssen endlich langfristig denken. Langfristige Ökonomie ist nur mit Erneuerbaren Energien sinnvoll zu gestalten.

 

Wir bedanken uns bei Franz Alt für das Gespräch.

Online-Interview zum Thema Operations und Maintenance (O&M) einer Photovoltaikanlage

Der Online-Marktplatz Milk the Sun und das Unternehmen PhotovoltaikZentrum – Michael Ziegler starten eine gemeinsame Onlinebefragung zum Thema Wartung, Instandhaltung, Pflege und Betrieb einer Photovoltaik-Anlage, auch O&M genannt. Die Ergebnisse aus der Befragung sollen Transparenz bei den Kunden von O&M-Dienstleistungen schaffen und Stärken und Schwächen des Angebots- und Leistungsspektrums von O&M-Unternehmen aufdecken.

Milk the Sun PhotovoltaikZentrum Ziegler

iStockphoto.com©Pedro Castellano

Damit Photovoltaik-Anlagen effizient und rentabel geführt werden können, ist es notwendig, den Betrieb der Anlage dauerhaft zu überwachen. Dafür bieten Unternehmen sogenannte O&M-Dienstleistungen an, über die sie einen einwandfreien Betrieb der Anlage garantieren. Dazu gehören, neben Reparaturen, Instandhaltung und Reinigung, die Überwachung des Betriebs sowie der gesamten Peripherie. Das auf Marktforschung spezialisierte Unternehmen PhotovoltaikZentrum – Michael Ziegler und der Online-Marktplatz für PV-Projekte Milk the Sun starten die onlinebasierte Umfrage, um die Hauptaspekte rund um die Leistungen der O&M-Unternehmen sichtbar zu machen.

Geschäftsführer Michael Ziegler ist sich sicher, dass gerade O&M-Anbieter, die nach dem Verkauf der Anlage an den Kunden auch die O&M-Leistungen übernehmen, nicht so neutral bzw. unbefangen gegenüber dem Kunden agieren wie O&M-Anbieter, die nicht am Verkauf der Anlage beteiligt waren.

Laut Felix Krause, Geschäftsführer von Milk the Sun, dürften die Ergebnisse für Anlagenbetreiber und O&M-Anbieter gleichermaßen interessant und aufschlussreich sein. Schließlich soll die Studie Verbesserungspotenzial bei O&M-Anbietern sichtbar machen und Kunden als Leitfaden dienen, worauf bei der Auswahl eines solchen Anbieters zu achten ist.

Die Umfrage, die über das Onlinepanel Photovoltaikumfrage.de durchgeführt wird, richtet sich an alle Besitzer von Solarstromanlagen, die O&M-Leistungen an ihrer Anlage durch ein externes Unternehmen durchführen lassen. Die Umfrage beinhaltet Fragen zu Themen wie O&M-Verträgen, Informationsaustausch, Kundenbetreuung und Kosten der bezogenen O&M-Angebote. Das Studienergebnis, das nach Auswertung erworben werden kann, dient einer genaueren Einschätzung von O&M-Angeboten sowie einer besseren Marktübersicht. Dies gilt sowohl in Bezug auf das Leistungsspektrum und die Verlässlichkeit von O&M-Partnern bei z.B. Defekten oder Routine-Arbeiten an den Anlagen als auch in Bezug auf die Interessen und Bedürfnisse von Kunden bei der Zusammenarbeit mit O&M-Partnern.

Die Dauer der Umfrage beträgt etwa 8 bis 12 Minuten und ist unter http://www.photovoltaikumfrage.de/wartung erreichbar.

Keine Info mehr verpassen!

Hat Ihnen unser Artikel gefallen? Dann melden Sie sich für unseren Newsletter an und verpassen Sie keine Info mehr.

Daten werden vertraulich behandelt.